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		<title>Gospel Translations - User contributions [en]</title>
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		<updated>2026-04-08T01:50:21Z</updated>
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		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/Mercy_Triumphs_Over_Judgment/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/Mercy Triumphs Over Judgment/de</title>
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				<updated>2009-06-20T21:53:55Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Gnade triumphiert über Gericht: Wie man die Tage und Jahre versüßt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gordon und Emma lernten sich bei einer kirchlichen Veranstaltung kennen. Sie war eine bewundernswerte junge Frau und er ein junger Pastor. Ihre Hochzeit erschien wie der Start eines gottesfürchtigen Paares, bereit zu einem fruchtbaren Dienst für kommende Jahrzehnte. Aber nur wenige Tage nach Beginn ihrer Flitterwochen platzten Emmas Träume. Gordon erklärte ihr, dass er sie nicht liebe und nur geheiratet habe, weil es für verheiratete Pastoren mehr Chancen gäbe als für alleinstehende.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden bekamen sechs Kinder, und während Gordon vier-zig Jahre lang als Pastor funktionierte, machte er nie den Versuch, Liebe zu seiner Frau zu entwickeln. Obwohl er sich offen zu einer Affäre bekannte, die nach der Geburt des vierten Kindes begann, bestand er darauf, verheiratet zu bleiben – eine Scheidung würde schließlich seine Karriere als Pastor entgleisen lassen. Die Ehe wurde für Emma zu einem Leben in geheimer Scham. Sie wurde dazu degradiert, ein Zimmer mit ihren beiden Töchtern zu teilen, während Gordon ein eigenes Zimmer hatte und ihre vier Söhne ein weiteres Zimmer bewohnten.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist Teil einer wahren Geschichte eines mittlerweile verstorbenen Ehepaares, von dem ich eine Person persönlich kannte. Es ist jedoch nicht das Ende ihrer Geschichte. Ihr Fall ist wirklich extrem, vielleicht sogar das schlimmste Beispiel für langfristige, herzlose Gleichgültigkeit, das mir je in einer „christlichen“ Ehe begegnet ist. Aber die Geschichte hat ein Ende, das man so nicht erwarten würde. Es schien hier nur um Versagen und Verlust zu gehen, aber es wurde etwas völlig anderes daraus. Es ist eine Geschichte der Barmherzigkeit.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ein eigenartiges Gebot  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jesus hatte Menschen in Emmas Situation etwas mitzuteilen. Als Er einmal von einem Berg herabkam, auf dem Er die ganze Nacht im Gebet verbracht hatte, hatte Er zwölf Namen dabei. Es war an der Zeit, Gläubige zu Jüngern zu machen und Jünger zu einer Gemeinde. Die Männer, deren Namen Er in Seinem Herzen trug, würden Seine Hauptjünger werden, Seine engsten Begleiter und (mit einer Ausnahme) die Hauptverantwortlichen der ersten Gemeinde. Manchmal frage ich mich, ob Jesus nicht gern wieder auf den Berg zurückgekehrt wäre, um neue Namen zu bestimmen, nachdem Er diese Männer in Aktion gesehen hatte – aber Jesus blickte nicht mehr zurück. Jetzt war es an der Zeit, einen Verhaltenskodex für diese zwölf darzulegen und auch für alle anderen, die der Retter zu sich rufen würde. Was würde es bedeuten, Christus zu dienen? An erster Stelle standen die Seligpreisungen – nach den Aufzeichnungen von Lukas vier Segnungen voller Hoffnung für die Zukunft, gefolgt von vier Warnungen an jene, die bis dato noch nicht wussten, dass sie einen Erlöser nötig haben. Als es dann aber an den Kern der Sache ging, wurde es erst richtig interessant.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Aber euch, die ihr hört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch fluchen; betet für die, die euch beleidigen! Dem, der dich auf die Backe schlägt, biete auch die andere dar; und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch das Untergewand nicht! Gib jedem, der dich bittet; und von dem, der dir das Dei-ne nimmt, fordere es nicht zurück! Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, tut ihnen ebenso! Und wenn ihr liebt, die euch lieben, was für einen Dank habt ihr? Denn auch die Sünder lieben, die sie lieben. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für einen Dank habt ihr? Auch die Sünder tun dasselbe. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr wieder zu empfangen hofft, was für einen Dank habt ihr? Auch Sünder leihen Sündern, damit sie das gleiche wieder empfangen. Doch liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas wieder zu erhoffen! Und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid nun barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6,27-36).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mach dir bewusst, wer Jesus damals zuhörte – Bauern, Fischer, Steuereintreiber, Fanatiker, Prostituierte – in den Augen der römischen Besatzer und der jüdischen religiösen Leiter eine Ansammlung von Pöbel. Menschen, die von anderen gehasst und verflucht wurden. Menschen mit echten Feinden. Denke jetzt einmal an die Gebote, die Jesus ihnen gab: Liebe deine Feinde; tue Gutes denen, die dich hassen; schlage nicht zurück und verleihe freigebig an die, die dir nichts zurückzahlen werden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was in aller Welt sagte Jesus da? Er fasste alles im letzten Gebot zusammen. Es geht allein ums Erbarmen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Barmherzigkeit Ausdruck verleihen  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Barmherzigkeit ist ein einzigartiges, wunderbares, außergewöhnliches Wort. Gottes Erbarmen bedeutet Seine Freundlichkeit, Geduld und Vergebung uns gegenüber. Sie ist Seine mitfühlende Bereitschaft, für und mit Sündern zu leiden – und zwar zu ihrem Allerbesten. In der Bibel vereint Gnade die schwerwiegende Verpflichtung der Gerechtigkeit mit der Wärme einer persönlichen Beziehung. Gnade erklärt, wie ein heiliger und liebender Gott Sündern begegnen kann, ohne sich selbst zu kompromittieren. Gott klopft sich dabei aber nicht selbst auf die Schulter und stellt dieses Merkmal öffentlich zur Schau, so als ob es nur Ihm gehöre und wir es nie haben sollen. Doch Er gibt diese Seine wunderbare Wesensart an uns weiter, als ein Geschenk, das wir weitergeben sollen. ''„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“ (Lukas 6,36).''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor wir Christen wurden, waren wir Gott gegenüber nicht einfach neutral oder ambivalent, sondern wir waren ''gegen'' Ihn, wir waren Seine Feinde (Römer 5,10) und als bereitwillige Nachfolger des Teufels dazu bestimmt, zu Recht Gottes Zorn ausgeliefert zu werden (Epheser 2,1-3). Das ist eine grauenhafte Vorstellung. Aber Gott entschied sich dafür, uns, Seinen Feinden, in Liebe zu begegnen. Das ist Gnade. Das ist die Realität des Kreuzes, die Christen erfahren haben. Das ist das Beispiel, dem wir folgen sollen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
All das wirft einige wichtige Fragen für Sünder auf, die einander das Ja-Wort geben. Kennst du Gott als einen Gott der Gnade? Siehst du deine Frau beziehungsweise deinen Mann so, wie Gott euch sieht – durch Augen der Gnade?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lautet deine Antwort „Nein“, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass deine Ehe ‚lieblich‘ ist. Barmherzigkeit versüßt die Ehe. Wo sie fehlt, da beharken sich zwei Menschen gegenseitig wegen allem und jedem, angefangen vom nicht reparierten Wasserhahn bis hin zur Telefonrechnung. Wo sie aber zu finden ist, wird Ehe immer süßer und beglückender, selbst angesichts von Rückschlägen, unerwarteten Herausforderungen oder den beständigen Auswirkungen der uns noch innewohnenden Sünde.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kimm liebt Kaffee. Sie selbst sagt, dass ihr Verlangen danach schon vor Jahren den Status der Liebe überschritten hat und zu einer Art Sucht geworden ist. Glücklicherweise kann ich aber noch keine zittrige Koffeinabhängigkeit feststellen – sie trinkt nur koffeinfreien! Am meisten mag sie am Kaffeetrinken den Geschmack und das Erlebnis als solches – eine heiße Tasse zu einem persönlichen Gespräch. Aus meiner Sicht ist das immer noch suchtverdächtig, aber doch erträglich.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich trinke lieber Tee. Meine Freunde betrachten Teetrinken als eine weibliche Eigenschaft, doch ist mir das am Morgen beim Frühstück ziemlich egal; da denke ich noch nicht so weit! Ich bin schon glücklich, wenn ich den passenden Schuh am richtigen Fuß trage. Und ich mag meinen Tee süß. Zucker, Süßstoff, das ist egal, was auch immer … rein damit! Ein Süßmittel bewirkt seinen Zauber dadurch, dass es das Bittere nimmt und es süß werden lässt. Genau wie mein Süßstoff im Tee verändert Gnade den Geschmack von Beziehungen. Gnade süßt die Bitterkeit aus Beziehungen heraus – und dies besonders in der Ehe. Also, rein damit!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gib sie weiter  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist dir jemals der Gedanke gekommen, dass einer der Hauptgründe, weshalb du verheiratet bist, darin liegt, damit du Gottes Gnade weitergeben kannst? Stell dir das so vor: Die Ehe ist der Ort, an welchem zwei Sünder so sehr miteinander verbunden werden, dass alle Masken abfallen. Wir setzen ja manchmal in der Öffentlichkeit unsere schönsten Gesichter auf. Aber wenn wir verheiratet sind, sehen wir uns in allen möglichen Situationen, einschließlich einiger sehr schwieriger! All diese wunderbare Vielfältigkeit (in diesem Fall ein höfliches Wort für unsere persönlichen Marotten, Schwächen oder Sündenmuster), die vor der Hochzeit noch abgeschirmt oder unterdrückt gehalten wurde, quillt nach der Hochzeitsreise aus dem Verschluss hervor. Wir sehen einander plötzlich, wie wir wirklich sind – in Rohfassung, unzensiert und in brillierenden Farben. Haben wir offene Augen, dann entdecken wir dabei wundervolle Dinge an unserem Ehepartner, von denen wir keine Ahnung hatten, dass es sie gibt. Wir entdecken aber auch mehr von den Schwächen des anderen. Kein Wunder, dass Martin Luther die Ehe als „die Schule des Charakters“ bezeichnete.&amp;lt;ref&amp;gt;Kevin A. Miller, „Character“. in: David Goetz (Hrsg.). Christian Leadership, Cultivating a Leader’s Heart. Tyndale House Publishers: Wheaton, IL, 2001. S. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ohne Gnade werden Unterschiedlichkeiten entzweiend, manchmal sogar „unüberbrückbar“. Aber tiefgehende, ernsthafte Unterschiedlichkeiten finden sich in jeder Ehe. Nicht das Vorhandensein von Unterschieden, sondern die Abwesenheit von Gnade machen Menschen unversöhnlich. Wie viele Sünder, die nach ihrem „Ja-Wort“ einander doch „Tschüß“ gesagt haben, wären Liebende geblieben, wenn sie die Notwendigkeit der Barmherzigkeit und Gnade in ihren Ehen erkannt hätten!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letztes Jahr zu Weihnachten bekam Kimm einen „Freundschaftsball“ geschenkt. Das ist Weihnachtsschmuck, gefüllt mit duftendem Allerlei und anderen wohlriechenden Dingen, die Männer gewöhnlich nicht wahrnehmen. Meine Frau erklärte mir, dass ein „Freundschaftsball“ ein Geschenk ist, das man weitergibt, wenn man sich selbst eine Zeit lang daran erfreut hat. Es soll weitergeschenkt werden. Dabei geht es also nicht nur ums Beschenktwerden, sondern auch um das Weitergeben.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie man es mit der Gnade handhaben sollte. Man sollte sie in Empfang nehmen, sich daran erfreuen und sie feiern … aber dann muss sie weitergegeben werden. Der himmlische Vater hat uns Gnade angeboten, damit wir sie mit anderen teilen. Wie wird man zu solchen Austeilern der Gnade? Nun, das geschieht nicht durch Zufall!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gnade in Echtzeit  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gute Ehen entstehen, wenn wir viel Gnade austeilen. Vielleicht ist da eine Ehefrau, die beständig am Meckern ist, oder ein Ehemann, der durch chronisches Selbstmitleid gelähmt ist. Im Anschluss an die Seligpreisungen spricht Jesus in Lukas 6 auch darüber, wie wir am besten mit solchen Menschen umgehen sollten. Anstatt das alte Rezept anzuwenden (übergieße die Unterhaltung mit etwas Anklage, füge eine Tasse Rechthaberei hinzu, verrühre das Ganze mit ärgerlichen Blicken, erhitze es durch zunehmende Lautstärke und wiederhole das mehrfach), gebrauchen wir das neue Rezept, nennen wir es einfach das „Bio-Rezept“: Herrliche Gnade!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gnade ersetzt nicht die Notwendigkeit, Wahrheit auszusprechen. Sie verwandelt aber unser Verlangen, einen Streit zu gewinnen, in den Wunsch, Christus ähnlich zu werden. Sie nimmt mich aus dem Zentrum heraus und stellt Christus hinein. Das ist, was die Gnade bewirkt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gnade und Erbarmen nimmt zwei Menschen, die in der Lage sind, wegen Zahnpastatuben und Toilettendeckel Krieg zu führen, und erweitert ihren Blickwinkel dahingehend, ihren Retter mit einzubeziehen. Gnade kommt einem in Selbstmitleid gehüllten und mit Stolz gepanzerten Sünder entgegen und zeigt ihm den Weg aus seiner Dunkelheit heraus ins Licht. Gnade inspiriert uns dazu, aus der Gefangenschaft der Selbstliebe herauszukommen und zu den nobleren und gütigen Prinzipien unserer neuen Natur zurückzukehren.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir sind nicht nur Opfer unserer eigenen sündhaften Haltungen, sondern wir sind auch Zielobjekte der Sünde anderer Leute. Wir haben Feinde, Menschen, die uns nicht mögen, die uns ausnutzen, die unbegründete Ansprüche an uns stellen. Menschen, die uns behandeln, wie es ihnen gerade in den Sinn kommt, ohne Rücksicht auf unsere Gefühle. In Lukas 6 nimmt Jesus Bezug auf solche konkreten Stresssituationen in unserem Leben.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von manchem Leser höre ich nun gewiss die Frage: „Ja, aber Lukas 6 beschreibt nicht meine Ehe. Schließlich verheiraten sich Feinde nicht miteinander. Männer halten nicht um die Hand von Frauen an, die sie hassen. Menschen, die einander verwünschen und ausnutzen, blicken sich normalerweise nicht verliebt in die Augen und flüstern: ‚Ja, ich will.‘ Was soll dieser Abschnitt über Feindesliebe mit der Ehe zu tun haben?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles – weil Christus hier die umfassende Reichweite der Gnade aufzeigt. Indem Er schmerzliche Szenarien anspricht, legt Er die Messlatte an das normale Leben an. Er sagt: „Okay, und nun geht’s weiter mit dem Erbarmen. Lasst uns mitten in die ungeheuerlichen Umstände des Lebens hineingehen, wie sie beispielsweise deine Feinde, diejenigen, die dich ausnutzen, hassen oder schlagen, hervorrufen. Denn wenn du weißt, wie man mit erklärten Feinden umgeht, wirst du auch wissen, wie man sich mit gelegentlichen Feinden verhält. Wenn du dem Gewalttätigen, dem Boshaften, dem extremen Feind Gnade zukommen lassen kannst, dann kannst du das auch bei dem, der dir einfach nur auf die Nerven geht, dich ignoriert oder enttäuscht.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor ich hier weitergehe, muss ich noch etwas einschieben: Es gibt leider auch Gewalt in der Ehe, wodurch ganz konkret die Sicherheit des Partners oder der Kinder bedroht ist. Lasst uns an dieser Stelle ehrlich sein, das bezieht sich in den meisten Fällen auf Männer. Bei solchem Gewaltmissbrauch – traurigerweise findet der auch in christlichen Haushalten statt – ist die dringende Notwendigkeit gegeben, den Aggressor von den Familienmitgliedern zu trennen, denen er Gewalt antut. In solchen Sonderfällen ist genau das die gebotene Barmherzigkeit, die man ausüben muss. Denn die Trennung schützt nicht nur die gefährdeten Personen, sondern auch den, der in der Sünde seiner Gewalttätigkeit gefangen ist. Gnade ist dann, einem solchen Menschen die Gelegenheit zu geben, sich seiner selbst bewusst zu werden, umzukehren und sich zu verändern. Ich kenne Männer, die Gott zutiefst dankbar dafür sind, dass Er ihr Leben durch das gnädige Einschreiten eines mutigen Ehepartners, Freundes oder Pastors vor der Anrichtung noch größeren Schadens bewahrt hat.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bleibt dabei: Gnade ist uns verliehen, um sie weiterzugeben, und wo sie hinkommt, verändert sie alles zum Besseren. Wir sol-len das, was wir von Gott erhalten haben, weitergeben – beständige Liebe, Güte und überfließendes Erbarmen. Wir haben gegen Gott gesündigt, und Er antwortete mit Erbarmen. Wir sind dazu berufen, es genauso zu tun.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb müssen wir uns nun genauer anschauen, wie die Gnade im Alltag praktisch funktioniert.&amp;lt;ref&amp;gt;In ihrem Buch Relationships, A Mess Worth Making (New Growth Press: Cincinnati, 2007) gehen Tim Lane und Paul Tripp im Allgemeinen auf einige Prinzipien der in Beziehungen angewandten Gnade ein.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gnade vor Recht: Sei gütig  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der wahrhaft überwältigenden Eigenschaften an Gottes Barmherzigkeit ist die Tatsache, dass Er ''jedes'' sündige Handeln, das wir jemals begangen haben, alle unsere unreinen Motive und Gedanken sieht und uns dennoch in Liebe begegnet. Gott liebt Sünder, so einfach ist das – doch bestimmt nicht wegen, sondern trotz ihrer Sünde! Seine Liebe findet ihren Ausdruck in Seiner Güte gegenüber Sündern, und diese Güte soll ''uns'' zur Umkehr ''leiten'' (Römer 2,4). Der Ausdruck „uns … leiten“ sagt uns, dass Seine Güte uns vor unserer Umkehr trifft und uns zu Ihm zieht. Was für eine großzügige Demonstration des Erbarmens denen gegenüber, die – auf sich allein gestellt – vor Gott fliehen würden!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verheißung des Erbarmens Gottes findet sich überall im Alten Testament. Faktisch war Gott zu jeder Zeit den Menschen in Güte zugeneigt. Noch bevor Adam und Eva sündigten, hatte Gott beschlossen, Seinem Volk gegenüber Seine Liebe und Sein Erbarmen auszudrücken. Keine Sünde hat Gott jemals dazu gebracht, Seinen Vorsatz oder Sein Denken in dieser Sache zu ändern. Und dieser Vorsatz findet schließlich in Jesus Christus seinen absoluten Höhepunkt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Achte darauf, dass Lukas 6 keinen Aufruf zu vereinzelten Gnadenerweisen darstellt, die wir hier oder dort mal vornehmen sollen, sondern Jesus ruft uns dort zu etwas viel Weitergehendem auf, nämlich zu einer beständigen Haltung, die von Gnade und Barmherzigkeit bestimmt ist. Wenn diese Grundhaltung in unseren Herzen ''wohnt'', dann besetzt sie den Ort, von wo aus wir sonst böse agieren. Gott verteilt nicht nur vereinzelt Gnadenerweise, sondern Er ''ist'' gnädig und ''ist'' barmherzig (Lukas 6,36).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird einem Menschen solche Güte von Gott zuteil, dann bewirkt sie in uns eine Verpflichtung: Wir sollen in dieser empfangenen Güte auch beständig leben (Römer 11,22). Das bedeutet, wir warten nicht darauf, dass jemand gegen uns sündigt, um dann mit Gnade zu reagieren, sondern wir nehmen eine Haltung der Bereitschaft ein, Sünde gegen uns als eine positive Erfahrung zu sehen, die es uns ermöglicht, inmitten einer gefallenen Welt Gott zu verherrlichen, und das gerade auch in unserer Ehe. Güte sagt zu seinem Ehepartner: „Ich weiß, dass du ein Sünder bist und ge-gen mich sündigen wirst, aber ich weigere mich, deshalb in einer Verteidigungs- oder gar Angriffshaltung zu leben. Ich werde mein Leben dir gegenüber in einer Haltung der Gnade führen, die sich von deiner Sünde nicht beirren lässt.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie kannst du aber gütig sein und gleichzeitig wissen, dass hinter der nächsten Ecke schon die nächste Sünde lauert? Weil die Güte ihren Ursprung nicht in dir selbst hat, sondern in Gott. Sie ist kein Kennzeichen deiner Persönlichkeit, sie ist eine Frucht des Geistes (Galater 5,22; Kolosser 3,12) und ein Ausdruck biblischer Liebe (1. Korinther 13,4). Güte erkennt, dass Gottes Gnadenerweise jeden Morgen neu sind (Klagelieder 3,23). Deshalb gibt es neue Gnade für jedes Versagen – sowohl für denjenigen, der sündigt, als auch für denjenigen, dem Unrecht angetan wird. Güte ist eine von Gott gewirkte Charakterart, die notwendigerweise Taten mit sich bringt, die unseren Beziehungsalltag neu programmieren, weg von Selbstbezogenheit und hin zu den erlösenden Absichten Gottes.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird in einer Ehe Güte grundsätzlich gelebt, dann führt das natürlich auch zu konkreten Erfahrungen, die voll von Gnade und Barmherzigkeit sind. Da ist zum Beispiel der Kaffee, den eine Frau ihrem noch spät am Abend arbeitenden Mann bringt, oder das gewaschene und gereinigte Auto für die vielbeschäftigte Mutter. Dazu gehört auch, den anderen bewusst zu ermutigen, wenn er sich schwach oder überfordert fühlt. Diese und viele andere Freundlichkeiten sind mehr als gute Manieren oder Anständigkeiten. Sie sind Güte und Gnade, mitten in die Routine des Lebens hinein gesät. Das sind die Gnadenmomente, von denen wir in schwierigen Zeiten und Belastungsproben zehren.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gnade unter Beschuss: Wie er mir, so ich dir …  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Buch über persönliche Beziehungen trifft Paul Tripp eine ernüchternde Feststellung:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Im Dienst von Mensch zu Mensch wird sich irgendwann im Laufe der Beziehung die Sünde Ihres Gegenübers offenbaren. Wenn Sie jemandem helfen, der wütend ist, wird sich an einem bestimmten Punkt dieser Zorn gegen Sie richten. Wenn Sie jemandem helfen, der Probleme mit dem Vertrauen hat, wird diese Person Ihnen irgendwann misstrauen. Ein Mensch, der gerne andere manipuliert, wird auch bei Ihnen seine Spielchen versuchen. Wenn jemand niedergeschlagen ist, wird er Ihnen sagen, er habe versucht, alle Ihre Ratschläge zu befolgen, aber nichts habe funktioniert. Schließlich können Sie nicht neben einer Pfütze stehen, ohne ein paar Schlammspritzer abzubekommen!“&amp;lt;ref&amp;gt;Paul David Tripp. Werkzeuge in Gottes Hand. Biblische Seelsorge in der Gemeinde. 3L Verlag: Friedberg: 2006. S. 150 (Originaltitel: Instruments in the Redeemer’s Hands. Presbyterian &amp;amp; Reformed, Phillipsburg, NJ, 2002).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie nass und schmutzig bist du mittlerweile in deiner Ehe geworden? Treffen dich die Spritzer der Sünde deines Ehepartners? Oder drehen wir die Frage um: Wie viel Dreck hast du schon umhergeschleudert?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du dich jemals gefragt, wo man die Goldene Regel findet? Sie steht genau hier, in Lukas 6,31. Es mag da verschiedene Übersetzungen geben, z.B.: ''„Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, tut ihnen ebenso!“ (Elberfelder) oder: „Handelt allen Menschen gegenüber so, wie ihr es von ihnen euch gegenüber erwartet“ (Neue Genfer)''. Egal, wie man es formuliert, der Kern der Sache ist derselbe: Gebrauche, wie du selbst behandelt werden willst, als Maßstab dafür, wie du mit anderen umgehst. Oftmals wird diese Goldene Regel als Mittel verstanden, sich keine Feinde zu machen. Jesus gibt aber diese Goldene Regel ausdrücklich für Situationen vor, wo Menschen schon zu Feinden geworden sind. Es ist die gebotene Antwortstrategie dafür, wenn wir bereits unter Beschuss geraten sind.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch hierbei ist eine gnädige Reaktion für Sünder wie dich und mich tatsächlich nur dann möglich, wenn wir die Gnade, die wir von Gott empfangen haben, weitergeben. Diese Art Reaktionen machen im Leben einer Ehe den entscheidenden Unterschied aus. Nachfolgend beschreibe ich einige praktische Wege, wie wir – unter Beschuss – Gnade erweisen können:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Erinnere dich daran, dass der größte Feind „der Feind in dir“ ist – deine Sünde. Wir haben darüber in den Kapiteln 2 und 3 gesprochen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Wenn ihr euch gerade nicht in einer Konfliktsituation befindet, fragt euch gegenseitig: „Welche meiner Verhaltensweisen provoziert dich oder drückt einen Mangel an Liebe aus?“ Nehmt dann die Antwort eures Partners ernst und versucht, euch zu korrigieren. Dann behandelt ihr euch gegenseitig bald so, wie jeder gern behandelt werden möchte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Lernt, Liebe auszudrücken, wie 1. Korinther 13 es vorgibt: „geduldig, gütig, nicht erbitternd“. Widerstehe deshalb der Versuchung, dich in Gedanken zum Anwalt deiner selbst zu machen, sondern kündige dem ‚Staatsanwalt‘ in dir. Denn der taugt zu nichts anderem, als dich zur Sünde der Arroganz zu verleiten.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Lerne folgenden weisen Rat des Jakobus auswendig und wende ihn an: „Ihr wisst doch, meine geliebten Brüder: Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn! Denn eines Mannes Zorn wirkt nicht Gottes Gerechtigkeit“ (Jakobus 1,19-20). Diese eine Aussage, inmitten eines Konfliktes angewandt, kann diesem eine erstaunliche Wendung geben.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Suche den Rat von Freunden, Pastoren usw., wenn sündhafte Verhaltensmuster immer wieder Probleme verursachen. Von außen herangezogene Menschen können oft objektiv helfen, die Wurzeln dieser chronischen Probleme herauszufinden, und sie können gute Hilfestellungen geben.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Hilfestellungen werden Konflikte nicht völlig beseitigen. Sie sind aber biblisch vorgegebene Strategien, mit denen wir der Hitze der Sünde unseres Partners begegnen können, sodass die Temperatur nicht noch weiter steigt und die Konfliktlösung unmöglich wird. Dabei habe ich eines gelernt: Wenn es gelingt, eine zweistündige Konfliktsituation durch eine zweiminütige Gnadenanwendung zu verhindern, dann ist das ein Gewinn für jeden Beteiligten.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gnade – Nachsicht, die Vergebung vorwegnimmt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da hast du es. Sie hat es wieder getan! Er hat es wieder gesagt. Du bist dir einerseits deiner eigenen Versuchungen bewusst, du hast wirklich versucht, mit Güte zu lieben und deinen Partner zu behandeln, wie du selbst behandelt werden möchtest, und du warst auch in deinen Reaktionen sehr vorsichtig. Auch darin wolltest du Gott gefallen – und doch ist es nun wieder passiert! Zu einem ganz und gar schlechten Zeitpunkt. Ihr geht gerade zum Gottesdienst, kämpft kurz mit euch selbst, bevor ihr durchatmet und er zu seinem Platzanweiserdienst verschwindet, während sie bei der Kinderbetreuung mithilft. Man muss doch für die Besucher und die Kinder glücklich aussehen. Du bist also in einer Situation, wo etwas nicht in Ordnung ist, es aber im Moment nicht gelöst werden kann. Was machst du nun?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du könntest dir vornehmen, es später anzusprechen, was immer eine gute Idee ist – aber was, wenn ‚später‘ auch in den nächsten Tagen zeitlich nicht möglich ist? Ist die Sache wirklich so bedeutsam, dass man sie weiter mit sich herumträgt? Du könntest dir vielleicht doch noch einen Moment ergattern, um die Sache unverzüglich zu klären, was aber wahrscheinlich andere in Mitleidenschaft ziehen und in Verlegenheit bringen könnte. Oder versuchst du, es einfach hinter dir zu lassen, zu vergessen – nur um festzustellen, dass es irgendwann wieder auftaucht, zumeist in einem nächsten Konflikt? Vielleicht hast du aber auch eine innere ‚Ablage‘, so eine gedankliche Schublade mit der Aufschrift: „Was sich an meinem Partner verändern muss“? Oder wie wär’s sogar mit einem Exorzismus?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht wusstest du es noch nicht, aber die Bibel gibt dir tatsächlich ein besonderes Vorrecht im Umgang mit Sünde, die dir von jemand anderem widerfährt. Und dieses Vorrecht heißt: ''„Nachsicht“ (Römer 3,26)''. Es bedeutet, dass du in einer bestimmten Situation Liebe ins Spiel bringen kannst, und zwar auf solche Weise, dass du die Sünde des anderen einfach übergehst, ohne dass er merkt, dass er etwas Falsches getan hat und es sich eingestehen kann! Nachsicht ist ein Ausdruck der Gnade, der sowohl die großen Sünden ehelicher Kämpfe wie auch die kleinen Sünden ehelicher Störung bedecken kann. Und sind wir ehrlich: Kleine Sünden sind der Zündstoff der meisten ehelichen Großbrände.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss an dieser Stelle aber vorsichtig sein: Nachsicht bedeutet nicht, die Sünde bis zu einem anderen Zeitpunkt aufzubewahren. Es ist auch keine Variante von Geduld oder ein christliches, äußeres ‚Nett-Sein‘, bei dem man vorgibt, dass einem etwas nichts ausmacht. Es ist noch nicht einmal ein Ignorieren der Sünde im Sinne einer Weigerung, sie überhaupt als solche anzusehen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachsicht üben bedeutet, dass wir wissen (oder es zumindest vermuten), dass jemand an uns schuldig geworden ist, jedoch tref-fen wir die bewusste Entscheidung, die Beleidigung zu übersehen, sie nicht zur Sprache zu bringen, sondern die Schiefertafel einfach sauberzuwischen. Wir drücken damit eine Herzenseinstellung der Vergebung aus und behandeln (offenbare) Sünde, als sei sie nie vorgekommen. Sprüche 19,11 sagt uns, dass es etwas Ruhmreiches ist, ''„an einer Übertretung vorüberzugehen“''. Nachsicht ist vorweggenommene Vergebung, die aufrichtig und freiwillig gewährt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz gewiss verlangt es die Gerechtigkeit, die Sünde des anderen auch mal anzusprechen, selbst wenn dies einige unschöne Ergebnisse hervorrufen wird (wir werden in Kapitel 7 darauf zu sprechen kommen). Wenn zum Beispiel eine Beleidigung so schwerwiegend ist, dass sie notgedrungen angesprochen werden muss, macht es keinen Sinn, sie zu übergehen, nur weil man dem Schmerz aus dem Wege gehen möchte, der entsteht, wenn man die Sache anspricht. Diese Art von Übergehen hat nichts mit der Nachsicht zu tun, von der die Bibel spricht. Genauso auch nicht das völlige Ignorieren eines sündhaften Lebensmusters im Partner.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biblische Nachsicht kommt also von Fall zu Fall ins Spiel. Sie beinhaltet die glasklare Erkenntnis, dass jemand an dir schuldig geworden ist. Und danach triffst du die kühne, vom Evangelium inspirierte Entscheidung, diese Sünde mit Liebe zuzudecken. Petrus gibt uns den Schlüssel zur Nachsicht in die Hand, wenn er sagt: ''„Vor allen Dingen aber habt untereinander eine anhaltende Liebe! Denn die Liebe bedeckt eine Menge von Sünden“ (1. Petrus 4,8)''. Es sieht ganz danach aus, als ob Petrus die Lektion aus Lukas 6 gut begriffen hätte!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versündigt sich jemand an dir, dann kannst du das unter dem Gesichtspunkt der Liebe überdecken – oder auch überschreiben, wenn dir das besser gefällt. Deshalb ist Nachsicht auch ein Hinweis darauf, wie ernst es dir mit deiner Liebe ist. Wenn du Nachsicht übst, legst du dir also selbst Rechenschaft darüber ab, ob deine Liebe wirklich tief geht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Sünde mit Liebe zu bedecken, sollte besonders die ‚kleinen‘ Sünden betreffen, die unser Alltag so mit sich bringt. Das kann in bestimmten Zeiten extrem hilfreich sein, besonders dann, wenn wir es gerade mit sehr schwerem, ehelichem Konfliktpotential zu tun haben. Wenn wir dann auch noch in den kleinen Sachen unnachsichtig sind, steuern wir auf die totale Entgleisung zu. Manchmal können die kleinen Fehltritte so häufig auftreten, dass wir entmutigt zu der Überzeugung kommen, überhaupt keinen Fortschritt zu machen. Manchmal kann einer der Ehepartner in einer besonders schwierigen Lebenssituation stecken, die ihn oder sie empfänglicher für Versuchungen werden lässt. In solchen Situationen räumt Nachsicht die kleineren Dinge beiseite, die uns von etwas Größerem ablenken oder wegziehen wollen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ein Beispiel zu nennen: Kimm und ich haben manchmal das Vorrecht, an Eheseminaren als Sprecher teilzunehmen. Kimm empfindet es einerseits als eine große Ehre, bei diesen Gelegenheiten Frauen auf etwas ansprechen zu können, was ihr sehr am Her-zen liegt. Auf der anderen Seite ist die Vorbereitung eines Vortrags etwas, wofür sie sich nur unzureichend begabt fühlt. Die Vorbereitung – neben all den täglichen Verantwortlichkeiten – kann bei ihr in den Wochen vor einem solchen Ereignis Beklemmungen hervorrufen. Manchmal drückt sich ihre Unruhe dadurch aus, dass sie mir Vorwürfe macht. Als wir diese Zeiten die ersten Male durchmachten, dachte ich immer, sie bräuchte einfach etwas mehr Nachhilfe, so in der Art: „Wenn Susanna Wesley in der La-ge war, einen Haushalt mit 19 Kindern zu führen und dennoch eine dreistündige stille Zeit pro Tag mit Gott haben konnte, dann wirst du wohl diesen kleinen Vortrag noch vorbereiten können?“&amp;lt;ref&amp;gt;Susannah Wesley, 1669 geboren, wurde als die „Mutter des Methodismus“ bekannt. Sie war Pfarrfrau und Mutter von 19 Kindern, von denen 9 die Jugendzeit überlebten. Während ihres gesamten Lebens musste sie viel Trauer und schwierige Lebenssituationen ertragen. Ihre Söhne Charles und John wurden die Gründer des Methodismus, einer Erweckungsbewegung, die das methodische Studium der Bibel und heilige Lebensführung betonte.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ziemlich geschickt, oder? Es genügt der Hinweis, dass diese Unterhaltungen niemals produktiv waren.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dankenswerterweise habe ich gelernt, dass es nicht nur weise ist, sondern auch liebevoll, die ‚Hitze‘ in Kimms Leben bei meiner Beurteilung mit in Betracht zu ziehen. Ich sollte darauf achten, wie sie damit zurechtkommt, und sie ermutigen, anstelle zu kritisieren. Und ich sollte es auch zulassen, etwas von ihren Spritzern (oder heißem Motorenöl) abzubekommen, damit sie durch diese Erfahrungen in ihrem Glauben wachsen kann. Es ist doch ein Vorrecht, die Liebe unseres Erlösers sichtbar werden zu lassen, indem wir mit unserem Ehepartner Nachsicht üben – um der Liebe willen! Es ist dies doch auch eine Erinnerung an die Nachsicht Gottes mit meiner Sünde – aus Liebe!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo findet sich diese Nachsicht in Lukas 6? Um dies zu beantworten, müssen wir einen Schritt zurückgehen. Vers 17 macht deutlich, dass Jesus zu zwei Gruppen von Menschen spricht: ''„eine Menge seiner Jünger und eine große Menge des Volkes“''. Die zweite Gruppe war genau wie du und ich, bevor wir Christen wurden – Menschen mit wenig Verständnis dafür, dass sie einen Retter brauchten. Als Juden waren diese Zuschauer damals recht zuversichtlich im Hinblick auf ihre Position vor Gott. In ihrer Theologie gab es keinen Raum dafür, sich selbst als Feinde Gottes zu se-hen. Sie waren dort, um Heilungen und Reden zu erleben, nicht Umkehr. Später wendeten sich viele von ihnen aktiv gegen Jesus und forderten Seine Kreuzigung. Selbst Seine Jünger ließen Ihn im Stich, und einer von ihnen verriet Ihn sogar zum Tode.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, als Jesus in Seiner Rede die Menschen aufforderte, einander Gnade zu erweisen, sprach Er zu solchen, deren Herz aufgrund ihrer Sünde grundsätzlich gegen Ihn gerichtet war. Aber Er übte Nachsicht mit ihnen allen. Er tat selbst, was Er anderen empfahl.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gnade besiegt unseren wahren Feind  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor einigen Jahren wurde mir die Hässlichkeit einer These bewusst, die sich in meinem Kopf festgesetzt hatte und die so manche meiner Beziehungen beeinflusste. Ich war nämlich der festen Überzeugung, dass ich mit dem Ärger, den die Sünde anderer Menschen verursachte, nichts zu tun hätte. Schließlich ist das unbequem und macht Mühe. Außerdem bin ich doch erhaben darüber und habe weitaus bessere und wichtigere Dinge zu tun. Wenn ich also meinte, dass Menschen gegen mich sündigten, reagierte ich mit Sätzen, die alle logisch, vernünftig und auch rechtfertigend klangen. Ich fühlte mich sehr gut dabei, merkte aber nicht, dass sie in Wirklichkeit ''selbstgerecht'' waren! Du kannst dir vorstellen, was dann in unserem glücklichen Zuhause abging.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du schon einmal einige dieser Bemerkungen auf deinen Lippen gehabt?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich kann es nicht glauben, dass du das getan hast!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich verdiene das nicht!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich bin jetzt aber zu Recht zornig!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Warum willst du dich nicht ernsthaft ändern?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sätze triefen doch alle nur so vor Gnade, oder? In Wirklichkeit rinnt aus ihnen nur das heiße und schmutzige Öl der Selbstgerechtigkeit. Selbstgerechtigkeit ist ein Gefühl moralischer Überlegenheit, das uns zum Ankläger anderer Menschen ernennt. Wir benehmen uns dann so, als seien wir gar nicht in der Lage, so wie sie zu sündigen. Selbstgerechtigkeit steht auf Kriegsfuß mit der Gnade.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sehr einfach, das Geschenk der Ehe inmitten von rosigen, romantischen Flitterwochen zu feiern. Wir sind aber alle Gefallene, und das wird in der Ehe auf nachhaltige Weise sichtbar. Gnade ist dann am nötigsten, wenn wir der Schwachheit und Gebrechlichkeit der Person, die wir geheiratet haben, begegnen. Gnade leuchtet dann besonders hell, wenn im Augenblick ihres Versagens unvermittelt unsere Vergebung folgt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Reaktion auf Sünde, die gegen uns gerichtet war, kann ganz schnell selbstgerecht sein. Wahrscheinlich ist die einfachste und am meisten verbreitete Reaktion, sich gleichzeitig als Richter, Staatsanwalt und Geschworene aufzuspielen. Es dürfte nicht überraschen, dass diese Fälle gewöhnlich schnell erledigt sind. Wir beginnen damit, das Motiv für das Verbrechen unseres angeklagten Ehepartners herauszufinden. Dann schaffen wir es innerhalb weniger Momente, die Geschworenen heranzuziehen, den Fall darzulegen und von ihnen die nicht überraschende Aussage ‚schuldig‘ zu erhalten. Dem tatsächlich Angeklagten wurden dabei keine Fragen gestellt, keine Gelegenheit zur Zeugenaussage gegeben, und die Umstände wurden ebenfalls nicht näher dargelegt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du in letzter Zeit deinen Partner in einen solchen Gerichtssaal deines eigenen Ichs gezerrt? Ich habe das getan. Aber hier sind einige Fragen, die ich mir in diesem Kampf mit der Selbstgerechtigkeit zu stellen gelernt habe:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bin ich der Überzeugung, dass der Tathergang, wie ich ihn vermute, wirklich so gewesen ist?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Bin ich schnell dabei, Motive zu unterstellen, wenn ich der Meinung bin, man hat mir Unrecht getan?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Fällt es mir leicht, eine Argumentation aufzubauen, die mich im richtigen und den anderen im falschen Licht dastehen lässt?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Stelle ich Fragen, bei denen herauskommen soll, was ich ohnehin hören will? Oder stelle ich unvoreingenommen Fragen, die ganz sachlich Informationen abrufen und den Ausgang offen lassen?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Liegt mir viel daran festzustellen, wen welche Schuld trifft?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Liegt es mir nahe, oder hätte ich es sogar lieber, mich mit Fragen wie den gerade genannten gar nicht erst abzugeben?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn eine oder mehrere dieser Fragen in dir einen Widerhall fin-den, dann stehst du womöglich in der Gefahr, von der Sünde der Selbstgerechtigkeit eingewickelt zu werden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbstgerechtigkeit zeigt sich nicht einfach dann, wenn Menschen gegen uns ''sündigen''; sie begegnet uns auch, wenn wir den ''Schwächen'' anderer Menschen begegnen. Ich bin der Meinung, dass der Unterschied zwischen Sünde und Schwachheit nicht allzu groß ist. Denn Sünde hat faktisch immer eine unseren Charakter schwächende Auswirkung. Aber die Bibel weiß, dass unsere Schwächen von Person zu Person unterschiedlich sind – zum Beispiel im Bereich der Verletzlichkeit oder der Empfänglichkeit für Versuchungen. Wir sind nicht alle in allen Bereichen gleich stark. Einige sind zum Beispiel für Entmutigung empfänglicher als andere oder für Ängste oder Ärger. Einige kämpfen mehr bei körperlichen Schwächen als andere. Wir haben alle in dem einen oder anderen Bereich unsere Schwächen, sonst gäbe es für das Wirken der Kraft Gottes in unserem Leben keine Notwendigkeit (Römer 8, 26).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schwächen in unserem Partner können uns versuchen – sie sind unbequem und frustrierend. Wie verhalte ich mich also, wenn diese bestimmte Schwäche meines Partners sich ''wieder'' zeigt? Reite ich dann wieder (laut oder leise) einfach auf der Aussage herum: „Ich sehe nicht, wieso das für dich wirklich ein Problem darstellt!“? Das wäre eine besonders traurige Ausdrucksform der Selbstgerechtigkeit. Anstelle mit den Schwächen oder Begrenzungen des anderen mitzufühlen, verhalten wir uns in herablassender oder fordernder Art und Weise. Wir registrieren die Schwächen anderer recht schnell, nehmen die eigenen aber nur langsam wahr.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''„Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde“ (Hebräer 4,15).'' Die Schrift geht davon aus, dass jeder von uns Schwächen hat. Christus weiß das und breitet Seine Gnade auf jede einzelne von ihnen aus. Er kann unsere Kämpfe nachempfinden und fordert uns dazu auf, dasselbe auch für unsere Ehepartner zu tun.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kann dein Partner von dir sagen, dass du mit seinen Schwächen mitfühlst und dass du die Gnade weiterreichst, die Christus dir angesichts deiner eigenen Schwächen zuteilwerden lässt? Oder sitzt du über deiner Frau beziehungsweise deinem Mann zu Gericht?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gute Nachricht für selbstgerechte und richtende Menschen (was wir früher oder später alle einmal sind) ist die, dass die Gnade über dem Verurteilen triumphiert (Jakobus 2,13). Wenn ich die Gnade, die Gott mir zuteilwerden lässt, wirklich begreife, dann werden mir die Augen für die Wertlosigkeit meiner eigenen Gerechtigkeit geöffnet, und ich werde direkt zum Kreuz geschickt – zur Gerechtigkeit Christi. Dann bin ich in der Lage, mit den Schwächen meines Partners mitzufühlen und mich meiner eigenen zu rühmen, denn sie offenbaren Gottes Stärke (2. Korinther 12,9). Wie John Stott gesagt hat: „Gottes Kraft kommt am besten in menschlicher Schwäche zur Geltung. Schwachheit ist der Schauplatz, auf dem Gott Seine Stärke am wirkungsvollsten erweisen kann.“&amp;lt;ref&amp;gt;John Stott. Basic Christian Leadership: Biblical Models of Church, Gospel and Ministry. IVP: Downers Grove, IL, 2002. S. 38.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gnade triumphiert über Gericht  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt gewiss solche unter uns, die dieses Kapitel lesen und dabei innerlich ausrufen: „Nein, das kann so nicht sein!“ Für viele Verheiratete ist die Backe, die erneut hingehalten werden soll, oder die Sünde, die wiederum übersehen werden soll, einfach zu viel! Man hat es mit Gnade versucht, aber „es hat nicht funktioniert“. Nichts hat sich verändert. Im Gegenteil: Auf der Gnade wurde sogar herumgetrampelt. Sie wurde missbraucht. Sie führt einfach nicht zu den richtigen Ergebnissen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wir müssen etwas zurückgehen und die Frage stellen: „Welches Ziel hat die Gnade?“ Erwarte ich, dass die Gnade eine Antwort bekommt? Gewähre ich sie deshalb? Geht es um die Ergebnisse? Ist Gnade eine Art geistliche Münze, mit der ich mir das gute Verhalten meines Partners erkaufen kann?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Lukas 6 macht Jesus deutlich, dass Gnade eine ganz bestimmte Verheißung hat, und zwar die einer Belohnung, aber nicht bestimmter Ergebnisse (V. 35). Jesus verheißt uns nicht, dass Er in jedem Fall unsere Feinde verändern will. Er hat noch etwas Besseres für uns im Auge, nämlich eine wachsende Beziehung der Liebe zu unserem himmlischen Vater. Und die drängt in zunehmender Weise jedes verletzende oder beleidigende Verhalten gegen uns in den Hintergrund.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erinnerst du dich noch an Gordon und Emma vom Anfang dieses Kapitels? Er war der Pastor, der seiner Frau auf der Hochzeitsreise mitteilte, er habe sie nur um seiner Karriere willen geheiratet. Es ist nun an der Zeit, den Rest der Geschichte zu erzählen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gordons Geringschätzung für Emma durchzog quasi jeden Be-reich ihrer Ehe. Zwar lebte sie mit ihm unter einem Dach, doch erfuhr sie niemals ein Leben unter seiner Fürsorge. In ihrem Zuhause gaben Heuchelei und Gleichgültigkeit gegenüber seiner Frau den Ton an. Die Kinder wuchsen zwar mit dem Gespür he-ran, dass im Vergleich zu anderen Familien bei ihnen zu Hause irgendetwas nicht stimmte, aber sie hatten wenig davon begriffen, wie sehr ihrer Mutter Tag für Tag Unrecht getan wurde.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Emma liebte ihren Erretter, der ihr Seine Gnade schenkte, und hielt an Ihm all die Jahre und durch alle Versuchungen hindurch fest. Der Liebe des Mannes, den sie geheiratet hatte, beraubt, warf sie sich selbst auf das Erbarmen Gottes. Das Evangelium rief ihr immer wieder in Erinnerung, dass sie selbst einen Erlöser brauchte und ihre größte Not nicht in ihrem grausamen Schicksal bestand. Nicht die Boshaftigkeit des Mannes, mit dem sie ihr Zuhause teilen musste, sondern ihre eigene, tiefgehende Sündhaftigkeit vor Gott beklagte sie.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emma verstand die Vergebung und Barmherzigkeit, die Gott ihr geschenkt hatte, und akzeptierte den Ruf des himmlischen Vaters, dieses Erbarmen auch ihrem Mann weiterzugeben. Emma ließ nie zu, dass Bitterkeit in ihrem Herzen aufkeimte. Stattdessen lernte sie, in Würde zu leben, indem sie ihr Wohlergehen der Fürsorge Christi überließ.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vier Jahrzehnte lang waren ihre Worte, Taten und Gedanken ihrem Mann gegenüber durch Gnade bestimmt, obwohl es offensichtlich dessen Lebensabsicht war, seine Frau zu zerstören. Sie wusste, dass ihr Verhalten ihrem Mann gegenüber den Kindern ein Zeugnis von dem Gott, dem sie diente, ablegen würde. So war Emma sehr entschlossen, sich von Christus Gnade geben zu lassen und Ihn in ihrem Verhalten zu ehren.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ehe kam nach vierzig Jahren auf traurige und schmerzhafte Weise zum Ende – ein offensichtlicher Ruf in den geistlichen Dienst war vertan worden, und eine durch die Sünde eines unbußfertigen Mannes finanziell ruinierte Familie war zerstört. In den Jahren nach ihrer Scheidung sandte Emma immer wieder Briefe und Geburtstagskarten an Gordon und rief den einsamen und rebellischen Mann zu Gott. Sie schmeckte die süße Freude einer tiefen Beziehung zu ihrem Vater im Himmel und wünschte sich dies doch auch so sehr für ihren Mann.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann während dieser Zeit brach die Gnade Gottes über Gordon auf, und er antwortete auf den Ruf des Evangeliums mit errettendem Glauben. Die Kinder, nun erwachsene Christen, konfrontierten ihn in liebevoller Weise mit den Sünden seiner Vergangenheit, und zum ersten Mal in seinem Leben übernahm Gordon die Verantwortung für die Zerstörung seiner Familie. Er schrieb einen Brief an Emma und bekannte seine Sünde gegen Gott und gegen sie. Emma stand nun einer Prüfung gegenüber, über die wir im nächsten Kapitel sprechen werden, der Herausforderung der Vergebung. Kann es so einfach sein? Kann Gnade vierzig Jahre falschen Verhaltens einfach so bedecken? Wir kennen Emmas Überzeugung aus einem Schreiben, mit dem sie ihrem ehemaligen Ehemann antwortete:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''Ich lese deinen Brief mit gemischten Gefühlen. Einerseits traurig, da er mich an viele schwierige Jahre erinnerte, andererseits froh über das, was der Geist Gottes in deinem Leben bewirkt. Es freut mich, dass du dein Versagen so freimütig eingestehst und um meine Vergebung bittest. Und es freut mich auch, dass du es auch deinen Kindern mitteilst. Gordon, ich vergebe dir. Ich vergebe dir, dass du mich nicht geliebt hast, wie Christus die Gemeinde geliebt hat, und ich vergebe dir die Missachtung deines Eheversprechens. Obwohl mich viele Erinnerungen an unsere Ehe traurig machen, habe ich diese dem Herrn übergeben und habe mein Herz vor den Verwüstungen der Bitterkeit in Acht genommen. Ich freue mich an der Gnade Gottes, dass unsere Kinder trotz unserer zerbrochenen Ehe alle treu dem Herrn dienen … Gott gebraucht Bekennen und Vergeben, um Heilung zu bringen. Ich vertraue auf Gott, dass dies für uns beide der Fall sein wird.''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emma und Gordon sind beide mittlerweile beim Herrn, der mit den starken Fäden Seiner Barmherzigkeit Wiederherstellung in diese zerrissene Familie eingewoben hat. Alle ihre Kinder lieben den Herrn und sehen nun im Rückblick eine geheimnisvolle Vorsehung Gottes. Obwohl Emma und Gordon nicht wieder in der Ehe zusammenfanden, war Gordon nicht mehr allein, als man ihn in hohem Alter begrub. Seine Familie und auch die Freunde aus seiner Gemeinde, mit der er sein Leben wieder verknüpft hatte, begleiteten ihn zur letzten Ruhe. Emma erlitt nach einiger Zeit einen Schlaganfall. Aber sie hinterließ eine Lebensgeschichte, die das Werk Gottes war und die alles Versagen in einer Ehe übersteigt und seither viele Menschen berührt hat.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Emma hat die Gnade Jahrzehnte vor der Umkehr Gordons über Gericht triumphiert. Die Gnade triumphierte mit jedem Gebet, das Emma gen Himmel richtete, mit jeder Sünde, die sie mit Liebe bedeckte, und mit ihrer Weigerung, der Bitterkeit Raum zu geben. Für Gordon bedeutete Gnade, etwas zu erhalten, was er nicht verdient hatte – die Vergebung seiner Sünden, die Liebe seiner Familie, ein Zuhause, in dem Jesus wohnte, sechs gottesfürchtige Kinder und Emmas lebenslange Liebe zu Christus. Dies alles zeigt die triumphierende und überwältigende Gnade auf, die Emma von Gott zuteilwurde und die sie ihrer Familie reichlich weitergab.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Triumphiert Gnade über Gericht? Was denkst du? Ich bin auf die folgenden Worte von Shakespeare gestoßen, der eine bessere Antwort gibt, als ich es jemals könnte:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''Die Art der Gnade weiß von keinem Zwang.''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sie träufelt wie des Himmels milder Regen''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Zur Erde unter ihr; zwiefach gesegnet:''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Sie segnet den, der gibt, und den, der nimmt.&amp;lt;ref&amp;gt;William Shakespeare. Der Kaufmann von Venedig. 4. Aufzug, 1. Szene (www.william-shakespeare.de/kaufmann_von_venedig/kaufmn41.htm).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gnade ist niemals angestrengt. Sie bedeckt einfach alles, was sie berührt. Und alles, was sie berührt, macht sie lieblich. Denn sie kommt vom Himmel, direkt vom Thron des gnädigen Erretters. Gnade ist ein Segen für den, der sie bekommt, und für den, der sie weitergibt. Nimm so viel du bekommen kannst. Und vergiss nicht, sie weiterzugeben!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/Taking_it_Out_for_a_Spin/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/Taking it Out for a Spin/de</title>
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				<updated>2009-06-20T21:21:31Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Eine Spritztour machen: Eine Probefahrt deiner Lehrüberzeugung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Was bringt es, den Motor aufheulen zu lassen, wenn wir doch nirgendwo hinfahren?“ Das ist wirklich eine berechtigte Frage, oder? Im Nachhinein denke ich, dass ich aber, dass ich kurzzeitig einen Blackout hatte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terry, mein dreizehn Jahre alter Kumpel, hatte beschlossen, die Kinder aus der Nachbarschaft zu beeindrucken. Er nahm die Schlüssel vom Wagen seines großen Bruders, startete den aufgemotzten Chrysler, der in der Einfahrt stand, und ließ den Motor aufheulen. Ich schloss mich als Co-Pilot an, da ich erst zwölf war und damit viel zu jung, um die gewaltige Verantwortung zu übernehmen, einen Motor aufheulen zu lassen. Rauch bildete sich am Auspuffrohr, als Terry, auf dem Fahrersitz thronend, das Gaspedal durchdrückte. Der Plan ging auf und verursachte ordentlich Auf-ruhr. Ich glaube, selbst aus Kanada mussten Kinder herbeigeströmt sein, um sich die Sache anzuschauen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu jenem Zeitpunkt entstand in meinem Kopf die Frage – ich hätte es wohl bei der Frage ''belassen'' sollen – ob es Sinn macht, mit dieser unglaublichen Maschine einfach an Ort und Stelle zu bleiben, wo doch alles bereit war, um loszufahren. Meine Hand griff langsam zum Schaltknüppel.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Terry bekam davon nichts mit. Er winkte der größer werdenden Gruppe von Kindern zu, ein triumphierendes Lächeln auf den Lippen. Im Reich der Kinder entsprach dies dem Gewinnen eines Formel-1-Rennens. Aber er wusste nicht, dass das Rennen noch gar nicht begonnen hatte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die Sekunde genau schob ich den Schaltknüppel gerade dann auf die Fahr-Position, als er aufs Gaspedal trat. In diesem Augenblick lernte ich zwei Dinge: Der Chrysler war ein Geländewagen! Und Terry hatte noch nie etwas von Bremsen gehört.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Glück war die Panik zu unseren Gunsten, da Terry instinktiv die Unfallstellung einnahm, die so etwas wie eine sitzendkauernde Haltung war. Irgendwie sprang der Gang raus, wir wurden langsamer und kamen schließlich zum Stehen, ohne ein Haus, einen Baum oder gar einen Menschen angefahren zu haben. Wir dachten, dass nichts passiert wäre … bis wir ausstiegen und in ein Meer strenger Elterngesichter starrten. Sie werden doch hoffentlich verstehen, wie sinnlos es ist, einfach so im Auto zu sitzen, ohne loszufahren?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie verstanden es leider nicht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lege den Gang ein  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was bringt zwei Heranwachsende dazu, auf solch wagemutige Art und Weise zu handeln (beziehungsweise auf so leichtsinnige Art und Weise, das hängt ganz von der Sichtweise ab)? Teenager wollen einfach nicht stillsitzen. Sie wollen in ihrem Leben den Gang einlegen. Und von diesem rastlosen Verlangen gibt es auch etwas in unserer Beziehung zu Gott. Gottes Gnade, in uns am Wirken, drängt uns geradezu, nicht nur hinter dem Lenkrad zu sitzen, sondern das, was wir erkennen, auch in Gang zu setzen. Wenn Gott uns errettet, dann werden wir zu uns bis dahin unbekannten Dingen hingezogen – zu Heiligkeit, Wahrheit, zur Bibel und zu Gottes großer Liebe. Je mehr wir dann lernen, desto mehr haben wir das Verlangen, das, was wir von Gott gelernt haben und was wir glauben, auch umzusetzen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wie tun wir das? Wie legen wir bei dem, was wir über Gott wissen, den Gang ein – besonders in unserer Ehe? Biblisch gesprochen bedeutet „theologisch den Gang einlegen“ in die Straße der Weisheit einzubiegen. In der Bibel ist Weisheit kein mystisches Wissen oder einfach eine Art Überlebenskunst. Sie ist das Leben und die Entscheidung eines Menschen, der auf die richtige Art und Weise mit Gott verbunden ist. Es ist die Anwendung des-sen, was wir als wahr erkannt haben. Der Theologe Graham Goldsworthy schreibt,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„… [Weisheit] ist nicht vorrangig eine Funktion unserer Schlauheit, auch nicht davon, wie viele Informationen wir in unseren Kopf gestopft haben. Es ist eher eine moralische Entscheidung, unabhängig von Gott zu sein oder uns Ihm in unserem Denken und Handeln unterzuordnen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Graham Goldsworthy. Gospel and Wisdom: Goldsworthy Trilogy. Paternoster Press: Carlisle, UK, 2000. S. 528.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg der Weisheit ist all denen zugänglich, die an das Evangelium glauben, weil Jesus selbst unsere Weisheit ist (1. Korinther 1,30). Deshalb können wir zuversichtlich um Weisheit bitten und erwarten, dass Gott sie uns gewähren wird (Jakobus 1,5). Dieser Weg ist uns aufgrund des Evangeliums zugänglich. Weisheit bezüglich unserer Ehe findet man also nicht bei Ratgebern oder in Erfolgsrezepten. Man findet sie, indem man seinen Glauben „in die Gänge bringt“ und dann die Straße der Weisheit mit Gott am Steuer entlangfährt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum also den Motor unserer Theologie über die Sünde nur aufheulen lassen, ohne das Fahrzeug auch in Gang zu setzen? Wozu besitzt man ein leistungsfähiges Auto, wenn es nur in der Garage herumsteht? Man kommt dann vorwärts, wenn man bei seiner Theologie den Gang einlegt und herausfindet, was möglich ist. Im Folgenden biete ich dir vier Straßen an, auf denen du üben kannst. Ich bin überzeugt, dass deine Ehe ein großer Segen wird, wenn du auf diesen Straßen sicher fahren lernst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erster Gang: In Demut – Misstraue dir selbst  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sehr wichtig, dass wir als Christen sehr skeptisch sein sollten, uns als gerecht hinzustellen. Wir vertrauen doch allein auf Christus und Sein Verdienst. Wahre Demut bedeutet, zuversichtlich aus der Gerechtigkeit Christi zu leben, aber der eigenen gegenüber misstrauisch zu sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort „Verdacht“ hat oft einen Unterton. Über ihm schwebt eine unheilvolle Wolke – es ist beinahe immer negativ. Menschen in Untersuchungshaft sind verdächtig. Banden bei Nacht sind verdächtig. Lächelnde Kinder neben einer leeren Keksdose sind verdächtig. Christen sollten deshalb besser nicht verdächtig sein. Oder doch?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gehen wir auf der Straße deines letzten Konflikts etwas zurück. Deine Frau sagte etwas, und du sagtest auch etwas, und schon fing es an, schiefzulaufen – das passiert immer wieder. Wenn wir nun als Ehepartner dem Konflikt auf den Grund gehen möchten, ist es dann nicht von Vorteil, ein demütiges Misstrauen unseren Herzen gegenüber zu haben? Ja, ganz gewiss. Denn das beeinflusst sehr stark, ob wir möglicherweise schon vorverurteilen und wie wir überhaupt an die Sache herangehen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es mag dich schockieren, aber wir ''sollten'' misstrauisch sein … nicht nur in besonderen Fällen, sondern beständig, und das auch wurzeltief. Ich sollte, als der schlimmste aller Sünder, in den täglichen Konfliktsituationen meiner Ehe ''vorwiegend'' und ''regelmäßig mir selbst gegenüber'' misstrauisch sein! Das bedeutet, zwei Dinge zuzugeben: Mein Herz spielt eine wichtige Rolle in meinem Verhalten und neigt ständig dazu, sich Gott und Seinen Wegen zu widersetzen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich musst du auf diesem Gebiet sehr üben; denn die Demut eines gesunden Selbstmisstrauens kommt nicht von allein. Sie ist eine Nebenstraße, die nicht sehr häufig befahren wird. Umso besser kannst du auf ihr üben.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du mit deinem Ehepartner streitest oder einen zurückliegenden Streit beurteilst, hast du schon jemals (laut oder leise) gesagt: „Gott kennt mein Herz!“? War dies ein tröstender und beruhigender Gedanke für dich? Hast du dir dabei gedacht, dass eine göttliche Untersuchung deiner tiefsten Beweggründe und Motive nichts anderes als reinste Sündlosigkeit ans Licht bringen würde? Wenn dem so ist, dann hast du dich auf einem gefährlichen Streckenabschnitt ohne Leitplanke und wahrscheinlich schon auf direktem Wege zum Absturz in die Schlucht der Selbsttäuschung befunden. Was für ein schrecklicher Unfall! Wenn du aber den Beweggründen deines Herzens gegenüber misstrauisch bist, dann fährst du geistlich gesehen auf der sicheren Seite.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Eheprobleme könnten gelöst werden, wenn Mann und Frau wirklich so lebten, als ob sie „Sünder“ wären, die sich das Ja-Wort gegeben haben. Sünder, die demütig sind, lernen mit der Zeit immer mehr über ihr Herz. Auf diese Art und Weise entdecken sie, was wirklich abläuft, dass nämlich das Betonen ihrer eigenen Gerechtigkeit die Wahrheit des Evangeliums untergräbt. Warum also nicht anerkennen, was das Kreuz über dich aussagt? Genieße doch die Wahrheit, die J.I. Packer so anschaulich ausspricht: „Unsere besten Werke sind von Sünde durchzogen und beinhalten etwas, für das wir Vergebung brauchen.“&amp;lt;ref&amp;gt;J.I. Packer. A Quest for Godliness: A Puritan Vision of Christian Life. Crossway Books: Wheaton, IL, 1990. S. 118.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hört sich das düster an? Ja, das tut es, aber es ist eine sichere Straße.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Gang: In Aufrichtigkeit – Überprüfe dich selbst  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht hast du die Geschichte vom Hinterwäldler schon gehört, der seine Familie zum ersten Mal in die große Stadt mitnimmt. Die Familie, fasziniert von den hohen Wolkenkratzern, folgt einer Menschenmenge durch eine seltsame, sich langsam drehende Glastür. Als sie in einem riesigen Eingangsbereich ankommen, staunen die Mutter und ihre Tochter über eine gleitende, silberne Treppe. Der Rest der Familie geht weiter in das Gebäude hinein und steht nach einigen Minuten vor einer großen Wand, in der sich mehrere glänzende Metalltüren mit leuchtenden Knöpfen an der Seite befinden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sie so auf die blinkenden Nummern über den Türen starren, geht eine ungepflegte alte Frau mit einer roten Einkaufstasche auf die Türen zu. Wie von Zauberhand bewegt, öffnen sich die Türen zu einem kleinen, leeren, holzverkleideten Raum. Die Frau steigt ein, und die Türen schließen sich hinter ihr. Der Vater schaut mit den Seinen fasziniert hinterher: Was geschieht da drin? Warum wollte die Frau in so einen kleinen Raum hinein? Nach ein paar Minuten öffnen sich die Türen wieder, und heraus kommt eine hübsche Frau, die schwungvoll mit einer roten Einkaufstasche in der Hand an ihnen vorbeieilt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgesehen vom Unterhaltungswert mag ich diese Geschichte, weil sie von einer allgemeinen Neigung erzählt, die wir alle haben: Wir wollen unsere Eheprobleme oft lösen, indem wir unsere Ehepartner „in Ordnung bringen“. In einem späteren Kapitel werden wir überlegen, was zu tun ist, wenn Liebe es mit sich bringt, die Sünde unseres Ehepartners anzusprechen. Aber damit sollte man in einer Ehe nicht ''beginnen''. Die Bibel gibt uns keine Erlaubnis, die Sünde des Ehepartners zu einer Angelegenheit höchster Priori tät zu erheben. Hier muss ich erheblich langsamer werden, demütiges Selbstmisstrauen üben und mein eigenes Herz zuerst inspizieren.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schau dir an, was Christus dazu sagt, wie wir der Sünde anderer begegnen sollen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber in deinem Auge nimmst du nicht wahr? Oder wie wirst du zu deinem Bruder sagen: Erlaube, ich will den Splitter aus deinem Au-ge ziehen; und siehe, der Balken ist in deinem Auge? Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge! Und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus deines Bruders Auge zu ziehen“ (Matthäus 7,3-5).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stell dir einen Ehemann vor, der eine Bahnschwelle vor dem Gesicht hat und versucht, aus dem Auge seiner Frau ein Staubkörnchen zu entfernen. Er wird sie schwer verletzen, bevor er sich auch nur im Ansatz um ihr Staubkörnchen kümmern kann. Allein sich ihr mit dieser Waffe zu nähern, fügt ihr schon Schmerzen zu.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jesus verwendet das Bild vom Balken und vom Splitter, um aufzuzeigen, dass diese Herangehensweise falsch, ineffektiv (gelinde gesagt) und absurd ist. Wenn unser Ziel ist, die Sünde eines anderen anzusprechen, dann erklärt Jesus, dass uns ''unsere eigene Sünde'' zuerst bedrohlich groß werden muss. Das sollte uns mit Ab-stand das wichtigere und bedeutsamere Anliegen sein. Auffällig ist hier das Wort „Heuchler“, um die zu beschreiben, die sich auf den Splitter konzentrieren. Warum eine solch harte Beurteilung? Das hängt mit der Sichtbarkeit des Balkens zusammen. Jesus sagt, dass es nicht einfach nur falsch ist, den „offensichtlichen“ Balken zugunsten des nicht so offensichtlichen Splitters zu ignorieren, es ist sogar heuchlerisch. Anders ausgedrückt: Es mangelt an Aufrichtigkeit, wenn man ein großes Problem ignoriert, um sich um et-was Banales zu kümmern – nur weil man sich eben lieber damit beschäftigt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir einmal an, du hattest mit deinem Ehepartner vor Kurzem eine Auseinandersetzung, zu welcher beide Sünde beigetragen haben (das beschreibt übrigens so ziemlich jede Auseinandersetzung, die du jemals hattest). Was würde geschehen, wenn du diese Auseinandersetzung im Lichte der gerade genannten Gedanken untersuchen würdest ''und auch dein Ehepartner dies täte''? Was wäre, wenn du den Balken (und nicht den Splitter) als den deinigen sähest … und dein Ehepartner den Balken (und nicht den Splitter) ebenfalls sich selbst zuschriebe? Läge dann einer von euch falsch? Wäre das eine falsche Anwendung dieser Verse? Das glaube ich nicht. Im Gegenteil, es wäre die genau richtige Anwendung!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jesus geht es hier nicht darum, wer in einer bestimmten Situation ''schuldiger'' ist. Seine Betonung liegt auf deinem Blickwinkel, was du als ''offensichtlichste Tatsache'' empfindest, sobald es um Sünde geht. Er fordert dazu auf, die Betrachtung des Vorganges bei sich selbst zu beginnen. Wenn wir bedenken, wer wir im Vergleich zu Gott sind und welche Sünde uns noch innewohnt, dann handelt es sich um nichts anderes als um eine normale Grundanständigkeit, zuerst über die eigene Sünde nachzudenken, bevor man sich um die Sünde seines Ehepartners kümmert. Verhalten wir uns an dieser Stelle anders, dann mangelt es uns an Integrität, an Aufrichtigkeit. Es ist scheinheilig.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weisheit verbindet Aufrichtigkeit auf einfache Weise mit Demut. Wenn du dir selbst ''misstraust'' (Demut), dann inspizierst du dich selbst zuerst (Ehrlichkeit). Diese Straße erscheint uns schmal, weil wir ständig auf der Suche nach einer Ausfahrt sind, um uns auf die Sünden anderer zu konzentrieren. Bleiben wir aber auf dieser Straße, dann können wir sicher sein, dass sie uns dahin bringt, wo Jesus uns haben möchte. Wie bleiben wir also auf der schmalen Straße der Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sei deiner Wahrnehmung gegenüber misstrauisch und sieh zu, dass du sie zuerst in Augenschein nimmst. Steht deine Einschätzung, was die Sünde deines Ehepartners anbelangt, von vornherein klar und präzise fest, sobald ein Konflikt auftritt? Freust du dich auf den Moment, wo du die folgenden aufschlussreichen Worte aussprechen kannst: „Liebling, wenn du die Sache mal objektiv betrachtest, dann musst du deine Sünde doch zugeben?“ Hüte dich vor dieser „Ausfahrt Stolz“.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemand ist allwissend, und wir sind auch keine alttestamentlichen Propheten, die Urteile verkünden. Wir sind Heilige, die immer noch Sünder sind. Wir erkennen nur stückweise (1. Korinther 13,12), und weil wir nicht das gesamte Bild sehen, könnten wir doch falsch liegen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, vielleicht denkst du, dass du ''wirklich'' objektiver als dein Ehepartner bist. Aber selbst wenn das zuträfe, wäre deine Objektivität immer noch mit Sünde behaftet. Du musst ein Bewusstsein deiner eigenen sündigen Antriebe und deines sündigen Verlangens grundsätzlich in solche Gespräche mit einbeziehen, und zwar so, dass dies ''spürbarer'' und ''lebendiger'' als dein Bewusstsein für die Sünden deines Ehepartners ist. Dies wird deinen Ärger verringern und deine Stimme sanfter machen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vermeide auch die „Ausfahrt Selbstgerechtigkeit“. Deine Ehrlichkeit ruft dich dazu auf, deinen Motiven zu misstrauen und sie zu untersuchen. Und wenn du das tust, dann achte darauf, dass du das Infragestellen deiner selbst wirklich unternimmst, um deinen Ehepartner zu segnen, zu ermutigen und ihm zu helfen und nicht, um ein paar Tore für dich selbst schießen zu wollen. Hoffst du darauf, dass bewiesen wird, dass du alles richtig gemacht hast? Dass du bestätigt wirst? Dass du als geistlich ‚überlegen‘ aus der Sache hervorgehst? Wem willst du dienen – deinem Ehepartner oder dir selbst?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befindest du dich auf der Suche nach dem Staubkörnchen in deiner Ehe, dann kommt es wohl daher, dass deine Verdächtigungen dich fehlleiten und du den falschen Ehepartner untersuchst. Ehen gedeihen, wenn beide Partner lernen, auf der schmalen Straße der Integrität und gegenseitigen Ehrlichkeit zu bleiben. Zuallererst will ich meinem eigenen Herzen misstrauen und es untersuchen. Dort werde ich nicht nur die offensichtlichste Sünde finden, sondern auch die einzige Sünde, die ich selbst ändern kann.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dritter Gang: Gib zu, dass Umstände lediglich existierende Sünde offenbaren  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heutzutage wird viel darüber gesprochen, wie wichtig Offenheit in einer Ehe ist. Allerdings sieht in der Realität das, was damit so befürwortet wird, eher aus wie ein Freibrief zum verbalen Abladen all dessen, was wir „fühlen“ – im Namen „emotionaler Ehrlichkeit“. Das verursacht in der Praxis eher große Verletzung und Schmerz. Obwohl Offenheit in einer Ehe unbedingt erforderlich ist, muss sie jedoch Vertrauen aufbauen und nicht Verletzungen erzeugen. Das Problem liegt nicht in der Offenheit an sich, sondern darin, welches Ziel mit den „ehrlichen“ Worten verfolgt wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie wir schon gesehen haben, stammen unsere Probleme aus der Art und Weise, wie unser Herz mit äußeren Umständen umgeht. Wenn wir die Weisheit des Evangeliums annehmen, dann sehen wir Gottes Hand in jeder Situation, die uns damit zum Besten dient. In der Ehe bedeutet dies, dass Gott Gelegenheiten schafft, um Sünde aufzudecken und sich dann mit dieser Sünde zu befassen, die uns ja daran hindert, weise zu leben.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem ich zum Glauben an Jesus Christus gekommen war und bevor ich heiratete, bildete ich mir ein, dass ich geistlich gesehen reif wäre. Meine Heiligkeit war weitgehend eingebildet. Wenn Unwissenheit Glückseligkeit bedeutet, dann lebte ich in ständiger Ekstase. Die seltenen Betrachtungen meines eigenen Herzens ergaben kaum Anlass zur Verbesserung. Ich lebte in der Erwartung, dass Gott jeden Augenblick einen Wagen schicken würde, um mich wie Elia in den Himmel zu befördern. Ich war quasi ein Paradebeispiel eines Menschen, der dringend eine „Lehre von der Sünde“ brauchte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann geschah es. Ich heiratete und wurde zu jemandem, der die Schuld auf andere schiebt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
John Bettler sagte: „Dein Ehepartner wird immer deinen Götzen aufspießen.“ (Dr. Bettler, wo waren Sie vor 25 Jahren?) Verheiratet zu sein hat meinen Götzen jedoch nicht nur aufgespießt, es hat ihn drei Meter hoch vors Haus gehängt. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich dachte: „Solche Probleme hatte ich früher nie. Es muss an meiner Frau liegen.“ Die Wahrheit ist, dass ich schon immer einer war, der die Schuld auf andere schob – nur gab es nach meiner Hochzeit so viel mehr Gelegenheiten, dieses Fehlverhalten sichtbar werden zu lassen!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sehe natürlich die Ursache dafür, warum ich immer zur Schuldzuweisung neige, in meiner Verwandtschaft: Adam hat doch damit angefangen. „Ja, Herr, es liegt an dieser Frau, die Du mir gegeben hast“ (frei zitiert nach 1. Mose 3,12). Und ich nehme an, dass sich auch dein Schuldzuweisungsverhalten in der Ehe so wie bei Adam anhört.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Es liegt an dem Ehemann, den Du mir gegeben hast.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Sie nörgelt ständig.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Er ist so grob zu mir.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Dieser Mensch ist ganz anders als ich.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche Gedanken werfen uns – wie schon Adam vor langer Zeit – in die Kloake der Selbstrechtfertigung. Wenn wir versuchen, uns zu rechtfertigen, dann leugnen wir unsere Schuld gegenüber Gott. Aber das ist vergeblich. Die Schuld auf andere zu schieben, wird manche Menschen eine Zeit lang täuschen können, Gott jedoch wird es nie täuschen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schuld abschieben bedeutet, dass ich davon ausgehe, dass mein Ehepartner beziehungsweise die Ehepartnerin die Konflikte ''verursacht'' (denn die einzige Ursache ist Sünde). Ich schiebe die Schuld also auf einen anderen, obwohl ich von der Bibel her ''weiß'', dass ich schuld bin. Und trotzdem will ich jemand anderen davon überzeugen, dass ich es nicht bin.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehst du, wie dein böses Herz dem meinen ziemlich ähnelt? Beide wollen sie unbedingt Rehabilitation. Sie wollen darauf bestehen, dass uns etwas anderes dazu brachte, zu sündigen … etwas von außerhalb … jenseits unserer Kontrolle. Aha – die Umstände!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Straße der Ehrlichkeit ist eine gerade Straße – sie verläuft mitten durch unser Herz. Wenn du schon einmal auf einer der langen, weiten Straßen Richtung Westen der USA gefahren bist, dann hast du sicher festgestellt, wie schnell du dich an die Landschaft gewöhnt hast. Diese endlosen Überlandstraßen sind nicht für Ausflugsfahrten gedacht, sondern dazu, schnell von einem Ort zum nächsten zu kommen. Die gerade Straße der Ehrlichkeit ist genauso. Du fährst auf ihr und siehst dieselben Versuchungen, die du schon immer gesehen hast, dieselben Spurrillen, die deine Gedanken schon immer abgelenkt haben. Ehrlichkeit zwingt uns dazu, uns mit den altbekannten Gewohnheitssünden, die noch in unserem Leben sind, direkt auseinanderzusetzen. Und das Reiseziel ist dabei immer dasselbe – der Fuß des Kreuzes, an dem für unsere Sünde gebüßt wurde und wo Christus, unsere Weisheit, bereit ist, uns in der Not zu helfen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor nicht allzu langer Zeit startete mein Sohn den Rasenmäher – ohne es zu merken mit losem Öldeckel. Sobald der Motor heiß wurde, spuckte er wie ein Geysir das Öl aus – armer Junge. Da ich das Öl selten wechsle (soll heißen: nie), spritzte schleimiger, schwarzer Schlamm aus dem Motor hervor und bedeckte den Rasenmäher, meinen Sohn und alles im Umkreis von knapp zwei Metern. (Genau deshalb mähe ich nicht gerne unseren Rasen.)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Bild kann eine hilfreiche Veranschaulichung dafür sein, wie die in uns verbleibende Sünde funktioniert. Die Erbsünde füllt den „Motor“ unseres Herzens mit dem „Öl“ der Verdorbenheit – es ist schwarz, schmierig und verschmutzt alles, wenn es herauskommt. Und wer bringt es heraus? Umstände sind es, die den Motor erhitzen. Sobald er heiß ist, sprich unser Herz durch gewisse Ereignisse zu Zorn, Lust, Gier und Frust entfacht worden ist, wird das, was sich wirklich in uns befindet, herausgeschleudert. Die Umstände haben also lediglich dafür gesorgt, zu Tage zu bringen, was immer noch in uns drin ist.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In letzter Zeit etwas Hitze abbekommen?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Männer, ihr steigt ins Auto und entdeckt (‚seufz‘), dass die Benzinanzeige, an die ihr eure Frau noch erinnert habt, wieder auf „leer“ steht. Was geschieht? Hat eure Frau sich an euch versündigt? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Das Klagen und die Verachtung, die nun deinen Kopf füllen, wird das von der Tankanzeige oder von deiner Frau ''verursacht''? Von keinem der beiden! Denn dein Grollen führt dir nur deine Ungeduld und Unbeherrschtheit vor Augen, die schon immer im Motor deines Herzens schlummerte. Die Hitze hat sie nur entfacht und offensichtlich werden lassen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frauen, ihr seid empört, zum wiederholten Mal ist er die Treppe hochgegangen, ohne den Berg Kleidung, der doch unbedingt nach oben muss, auch nur zu berühren. Und schon rutscht die zynische Bemerkung heraus: „Zumindest in deiner Faulheit bist du konsequent!“ Der Motor heizt sich auf, der Deckel ist offen, und das Öl spritzt heraus!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Habt ihr schon jemals darüber nachgedacht, weshalb es keine Berichte von Jesus gibt, wie Er frustriert und verärgert Türen hinter sich zuschlägt oder jemanden mit Schweigen bestraft, der Ihn verletzt hat? Warum war Jesus nie gereizt oder bitter oder feindselig? Die einfache, aber erstaunliche Antwort ist die: Wenn Sein Motor durch den Druck von Umständen aufgewärmt wurde, dann kam heraus, was sich in Ihm befand: Liebe, Gnade, Mitgefühl, Freundlichkeit. Christus hat nie mit Sünde auf die äußeren Umstände reagiert – noch nicht einmal, als man Ihn zu Tode folterte – weil der Motor Seines Herzens rein war. Das, was sich in Seinem Herzen befand, sprudelte heraus. Es war Liebe!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dich deinem Ehepartner zu schenken, war eine strategische Entscheidung eines weisen und dich liebenden Gottes. Er beziehungsweise sie wurde von Ihm für dich vor Anfang der Welt ausgewählt. Dein Ehepartner ist ein wesentlicher Bestandteil des Rettungsplanes, den Gott für dich bereitet hat. Häufig spielen die Ehepartner die Rolle, sich gegenseitig die Temperatur ihres Motors zu erhöhen, sodass das Altöl ihrer Sünde herauskommt. Aber wenn wir weise und klug sind, dann erkennen wir, dass letztendlich Gott in Seiner Vorsehung dahintersteckt. Er sendet uns in Wahrheit die Menschen und Umstände, die dafür sorgen, dass uns unser innerer Zustand bekannt wird, damit die alte Sünde durch Gnade und Veränderung überwunden werden kann.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vierter Gang: Schau auf die Gnade, nicht auf unerfüllte Bedürfnisse  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ruf dir eure letzte Auseinandersetzung in Erinnerung. Was war der Grund? Wenn die Antwort lautet: „Mein Ehepartner gibt mir nicht, was ich brauche!“, bist du nicht der Einzige, der so denkt. Frage einen „Ehe-Experten“, wie Ehen zerbröckeln, und viele werden mit unerfüllten Bedürfnissen beginnen. Vor Kurzem veröffentlichte unsere Sonntagszeitung einen Überblick neuer Ehe-Ratgeber, die sich mit der Frage „Wie können Paare besser miteinander auskommen?“ befassen. Jeder Autor zog im Grunde die gleiche Schlussfolgerung: „Indem emotionale Bedürfnisse erfüllt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Nanci Hellmich, „Couples Manage Conflicts Best with Empathy, Respect, Love“ USA Today, September 26, 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 21. Jahrhundert wird die Ehe als Antwort der Natur auf unsere emotionalen Defizite angepriesen. Leider plappert die Kirche dieses Dogma nur allzu oft nach, lediglich in einer angeblich christlichen Version.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber nach den Aussagen der Bibel sind nicht unerfüllte Bedürfnisse die Quelle ärgerlicher Worte, nachtragender Blicke und kalter Schultern. Es sind die unbefriedigten Lüste. Dieses Thema haben wir kurz in Kapitel 2 angeschnitten. Werfen wir nochmals einen Blick auf diesen Abschnitt und packen wir die Schatzkiste weiter aus.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Woher kommen Kriege und woher Streitigkeiten unter euch? Nicht daher: Aus euren Lüsten, die in euren Gliedern streiten? Ihr begehrt und habt nichts; ihr tötet und neidet und könnt nichts erlangen; ihr streitet und führt Krieg. Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet“ (Jakobus 4,1-2).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ratet mal: Eure letzte hitzige Diskussion wurde nicht von einem unerfüllten Bedürfnis verursacht; es lag nicht an „ihrem mangelnden Respekt“ oder „seiner mangelnden Zuneigung“. Die Auseinandersetzung wurde von Begierden und Leidenschaften verursacht, die in uns toben.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manch einer möchte natürlich dringend zwischen dem, was ein echtes Bedürfnis, und dem, was eine Begierde ist, unterscheiden. Das ist zwar ehrenwert, doch müssen wir sehen, dass die Bibel zwar legitime Bedürfnisse kennt, sie aber auch Leidenschaft und Lust nennt, wenn ich sie sündhaft durchsetzen will. Wenn mein Verlangen so stark ist, dass ich nach Erfüllung meiner Bedürfnisse quengele, dann ist die Sünde bereits offenbar. Dann liegt das Problem ganz bei mir. Der Umstand, dass mir meine Bedürfnisse nicht erfüllt werden, erhitzt meinen „Motor“, und es kommt Böses heraus.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In wenigen Sätzen verschiebt Jakobus gekonnt unser gesamtes Denkmuster von etwas, das uns ''fehlt'' (ein unerfülltes Bedürfnis), auf etwas, das wir ''tun'' (etwas leidenschaftlich begehren, das wir nicht bekommen). Unter der Oberfläche unserer unerfüllten Bedürfnisse schlummern Ansprüche, auf die wir pochen. Auf diese Art ist Gott nicht bereit, unsere Bedürfnisse zu stillen. Wir „begehren, aber wir haben nicht“.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Können meine Worte oder mein Verhalten meinen Ehepartner dazu verführen, in einen Konflikt mit mir einzutreten oder einen bereits vorhandenen eskalieren zu lassen? Natürlich. Es gibt aber nichts, das ich tun könnte, um eine sündige Reaktion in meinem Ehepartner zu ''verursachen''. Die Sünde, die aus dem Herzen meines Ehepartners hervorbricht, war nämlich schon immer dort.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin in einem sehr ordentlichen Haushalt aufgewachsen – mehr noch als das. Denn wenn Socken gefaltet und in einer eigenen Schublade nach Farbe einsortiert werden müssen, dann ist man wohl ein wenig über ‚ordentlich‘ hinaus. Kimm hingegen wuchs in einem Haus ohne Sockenschubladen auf. Ich verstehe nicht ganz, wie das funktioniert hat. Ich erinnere sie immer wieder daran, dass nur Menschen mit geordneten Sockenschubladen die Welt im Griff haben. Darauf antwortet sie immer, dass das wohl so sein könne, die Leute davon aber nicht glücklich würden. An diesem Punkt halte ich dann normalerweise meinen Mund und falte weiter meine Socken.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gar nicht überraschend drehten sich viele unserer Auseinandersetzungen zu Beginn unserer Ehe um Ordnung. Ich war überzeugt davon, dass ich Ordnung brauchte. Meine ‚Sockenschubladenmentalität‘ betraf praktisch jeden Lebensbereich. Für mich war dies ganz klar eine biologische Notwendigkeit, genauso wichtig wie Vitamine, Luft und richtig leckere Lasagne. Und ich konnte sehr gut für Ordnung argumentieren. Beginnend bei 1. Mose konnte ich die gesamte Bibel durchgehen – die Schöpfung, die Stiftshütte, der Tempel, 1. Korinther – der Gott meiner Bibel war der Gott der Ordnung. Wenn Gott also Ordnung war und ich nach Seinem Bild geschaffen wurde, dann brauchte ich Ordnung. Ja, die Ruhe meines Seelenlebens hing letztlich davon ab.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kimm verhielt sich großartig. Sie griff Ordnung nie an; sie weiß, dass es etwas Gutes ist. Aber sie fragte mich, warum Ordnung mir so wichtig sei. Warum löste ein Durcheinanderbringen der Ordnung manchmal Ärger oder Angst in mir aus? Mit der Zeit und durch die Hilfe meiner geduldigen Frau und einigen treuen Freunden erkannte ich, dass mein Bedürfnis nach Ordnung ein sündiges Verlangen war. Das soll nicht heißen, dass Ordnung in sich selbst schlecht ist. Aber ich setzte ein sehr starkes Vertrauen in die Ordnung. Ich fühlte mich sicher und hatte alles gut unter Kontrolle. Sobald mir jemand dieses gute Kontrollsystem kaputtmachen wollte, begehrte ich heftig auf, und schon war mein Herz offengelegt. Das Begehren selbst war nicht schlecht, aber ich verlangte einfach, dass es gestillt würde. Mein Begehren hatte sich als Bedürfnis verkleidet, denn ich dachte, dass ich es unbedingt haben müsste. Und wenn sich in unserer Ehe etwas zwischen mich und meine Forderung nach Ordnung stellte, nun, dann flogen halt die Socken.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedürfnisse sind nichts Falsches, wir alle haben sie. Sie existieren, um uns täglich daran zu erinnern, dass wir als abhängige We-sen geschaffen wurden, die Gott und Seine Versorgung für ihr Le-ben unbedingt brauchen. Aber für eine gesunde Ehe ist es grundlegend wichtig, zwischen echten Bedürfnissen und Lüsten, die von einer genießerischen Kultur erfunden wurden, zu unterscheiden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist es nun falsch, sich eine liebevolle Streicheleinheit von seinem Ehemann oder ein liebes Wort von seiner Frau zu wünschen? Ganz und gar nicht. Aber selbst jene Dinge, die gut für eine Ehe sind, können verdorben werden, wenn sie als Notwendigkeiten definiert werden. Das Problem liegt nicht darin, dass wir uns nach etwas sehnen – Sehnsucht ist etwas vollkommen Normales –, sondern darin, dass unsere Sehnsüchte mit künstlichen Stoffen versetzt werden. Calvin bezeichnete unsere Sehnsüchte deshalb als „ordnungswidrig“.&amp;lt;ref&amp;gt;Calvin drückt es so aus: „Ich lehre, daß alle Begierden des Menschen böse sind und erkläre sie für der Sünde schuldig, und zwar nicht, sofern sie natürlich sind, sondern sofern sie ordnungswidrig sind.“ Johannes Calvin. Unterricht in der christlichen Religion – Institutio Christianae Religionis. Nach der letzten Ausgabe übersetzt und bearbeitet von Otto Weber. Neukirchner Verlag: Neukirchen, 19976. III,3,12 (S. 385), online unter www.calvin-institutio.de/display_page.php?elementId=29, digitale Seite 423; wortgleich in der aktuellen Neuauflage: Johannes Calvin. Unterricht in der christlichen Religion – Institutio Christianae Religionis. Neukirchner Verlag: Neukirchen, 2008. III,3,12 (S. 327).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nichts Falsches daran, angebrachte Dinge wie Respekt oder Zuneigung von unserem Ehepartner zu erwarten. Aber es ist sehr verführerisch, seine Ansprüche dadurch zu rechtfertigen, dass man sie als Notwendigkeiten betrachtet, und dann den anderen bestraft, wenn diese nicht erfüllt werden. Eine Ehe, die auf Bedürfnissen aufbaut, zeugt nicht von Gottes Herrlichkeit; sie konzentriert sich auf persönliche Ansprüche, die gegenseitig um die Vormachtstellung kämpfen. Zwei Menschen, die damit beschäftigt sind, einander zu manipulieren, um so die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen, können ihre Ehe leicht auf die Straße der „unüberbrückbaren Differenzen“ manövrieren. Dies ist die von unserer Kultur entwickelte Sprachregelung. Sie drückt aus, dass eine Ehe nicht länger das Gewicht der Forderungen, die als Notwendigkeiten verstanden werden, ertragen kann.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht ist der traurigste Teil der Fahrt auf der Straße der unerfüllten Bedürfnisse jedoch der Ort, an dem wir landen. Die Straße unerfüllter Bedürfnisse führt nämlich nirgendwo hin. Es ist ein einsamer, einspuriger Streckenabschnitt meiner selbst. Er führt nur noch zu mehr von mir. Und er ist schlimmer als eine Sackgasse – es ist ein Kreis, der niemals endet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber Sünder, die sich das Ja-Wort geben, fahren auf einer anderen Straße. Es ist die Straße erstaunlicher, unverdienter Gnade – Gnade, die deshalb so bemerkenswert ist, weil sie uns zuerst das Problem vor Augen führt und dann die Lösung bietet. Bist du schon einmal eine landschaftlich so schöne Straße entlanggefahren, dass du kaum aufhören konntest, ständig den Kopf von einem schönen Anblick zum nächsten zu drehen? So ist die Straße unverdienter Gnade. Sie ist so schön, weil all unsere wahren Bedürfnisse auf atemberaubende Weise von Jesus erfüllt werden. Aber es ist eine Straße voller Überraschungen, weil wir sie im Bewusstsein unserer Sünde und im Lichte des Kreuzes entlangfahren. Wie kann eine solche Straße solche Freude hervorbringen? Ich denke, das werden wir besser verstehen, wenn wir hier weiterfahren! Also anschnallen und den Gang einlegen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/The_Fog_of_War_and_the_Law_of_Sin/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/The Fog of War and the Law of Sin/de</title>
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				<updated>2009-06-19T01:51:38Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Der Nebel des Kriegs und das Gesetz der Sünde: Vorbereitung auf das Unvermeidbare}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir schreiben den 21. Juli 1861. Die erste größere Schlacht des amerikanischen Bürgerkrieges begann vor Sonnenaufgang. Das Dröhnen der Kanonen schien jeden in Virginia aufzuwecken, als die Armeen der Union und der Konföderierten bei den Farmen aufeinanderstießen, die am sogenannten Bull Run Fluss gelegen waren. Aber es geschah etwas Seltsames, als der Kampf intensiver wurde. Hunderte von Washingtoner Bürgern, Senatoren, Repräsentanten, Regierungsangehörige und ihre Familien, alle in Freizeitkleidung und mit Picknick-Körben ausgerüstet, strömten zu dem Hügel nahe Manassa, um dem Kampfesverlauf zuzuschauen. Mit Operngläsern bewaffnet, um das Kämpfen zu beobachten, unterhielten sie sich freundlich, während auf den Feldern unter ihnen Männer abgeschlachtet wurden. Ein Sympathisant des Nordens kommentierte: „Das ist famos, meine Güte! Ist das nicht erstklassig? Ich vermute, morgen um diese Zeit werden wir in Richmond sein.“&amp;lt;ref&amp;gt; Doris Kearns Goodwin. Team of Rivals. Simon and Schuster: New York, 2005. S. 371.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man war guter Laune, Trinksprüche wurden gemacht. Alles in allem, so dachte man, war das eine ausgezeichnete Weise, den Sonntagnachmittag zu verbringen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plötzlich überrannte aber eine Gegenattacke der Aufständischen, angeführt von einer aggressiven Kavallerieabteilung, eine Flanke der Union und trieb ihre Armee in die Flucht. Was sich anbahnte, wurde auch für das Auge des Laien klar: Das Gelände, auf dem das heitere Picknick stattfand, würde sich wohl gleich in ein Kampffeld verwandeln. Die Zuschauer ergriffen panikartig die Flucht, nur wenige Augenblicke, bevor die Welle der Feinde über den Hügel schwappte. Die Unterhaltung war im Nu vorüber, die Schlacht war über sie gekommen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Picknicker lernten an jenem Tag etwas über den Krieg. Du kannst ihm nicht nahe und zugleich in Sicherheit sein. Nur die Naiven sind der Überzeugung, sie könnten am Rande der Kampfeslinie stehen und dabei ungestört gute Unterhaltung haben. Wenn ein Krieg ausbricht, wird alles, was mit ihm in Berührung kommt, zum Schlachtfeld.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Kapitel erfuhren wir etwas über die zentrale Wichtigkeit einer genauen biblischen Theologie. Im zweiten Kapitel beleuchteten wir eine Grundwahrheit dieser Theologie, die da lautete: Jeder von uns ist der schlimmste aller Sünder. In diesem und dem nächsten Kapitel wollen wir die ‚Sache‘ mit der Sünde noch besser kennenlernen. Dabei werden wir uns besonders ihr Wesen anschauen und lernen, wie wir mit ihr umgehen sollten. Es ist gut, etwas mehr über die Sünde zu wissen, wenn man selbst einer der schlimmsten Sünder ist.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb habe ich dieses Kapitel mit dem Bericht einer Schlacht begonnen. Das Wesen der Sünde – du siehst es – ist Krieg. Sünde schafft Krieg – Krieg mit Gott, Krieg mit anderen, Krieg in dir selbst. Und was hat man in einer Ehe? Zwei Sünder, die beide das Potential zum Krieg in sich tragen. Ist es dann erstaunlich, dass der Krieg, den die Sünde in uns anzettelt, über uns kommt, wenn wir es am wenigsten erwarten – genauso wie der Krieg die ahnungslosen und schockierten Ausflügler bei der Schlacht am Bull Run überrannte?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu den Picknickern ist der Krieg der Sünde allerdings einer, über den wir eine gewisse Kontrolle haben können. Wir können zum Beispiel auf die Angriffe der Sünde unterschiedlich reagieren. Das hängt von der Art des Angriffs ab. Wenn wir versucht werden, beispielsweise auf unseren Ehepartner wütend zu sein, dann findet der Kampf zunächst in uns statt, und wir müssen schnell in die Offensive gehen. Unser Ziel ist es dann, die Sünde schon in unserem Herzen zu überwältigen, ehe sie ausbricht. Sollten wir darin unterliegen und ist sie aus unserem Her-zen auf das äußere Kampffeld unserer Ehe ausgebrochen, dann sind wir aufgefordert, Friedensstifter zu sein; unser Ziel ist dann, den offenen Kampf zu beenden.&amp;lt;ref&amp;gt;Weil alle Sünde, sowohl die auf dem Kampffeld unseres Herzens als auch die auf dem weiteren Kampfplatz deiner Ehe, auch Krieg gegen Gott ist, bist du aufgefordert, in dieser Hinsicht vor Ihm zu kapitulieren: dein Ziel ist es, Sünde zu bekennen, umzukehren und Vergebung zu empfangen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du erkannt, dass du der schlimmste aller Sünder bist? In diesem Kapitel werden wir mehr über die kriegsähnliche Natur der Sünde erfahren. Die neutestamentlichen Briefe kennen die aktive Kriegshetze der Sünde im Gläubigen. Dankbarerweise ge-ben sie uns aber auch Unterweisung und Hoffnung für den Kampf gegen die Sünde. Die Wohltaten der Wiedergeburt – die Vergebung der Sünde und unsere Beziehung zu Christus – nehmen uns nicht aus dem Kampffeld heraus, garantieren uns aber den Sieg! Vom Wort Gottes informiert und vom Heiligen Geist befähigt, kannst du nun deine Kämpfe weniger, kürzer und weniger schädlich, ja sogar befreiend werden lassen. Deine Ehe wird dadurch wachsen und viel lieblicher werden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheitskampf im Zusammenprall der Begierden  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mitglieder der jungen Gemeinde in Galatien waren verwirrt. Judaisten – die Männer, die Paulus belauerten und ihre eigene, falsche Version des Evangeliums predigen wollten – hatten die Gemeinde infiltriert. Nachdem Paulus abgereist war, wollten sie die neuen Gläubigen wieder zu formellen religiösen Praktiken des alttestamentlichen Gesetzes zurückführen. Davon wollte Paulus aber nichts hören; sein Brief an die Galater ist deshalb eine machtvolle und leidenschaftliche Verteidigung der Rechtfertigung aus Glauben und der Sühnung durch das Opfer Jesu Christi.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott le-be; ich bin mit Christus gekreuzigt, und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben, und zwar im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. Ich mache die Gnade Gottes nicht ungültig; denn wenn Gerechtigkeit durch Gesetz kommt, dann ist Christus umsonst gestorben“ (Galater 2,19-21).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Brief erfahren wir etwas Wunderbares: Diejenigen, die durch Glauben an das Evangelium in Christus sind, sind in Ihm auch tatsächlich frei – frei von der Last des Versuches, sich durch Gehorsam gegen das alttestamentliche Gesetz selbst zu rechtfertigen (Galater 5,1). Ich bin dankbar, dass Paulus, der so viel über die Sündhaftigkeit seines eigenen Herzens wusste, es vorhergesehen hat, wohin die Galater (und du und ich) mit ihrer neuen Freiheit gehen würden. Durch die Last religiöser Leistung nicht mehr gebunden, sind wir geneigt, unsere Freiheit als Freibrief zur Gottlosigkeit zu interpretieren. Deshalb warnte Paulus: ''„Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder. Nur gebraucht nicht die Freiheit als Anlass für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe!“ (Galater 5,13)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulus möchte uns nicht unter der Tyrannei des Gesetzes lassen; gleichzeitig warnt er vor einem Flirt mit der Sünde, was ein Missbrauch der christlichen Freiheit wäre. Seine Lösung für beide Irrwege ist dieselbe: Wir sollen für die Freiheit kämpfen – für die Freiheit in Christus. Er ist sehr klar in der Beschreibung des Konfliktes, den die Sünde in unseren Herzen hervorruft: ''„Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt“ (Galater 5,17)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir es. Die Fronten in diesem Krieg verlaufen nicht zwischen Mann und Frau, nicht zwischen männlich und weiblich und auch nicht zwischen dem Stärkeren und dem Schwächeren. Es ist ein Zusammenprall der Begierden – des Verlangens des Fleisches gegen das Verlangen des Geistes. Es ist ein Grabenkrieg um die Vorherrschaft über das menschliche Herz.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Heiligen Schrift wird der Ausdruck „Fleisch“ auch als Bezeichnung für das bleibende „Prinzip der Sünde“ gebraucht. Dafür gibt es auch eine Reihe anderer Ausdrücke, die alle mehr oder weniger dasselbe beschreiben, zum Beispiel: „Innewohnende Sünde“, „das Gesetz der Sünde“, „die sündige Natur“, „das Fleisch“, „der alte Mensch“. Jeder gute ‚Ehepartner-Theologe‘ sollte verstehen, dass diese Begriffe sich alle auf die Sünde beziehen, die wir noch in unserem Herzen tragen. Wie auch immer man es bezeichnet, die Absicht des „Fleisches“ ist einfach: ''„damit ihr nicht das tut, was ihr wollt“ (Galater 5,17)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
John Newton, Dichter des berühmten Kirchenliedes „Amazing Grace“ („O Gnade Gottes wunderbar“) beschrieb seine Erfahrung von Galater 5 sehr wortgewandt: „Ich möchte nicht das Ziel und die Beute wilder, eitler, törichter oder schlimmerer Fantasien werden; aber leider sind diese bösen Sachen in mir gegenwärtig; mein Herz ist wie eine Autobahn, wie eine Stadt ohne Mauern und To-re.“&amp;lt;ref&amp;gt;John Newton. Letters of John Newton, Nr. 23. Banner of Truth Trust: Carlisle, PA, Neuauflage 1990. S. 129.&amp;lt;/ref&amp;gt; Newton beschrieb etwas, das Verheiratete schnell entdecken, manchmal sogar schon vor den Flitterwochen: Da gibt es etwas Böses, das „in mir gegenwärtig“ ist. Obwohl die Schuld der Sünde getilgt ist, bleibt noch Sünde in mir und kann mich davon abhalten, die Dinge zu tun, die ich gerne tun würde.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du erkennst doch, oder nicht, dass es auch in dir ein Drängen gibt, das gegen die guten Dinge, die du in deiner Ehe tun möchtest, einen Widerstand organisiert? Wenn wir dem nachgeben und Gott nicht suchen, dann verursacht dieses Drängen, dieses Begehren keine Probleme. Aber versuche beispielsweise nur einmal, eine verlässliche und regelmäßige Gebetszeit mit deinem Partner zu planen, oder versuche, ehrlichen Herzens mit einem vertrauenswürdigen Menschen über deine Sünden zu sprechen, dann begehrt in dir etwas dagegen auf. Vielleicht kennst du auch das Problem, dass du gerade eine deiner ‚kleinen Sünden‘ bekennst und dir dann plötzlich das ‚Riesending‘ einfällt, das dir dein Partner letzte Woche angetan hat? Merkst du: Du bist im Krieg, und dabei zeigt sich sündiges Verlangen, das dich mächtig davon abhalten will, Gott Wohlgefälliges zu tun.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der Klarheit, mit der Paulus hier spricht, gehen Verheiratete manchmal immer noch davon aus, dass die Ursache für das eigene falsche Verhalten im anderen begründet liegt. Manche versuchen sogar, sündige Worte oder Handlungen damit zu rechtfertigen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es funktioniert meistens so (glaub mir, ich weiß, wovon ich rede): Ich sitze entspannt im Hier und Jetzt, tue niemandem etwas Böses, bin voll nobler Einstellungen und gehe lediglich meiner Arbeit nach, als meine Frau etwas sagt oder tut, was von meinem unangreifbaren Standpunkt aus klar eine Linie überschreitet. Ich werde daraufhin sehr effizient und schnell als Zeuge und Richter gleichzeitig tätig und bewerte ihr Verhalten eindeutig als verkehrt. Ihre Übertretung verlangt meine gerechte und entschlossene Reaktion. Um dieser Verletzung meines emotionalen Luftraumes schnell zu begegnen und um meine persönliche Sicherheit zu gewährleisten, muss ich ihre Sünde direkt und offen ansprechen. Sollte dies eine negative Auswirkung auf meine Frau haben, und sie ist in diesem Fall eindeutig der Aggressor, dann ist eine strenge Antwort bedauerlich, aber notwendig, um die Gerechtigkeit zu erhalten. Tatsächlich übe ich damit sogar Leiterschaft aus, und vielleicht lernt sie ja daraus etwas für die Zukunft.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das macht doch einen richtig guten Eindruck, oder? Die Sache ist klar und eindeutig. Tatsächlich jedoch ist mein sündiges Fleisch gerade dabei, schlicht und ergreifend das zu tun, was es am besten kann: gegen den Geist Krieg führen – und in diesem Fall auch noch gegen Kimm.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kimm sagt mir, dass auch sie einen ähnlichen inneren Kampf kennt, wenn ihre Vorstellungen mit meiner verantwortlichen Rolle als Mann kollidieren. Könnt ihr euch damit identifizieren, liebe Frauen? Sollte dein Mann vorschlagen, dir ein heißes Duftbad vorzubereiten, wird die Ehe plötzlich eitel Glückseligkeit, fast paradiesisch. Aber was geschieht, wenn seine Führung deinen Plänen zuwiderläuft? Gleichen dann seine Worte „Liebling, könntest du bitte …“ plötzlich dem Quietschen eines Messers auf dem trockenen Porzellanteller?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine beschäftigte Frau mit einem vollen Leben kann den unerwarteten Anspruch des Mannes fast wie einen Hinterhalt auf ihre Prioritäten empfinden. Kimm hat häufig einen Plan für den Tag zurechtgelegt, und da steht eine Menge drauf. Dies spiegelt ihren aufrichtigen Wunsch wider, mit den besten Absichten unserer Familie und Ehe zu dienen. Wenn aber meine Bitte bedrohlich danach aussieht, dass sie ihren sorgfältig geplanten Tages- oder Wochenplan über den Haufen werfen muss, dann kann ihr bis-lang nobles Unterfangen recht schnell zu einem unterschwelligen Verlangen werden, ihr Leben doch nach ihren eigenen Bedingungen zu managen und zu bestimmen. Wenn der Ehemann dann freundlich bittet: „Liebling, könntest du bitte …“, wird ihr das zu einer ‚Vorschlagsgranate‘, die einen Kampf in ihr auslöst. Sie will zwar keine Geist-Fleisch-Auseinandersetzung in diesem Moment, bekommt sie aber.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es schon suspekt ist, die Schuld für die eigene Sünde auf den Partner abzuschieben, wie viel sonderbarer ist es dann, ''die Ehe selbst'' dafür verantwortlich zu machen? Geht das nur mir so, oder tun wir das alle hin und wieder?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wenn ich bei der Arbeit bin, geht’s mir gut“, hört man manchmal einen Verheirateten sagen. „Erst wenn ich nach Hause komme, fängt der Kampf an.“ Wie einfach ist es doch, den Satz: „Wir haben Eheprobleme!“ auszusprechen, als ob die Ehe selbst die Probleme schaffen würde!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Hey, Bruder, bete bitte für mich? Meine Ehe ist problematisch (oder noch etwas sonderbarer: ‚sie hat Probleme‘). Er sagt nicht, dass er Probleme hat, sondern die Ehe hat Probleme. Ihm selbst geht es soweit ganz gut, aber er muss eben nur mit diesen ''Eheproblemen'' fertigwerden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Konzept, das ich hier ausbreite, dass man nämlich sich selbst, Gott und seine Ehe sehen muss, wie Gott es tut, ist unerlässlich. Ohne eine klare biblische Denkweise gibt es keine echte Hilfe. Wenn du den Grund für deine Eheprobleme ''in'' deiner Ehe siehst, dann ist das, als ob man behaupten würde, die Schlacht am Bull Run sei durch das wirklich schwierige Farmland dort verursacht worden. Die Schlacht wurde ''auf'' Farmland geführt, die Ursache dafür lag aber woanders, nämlich im Herzen der Menschen!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie kam es denn zu diesem Krieg?  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ursache unserer Ehekriege, meine Freunde, liegt weder in unserem Ehepartner noch in der Ehe selbst begründet. Es ist die Sünde in unseren Herzen – ausschließlich, vollständig, total und ohne Ausnahme. Dies wird in der Bibel durchweg so gelehrt, von der ersten Sünde bis zum letzten Gericht. Die Pharisäer wollten Sünde ebenfalls als etwas ‚da draußen‘ ansehen und versuchten, damit bei Jesus zu landen. Vergeblich, denn Er bietet uns eine überzeugende und völlig ausreichende Diagnose unseres Grundproblems an.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Was aber aus dem Mund herausgeht, kommt aus dem Herzen hervor, und das verunreinigt den Menschen. Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken: Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen; diese Dinge sind es, die den Menschen verunreinigen“ (Matthäus 15,18-20a).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakobus greift dieses Grundprinzip der menschlichen Natur auf und bringt es in unseren persönlichen Beziehungen zur Anwendung.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Woher kommen Kriege und woher Streitigkeiten unter euch? Nicht daher: Aus euren Lüsten, die in euren Gliedern streiten? Ihr begehrt und habt nichts; ihr tötet und neidet und könnt nichts erlangen; ihr streitet und führt Krieg. Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet; ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden“ (Jakobus 4,1-3).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So einfach ist das. Alle meine Worte oder Handlungen kommen aus einem einzigen Ort: meinem Herzen. Gott liebt uns so sehr, dass Er uns nicht auf eine ewige Suche schickt nach den Antworten auf die verwirrenden Fragen der Ehe. Das Problem ist nicht um uns herum oder irgendwo außerhalb von uns. Das Problem besteht in uns, in dem großen Widerstand, der in uns ist.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G.K. Chesteron schrieb einmal einen Leserbrief auf einen Zeitungsartikel, der die Leser in aller Welt dazu aufrief, die alte Frage zu beantworten: „Was stimmt nicht mit der Welt?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Antwort war kurz und brachte es auf den Punkt: „Ich“&amp;lt;ref&amp;gt;Philip Yancey. Warum ich heute noch glaube. R. Brockhaus Verlag: Wuppertal, 2002. S. 69 (Original: Soul Survivor. Doubleday: New York, 2001).&amp;lt;/ref&amp;gt;. Was ist das größte Problem in meiner Ehe? Ich bin es.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Nebel des Krieges  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du schon einmal den Ausdruck „der Nebel des Krieges“ gehört? Er will beschreiben, wie es ist, wenn mitten im Kampf plötzlich alles so chaotisch und unübersichtlich verläuft, dass man nicht mehr durchblickt. Im „Nebel des Krieges“ tun Menschen Dinge, die man nicht von ihnen erwartet hätte und von denen sie selbst geschworen hätten, sie niemals tun zu können. Der Krieg zwischen Fleisch und Geist scheint genauso zu sein – wir werden einfach von dem Impuls, der momentan am stärksten ist, hin- und hergeworfen. Und in diesen Zeiten können wir Dinge sagen und tun, für die wir uns niemals fähig gehalten hätten. Was bringt uns dazu, etwas zu tun, was wir hinterher bedauern? Schau dir die Antwort des Apostel Paulus an, der in Römer 7 von der Frontlinie berichtet:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Denn ich habe nach dem inneren Menschen Wohlgefallen am Gesetz Gottes. Aber ich sehe ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich in Gefangenschaft bringt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist“ (Römer 7,22-23).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulus hat festgestellt, dass Sünde eine Absicht hat, eine Zielsetzung. Er entdeckte ein Gesetz, eine Art ‚Betriebssystem‘ (für alle Computerfreunde unter uns), das in uns abläuft. Paulus sagte: „Ein Teil von mir hat Freude an Gottes Gesetz, aber ich sehe ein anderes Gesetz in mir, das versucht, mich in Gefangenschaft zu bringen.“ Hast du dich selbst oder deinen Ehepartner jemals sagen hören:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Ich kann nicht glauben, das getan zu haben!“&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
„Wo kam das plötzlich her?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Das bin ich einfach nicht!“&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulus kann das nachempfinden. Er nennt es das ''„Gesetz der Sünde“'', das in dir arbeitet. Dieses Gesetz widersteht explizit deinem Verlangen nach Gott und speziell, dass das Gesetz Gottes dir ins Herz geschrieben wird. Das Gesetz der Sünde möchte dich in die Gefangenschaft der Sünde bringen. Das ist trotz deiner Heilsgewissheit eine ernsthafte Angelegenheit. Jede Sünde kann versklavend wirken. Alle Sünde richtet Schaden an, der komplexe und lang anhaltende Auswirkungen haben kann. Wir ernten wirklich, was wir säen, und unsere Kämpfe haben tatsächliche Konsequenzen. Es sind keine Kriegsspiele, es ist tatsächlich Krieg!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Willkommen in der Realität!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R.C. Sproul schreibt: „In gewisser Weise ist das Leben nicht kompliziert, bis man Christ wird. Wenn wir vom Geist geboren werden, dann werden wir in einen heftigen Kampf zwischen dem alten und dem neuen Menschen hineingeboren.“&amp;lt;ref&amp;gt;R.C. Sproul. Pleasing God. Tyndale House Publishers: Wheaton, IL, Neuauflage 1994. S. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bist du Christ? Bist du verheiratet? Dann bist du neuer Mensch ''und'' alter Mensch; Mann des Geistes ''und'' Mann des Fleisches; Frau des Geistes ''und'' Frau des Fleisches. Und mitten in deinem eigenen Herzen findet eine Schlacht statt!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich vor sechsundzwanzig Jahren bekehrt und habe immer noch das ''„Gesetz der Sünde“'' in mir. Lass dich durch das Wort „Gesetz“ nicht irritieren; es bedeutet nicht, dass wir als Christen immer noch unter der absoluten Herrschaft der Sünde stehen oder dass wir beständig unsere Sünden sühnen müssten. Nein, die Sühne für die Sünden unseres gesamten Lebens ist durch unseren wunderbaren Erretter am Kreuz bereits vollständig erwirkt! Aber der aktive und unnachgiebige Einfluss der Sünde in uns bleibt bestehen. Er wird als ein „Gesetz“ dargestellt, weil er auf diese Weise auch in uns operiert – er versucht, uns zu kommandieren und zu unterwerfen. Er besteht auf der Einhaltung seiner ‚Anordnungen‘. Er torpediert unser Bestreben, etwas Heiliges tun zu wollen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir an, ich bin nach einem langen Arbeitstag auf dem Nachhauseweg und freue mich auf einen gedeckten Tisch, eine nette Begrüßung durch meine Frau und eine heitere Stimmung im Haus. Meine Bequemlichkeit ist dem Gesetz der Sünde selten eine Bedrohung. Nehmen wir aber weiter an, dass Kimm mir als Zweites oder Drittes mitteilt: „Wir müssen über etwas sprechen, was heute passiert ist …“, und ihre Stimme verrät mir sofort, dass da ein Kind irgendetwas angestellt hat.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß dann, was zu tun ist. Ich weiß um meine Verantwortung, die Familie zu führen. Ich verstehe auch die Schwere der Situation. Ich erkenne sogar, mit welcher Weisheit ich die Dinge schnell angehen könnte. Aber das Gesetz der Sünde setzt nun im selben Moment an; es möchte bewirken, dass ich irgendetwas anderes ''außer'' dem einzig Richtigen tue. Es schlägt also einen ansprechenderen Plan vor: Bringe einen tiefen Seufzer in Richtung deiner Frau auf den Weg („Musste das denn passieren?“), belle dein Kind, das zufällig am nächsten steht, mit irgendeiner allgemeinen Zurechtweisung an und ziehe dich dann an den Computer zurück, um nach neuen Updates oder eingegangenen Mails zu schauen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie verhalte ich mich, wenn das Gesetz der Sünde mir einen solchen Befehl erteilt?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was hält dich inmitten einer Auseinandersetzung, wenn du ''weißt'', dass du Unrecht hast, davon ab, innezuhalten und zu sagen: „Okay, du hast recht, es tut mir leid!“? Das Gesetz der Sünde.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was denkst du, ist der größte Hinderungsgrund für eine regelmäßige Andachtszeit? Jawohl, das Gesetz der Sünde.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn dir bewusst wird, dass deiner Ehe eine romantische Investition guttun würde, warum unternimmst du dann nichts dergleichen? Wiederum dasselbe – wegen dem Gesetz der Sünde.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normalerweise sind wir Experten darin, das Gesetz der Sünde im Leben unseres Partners festzustellen, aber weit weniger scharfsinnig dabei, wenn es darum geht, dessen Aktivitäten bei uns selbst zu erkennen. Das Gesetz der Sünde kann sich auch schnell anfühlen wie ein „so bin ich halt“ oder „das bin einfach ich“. Schließlich kommen die Befehle dieses Gesetzes ja auch aus unserem Innern. Aber jeder verheiratete Mann oder jede Frau muss in der Lage sein, mit Paulus zu sagen: ''„Ich finde also das Gesetz, dass bei mir, der ich das Gute tun will, nur das Böse vorhanden ist“ (Römer 7,21)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir waren einst Bürger des finsteren Reiches der Sünde, sind aber jetzt – durch das vollendete Werk Jesu am Kreuz – Bürger von Gottes Reich des Lichts. Jedes dieser Reiche hat für seine Bürger unterschiedliche Gesetze, denen es zu gehorchen gilt. Bürger des Reiches des Lichtes zu sein, garantiert unser endgültiges Ziel. Doch die Sünde vermag es, unsere Herzen zwischen dem Jetzt und dem Dann in eine ziemlich starke Nebelmaschine zu verwandeln.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Verrat der Sünde  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sünde hat drei Wesenszüge, die sie in die Lage versetzen, solch dichten Nebel zu erzeugen: Sünde ist gerissen, Sünde ist verführerisch, Sünde ist verräterisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sünde ist gerissen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sünde ist gerissen. Sie ist von Natur aus hinterlistig und extrem betrügerisch. Sünde bleibt schlau im Hintergrund, während sie versucht, uns zu steuern und gefangenzunehmen. Aber anders als ein Betrüger, der uns nur unser Geld abnehmen möchte, will die Sünde uns von Gott trennen. Durch ihre Lügen drängt sie uns zu einer verkehrten Sicht unserer Beziehung mit Gott.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dabei sind wir doch von Gott ''lebensabhängig''. Er ist unser gütiger Versorger, unser weiser und liebevoller Vater, der unser Bestes verfolgt und uns alle guten Dinge zuteilwerden lässt. Die Sünde möchte Gott aber so darstellen, als müsse Er uns alles erfüllen, was uns so einfällt. Dementsprechend soll Er auch alles ‚wegzaubern‘, was uns im Wege steht oder was uns auf die Nerven geht. Und wenn das nicht passiert, dann will die Sünde Gott so hinstellen, als sei Er ein launischer und engstirniger Despot, des-sen Unfähigkeit oder Weigerung, unsere Bedürfnisse zu stillen, der Grund all unserer Probleme sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl wir von Gott ''gesegnet'' wurden, möchte die Sünde uns dahin bringen, uns als ''Opfer'' Gottes zu sehen. So wirkt die Sünde jetzt. Und so wirkte sie von Anfang an.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sünde ist verführerisch  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In 1. Mose 3 verwickelt die Schlange Eva mit den Worten ''„Ja, sollte Gott gesagt haben …?“ (1. Mose 3,1; Luther 1984)'' in ein Gespräch. Als sie antwortet, beginnt die Schlange ihre Feindschaft gegen Gott zu offenbaren, indem sie Gottes Wort offen widerspricht und Seinen Charakter verdreht. ''„Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses“ (1. Mose 3,4-5)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich will diese Aussage einfach mal in der Sprache der Sünde wiedergeben: „Sei nicht dumm, Eva, du wirst nicht sterben. Gott weiß, was geschieht, wenn du diese Frucht isst – du wirst wie Gott werden … Und davor fürchtet er sich! Tatsächlich erzittert Gott vor einem selbstbestimmten, gottähnlichen menschlichen Wesen, wie du es bist. Deshalb möchte er verhindern, dass du von diesem Baum isst. Pass auf, Eva, das wird dich erstaunen: Gott enthält dir etwas vor! Damit widerfährt dir eine Ungerechtigkeit … Vergiss nicht, Eva, du hast Rechte!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spulen wir das nochmals zurück. Der Verlauf dieser Unterhaltung war der Beginn einer katastrophalen Entwicklung. Die verantwortungsbewusste Eva, die sich von Gott geliebt wusste, wurde zum ‚Opfer‘ eines ‚verdächtigen‘ Gottes, der sich durch ihre Autonomie armselig bedroht fühlte. Durch ihre sanfte Verführung hat die Sünde das erste Paar – genau wie das auch bei uns der Fall ist – zu einer absolut irrsinnigen Schlussfolgerung gebracht: Dass man dem Gott, der uns gemacht hat und der uns jeden Augenblick in Seiner Hand hält, nicht vertrauen kann!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sünde ist verräterisch  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die Sünde als gerissen und verführerisch erkennen, dann lichtet sich der Nebel des Krieges, und die Zerstörung, Sinnlosigkeit und die Verluste, die die Sünde hervorruft, können deutlich erkannt werden. Thomas Watson schrieb: „Die Sünde hofiert uns erst, und dann tötet sie uns. … Jeder, den die Sünde getötet hat, ist auch von ihr verraten worden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Watson. Die Lehre der Buße. 3L Verlag: Friedberg, 20024. S. 121 (Originaltitel: The Doctrine of Repentance. Banner of Truth: Edinburgh, 1988, Erstauflage 1668).&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier wird das Wort ‚verraten‘ gebraucht, um zu beschreiben, wie eine Vertrauensbeziehung missbraucht wird, um jemanden in die Hände seines Fein-des auszuliefern. Es ist die alte Lockvogel-Variante, eine Segensversprechung, die in einem Fluch endet. Watson betrachtete dabei dieselbe geistliche Realität, die auch Paulus gesehen hatte, als er in Römer 7, 24 schrieb: ''„Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?“''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen sind wahrscheinlich niemals dazu in der Lage, Zorn zu empfinden, der vollkommen heilig ist. Es gelingt uns fast immer, einen gehäuften Teelöffel Selbstgerechtigkeit unterzumischen. Bedenken wir aber die bösartige Raffinesse, durch welche die Sünde uns fortwährend täuschen will, dann können wir einem wirklich heiligen Zorn doch recht nahe kommen, denke ich. Wenn wir den gemeinen Verrat der Sünde an uns als größtes Problem unserer Ehe erkennen, dann kann dies, wenn auch nicht einen vollkommen heiligen Zorn, zumindest aber doch eine tiefe Entrüstung in uns hervorrufen. Und das ist eine Emotion, die auf einem Schlachtfeld sehr nützlich sein kann.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jubel auf dem Feld des Sieges  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liebe Freunde, wir ''müssen'' den Kampf mit der Sünde führen. Tun wir das nicht, wird sie uns überrennen. Aber wir haben eine Verheißung, die einen entscheidenden Unterschied bewirkt: Durch das Kreuz Christi ist die Schlacht schon gewonnen! Hör dir den Schlachtruf aus Römer 8 an:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn das dem Gesetz Unmögliche, weil es durch das Fleisch kraftlos war, tat Gott, indem er seinen eigenen Sohn in Gleichgestalt des Fleisches der Sünde und für die Sünde sandte und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die Rechtsforderung des Gesetzes erfüllt wird in uns, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist wandeln“ (Römer 8,1-4).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Bedeutung haben diese Verse für unseren Kampf mit dem Fleisch? Sie besagen, dass wir wegen zweier erstaunlicher Wirkungsweisen der Gnade Gottes Überwinder sind – egal wie besiegt wir uns vielleicht auf dem Schlachtfeld fühlen. Zum einen stehen wir als solche in Gottes Richtersaal, denen ''vergeben'' wurde; Gott sieht uns wegen des sühnenden Opfers Christi nicht mehr in Zusammenhang mit unserer Sünde. Zum anderen sind wir als ''Gerechte'' in Gottes Haus willkommen; Christi Gerechtigkeit wurde uns zugerechnet! („Zugerechnet“ bedeutet, dass Gott die Gerechtigkeit Jesu als unsere eigene bewertet.)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gott sieht in dir weit mehr als nur einen Sünder, dem vergeben wurde. Er sieht dich als eine heilige Person an. Obwohl die Kraft der Sünde weiterhin in dir am Wirken ist, wurde deren Herrschaft über dir gebrochen, und Gott sieht dich nicht mehr in Verbindung mit ihr. Bitte versuche das zu verstehen: Egal wie intensiv du noch mit Sünde kämpfst, du führst diesen Kampf als Sünder, dem vergeben wurde. Du kämpfst auf der Seite Gottes, und Er wird schlussendlich den Sieg davontragen!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie beeinflusst unsere Beziehung zu Gott nun diesen Kampf? Im erwähnten Abschnitt aus Römer 8 schreibt Paulus, dass der Heilige Geist an unserer Stelle am Wirken ist, wenn wir ''„nach dem Geist wandeln“''. Dies klingt wie die Sprache von Galater 5, wo die Kraft des Geistes mit der Kraft des Fleisches verglichen wird. Die Frucht des Geistes überwindet die Werke des Fleisches (Verse 18-25). Hier im Römerbrief vergleicht Paulus nun zwei Gesetze miteinander: das Gesetz der Sünde wird vom Gesetz des Geistes überwunden. In beiden Fällen finden wir dieselbe Wahrheit, nämlich ein Leben, freigesetzt von der Tyrannei der Sünde, und ein Herz, das sich zunehmend im Einklang mit der Herrschaft Christi befindet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ehen von Christen werden auf einem Feld großer geistlicher Schlachten geschlossen und gelebt. Aber es handelt sich um einen Krieg, der bereits gewonnen wurde. Unser wahrer Gegner befindet sich nicht neben uns im anderen Bett, sondern in unseren Herzen. Unser Feind sind die Begierden des Fleisches, die den Bestrebungen des Geistes widerstehen. Sie sind der einzige und wahre Feind unserer Ehe. Wir müssen diesen Feind gut kennen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese vielleicht überraschende Entdeckung der wahren Natur der uns innewohnenden Sünde markiert nicht das Ende unserer Ehekrisen, ist aber ein wichtiger Anfang. Es ist der Anfang einer neuen Freude an unserem Erretter und an unserem Ehepartner. Das beinhaltet auch die Wahrheit, dass es keine verlorenen Fälle und hoffnungslosen Konflikte gibt. Jeder Tag ist neu voller Gnade und voller Kraft zum Bekennen, Lieben, Vergeben und Wiederherstellen. Besser noch: Ehekonflikte sind nicht mehr nur etwas, was wir irgendwie durchstehen – in der Hoffnung, auf der anderen Seite relativ unbeschadet anzukommen. Sie tragen in gewisser Weise sogar erlösende Chancen in sich. Können sie doch gerade den Beweis dafür liefern, dass der Krieg mit der Sünde durch Christus gewonnen ist.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wie gesagt, was wir bislang in diesem Buch zusammengetragen haben, ist nur der Anfang. Nachdem wir nun gesehen haben, wie die Sünde ''mit uns'' umgeht, müssen wir im nächsten Kapitel darüber sprechen, wie wir häufig ''auf sie'' reagieren. Denn un-sere jeweilige Reaktion auf das Gesetz der Sünde bestimmt den Ausgang eines einzelnen Gefechtes.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir begannen dieses Kapitel mit der Schlacht bei Bull Run während des amerikanischen Bürgerkrieges. Die Schlacht fand weitgehend auf dem Gelände eines Farmers namens Wilmer McLean statt. Nach der Schlacht entschied Wilmer, dass er dem Geschehen doch etwas zu nahe war, und zog deshalb von dort weg – so weit es ihm möglich war. Er siedelte sich in einem kleinen ländlichen Dorf im südlichen Virginia an. Vier Jahre gingen ins Land, und Wilmer lebte in relativem Frieden – bis zum April 1865. Dann trafen die vom Krieg aufgeriebenen Armeen von General Grant und General Lee erneut aufeinander, nur wenige hundert Meter von Wilmer McLeans neuem Zufluchtsort in Appomattox, Virginia, entfernt. Zum Glück für Wilmer – und das restliche Land – machten die Widersacher dann aber ihren Frieden miteinander, anstatt ihren Konflikt erneut mit Waffen auszufechten.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß nicht, ob Wilmer Christ war, aber seine Odyssee hat mir einiges zu sagen. Zum einen: Egal wie sehr wir es versuchen, wir können dem Krieg mit der Sünde in diesem Leben nicht entkommen. Zum anderen, und das geht tiefer: Das Ende des Krieges bedeutet Frieden. Wenn wir diese Schlacht in uns führen und auch unserem Partner in seinem Kampf helfen, haben wir die Zuversicht, dass sie eines Tages zu Ende sein wird und der Friede, der uns jetzt schon in Christus bewahrt, uns vollkommen und auf ewig gehören wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/The_Fog_of_War_and_the_Law_of_Sin/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/The Fog of War and the Law of Sin/de</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/The_Fog_of_War_and_the_Law_of_Sin/de"/>
				<updated>2009-06-19T01:46:57Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Der Nebel des Kriegs und das Gesetz der Sünde: Vorbereitung auf das Unvermeidbare}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir schreiben den 21. Juli 1861. Die erste größere Schlacht des amerikanischen Bürgerkrieges begann vor Sonnenaufgang. Das Dröhnen der Kanonen schien jeden in Virginia aufzuwecken, als die Armeen der Union und der Konföderierten bei den Farmen aufeinanderstießen, die am sogenannten Bull Run Fluss gelegen waren. Aber es geschah etwas Seltsames, als der Kampf intensiver wurde. Hunderte von Washingtoner Bürgern, Senatoren, Repräsentanten, Regierungsangehörige und ihre Familien, alle in Freizeitkleidung und mit Picknick-Körben ausgerüstet, strömten zu dem Hügel nahe Manassa, um dem Kampfesverlauf zuzuschauen. Mit Operngläsern bewaffnet, um das Kämpfen zu beobachten, unterhielten sie sich freundlich, während auf den Feldern unter ihnen Männer abgeschlachtet wurden. Ein Sympathisant des Nordens kommentierte: „Das ist famos, meine Güte! Ist das nicht erstklassig? Ich vermute, morgen um diese Zeit werden wir in Richmond sein.“&amp;lt;ref&amp;gt; Doris Kearns Goodwin. Team of Rivals. Simon and Schuster: New York, 2005. S. 371.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man war guter Laune, Trinksprüche wurden gemacht. Alles in allem, so dachte man, war das eine ausgezeichnete Weise, den Sonntagnachmittag zu verbringen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plötzlich überrannte aber eine Gegenattacke der Aufständischen, angeführt von einer aggressiven Kavallerieabteilung, eine Flanke der Union und trieb ihre Armee in die Flucht. Was sich anbahnte, wurde auch für das Auge des Laien klar: Das Gelände, auf dem das heitere Picknick stattfand, würde sich wohl gleich in ein Kampffeld verwandeln. Die Zuschauer ergriffen panikartig die Flucht, nur wenige Augenblicke, bevor die Welle der Feinde über den Hügel schwappte. Die Unterhaltung war im Nu vorüber, die Schlacht war über sie gekommen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Picknicker lernten an jenem Tag etwas über den Krieg. Du kannst ihm nicht nahe und zugleich in Sicherheit sein. Nur die Naiven sind der Überzeugung, sie könnten am Rande der Kampfeslinie stehen und dabei ungestört gute Unterhaltung haben. Wenn ein Krieg ausbricht, wird alles, was mit ihm in Berührung kommt, zum Schlachtfeld.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Kapitel erfuhren wir etwas über die zentrale Wichtigkeit einer genauen biblischen Theologie. Im zweiten Kapitel beleuchteten wir eine Grundwahrheit dieser Theologie, die da lautete: Jeder von uns ist der schlimmste aller Sünder. In diesem und dem nächsten Kapitel wollen wir die ‚Sache‘ mit der Sünde noch besser kennenlernen. Dabei werden wir uns besonders ihr Wesen anschauen und lernen, wie wir mit ihr umgehen sollten. Es ist gut, etwas mehr über die Sünde zu wissen, wenn man selbst einer der schlimmsten Sünder ist.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb habe ich dieses Kapitel mit dem Bericht einer Schlacht begonnen. Das Wesen der Sünde – du siehst es – ist Krieg. Sünde schafft Krieg – Krieg mit Gott, Krieg mit anderen, Krieg in dir selbst. Und was hat man in einer Ehe? Zwei Sünder, die beide das Potential zum Krieg in sich tragen. Ist es dann erstaunlich, dass der Krieg, den die Sünde in uns anzettelt, über uns kommt, wenn wir es am wenigsten erwarten – genauso wie der Krieg die ahnungslosen und schockierten Ausflügler bei der Schlacht am Bull Run überrannte?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu den Picknickern ist der Krieg der Sünde allerdings einer, über den wir eine gewisse Kontrolle haben können. Wir können zum Beispiel auf die Angriffe der Sünde unterschiedlich reagieren. Das hängt von der Art des Angriffs ab. Wenn wir versucht werden, beispielsweise auf unseren Ehepartner wütend zu sein, dann findet der Kampf zunächst in uns statt, und wir müssen schnell in die Offensive gehen. Unser Ziel ist es dann, die Sünde schon in unserem Herzen zu überwältigen, ehe sie ausbricht. Sollten wir darin unterliegen und ist sie aus unserem Her-zen auf das äußere Kampffeld unserer Ehe ausgebrochen, dann sind wir aufgefordert, Friedensstifter zu sein; unser Ziel ist dann, den offenen Kampf zu beenden.&amp;lt;ref&amp;gt;Weil alle Sünde, sowohl die auf dem Kampffeld unseres Herzens als auch die auf dem weiteren Kampfplatz deiner Ehe, auch Krieg gegen Gott ist, bist du aufgefordert, in dieser Hinsicht vor Ihm zu kapitulieren: dein Ziel ist es, Sünde zu bekennen, umzukehren und Vergebung zu empfangen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du erkannt, dass du der schlimmste aller Sünder bist? In diesem Kapitel werden wir mehr über die kriegsähnliche Natur der Sünde erfahren. Die neutestamentlichen Briefe kennen die aktive Kriegshetze der Sünde im Gläubigen. Dankbarerweise ge-ben sie uns aber auch Unterweisung und Hoffnung für den Kampf gegen die Sünde. Die Wohltaten der Wiedergeburt – die Vergebung der Sünde und unsere Beziehung zu Christus – nehmen uns nicht aus dem Kampffeld heraus, garantieren uns aber den Sieg! Vom Wort Gottes informiert und vom Heiligen Geist befähigt, kannst du nun deine Kämpfe weniger, kürzer und weniger schädlich, ja sogar befreiend werden lassen. Deine Ehe wird dadurch wachsen und viel lieblicher werden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheitskampf im Zusammenprall der Begierden  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mitglieder der jungen Gemeinde in Galatien waren verwirrt. Judaisten – die Männer, die Paulus belauerten und ihre eigene, falsche Version des Evangeliums predigen wollten – hatten die Gemeinde infiltriert. Nachdem Paulus abgereist war, wollten sie die neuen Gläubigen wieder zu formellen religiösen Praktiken des alttestamentlichen Gesetzes zurückführen. Davon wollte Paulus aber nichts hören; sein Brief an die Galater ist deshalb eine machtvolle und leidenschaftliche Verteidigung der Rechtfertigung aus Glauben und der Sühnung durch das Opfer Jesu Christi.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott le-be; ich bin mit Christus gekreuzigt, und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben, und zwar im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. Ich mache die Gnade Gottes nicht ungültig; denn wenn Gerechtigkeit durch Gesetz kommt, dann ist Christus umsonst gestorben“ (Galater 2,19-21).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Brief erfahren wir etwas Wunderbares: Diejenigen, die durch Glauben an das Evangelium in Christus sind, sind in Ihm auch tatsächlich frei – frei von der Last des Versuches, sich durch Gehorsam gegen das alttestamentliche Gesetz selbst zu rechtfertigen (Galater 5,1). Ich bin dankbar, dass Paulus, der so viel über die Sündhaftigkeit seines eigenen Herzens wusste, es vorhergesehen hat, wohin die Galater (und du und ich) mit ihrer neuen Freiheit gehen würden. Durch die Last religiöser Leistung nicht mehr gebunden, sind wir geneigt, unsere Freiheit als Freibrief zur Gottlosigkeit zu interpretieren. Deshalb warnte Paulus: ''„Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder. Nur gebraucht nicht die Freiheit als Anlass für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe!“ (Galater 5,13)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulus möchte uns nicht unter der Tyrannei des Gesetzes lassen; gleichzeitig warnt er vor einem Flirt mit der Sünde, was ein Missbrauch der christlichen Freiheit wäre. Seine Lösung für beide Irrwege ist dieselbe: Wir sollen für die Freiheit kämpfen – für die Freiheit in Christus. Er ist sehr klar in der Beschreibung des Konfliktes, den die Sünde in unseren Herzen hervorruft: ''„Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt“ (Galater 5,17)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir es. Die Fronten in diesem Krieg verlaufen nicht zwischen Mann und Frau, nicht zwischen männlich und weiblich und auch nicht zwischen dem Stärkeren und dem Schwächeren. Es ist ein Zusammenprall der Begierden – des Verlangens des Fleisches gegen das Verlangen des Geistes. Es ist ein Grabenkrieg um die Vorherrschaft über das menschliche Herz.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Heiligen Schrift wird der Ausdruck „Fleisch“ auch als Bezeichnung für das bleibende „Prinzip der Sünde“ gebraucht. Dafür gibt es auch eine Reihe anderer Ausdrücke, die alle mehr oder weniger dasselbe beschreiben, zum Beispiel: „Innewohnende Sünde“, „das Gesetz der Sünde“, „die sündige Natur“, „das Fleisch“, „der alte Mensch“. Jeder gute ‚Ehepartner-Theologe‘ sollte verstehen, dass diese Begriffe sich alle auf die Sünde beziehen, die wir noch in unserem Herzen tragen. Wie auch immer man es bezeichnet, die Absicht des „Fleisches“ ist einfach: ''„damit ihr nicht das tut, was ihr wollt“ (Galater 5,17)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
John Newton, Dichter des berühmten Kirchenliedes „Amazing Grace“ („O Gnade Gottes wunderbar“) beschrieb seine Erfahrung von Galater 5 sehr wortgewandt: „Ich möchte nicht das Ziel und die Beute wilder, eitler, törichter oder schlimmerer Fantasien werden; aber leider sind diese bösen Sachen in mir gegenwärtig; mein Herz ist wie eine Autobahn, wie eine Stadt ohne Mauern und To-re.“&amp;lt;ref&amp;gt;John Newton. Letters of John Newton, Nr. 23. Banner of Truth Trust: Carlisle, PA, Neuauflage 1990. S. 129.&amp;lt;/ref&amp;gt; Newton beschrieb etwas, das Verheiratete schnell entdecken, manchmal sogar schon vor den Flitterwochen: Da gibt es etwas Böses, das „in mir gegenwärtig“ ist. Obwohl die Schuld der Sünde getilgt ist, bleibt noch Sünde in mir und kann mich davon abhalten, die Dinge zu tun, die ich gerne tun würde.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du erkennst doch, oder nicht, dass es auch in dir ein Drängen gibt, das gegen die guten Dinge, die du in deiner Ehe tun möchtest, einen Widerstand organisiert? Wenn wir dem nachgeben und Gott nicht suchen, dann verursacht dieses Drängen, dieses Begehren keine Probleme. Aber versuche beispielsweise nur einmal, eine verlässliche und regelmäßige Gebetszeit mit deinem Partner zu planen, oder versuche, ehrlichen Herzens mit einem vertrauenswürdigen Menschen über deine Sünden zu sprechen, dann begehrt in dir etwas dagegen auf. Vielleicht kennst du auch das Problem, dass du gerade eine deiner ‚kleinen Sünden‘ bekennst und dir dann plötzlich das ‚Riesending‘ einfällt, das dir dein Partner letzte Woche angetan hat? Merkst du: Du bist im Krieg, und dabei zeigt sich sündiges Verlangen, das dich mächtig davon abhalten will, Gott Wohlgefälliges zu tun.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der Klarheit, mit der Paulus hier spricht, gehen Verheiratete manchmal immer noch davon aus, dass die Ursache für das eigene falsche Verhalten im anderen begründet liegt. Manche versuchen sogar, sündige Worte oder Handlungen damit zu rechtfertigen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es funktioniert meistens so (glaub mir, ich weiß, wovon ich rede): Ich sitze entspannt im Hier und Jetzt, tue niemandem etwas Böses, bin voll nobler Einstellungen und gehe lediglich meiner Arbeit nach, als meine Frau etwas sagt oder tut, was von meinem unangreifbaren Standpunkt aus klar eine Linie überschreitet. Ich werde daraufhin sehr effizient und schnell als Zeuge und Richter gleichzeitig tätig und bewerte ihr Verhalten eindeutig als verkehrt. Ihre Übertretung verlangt meine gerechte und entschlossene Reaktion. Um dieser Verletzung meines emotionalen Luftraumes schnell zu begegnen und um meine persönliche Sicherheit zu gewährleisten, muss ich ihre Sünde direkt und offen ansprechen. Sollte dies eine negative Auswirkung auf meine Frau haben, und sie ist in diesem Fall eindeutig der Aggressor, dann ist eine strenge Antwort bedauerlich, aber notwendig, um die Gerechtigkeit zu erhalten. Tatsächlich übe ich damit sogar Leiterschaft aus, und vielleicht lernt sie ja daraus etwas für die Zukunft.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das macht doch einen richtig guten Eindruck, oder? Die Sache ist klar und eindeutig. Tatsächlich jedoch ist mein sündiges Fleisch gerade dabei, schlicht und ergreifend das zu tun, was es am besten kann: gegen den Geist Krieg führen – und in diesem Fall auch noch gegen Kimm.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kimm sagt mir, dass auch sie einen ähnlichen inneren Kampf kennt, wenn ihre Vorstellungen mit meiner verantwortlichen Rolle als Mann kollidieren. Könnt ihr euch damit identifizieren, liebe Frauen? Sollte dein Mann vorschlagen, dir ein heißes Duftbad vorzubereiten, wird die Ehe plötzlich eitel Glückseligkeit, fast paradiesisch. Aber was geschieht, wenn seine Führung deinen Plänen zuwiderläuft? Gleichen dann seine Worte „Liebling, könntest du bitte …“ plötzlich dem Quietschen eines Messers auf dem trockenen Porzellanteller?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine beschäftigte Frau mit einem vollen Leben kann den unerwarteten Anspruch des Mannes fast wie einen Hinterhalt auf ihre Prioritäten empfinden. Kimm hat häufig einen Plan für den Tag zurechtgelegt, und da steht eine Menge drauf. Dies spiegelt ihren aufrichtigen Wunsch wider, mit den besten Absichten unserer Familie und Ehe zu dienen. Wenn aber meine Bitte bedrohlich danach aussieht, dass sie ihren sorgfältig geplanten Tages- oder Wochenplan über den Haufen werfen muss, dann kann ihr bis-lang nobles Unterfangen recht schnell zu einem unterschwelligen Verlangen werden, ihr Leben doch nach ihren eigenen Bedingungen zu managen und zu bestimmen. Wenn der Ehemann dann freundlich bittet: „Liebling, könntest du bitte …“, wird ihr das zu einer ‚Vorschlagsgranate‘, die einen Kampf in ihr auslöst. Sie will zwar keine Geist-Fleisch-Auseinandersetzung in diesem Moment, bekommt sie aber.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es schon suspekt ist, die Schuld für die eigene Sünde auf den Partner abzuschieben, wie viel sonderbarer ist es dann, ''die Ehe selbst'' dafür verantwortlich zu machen? Geht das nur mir so, oder tun wir das alle hin und wieder?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wenn ich bei der Arbeit bin, geht’s mir gut“, hört man manchmal einen Verheirateten sagen. „Erst wenn ich nach Hause komme, fängt der Kampf an.“ Wie einfach ist es doch, den Satz: „Wir haben Eheprobleme!“ auszusprechen, als ob die Ehe selbst die Probleme schaffen würde!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Hey, Bruder, bete bitte für mich? Meine Ehe ist problematisch (oder noch etwas sonderbarer: ‚sie hat Probleme‘). Er sagt nicht, dass er Probleme hat, sondern die Ehe hat Probleme. Ihm selbst geht es soweit ganz gut, aber er muss eben nur mit diesen ''Eheproblemen'' fertigwerden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Konzept, das ich hier ausbreite, dass man nämlich sich selbst, Gott und seine Ehe sehen muss, wie Gott es tut, ist unerlässlich. Ohne eine klare biblische Denkweise gibt es keine echte Hilfe. Wenn du den Grund für deine Eheprobleme ''in'' deiner Ehe siehst, dann ist das, als ob man behaupten würde, die Schlacht am Bull Run sei durch das wirklich schwierige Farmland dort verursacht worden. Die Schlacht wurde ''auf'' Farmland geführt, die Ursache dafür lag aber woanders, nämlich im Herzen der Menschen!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie kam es denn zu diesem Krieg?  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ursache unserer Ehekriege, meine Freunde, liegt weder in unserem Ehepartner noch in der Ehe selbst begründet. Es ist die Sünde in unseren Herzen – ausschließlich, vollständig, total und ohne Ausnahme. Dies wird in der Bibel durchweg so gelehrt, von der ersten Sünde bis zum letzten Gericht. Die Pharisäer wollten Sünde ebenfalls als etwas ‚da draußen‘ ansehen und versuchten, damit bei Jesus zu landen. Vergeblich, denn Er bietet uns eine überzeugende und völlig ausreichende Diagnose unseres Grundproblems an.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Was aber aus dem Mund herausgeht, kommt aus dem Herzen hervor, und das verunreinigt den Menschen. Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken: Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen; diese Dinge sind es, die den Menschen verunreinigen“ (Matthäus 15,18-20a).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jakobus greift dieses Grundprinzip der menschlichen Natur auf und bringt es in unseren persönlichen Beziehungen zur Anwendung.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Woher kommen Kriege und woher Streitigkeiten unter euch? Nicht daher: Aus euren Lüsten, die in euren Gliedern streiten? Ihr begehrt und habt nichts; ihr tötet und neidet und könnt nichts erlangen; ihr streitet und führt Krieg. Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet; ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden“ (Jakobus 4,1-3).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So einfach ist das. Alle meine Worte oder Handlungen kommen aus einem einzigen Ort: meinem Herzen. Gott liebt uns so sehr, dass Er uns nicht auf eine ewige Suche schickt nach den Antworten auf die verwirrenden Fragen der Ehe. Das Problem ist nicht um uns herum oder irgendwo außerhalb von uns. Das Problem besteht in uns, in dem großen Widerstand, der in uns ist.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
G.K. Chesteron schrieb einmal einen Leserbrief auf einen Zeitungsartikel, der die Leser in aller Welt dazu aufrief, die alte Frage zu beantworten: „Was stimmt nicht mit der Welt?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Antwort war kurz und brachte es auf den Punkt: „Ich“&amp;lt;ref&amp;gt;Philip Yancey. Warum ich heute noch glaube. R. Brockhaus Verlag: Wuppertal, 2002. S. 69 (Original: Soul Survivor. Doubleday: New York, 2001).&amp;lt;/ref&amp;gt;. Was ist das größte Problem in meiner Ehe? Ich bin es.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Nebel des Krieges  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du schon einmal den Ausdruck „der Nebel des Krieges“ gehört? Er will beschreiben, wie es ist, wenn mitten im Kampf plötzlich alles so chaotisch und unübersichtlich verläuft, dass man nicht mehr durchblickt. Im „Nebel des Krieges“ tun Menschen Dinge, die man nicht von ihnen erwartet hätte und von denen sie selbst geschworen hätten, sie niemals tun zu können. Der Krieg zwischen Fleisch und Geist scheint genauso zu sein – wir werden einfach von dem Impuls, der momentan am stärksten ist, hin- und hergeworfen. Und in diesen Zeiten können wir Dinge sagen und tun, für die wir uns niemals fähig gehalten hätten. Was bringt uns dazu, etwas zu tun, was wir hinterher bedauern? Schau dir die Antwort des Apostel Paulus an, der in Römer 7 von der Frontlinie berichtet:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Denn ich habe nach dem inneren Menschen Wohlgefallen am Gesetz Gottes. Aber ich sehe ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich in Gefangenschaft bringt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist“ (Römer 7,22-23).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulus hat festgestellt, dass Sünde eine Absicht hat, eine Zielsetzung. Er entdeckte ein Gesetz, eine Art ‚Betriebssystem‘ (für alle Computerfreunde unter uns), das in uns abläuft. Paulus sagte: „Ein Teil von mir hat Freude an Gottes Gesetz, aber ich sehe ein anderes Gesetz in mir, das versucht, mich in Gefangenschaft zu bringen.“ Hast du dich selbst oder deinen Ehepartner jemals sagen hören:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Ich kann nicht glauben, das getan zu haben!“&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
„Wo kam das plötzlich her?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Das bin ich einfach nicht!“&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulus kann das nachempfinden. Er nennt es das ''„Gesetz der Sünde“'', das in dir arbeitet. Dieses Gesetz widersteht explizit deinem Verlangen nach Gott und speziell, dass das Gesetz Gottes dir ins Herz geschrieben wird. Das Gesetz der Sünde möchte dich in die Gefangenschaft der Sünde bringen. Das ist trotz deiner Heilsgewissheit eine ernsthafte Angelegenheit. Jede Sünde kann versklavend wirken. Alle Sünde richtet Schaden an, der komplexe und lang anhaltende Auswirkungen haben kann. Wir ernten wirklich, was wir säen, und unsere Kämpfe haben tatsächliche Konsequenzen. Es sind keine Kriegsspiele, es ist tatsächlich Krieg!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Willkommen in der Realität!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R.C. Sproul schreibt: „In gewisser Weise ist das Leben nicht kompliziert, bis man Christ wird. Wenn wir vom Geist geboren werden, dann werden wir in einen heftigen Kampf zwischen dem alten und dem neuen Menschen hineingeboren.“&amp;lt;ref&amp;gt;R.C. Sproul. Pleasing God. Tyndale House Publishers: Wheaton, IL, Neuauflage 1994. S. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bist du Christ? Bist du verheiratet? Dann bist du neuer Mensch ''und'' alter Mensch; Mann des Geistes ''und'' Mann des Fleisches; Frau des Geistes ''und'' Frau des Fleisches. Und mitten in deinem eigenen Herzen findet eine Schlacht statt!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe mich vor sechsundzwanzig Jahren bekehrt und habe immer noch das ''„Gesetz der Sünde“'' in mir. Lass dich durch das Wort „Gesetz“ nicht irritieren; es bedeutet nicht, dass wir als Christen immer noch unter der absoluten Herrschaft der Sünde stehen oder dass wir beständig unsere Sünden sühnen müssten. Nein, die Sühne für die Sünden unseres gesamten Lebens ist durch unseren wunderbaren Erretter am Kreuz bereits vollständig erwirkt! Aber der aktive und unnachgiebige Einfluss der Sünde in uns bleibt bestehen. Er wird als ein „Gesetz“ dargestellt, weil er auf diese Weise auch in uns operiert – er versucht, uns zu kommandieren und zu unterwerfen. Er besteht auf der Einhaltung seiner ‚Anordnungen‘. Er torpediert unser Bestreben, etwas Heiliges tun zu wollen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nehmen wir an, ich bin nach einem langen Arbeitstag auf dem Nachhauseweg und freue mich auf einen gedeckten Tisch, eine nette Begrüßung durch meine Frau und eine heitere Stimmung im Haus. Meine Bequemlichkeit ist dem Gesetz der Sünde selten eine Bedrohung. Nehmen wir aber weiter an, dass Kimm mir als Zweites oder Drittes mitteilt: „Wir müssen über etwas sprechen, was heute passiert ist …“, und ihre Stimme verrät mir sofort, dass da ein Kind irgendetwas angestellt hat.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß dann, was zu tun ist. Ich weiß um meine Verantwortung, die Familie zu führen. Ich verstehe auch die Schwere der Situation. Ich erkenne sogar, mit welcher Weisheit ich die Dinge schnell angehen könnte. Aber das Gesetz der Sünde setzt nun im selben Moment an; es möchte bewirken, dass ich irgendetwas anderes ''außer'' dem einzig Richtigen tue. Es schlägt also einen ansprechenderen Plan vor: Bringe einen tiefen Seufzer in Richtung deiner Frau auf den Weg („Musste das denn passieren?“), belle dein Kind, das zufällig am nächsten steht, mit irgendeiner allgemeinen Zurechtweisung an und ziehe dich dann an den Computer zurück, um nach neuen Updates oder eingegangenen Mails zu schauen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie verhalte ich mich, wenn das Gesetz der Sünde mir einen solchen Befehl erteilt?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was hält dich inmitten einer Auseinandersetzung, wenn du ''weißt'', dass du Unrecht hast, davon ab, innezuhalten und zu sagen: „Okay, du hast recht, es tut mir leid!“? Das Gesetz der Sünde.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was denkst du, ist der größte Hinderungsgrund für eine regelmäßige Andachtszeit? Jawohl, das Gesetz der Sünde.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn dir bewusst wird, dass deiner Ehe eine romantische Investition guttun würde, warum unternimmst du dann nichts dergleichen? Wiederum dasselbe – wegen dem Gesetz der Sünde.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normalerweise sind wir Experten darin, das Gesetz der Sünde im Leben unseres Partners festzustellen, aber weit weniger scharfsinnig dabei, wenn es darum geht, dessen Aktivitäten bei uns selbst zu erkennen. Das Gesetz der Sünde kann sich auch schnell anfühlen wie ein „so bin ich halt“ oder „das bin einfach ich“. Schließlich kommen die Befehle dieses Gesetzes ja auch aus unserem Innern. Aber jeder verheiratete Mann oder jede Frau muss in der Lage sein, mit Paulus zu sagen: ''„Ich finde also das Gesetz, dass bei mir, der ich das Gute tun will, nur das Böse vorhanden ist“ (Römer 7,21)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir waren einst Bürger des finsteren Reiches der Sünde, sind aber jetzt – durch das vollendete Werk Jesu am Kreuz – Bürger von Gottes Reich des Lichts. Jedes dieser Reiche hat für seine Bürger unterschiedliche Gesetze, denen es zu gehorchen gilt. Bürger des Reiches des Lichtes zu sein, garantiert unser endgültiges Ziel. Doch die Sünde vermag es, unsere Herzen zwischen dem Jetzt und dem Dann in eine ziemlich starke Nebelmaschine zu verwandeln.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Verrat der Sünde  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sünde hat drei Wesenszüge, die sie in die Lage versetzen, solch dichten Nebel zu erzeugen: Sünde ist gerissen, Sünde ist verführerisch, Sünde ist verräterisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sünde ist gerissen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sünde ist gerissen. Sie ist von Natur aus hinterlistig und extrem betrügerisch. Sünde bleibt schlau im Hintergrund, während sie versucht, uns zu steuern und gefangenzunehmen. Aber anders als ein Betrüger, der uns nur unser Geld abnehmen möchte, will die Sünde uns von Gott trennen. Durch ihre Lügen drängt sie uns zu einer verkehrten Sicht unserer Beziehung mit Gott.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dabei sind wir doch von Gott ''lebensabhängig''. Er ist unser gütiger Versorger, unser weiser und liebevoller Vater, der unser Bestes verfolgt und uns alle guten Dinge zuteilwerden lässt. Die Sünde möchte Gott aber so darstellen, als müsse Er uns alles erfüllen, was uns so einfällt. Dementsprechend soll Er auch alles ‚wegzaubern‘, was uns im Wege steht oder was uns auf die Nerven geht. Und wenn das nicht passiert, dann will die Sünde Gott so hinstellen, als sei Er ein launischer und engstirniger Despot, des-sen Unfähigkeit oder Weigerung, unsere Bedürfnisse zu stillen, der Grund all unserer Probleme sei.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl wir von Gott ''gesegnet'' wurden, möchte die Sünde uns dahin bringen, uns als ''Opfer'' Gottes zu sehen. So wirkt die Sünde jetzt. Und so wirkte sie von Anfang an.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In 1. Mose 3 verwickelt die Schlange Eva mit den Worten ''„Ja, sollte Gott gesagt haben …?“ (1. Mose 3,1; Luther 1984)'' in ein Gespräch. Als sie antwortet, beginnt die Schlange ihre Feindschaft gegen Gott zu offenbaren, indem sie Gottes Wort offen widerspricht und Seinen Charakter verdreht. ''„Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses“ (1. Mose 3,4-5)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich will diese Aussage einfach mal in der Sprache der Sünde wiedergeben: „Sei nicht dumm, Eva, du wirst nicht sterben. Gott weiß, was geschieht, wenn du diese Frucht isst – du wirst wie Gott werden … Und davor fürchtet er sich! Tatsächlich erzittert Gott vor einem selbstbestimmten, gottähnlichen menschlichen Wesen, wie du es bist. Deshalb möchte er verhindern, dass du von diesem Baum isst. Pass auf, Eva, das wird dich erstaunen: Gott enthält dir etwas vor! Damit widerfährt dir eine Ungerechtigkeit … Vergiss nicht, Eva, du hast Rechte!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spulen wir das nochmals zurück. Der Verlauf dieser Unterhaltung war der Beginn einer katastrophalen Entwicklung. Die verantwortungsbewusste Eva, die sich von Gott geliebt wusste, wurde zum ‚Opfer‘ eines ‚verdächtigen‘ Gottes, der sich durch ihre Autonomie armselig bedroht fühlte. Durch ihre sanfte Verführung hat die Sünde das erste Paar – genau wie das auch bei uns der Fall ist – zu einer absolut irrsinnigen Schlussfolgerung gebracht: Dass man dem Gott, der uns gemacht hat und der uns jeden Augenblick in Seiner Hand hält, nicht vertrauen kann!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sünde ist verräterisch  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir die Sünde als gerissen und verführerisch erkennen, dann lichtet sich der Nebel des Krieges, und die Zerstörung, Sinnlosigkeit und die Verluste, die die Sünde hervorruft, können deutlich erkannt werden. Thomas Watson schrieb: „Die Sünde hofiert uns erst, und dann tötet sie uns. … Jeder, den die Sünde getötet hat, ist auch von ihr verraten worden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Watson. Die Lehre der Buße. 3L Verlag: Friedberg, 20024. S. 121 (Originaltitel: The Doctrine of Repentance. Banner of Truth: Edinburgh, 1988, Erstauflage 1668).&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier wird das Wort ‚verraten‘ gebraucht, um zu beschreiben, wie eine Vertrauensbeziehung missbraucht wird, um jemanden in die Hände seines Fein-des auszuliefern. Es ist die alte Lockvogel-Variante, eine Segensversprechung, die in einem Fluch endet. Watson betrachtete dabei dieselbe geistliche Realität, die auch Paulus gesehen hatte, als er in Römer 7, 24 schrieb: ''„Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?“''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen sind wahrscheinlich niemals dazu in der Lage, Zorn zu empfinden, der vollkommen heilig ist. Es gelingt uns fast immer, einen gehäuften Teelöffel Selbstgerechtigkeit unterzumischen. Bedenken wir aber die bösartige Raffinesse, durch welche die Sünde uns fortwährend täuschen will, dann können wir einem wirklich heiligen Zorn doch recht nahe kommen, denke ich. Wenn wir den gemeinen Verrat der Sünde an uns als größtes Problem unserer Ehe erkennen, dann kann dies, wenn auch nicht einen vollkommen heiligen Zorn, zumindest aber doch eine tiefe Entrüstung in uns hervorrufen. Und das ist eine Emotion, die auf einem Schlachtfeld sehr nützlich sein kann.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jubel auf dem Feld des Sieges  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liebe Freunde, wir ''müssen'' den Kampf mit der Sünde führen. Tun wir das nicht, wird sie uns überrennen. Aber wir haben eine Verheißung, die einen entscheidenden Unterschied bewirkt: Durch das Kreuz Christi ist die Schlacht schon gewonnen! Hör dir den Schlachtruf aus Römer 8 an:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Also gibt es jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn das dem Gesetz Unmögliche, weil es durch das Fleisch kraftlos war, tat Gott, indem er seinen eigenen Sohn in Gleichgestalt des Fleisches der Sünde und für die Sünde sandte und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die Rechtsforderung des Gesetzes erfüllt wird in uns, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist wandeln“ (Römer 8,1-4).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Bedeutung haben diese Verse für unseren Kampf mit dem Fleisch? Sie besagen, dass wir wegen zweier erstaunlicher Wirkungsweisen der Gnade Gottes Überwinder sind – egal wie besiegt wir uns vielleicht auf dem Schlachtfeld fühlen. Zum einen stehen wir als solche in Gottes Richtersaal, denen ''vergeben'' wurde; Gott sieht uns wegen des sühnenden Opfers Christi nicht mehr in Zusammenhang mit unserer Sünde. Zum anderen sind wir als ''Gerechte'' in Gottes Haus willkommen; Christi Gerechtigkeit wurde uns zugerechnet! („Zugerechnet“ bedeutet, dass Gott die Gerechtigkeit Jesu als unsere eigene bewertet.)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gott sieht in dir weit mehr als nur einen Sünder, dem vergeben wurde. Er sieht dich als eine heilige Person an. Obwohl die Kraft der Sünde weiterhin in dir am Wirken ist, wurde deren Herrschaft über dir gebrochen, und Gott sieht dich nicht mehr in Verbindung mit ihr. Bitte versuche das zu verstehen: Egal wie intensiv du noch mit Sünde kämpfst, du führst diesen Kampf als Sünder, dem vergeben wurde. Du kämpfst auf der Seite Gottes, und Er wird schlussendlich den Sieg davontragen!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie beeinflusst unsere Beziehung zu Gott nun diesen Kampf? Im erwähnten Abschnitt aus Römer 8 schreibt Paulus, dass der Heilige Geist an unserer Stelle am Wirken ist, wenn wir ''„nach dem Geist wandeln“''. Dies klingt wie die Sprache von Galater 5, wo die Kraft des Geistes mit der Kraft des Fleisches verglichen wird. Die Frucht des Geistes überwindet die Werke des Fleisches (Verse 18-25). Hier im Römerbrief vergleicht Paulus nun zwei Gesetze miteinander: das Gesetz der Sünde wird vom Gesetz des Geistes überwunden. In beiden Fällen finden wir dieselbe Wahrheit, nämlich ein Leben, freigesetzt von der Tyrannei der Sünde, und ein Herz, das sich zunehmend im Einklang mit der Herrschaft Christi befindet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ehen von Christen werden auf einem Feld großer geistlicher Schlachten geschlossen und gelebt. Aber es handelt sich um einen Krieg, der bereits gewonnen wurde. Unser wahrer Gegner befindet sich nicht neben uns im anderen Bett, sondern in unseren Herzen. Unser Feind sind die Begierden des Fleisches, die den Bestrebungen des Geistes widerstehen. Sie sind der einzige und wahre Feind unserer Ehe. Wir müssen diesen Feind gut kennen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese vielleicht überraschende Entdeckung der wahren Natur der uns innewohnenden Sünde markiert nicht das Ende unserer Ehekrisen, ist aber ein wichtiger Anfang. Es ist der Anfang einer neuen Freude an unserem Erretter und an unserem Ehepartner. Das beinhaltet auch die Wahrheit, dass es keine verlorenen Fälle und hoffnungslosen Konflikte gibt. Jeder Tag ist neu voller Gnade und voller Kraft zum Bekennen, Lieben, Vergeben und Wiederherstellen. Besser noch: Ehekonflikte sind nicht mehr nur etwas, was wir irgendwie durchstehen – in der Hoffnung, auf der anderen Seite relativ unbeschadet anzukommen. Sie tragen in gewisser Weise sogar erlösende Chancen in sich. Können sie doch gerade den Beweis dafür liefern, dass der Krieg mit der Sünde durch Christus gewonnen ist.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber wie gesagt, was wir bislang in diesem Buch zusammengetragen haben, ist nur der Anfang. Nachdem wir nun gesehen haben, wie die Sünde ''mit uns'' umgeht, müssen wir im nächsten Kapitel darüber sprechen, wie wir häufig ''auf sie'' reagieren. Denn un-sere jeweilige Reaktion auf das Gesetz der Sünde bestimmt den Ausgang eines einzelnen Gefechtes.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir begannen dieses Kapitel mit der Schlacht bei Bull Run während des amerikanischen Bürgerkrieges. Die Schlacht fand weitgehend auf dem Gelände eines Farmers namens Wilmer McLean statt. Nach der Schlacht entschied Wilmer, dass er dem Geschehen doch etwas zu nahe war, und zog deshalb von dort weg – so weit es ihm möglich war. Er siedelte sich in einem kleinen ländlichen Dorf im südlichen Virginia an. Vier Jahre gingen ins Land, und Wilmer lebte in relativem Frieden – bis zum April 1865. Dann trafen die vom Krieg aufgeriebenen Armeen von General Grant und General Lee erneut aufeinander, nur wenige hundert Meter von Wilmer McLeans neuem Zufluchtsort in Appomattox, Virginia, entfernt. Zum Glück für Wilmer – und das restliche Land – machten die Widersacher dann aber ihren Frieden miteinander, anstatt ihren Konflikt erneut mit Waffen auszufechten.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich weiß nicht, ob Wilmer Christ war, aber seine Odyssee hat mir einiges zu sagen. Zum einen: Egal wie sehr wir es versuchen, wir können dem Krieg mit der Sünde in diesem Leben nicht entkommen. Zum anderen, und das geht tiefer: Das Ende des Krieges bedeutet Frieden. Wenn wir diese Schlacht in uns führen und auch unserem Partner in seinem Kampf helfen, haben wir die Zuversicht, dass sie eines Tages zu Ende sein wird und der Friede, der uns jetzt schon in Christus bewahrt, uns vollkommen und auf ewig gehören wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/The_Fog_of_War_and_the_Law_of_Sin/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/The Fog of War and the Law of Sin/de</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/The_Fog_of_War_and_the_Law_of_Sin/de"/>
				<updated>2009-06-19T01:26:16Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Der Nebel des Kriegs und das Gesetz der Sünde: Vorbereitung auf das Unvermeidbare}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir schreiben den 21. Juli 1861. Die erste größere Schlacht des amerikanischen Bürgerkrieges begann vor Sonnenaufgang. Das Dröhnen der Kanonen schien jeden in Virginia aufzuwecken, als die Armeen der Union und der Konföderierten bei den Farmen aufeinanderstießen, die am sogenannten Bull Run Fluss gelegen waren. Aber es geschah etwas Seltsames, als der Kampf intensiver wurde. Hunderte von Washingtoner Bürgern, Senatoren, Repräsentanten, Regierungsangehörige und ihre Familien, alle in Freizeitkleidung und mit Picknick-Körben ausgerüstet, strömten zu dem Hügel nahe Manassa, um dem Kampfesverlauf zuzuschauen. Mit Operngläsern bewaffnet, um das Kämpfen zu beobachten, unterhielten sie sich freundlich, während auf den Feldern unter ihnen Männer abgeschlachtet wurden. Ein Sympathisant des Nordens kommentierte: „Das ist famos, meine Güte! Ist das nicht erstklassig? Ich vermute, morgen um diese Zeit werden wir in Richmond sein.“&amp;lt;ref&amp;gt; Doris Kearns Goodwin. Team of Rivals. Simon and Schuster: New York, 2005. S. 371.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man war guter Laune, Trinksprüche wurden gemacht. Alles in allem, so dachte man, war das eine ausgezeichnete Weise, den Sonntagnachmittag zu verbringen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Plötzlich überrannte aber eine Gegenattacke der Aufständischen, angeführt von einer aggressiven Kavallerieabteilung, eine Flanke der Union und trieb ihre Armee in die Flucht. Was sich anbahnte, wurde auch für das Auge des Laien klar: Das Gelände, auf dem das heitere Picknick stattfand, würde sich wohl gleich in ein Kampffeld verwandeln. Die Zuschauer ergriffen panikartig die Flucht, nur wenige Augenblicke, bevor die Welle der Feinde über den Hügel schwappte. Die Unterhaltung war im Nu vorüber, die Schlacht war über sie gekommen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Picknicker lernten an jenem Tag etwas über den Krieg. Du kannst ihm nicht nahe und zugleich in Sicherheit sein. Nur die Naiven sind der Überzeugung, sie könnten am Rande der Kampfeslinie stehen und dabei ungestört gute Unterhaltung haben. Wenn ein Krieg ausbricht, wird alles, was mit ihm in Berührung kommt, zum Schlachtfeld.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Kapitel erfuhren wir etwas über die zentrale Wichtigkeit einer genauen biblischen Theologie. Im zweiten Kapitel beleuchteten wir eine Grundwahrheit dieser Theologie, die da lautete: Jeder von uns ist der schlimmste aller Sünder. In diesem und dem nächsten Kapitel wollen wir die ‚Sache‘ mit der Sünde noch besser kennenlernen. Dabei werden wir uns besonders ihr Wesen anschauen und lernen, wie wir mit ihr umgehen sollten. Es ist gut, etwas mehr über die Sünde zu wissen, wenn man selbst einer der schlimmsten Sünder ist.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb habe ich dieses Kapitel mit dem Bericht einer Schlacht begonnen. Das Wesen der Sünde – du siehst es – ist Krieg. Sünde schafft Krieg – Krieg mit Gott, Krieg mit anderen, Krieg in dir selbst. Und was hat man in einer Ehe? Zwei Sünder, die beide das Potential zum Krieg in sich tragen. Ist es dann erstaunlich, dass der Krieg, den die Sünde in uns anzettelt, über uns kommt, wenn wir es am wenigsten erwarten – genauso wie der Krieg die ahnungslosen und schockierten Ausflügler bei der Schlacht am Bull Run überrannte?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu den Picknickern ist der Krieg der Sünde allerdings einer, über den wir eine gewisse Kontrolle haben können. Wir können zum Beispiel auf die Angriffe der Sünde unterschiedlich reagieren. Das hängt von der Art des Angriffs ab. Wenn wir versucht werden, beispielsweise auf unseren Ehepartner wütend zu sein, dann findet der Kampf zunächst in uns statt, und wir müssen schnell in die Offensive gehen. Unser Ziel ist es dann, die Sünde schon in unserem Herzen zu überwältigen, ehe sie ausbricht. Sollten wir darin unterliegen und ist sie aus unserem Her-zen auf das äußere Kampffeld unserer Ehe ausgebrochen, dann sind wir aufgefordert, Friedensstifter zu sein; unser Ziel ist dann, den offenen Kampf zu beenden.&amp;lt;ref&amp;gt;Weil alle Sünde, sowohl die auf dem Kampffeld unseres Herzens als auch die auf dem weiteren Kampfplatz deiner Ehe, auch Krieg gegen Gott ist, bist du aufgefordert, in dieser Hinsicht vor Ihm zu kapitulieren: dein Ziel ist es, Sünde zu bekennen, umzukehren und Vergebung zu empfangen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du erkannt, dass du der schlimmste aller Sünder bist? In diesem Kapitel werden wir mehr über die kriegsähnliche Natur der Sünde erfahren. Die neutestamentlichen Briefe kennen die aktive Kriegshetze der Sünde im Gläubigen. Dankbarerweise ge-ben sie uns aber auch Unterweisung und Hoffnung für den Kampf gegen die Sünde. Die Wohltaten der Wiedergeburt – die Vergebung der Sünde und unsere Beziehung zu Christus – nehmen uns nicht aus dem Kampffeld heraus, garantieren uns aber den Sieg! Vom Wort Gottes informiert und vom Heiligen Geist befähigt, kannst du nun deine Kämpfe weniger, kürzer und weniger schädlich, ja sogar befreiend werden lassen. Deine Ehe wird dadurch wachsen und viel lieblicher werden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freiheitskampf im Zusammenprall der Begierden  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mitglieder der jungen Gemeinde in Galatien waren verwirrt. Judaisten – die Männer, die Paulus belauerten und ihre eigene, falsche Version des Evangeliums predigen wollten – hatten die Gemeinde infiltriert. Nachdem Paulus abgereist war, wollten sie die neuen Gläubigen wieder zu formellen religiösen Praktiken des alttestamentlichen Gesetzes zurückführen. Davon wollte Paulus aber nichts hören; sein Brief an die Galater ist deshalb eine machtvolle und leidenschaftliche Verteidigung der Rechtfertigung aus Glauben und der Sühnung durch das Opfer Jesu Christi.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott le-be; ich bin mit Christus gekreuzigt, und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben, und zwar im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. Ich mache die Gnade Gottes nicht ungültig; denn wenn Gerechtigkeit durch Gesetz kommt, dann ist Christus umsonst gestorben“ (Galater 2,19-21).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Brief erfahren wir etwas Wunderbares: Diejenigen, die durch Glauben an das Evangelium in Christus sind, sind in Ihm auch tatsächlich frei – frei von der Last des Versuches, sich durch Gehorsam gegen das alttestamentliche Gesetz selbst zu rechtfertigen (Galater 5,1). Ich bin dankbar, dass Paulus, der so viel über die Sündhaftigkeit seines eigenen Herzens wusste, es vorhergesehen hat, wohin die Galater (und du und ich) mit ihrer neuen Freiheit gehen würden. Durch die Last religiöser Leistung nicht mehr gebunden, sind wir geneigt, unsere Freiheit als Freibrief zur Gottlosigkeit zu interpretieren. Deshalb warnte Paulus: ''„Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder. Nur gebraucht nicht die Freiheit als Anlass für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe!“ (Galater 5,13)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulus möchte uns nicht unter der Tyrannei des Gesetzes lassen; gleichzeitig warnt er vor einem Flirt mit der Sünde, was ein Missbrauch der christlichen Freiheit wäre. Seine Lösung für beide Irrwege ist dieselbe: Wir sollen für die Freiheit kämpfen – für die Freiheit in Christus. Er ist sehr klar in der Beschreibung des Konfliktes, den die Sünde in unseren Herzen hervorruft: ''„Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt“ (Galater 5,17)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da haben wir es. Die Fronten in diesem Krieg verlaufen nicht zwischen Mann und Frau, nicht zwischen männlich und weiblich und auch nicht zwischen dem Stärkeren und dem Schwächeren. Es ist ein Zusammenprall der Begierden – des Verlangens des Fleisches gegen das Verlangen des Geistes. Es ist ein Grabenkrieg um die Vorherrschaft über das menschliche Herz.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Heiligen Schrift wird der Ausdruck „Fleisch“ auch als Bezeichnung für das bleibende „Prinzip der Sünde“ gebraucht. Dafür gibt es auch eine Reihe anderer Ausdrücke, die alle mehr oder weniger dasselbe beschreiben, zum Beispiel: „Innewohnende Sünde“, „das Gesetz der Sünde“, „die sündige Natur“, „das Fleisch“, „der alte Mensch“. Jeder gute ‚Ehepartner-Theologe‘ sollte verstehen, dass diese Begriffe sich alle auf die Sünde beziehen, die wir noch in unserem Herzen tragen. Wie auch immer man es bezeichnet, die Absicht des „Fleisches“ ist einfach: ''„damit ihr nicht das tut, was ihr wollt“ (Galater 5,17)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
John Newton, Dichter des berühmten Kirchenliedes „Amazing Grace“ („O Gnade Gottes wunderbar“) beschrieb seine Erfahrung von Galater 5 sehr wortgewandt: „Ich möchte nicht das Ziel und die Beute wilder, eitler, törichter oder schlimmerer Fantasien werden; aber leider sind diese bösen Sachen in mir gegenwärtig; mein Herz ist wie eine Autobahn, wie eine Stadt ohne Mauern und To-re.“&amp;lt;ref&amp;gt;John Newton. Letters of John Newton, Nr. 23. Banner of Truth Trust: Carlisle, PA, Neuauflage 1990. S. 129.&amp;lt;/ref&amp;gt; Newton beschrieb etwas, das Verheiratete schnell entdecken, manchmal sogar schon vor den Flitterwochen: Da gibt es etwas Böses, das „in mir gegenwärtig“ ist. Obwohl die Schuld der Sünde getilgt ist, bleibt noch Sünde in mir und kann mich davon abhalten, die Dinge zu tun, die ich gerne tun würde.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du erkennst doch, oder nicht, dass es auch in dir ein Drängen gibt, das gegen die guten Dinge, die du in deiner Ehe tun möchtest, einen Widerstand organisiert? Wenn wir dem nachgeben und Gott nicht suchen, dann verursacht dieses Drängen, dieses Begehren keine Probleme. Aber versuche beispielsweise nur einmal, eine verlässliche und regelmäßige Gebetszeit mit deinem Partner zu planen, oder versuche, ehrlichen Herzens mit einem vertrauenswürdigen Menschen über deine Sünden zu sprechen, dann begehrt in dir etwas dagegen auf. Vielleicht kennst du auch das Problem, dass du gerade eine deiner ‚kleinen Sünden‘ bekennst und dir dann plötzlich das ‚Riesending‘ einfällt, das dir dein Partner letzte Woche angetan hat? Merkst du: Du bist im Krieg, und dabei zeigt sich sündiges Verlangen, das dich mächtig davon abhalten will, Gott Wohlgefälliges zu tun.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der Klarheit, mit der Paulus hier spricht, gehen Verheiratete manchmal immer noch davon aus, dass die Ursache für das eigene falsche Verhalten im anderen begründet liegt. Manche versuchen sogar, sündige Worte oder Handlungen damit zu rechtfertigen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es funktioniert meistens so (glaub mir, ich weiß, wovon ich rede): Ich sitze entspannt im Hier und Jetzt, tue niemandem etwas Böses, bin voll nobler Einstellungen und gehe lediglich meiner Arbeit nach, als meine Frau etwas sagt oder tut, was von meinem unangreifbaren Standpunkt aus klar eine Linie überschreitet. Ich werde daraufhin sehr effizient und schnell als Zeuge und Richter gleichzeitig tätig und bewerte ihr Verhalten eindeutig als verkehrt. Ihre Übertretung verlangt meine gerechte und entschlossene Reaktion. Um dieser Verletzung meines emotionalen Luftraumes schnell zu begegnen und um meine persönliche Sicherheit zu gewährleisten, muss ich ihre Sünde direkt und offen ansprechen. Sollte dies eine negative Auswirkung auf meine Frau haben, und sie ist in diesem Fall eindeutig der Aggressor, dann ist eine strenge Antwort bedauerlich, aber notwendig, um die Gerechtigkeit zu erhalten. Tatsächlich übe ich damit sogar Leiterschaft aus, und vielleicht lernt sie ja daraus etwas für die Zukunft.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das macht doch einen richtig guten Eindruck, oder? Die Sache ist klar und eindeutig. Tatsächlich jedoch ist mein sündiges Fleisch gerade dabei, schlicht und ergreifend das zu tun, was es am besten kann: gegen den Geist Krieg führen – und in diesem Fall auch noch gegen Kimm.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kimm sagt mir, dass auch sie einen ähnlichen inneren Kampf kennt, wenn ihre Vorstellungen mit meiner verantwortlichen Rolle als Mann kollidieren. Könnt ihr euch damit identifizieren, liebe Frauen? Sollte dein Mann vorschlagen, dir ein heißes Duftbad vorzubereiten, wird die Ehe plötzlich eitel Glückseligkeit, fast paradiesisch. Aber was geschieht, wenn seine Führung deinen Plänen zuwiderläuft? Gleichen dann seine Worte „Liebling, könntest du bitte …“ plötzlich dem Quietschen eines Messers auf dem trockenen Porzellanteller?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine beschäftigte Frau mit einem vollen Leben kann den unerwarteten Anspruch des Mannes fast wie einen Hinterhalt auf ihre Prioritäten empfinden. Kimm hat häufig einen Plan für den Tag zurechtgelegt, und da steht eine Menge drauf. Dies spiegelt ihren aufrichtigen Wunsch wider, mit den besten Absichten unserer Familie und Ehe zu dienen. Wenn aber meine Bitte bedrohlich danach aussieht, dass sie ihren sorgfältig geplanten Tages- oder Wochenplan über den Haufen werfen muss, dann kann ihr bis-lang nobles Unterfangen recht schnell zu einem unterschwelligen Verlangen werden, ihr Leben doch nach ihren eigenen Bedingungen zu managen und zu bestimmen. Wenn der Ehemann dann freundlich bittet: „Liebling, könntest du bitte …“, wird ihr das zu einer ‚Vorschlagsgranate‘, die einen Kampf in ihr auslöst. Sie will zwar keine Geist-Fleisch-Auseinandersetzung in diesem Moment, bekommt sie aber.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn es schon suspekt ist, die Schuld für die eigene Sünde auf den Partner abzuschieben, wie viel sonderbarer ist es dann, ''die Ehe selbst'' dafür verantwortlich zu machen? Geht das nur mir so, oder tun wir das alle hin und wieder?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wenn ich bei der Arbeit bin, geht’s mir gut“, hört man manchmal einen Verheirateten sagen. „Erst wenn ich nach Hause komme, fängt der Kampf an.“ Wie einfach ist es doch, den Satz: „Wir haben Eheprobleme!“ auszusprechen, als ob die Ehe selbst die Probleme schaffen würde!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Hey, Bruder, bete bitte für mich? Meine Ehe ist problematisch (oder noch etwas sonderbarer: ‚sie hat Probleme‘). Er sagt nicht, dass er Probleme hat, sondern die Ehe hat Probleme. Ihm selbst geht es soweit ganz gut, aber er muss eben nur mit diesen ''Eheproblemen'' fertigwerden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze Konzept, das ich hier ausbreite, dass man nämlich sich selbst, Gott und seine Ehe sehen muss, wie Gott es tut, ist unerlässlich. Ohne eine klare biblische Denkweise gibt es keine echte Hilfe. Wenn du den Grund für deine Eheprobleme ''in'' deiner Ehe siehst, dann ist das, als ob man behaupten würde, die Schlacht am Bull Run sei durch das wirklich schwierige Farmland dort verursacht worden. Die Schlacht wurde ''auf'' Farmland geführt, die Ursache dafür lag aber woanders, nämlich im Herzen der Menschen!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie kam es denn zu diesem Krieg?  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ursache unserer Ehekriege, meine Freunde, liegt weder in unserem Ehepartner noch in der Ehe selbst begründet. Es ist die Sünde in unseren Herzen – ausschließlich, vollständig, total und ohne Ausnahme. Dies wird in der Bibel durchweg so gelehrt, von der ersten Sünde bis zum letzten Gericht. Die Pharisäer wollten Sünde ebenfalls als etwas ‚da draußen‘ ansehen und versuchten, damit bei Jesus zu landen. Vergeblich, denn Er bietet uns eine überzeugende und völlig ausreichende Diagnose unseres Grundproblems an.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/Waking_Up_with_the_Worst_of_Sinners/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/Waking Up with the Worst of Sinners/de</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/Waking_Up_with_the_Worst_of_Sinners/de"/>
				<updated>2009-06-18T01:16:22Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Mit dem schlimmsten Sünder aufwachen: Die Nachricht, wer wir wirklich sind}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Seufz …'', es ist mir schon wieder passiert.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Frau war unserem beabsichtigten Zeitplan etwas hinter-her gewesen. Anstatt auf sie zu warten (oder ihr gar zu helfen), hatte ich das getan, was ich so gut konnte: den Schulmeister gespielt. Ich rechnete ihr dieses Mal sogar laut vor, wie viele Minuten unseres Lebens durch sie aufgrund solcher Verspätungen bis-lang verschwendet worden waren. Meine Berechnungen beeindruckten sie aber überhaupt nicht, jedoch war ihr deutlich ins Gesicht geschrieben, wie meine Worte sie quälten. Da schoss es mir durch den Kopf, leider etwas zu spät: ‚Sehr elegant, Dave, sehr konstruktiv. Ein hilfreiches Wort zur rechten Zeit.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich denkst du, dass ein Pastor – also jemand, der berufen ist, auf hilfreiche, einfühlsame, biblische Weise zu denken und zu sprechen – sich in einem solchen Moment etwas besser benehmen sollte – zumindest etwas weniger zerstörerisch. Aber obwohl meine Worte arrogant und sündhaft waren, war Kimm in der Lage, sie mit Liebe zu bedecken und mir geduldig dabei zu helfen, zu erkennen, was an ihnen nicht gestimmt hatte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin nach wie vor außerordentlich dankbar für Kimms gnä¬digen und vergebenden Geist, und dennoch bleibt da diese Frage offen: ''Warum bin ich nicht liebevoller''? Schließlich sind wir doch schon mehr als zwanzig Jahre lang verheiratet. Auch bin ich davon die meiste Zeit im pastoralen Dienst, habe zahlreiche Ehebücher gelesen, etliche Eheseminare gehalten und bin der tiefen Überzeu¬gung, dass Kimm ein Geschenk Gottes an mich ist. ''Wenn ich meine Frau liebe, warum fällt es mir dann so leicht, sie zu behandeln, als liebte ich sie nicht?''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das passiert mir auch bei meinen Kindern. Vor kurzem verhielt eines von ihnen sich in einer Weise, die mein Eingreifen erforderte. Meine Großmutter sagte in solchen Fällen gewöhnlich, dass eine „Aussprache“ nötig sei. Aber was tat ich? Der große Schulmeister stellte wieder seine Falle auf. Anstatt die Gelegenheit zu nutzen, mit meinem Kind liebevoll zu reden, waren meine Worte hart und bitter. Andere Sache, andere Person – dasselbe Problem: Ich behandelte jemanden, den ich liebe, als ob ich ihn nicht liebte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jungs, ihr wisst, worüber ich gerade spreche. Du hast vielleicht einen romantischen Abend einschließlich Essen in ihrem Lieblingsrestaurant geplant. Aber dann sagt sie etwas, oder du sagst etwas, oder die Bedienung sagt etwas, und innerhalb weniger Minuten entsteht eine völlig neue Situation, an der sich ein handfester Konflikt entzündet, der die eheliche Harmonie noch sehr lange verdunkeln will.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder wie steht’s damit: Anstatt an einem freien Tag das Fußballspiel anzuschauen, entschließt du dich, eine Reparaturarbeit zu erledigen, um die dich deine Frau gebeten hatte. Fünf frustrierende Stunden später legst du dann dein Werkzeug beiseite und schaust nach deiner Frau aus, um ein Zeichen der Wertschätzung für dein persönliches Opfer zu erheischen. Sie aber schaut sich dein Werk an und sagt: „Ich hätte mir gewünscht, dass du mich vorher fragst, bevor du es ''so'' machst.“ Achtung, Brandgefahr!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr lieben Ehefrauen, er hat euch gesagt, er sei um 21:00 Uhr von der Arbeit zurück, kommt aber erst um 22:45 Uhr mit der Bemerkung nach Hause: „Tut mir leid, Schatz, die Sitzung hat sich hingezogen.“ Kein Anruf, kein Hinweis, keine ''echte'' Entschuldigung, nicht einmal ein Zeichen des Verständnisses für die Sorgen, die du dir gemacht hast. Vor ein paar Minuten noch schoss dir durch den Kopf, wie du als Witwe deine Familie durchbringen würdest. Und jetzt, mit dem Hintergedanken, dass er eine Woche lang im Wohnzimmer schlafen wird, bist du dir nicht ganz sicher, was gleich aus deinem Mund kommen wird. Aber es wird wahrscheinlich nichts Gutes sein. Es wird wahrscheinlich nichts Gutes sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Bekenntnis des Paulus – und unseres  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Kehrseite der Ehe, die Realität des gemeinsamen Le-bens, Tag für Tag, in einer gefallenen Welt. Aber was offenbart dies? Worauf weist meine ‚Fäulnis‘ hin? Hat mich der Feind isoliert, um mir seine volle Aufmerksamkeit zu widmen? Vielleicht bin ich eine Bedrohung für sein Reich, wie ''Frodo'' es für die Mächte ''Mordors''&amp;lt;ref&amp;gt;Frodo und Mordor sind Figuren aus dem Buch „Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien (Anm. der dt. Hrsg.).&amp;lt;/ref&amp;gt; war oder ''Luke Skywalker'' für das ''Evil Empire''&amp;lt;ref&amp;gt;Luke Skywalker ist eine Figur aus der Filmserie „Star Wars“/„Krieg der Sterne“ (Anm. der dt. Hrsg.).&amp;lt;/ref&amp;gt;? Das rechtfertigt aber nicht die Tatsache, dass ich sehr wohl weiß, was richtig wäre, mich jedoch für etwas anderes entscheide!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber schaut, mit unserem Sündenproblem befinden wir uns in ziemlich guter Gesellschaft. So schlecht wir uns auch selbst einschätzen, der Apostel Paulus hält sich selbst für noch schlimmer. Vielleicht können wir etwas von ihm lernen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulus schrieb an Timotheus: ''„Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin“ (1.Timotheus 1,15)''. Ziemlich starke Aussage, oder nicht? Da gibt es nicht viel Spielraum! Paulus beginnt diese Aussage mit ''„Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert …“'' – das ist die altertümliche Entsprechung zu dem Ausrufezeichen, mit dem du heutzutage deine E-Mails kennzeichnest, wenn du sie als ‚hohe Priorität‘ einstufst!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Statement des Paulus hat zwei Teile. ''„Christus Jesus ist in die Welt gekommen, Sünder zu erretten …“'' Dies katapultiert uns mitten hinein ins Herz des Evangeliums und bereitet uns auf den zweiten Teil vor: ''„… von welchen ich der erste bin.“'' Was soll man denn mit einer solchen Aussage machen? Wie kann der große Apostel für die Heiden, der Theologe aus den Anfängen des christlichen Glaubens, ernsthaft eine solche Aussage machen? Mit wem vergleicht er sich? Und welchen Maßstab legt er an?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind wichtige Fragen. Wir dürfen diese Aussage des Paulus nicht einfach als Übertreibung am Rande oder als Übung in falscher Demut beiseitelegen. Dies ist das Wort Gottes, und es wird hier eine tiefgehende Feststellung getroffen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist offensichtlich, dass Paulus nicht versucht, sich objektiv mit anderen Menschen zu vergleichen, denn er ist den meisten von ihnen niemals begegnet! Dies weist darauf hin, dass sein Blick nicht in erster Linie nach außen, sondern nach innen geht. Er deutet auch nicht an, moralisch bankrott zu sein oder keinerlei geistliche Reife zu besitzen. Er spricht einfach davon, was in seinem Herzen vor sich geht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letztlich sagt er: Schau her, ich kenne meine Sünde. Was ich in meinem eigenen Herzen gesehen habe, ist schwärzer und schrecklicher, es ist stolzer, selbstsüchtiger und egoistischer als al-les, was in den Herzen anderer Menschen sein kann. Mein Herz ist auch immer wieder furchtbar rebellisch gegen Gott. Soweit ich es beurteilen kann, kenne ich keinen größeren Sünder als mich!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulus studierte also sein Herz. Er beobachtete das Verlangen und die aufpeitschenden Impulse seines Inneren. Und ich bin der Meinung, es ist nicht übertrieben, davon auszugehen, dass Paulus dachte, er sei – unter entsprechenden Umständen – auch dazu in der Lage, die schlimmsten Sünden zu begehen, auch aus den niedrigsten Motiven heraus. Paulus war ein Realist. Er wollte Gott und sich selbst ''wahrhaftig'' erkennen. Für ihn gab es keine Fassade der Wohlanständigkeit oder der Religiosität, hinter der er sich verstecken wollte. Henry Scougal kommentiert diesen Vers so: „Niemand kann gemeiner über Paulus denken, als er selbst es tut.“&amp;lt;ref&amp;gt; Henry Scougal. The Life of God in the Soul of Man: or The Nature and Excellence of Christian Religion. Sprinkle Publications: Harrisonburg, VA, 1986. S. 81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachten wir aber den nachfolgenden Vers: ''„Aber darum ist mir Barmherzigkeit zuteil geworden, damit Jesus Christus an mir als dem ersten die ganze Langmut beweise, zum Vorbild für die, welche an ihn glauben werden zum ewigen Leben“ (1.Timotheus 1,16)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit jedem neuen Tag wurden für Paulus zwei Dinge immer deutlicher: Seine Sündhaftigkeit im Licht der Heiligkeit Gottes sowie Gottes Gnade angesichts seiner Sünde. Sich selbst oder Gott genau zu erkennen, war für ihn keineswegs deprimierend oder entmutigend. Im Gegenteil, es vertiefte seine Dankbarkeit für die Weite der Gnade Gottes in der Erlösung und für die Geduld Christi mit ihm, der ihn beständig liebte und sich mit seinem täglichen Kampf gegen Sünde identifizierte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bekenntnis des Paulus an Timotheus liefert uns ein erstaunliches Beispiel moralischer Aufrichtigkeit und theologischer Reife: Seine eigene akute, ja schmerzhaft empfundene Sündhaftigkeit brachte Paulus dazu, die Herrlichkeit des Erretters zu preisen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ein Schurke, der sich freuen kann!  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses tiefgehende Bewusstsein innewohnender Sündhaftigkeit ist keine obskure theologische Aussage oder altreligiöser Eifer. Denn ein größeres Bewusstsein der eigenen Sündhaftigkeit geht nach der Bibel einher mit großer Freude oder Vertrauen in Gott. Derselbe Paulus, der sich selbst als den größten aller Sünder bezeichnete, konnte zwei Verse weiter jubeln: ''„Dem König der Zeitalter aber, dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen“ (1. Timotheus 1,17)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Thema finden wir auch immer wieder in dem Buch der Psalmen. Psalm 40 beispielsweise drückt Freude an Gott und Klagen über Sünde nebeneinander aus.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''Du, HERR, wirst dein Erbarmen nicht von mir zurückhalten;''&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
''deine Gnade und deine Treue werden beständig mich behüten!''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Denn Übel bis zur Unzahl haben mich umgeben,''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
''meine Sünden haben mich erreicht, dass ich nicht aufzublicken vermag;''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
''zahlreicher sind sie als die Haare meines Hauptes,''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
''und mein Herz hat mich verlassen''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
''(Psalm 40,12-13).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was geschieht hier? Finden wir hier irgendeine zweipolige Geistlichkeit? Keineswegs! Hier bricht angesichts eines Lebens in einer gefallenen Welt und eines Herzens, das noch mit der Sünde kämpft, die Freude der Errettung durch! Welch eine gewaltige Wahrheit und Realität.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Realität will die Welt nicht anerkennen. Sie will die Wirklichkeit der Sünde nicht sehen. Eine moderne, aalglatte, glitzernde Gesellschaft will sich nur wollüstig selbst erheben und will deshalb auch keinen Erretter haben. Aber die Bibel belässt uns nicht in selbstbetrügerischen Illusionen, sondern nennt unser größtes Elend bei Namen und schickt uns direkt zum Retter, der Gottes Heiligkeit und Gnade im Kreuz vereinigt. Der große Prediger des 19. Jahrhundert, Charles Spurgeon, war auch einer, der diese Realität in all ihrer auf Christus gerichteten Herrlichkeit sah:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Zu viele Menschen nehmen Sünde auf die leichte Schulter und denken deshalb auch zu wenig an den Erretter. Derjenige, der vor Gott gestanden hat, überführt und verurteilt, mit der Schlinge um den Hals, ist der Mensch, der vor Freude weinen kann, wenn ihm die Strafe erlassen wird, der das Böse hassen kann, das ihm vergeben wurde, der zur Ehre seines Erretters leben kann, durch dessen Blut er gereinigt wurde.“&amp;lt;ref&amp;gt;Arnold A. Dallimore. Spurgeon, A New Biography. Banner of Truth: Edinburgh, 1987. S. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sagte Jesus der Frau, die des Ehebruchs überführt worden war? ''„Deswegen sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig“ (Lukas 7,47)''. Wenn ich, wie Paulus (oder David oder Spurgeon) das Ausmaß meiner Sündhaftigkeit erkenne, mich selbst als den größten aller Sünder sehe, dann begreife ich, dass mir in der Tat viel vergeben ist! Das ist der Punkt, an dem das Evangelium zu greifen beginnt. Ich fange an, Gott als den zu erkennen, der Er wirklich ist. Seine Weite wird dann größer als meine Probleme. Seine Güte erstreckt sich sogar zu mir, dem allergrößten Sünder. Und ich fange an, Seine Weisheit und Seine Kraft zu erahnen, die mich von innen heraus umformen will.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sünde – meine Sünde und deine Sünde – ist absolut scheußlich. Sie ist widerwärtig. Sie ist boshaft. Gleichzeitig ist sie aber auch die Kulisse eines viel größeren Schauspiels. Während unseres geistlichen Wachstumsprozesses mögen wir tief betrübt über unser immer wieder neues Versagen sein, dürfen aber doch gleichzeitig darüber jubeln, dass Gott in Jesus Christus die Herrschaft der Sünde überwunden und uns durch Seine Gnade errettet hat. Unser Erlöser ist gekommen, um uns von der Strafe der Sünde zu erretten und uns durch Seinen Geist schon hier ein überreiches Leben zu geben.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn zwei Menschen in ihrer Ehe diese Realität auf sich wirken lassen und bewusst im täglichen Wechselspiel von Sünde und Gnade, von Buße und Vergebung leben, dann werden sie mehr und mehr dem Bild ähnlich, welches Gott einer verlorenen Welt aufzeigen möchte. Deshalb noch einmal Watson: „Solange die Sünde für uns nicht bitter ist, wird Christus für uns nicht süß sein.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rob, Sally und der Rest von uns  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rob und Sally sind schon seit Langem Christen. Wie viele andere Ehepaare auch haben sie bestimmte Vorstellungen, wie sich der jeweils andere zu benehmen hat, und beide denken, dass sie Bedürfnisse haben, die der andere erfüllen sollte. Obwohl sie zur Kirche gehen und bewusst christlich leben, haben sie ernsthafte Ehekonflikte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und woher kommen sie? Daher, dass sie nicht sehen, dass sie die soeben beschriebenen biblischen Anfangsgrundsätze und Fakten nicht beachten. Weil das der Fall ist, gehen ihre gut gemeinten Besserungsversuche ins Leere.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier sind einige Beispiele: Rob sagt, er brauche Respekt. Aber alles, was er bekommt, sind Sallys kritische Kommentare am Abend, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt. Sally sagt, sie brauche es, dass Rob sich um sie bemüht und ihr in ihrer Ehe ein größeres Gefühl von Sicherheit vermittelt. Aber alles, was sie bekommt, ist Robs Passivität – Tag für Tag.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist nichts wirklich Falsches an beiden Bedürfnissen. Die Probleme entstehen dann, wenn beide, vielleicht mehrfach in der Woche, sich gegenseitig ihr Versagen vorrechnen, ihr Verlangen nach Veränderung betonen und – mit leichten Variationen – diese so fein verletzenden Bemerkungen wiederholen, die sie sich schon seit Monaten gegenseitig hin- und herwerfen. Interessanterweise, aber leider auch traurigerweise, fühlen sich Rob und Sally beide im Recht, nicht zuletzt durch die zahlreichen Ehebücher, die sie beide gelesen haben; Bücher, die ihrem – vom jeweilig anderen unterdrückten – Gerechtigkeitsempfinden Recht geben und die die Bedürfnisse, die sie verspüren, so tief legitimieren.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie würdest du als ein Freund, der die allmähliche Erosion der Ehe von Rob und Sally miterlebt, versuchen, ihnen zu helfen? Natürlich, sie brauchen ein Ohr, das ihnen zuhört und versucht, sie beide zu verstehen! Aber ihre größte Not liegt in ihrer Theologie. Sie müssen erkennen, dass einige der Erwartungen, die sie aneinander haben – und die diesen Erwartungen zugrunde liegenden Sichtweisen – unbiblisch sind! Ganz gewiss sind schon ihre Anklagen, harten Worte und egoistisch fordernden Haltungen Sünden. Aber als Ehepaar brauchen sie auch Hilfe dabei, sich im Grundsätzlichen mit der Schrift in Einklang zu bringen – das heißt, sich die fundamentalen Anschauungen Gottes anzueignen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Grundproblem bei Rob und Sally wird offenbar in der Tatsache, dass die Aussage des Paulus aus 1. Timotheus 1,15 ihnen noch nicht ''„gewiss“'', noch nicht wirklich vertrauenswürdig ist. Die ehrliche Erkenntnis und aufrichtige Anerkennung ihrer eigenen, individuellen Sündhaftigkeit ist bei ihnen noch nicht ''„aller Annahme wert“''. Wie viele verheiratete Gläubige haben wie Rob und Sally die „gewisse“, die vertrauenswürdige Aussage des Paulus zusammengeschmolzen und in eine unbiblische Form gegossen, die dann in etwa so lautet: „Jesus Christus kam in diese Welt, um … meine Bedürfnisse zu stillen, ''von denen ich die meisten habe.''“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz zusammengefasst: Rob und Sally mangelt es an Verständnis, wo das Evangelium ansetzt und wie es wirklich wirkt; doch sind sie damit leider bei weitem nicht alleine. John MacArthur beklagt den weit verbreiteten Verlust an biblischem Realitätsbewusstsein unter den Gläubigen:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Christen verlieren schnell die Sicht, dass Sünde die Wurzel allen menschlichen Übels ist. Und viele Christen verleugnen ausdrücklich die Tatsache, dass ihre eigene Sünde die Ursache ihrer persönlichen Bedrückung sein kann. Mehr und mehr Christen versuchen, das menschliche Dilemma der Sünde mit völlig unbiblischen Begriffen zu erklären: Temperament, Sucht, dysfunktionale Familie, das innere Kind, Kodependenz&amp;lt;ref&amp;gt;Diese z.T. sehr speziellen Begriffe sind Fachausdrücke aktueller psychologischer Modelle (Anm. der dt. Hrsg.).&amp;lt;/ref&amp;gt;. Diese und andere Begriffe wurden von der säkularen Psychologie eingeführt und dienen inzwischen auch vielen Christen als eine Art Fluchtmechanismus aus der Realität, wie die Bibel sie uns zeichnet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auswirkung einer solchen Gewichtsverschiebung ist schrecklich. Nimm die Realität der Sünde weg, und du nimmst damit auch die Möglichkeit der Umkehr weg. Schaffe die Lehre der menschlichen Verdorbenheit ab, und du machst damit den göttlichen Plan der Errettung hinfällig. Wische die Bedeutsamkeit persönlicher Schuld beiseite, und du eliminierst damit die Notwendigkeit eines Retters.“&amp;lt;ref&amp;gt;John F. MacArthur Junior. The Vanishing Conscience: Drawing the line in a No-Fault, Guilt-Free World. Word: Dallas, 1994. S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese bleibende Notwendigkeit eines Retters ist aber exakt das, was bekennende Christen nicht aufgeben dürfen. Das Kreuz macht eine erstaunliche Aussage über Ehemänner und Ehefrauen: Wir sind Sünder, und unsere einzige Hoffnung ist die Gnade! Ohne ein klares Bewusstsein über Sünde werden wir unsere Konflikte außerhalb der biblischen Linien bewerten – und damit auch außerhalb des erfüllten Werkes Christi am Kreuz. Wenn wir das aber tun, eliminieren wir die Basis für echtes Verstehen, echte Versöhnung und auch echte Veränderung. Ohne das Evangelium von unserem gekreuzigten und auferstandenen Retter gleiten un-sere Ehen in die Oberflächlichkeit ab. Wir werden dann anfangen, uns Rechtfertigungskrücken für unser sündhaftes Benehmen zu basteln. Und unsere Ehekonflikte versuchen wir dann mit Hilfe von instabilen verhandelten Abmachungen zu lösen, die an der nächsten Ecke schon wieder gebrochen werden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich aber 1. Timotheus 1,15-16 als vertrauenswürdig erkenne, wenn ich es mit voller Annahme umfassen kann, wenn ich weiß, ich bin der schlimmste aller Sünder, dann ist mein Ehepartner nicht mehr das größte meiner Probleme: ''Ich bin es!'' Und wenn ich feststelle, dass ich in den Schuhen des größten aller Sünder unterwegs bin, werde ich jede Anstrengung unternehmen, um meinem Ehepartner dieselbe Gnade zukommen zu lassen, die Gott auch mir gegeben hat!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Schlimmste an der Sünde  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle magst du vielleicht sagen: ‚Dieser Typ hier denkt bei weitem zu viel nur an Sünde! Der schlimmste aller Sünder? Freund, entspanne dich und zieh den moralischen Stecker! Wo-rum geht’s dir letztlich?‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht darum, dass meine Sünde nicht in erster Linie gegen mich gerichtet oder gegen meine Ehe gerichtet ist. Alle Sünde ist zuerst gegen Gott gerichtet. Und das ändert alles!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachte es auf diese Weise: Mein Status als ‚Ehemann‘ sagt etwas Wichtiges über mich aus, nämlich dass ich eine Frau habe. Diese meine Identität weist gleichzeitig auf die Realität eines anderen hin – auf meine Frau. Und das sagt gleichzeitig auch etwas darüber aus, was ich ''nicht'' bin. Denn wenn ich Ehemann bin, bin ich natürlich kein Single.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt ruf dir in Erinnerung, dass die Bibel eine besondere Art und Weise hat, menschliche Wesen zu beschreiben – als Sünder (Psalm 51,5; Römer 3,23; 5,12). Wir befinden uns alle gemeinsam in dieser Kategorie – nicht wirklich ein exklusiver Club! Die Bezeichnung „Sünder“ anzuerkennen, bedeutet, auch anzuerkennen, wie mein Status vor Gott ist. Und der bezeichnet zugleich auch, was ich nicht vor Ihm bin – nämlich ein neutraler Akteur, sondern ein Sünder. Durch meine ureigene Natur (die sündhaft ist) bin ich eine Beleidigung für die Natur Gottes (die vollkommen heilig ist).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb schließt die biblische Bezeichnung „Sünder“ ganz eindeutig mit ein, dass es jemanden gibt (mindestens ''einen''), gegen den gesündigt wird. Wenn ich mich meiner Frau Kimm gegenüber vor den Kindern kritisch und abschätzig äußere, dann ist meine Sünde auch gegen die Kinder gerichtet, aber in viel stärkerem Maße gegen meine Frau. Was ich darüber hinaus aber sehen muss, ist, dass diese Sünde am allermeisten, und deshalb in erster Linie, gegen Gott gerichtet ist! Und ''das'' ist etwas, was diese eine Sünde mit jeder anderen Sünde, die jemals begangen wurde oder began-gen werden wird, gemeinsam hat. Jede Sünde, egal wie gering oder groß ihre offensichtliche Auswirkung auf Menschen ist, ist ein Gewaltakt gegen die Reinheit des vollkommen gerechten und heiligen Gottes. Sünde zielt immer zuerst und an vorderster Stelle gegen Gott (5. Mose 9,16; 1. Samuel 15,24; Psalm 51,4). Jerry Bridges bringt diese Wahrheit auf den Punkt, wenn er schreibt:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Sünde ist falsch, nicht wegen dem, was sie gegen mich oder meinen Ehepartner oder meine Kinder oder meine Nachbarn tut, sondern weil sie ein Akt der Rebellion gegen den unendlich heiligen und erhabenen Gott ist.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jerry Bridges, The Discipline of Grace: God’s Role and Our Role in the Pursuit of Holiness. NavPress: Colorado Springs, 1994. S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor einigen Jahren wurde mir eine sehr subtile und destruktive Gewohnheit bewusst. Wann immer ich merkte, gegen meine Frau gesündigt zu haben, ging ich zu ihr, bekannte meine Schuld und suchte die Versöhnung. Hört sich ziemlich gut an, wenn ich das so beschreibe, oder nicht? Aber ich musste erkennen, dass meine Absicht dabei bei weitem nicht so nobel war. Ich wollte eine rasche und effiziente Wiederherstellung unserer Beziehung, damit ich aufhören konnte, mich schlecht zu fühlen, und mit meinen Sachen unbelastet weitermachen konnte. Mit anderen Worten, mein Bekenntnis war im Wesentlichen ein Werkzeug, das ich für mich selbst nutzte. Es war deshalb kein Wunder, dass ich oft mit diesem eigenartigen und mich verfolgenden Gefühl der Oberflächlichkeit zurückblieb, welches ich mittlerweile als vom Heiligen Geist bewirkt erachte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich erkannte, dass in meinen Worten der Entschuldigung meiner Frau gegenüber Gott in überraschender Weise vergessen worden war. Ich sah, dass ich fast völlig vergessen hatte, dass meine Sünde in erster Linie gegen Gott gerichtet war und dass ich schuldig vor Seiner unendlichen Heiligkeit stand. Ich hatte meine Sünden als Irrtümer oder, schlimmer noch, als ‚kleine Sünden‘ betrachtet, die von meinem Herzen wenig Beachtung verlangten. Mein wirkliches Ziel war eine Art eheliche Schadensbegrenzung, nicht aber ein ehrliches Rechenschaft Ablegen vor meinem himmlischen Vater. Aber durch die Gnade Gottes begann ich zu sehen, was J.I. Packer so gut formuliert: „Es kann keine kleine Sünde ge-gen einen großen Gott geben.“&amp;lt;ref&amp;gt;J.I. Packer. Rediscovering Holiness. Servant Books: Ann Arbor, 1992. S. 135.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als diese biblische Realität mich mehr und mehr erfüllte, geschahen erstaunliche Dinge. Ich begann, echte Trauer für meine ‚kleinen Sünden‘ zu empfinden. Mein Bewusstsein von Gott und Seiner Gnade wuchs. In meiner Ehe begann ich, die sehr realen, aber weniger offensichtlichen Sünden zu bemerken, die ich regelmäßig gegen meine Frau beging; Sünden, mit denen ich mich ‚angefreundet‘ hatte, die jedoch nichtsdestotrotz allmählich unsere Beziehung austrockneten. Ich begann zu lernen, diesen Sünden zu widerstehen. Meine Sündenbekenntnisse und unsere Unterhaltungen über die Probleme in unserer Ehe fingen an, eine reichere und zufriedenstellendere Tiefe zu bekommen. Diese Unterhaltungen waren nicht immer leicht, aber definitiv hilfreich in unserer Beziehung. Ich war dahin gekommen, mich selbst, Gott und meine Ehe etwas klarer zu begreifen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schlimmster aller Sünder – Beste aller Welten!  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb hier meine Schlussfolgerung: Ich bin ein besserer Ehemann und Vater und ein glücklicherer Mann, wenn ich mich selbst als schlimmsten aller Sünder erkenne. Dieser Status erscheint mir von Woche zu Woche offensichtlicher, zutreffender. Aber auch du bist der schlimmste aller Sünder! Und dein Ehepartner auch! Zumindest ist man hier am unteren Ende nicht einsam!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fürchtest du, dass du mit dieser Beurteilung zu hart mit dir selbst sein könntest? Falls ja, dann denke daran, dass sogar Paulus sich als ''„schlimmster aller Sünder“'' bezeichnete. Und diese grundehrliche Selbsteinschätzung offenbart, welch ein radikales Bewusstsein er von der Heiligkeit Gottes hatte. Denke aber auch daran, wer wir in Christus trotz unserer Sünde andererseits sind: Wir sind geschätzte Kinder des Vaters, der uns so sehr geliebt hat, um Seinen einzigen Sohn die Strafe für unsere Sünde erleiden zu lassen – selbst jener Sünden, die wir noch vor uns haben! Und denke dar-an, dass Gott am Wirken in dir ist und dich von innen heraus in ein echtes Abbild Christi umformt. Eine nüchterne Einschätzung deines sündhaften Zustandes behindert dieses Wirken nicht, sondern feiert es!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Frage, die mich immer fast verrückt werden ließ, war die-se: ''„Wenn ich meine Frau liebe, warum fällt es mir dann so leicht, sie zu behandeln, als liebte ich sie nicht?“'' Darauf gibt es nur eine Ant-wort: Wir sind alle die schlimmsten aller Sünder, sodass wir durchgängig nichts anderes täten, als zu sündigen, wenn die Gnade Gottes dies nicht unterbrechen würde. Wir sollten dies Kapitel aber nicht abschließen, ohne die verborgene Gabe zu entdecken, die mit dieser Erkenntnis kommt: Es ist Demut – eine den Stolz zerbrechende und die Sicht reinigende Demut. John Owen schrieb: „Es gibt zwei Dinge, die dazu geeignet sind, Menschen demütig zu machen. Das eine ist eine gebührende Betrachtung Gottes und das andere eine Betrachtung unserer selbst. Die Betrachtung Gottes in Seiner Größe, Heiligkeit, Herrlichkeit, Kraft, Majestät und Autorität und die Betrachtung unserer selbst in unserem gemeinen, erbärmlichen und sündhaften Zustand.“&amp;lt;ref&amp;gt; John Owen. Sin and Temptation. Gekürzt und herausgegeben von James M. Houston. Regent: Vancouver, B.C, 1995. S. XVII.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Straße der Demut ist für alle Ehepartner offen, die bereit sind, der Frage, wer sie in den Augen eines heiligen Gottes wirklich sind, gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Ich möchte diese Straße auf jeden Fall nehmen. Ich weiß, das möchtest du auch, denn sonst würdest du dieses Buch nicht lesen. In den beiden ersten Kapiteln bist du nun einigen unangenehmen Wahrheiten begegnet. Ich hoffe, du verspürst dabei die Zusage Gottes, dass Er nach denen ausschaut, die ihre Sündhaftigkeit in Demut eingestehen. Es gibt nichts Schöneres, als ein Sünder zu sein, dem seine Schuld vergeben wurde und der deshalb erfüllt ist mit Dankbarkeit für sein Leben, sein Atmen, seine Errettung und jede andere Fürsorge. Dies ist in der Tat die einzige Perspektive, aus der heraus du anfangen kannst, dich selbst, Gott und auch deine Ehe zu sehen, wie es der Realität entspricht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber bleib dran. Im nächsten Kapitel werden wir uns diese Dinge noch etwas genauer anschauen. Die Reise wird immer aufregender!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/Waking_Up_with_the_Worst_of_Sinners/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/Waking Up with the Worst of Sinners/de</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/Waking_Up_with_the_Worst_of_Sinners/de"/>
				<updated>2009-06-18T01:11:28Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Mit dem schlimmsten Sünder aufwachen: Die Nachricht, wer wir wirklich sind}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Seufz …'', es ist mir schon wieder passiert.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Frau war unserem beabsichtigten Zeitplan etwas hinter-her gewesen. Anstatt auf sie zu warten (oder ihr gar zu helfen), hatte ich das getan, was ich so gut konnte: den Schulmeister gespielt. Ich rechnete ihr dieses Mal sogar laut vor, wie viele Minuten unseres Lebens durch sie aufgrund solcher Verspätungen bis-lang verschwendet worden waren. Meine Berechnungen beeindruckten sie aber überhaupt nicht, jedoch war ihr deutlich ins Gesicht geschrieben, wie meine Worte sie quälten. Da schoss es mir durch den Kopf, leider etwas zu spät: ‚Sehr elegant, Dave, sehr konstruktiv. Ein hilfreiches Wort zur rechten Zeit.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich denkst du, dass ein Pastor – also jemand, der berufen ist, auf hilfreiche, einfühlsame, biblische Weise zu denken und zu sprechen – sich in einem solchen Moment etwas besser benehmen sollte – zumindest etwas weniger zerstörerisch. Aber obwohl meine Worte arrogant und sündhaft waren, war Kimm in der Lage, sie mit Liebe zu bedecken und mir geduldig dabei zu helfen, zu erkennen, was an ihnen nicht gestimmt hatte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin nach wie vor außerordentlich dankbar für Kimms gnä¬digen und vergebenden Geist, und dennoch bleibt da diese Frage offen: ''Warum bin ich nicht liebevoller''? Schließlich sind wir doch schon mehr als zwanzig Jahre lang verheiratet. Auch bin ich davon die meiste Zeit im pastoralen Dienst, habe zahlreiche Ehebücher gelesen, etliche Eheseminare gehalten und bin der tiefen Überzeu¬gung, dass Kimm ein Geschenk Gottes an mich ist. ''Wenn ich meine Frau liebe, warum fällt es mir dann so leicht, sie zu behandeln, als liebte ich sie nicht?''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das passiert mir auch bei meinen Kindern. Vor kurzem verhielt eines von ihnen sich in einer Weise, die mein Eingreifen erforderte. Meine Großmutter sagte in solchen Fällen gewöhnlich, dass eine „Aussprache“ nötig sei. Aber was tat ich? Der große Schulmeister stellte wieder seine Falle auf. Anstatt die Gelegenheit zu nutzen, mit meinem Kind liebevoll zu reden, waren meine Worte hart und bitter. Andere Sache, andere Person – dasselbe Problem: Ich behandelte jemanden, den ich liebe, als ob ich ihn nicht liebte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jungs, ihr wisst, worüber ich gerade spreche. Du hast vielleicht einen romantischen Abend einschließlich Essen in ihrem Lieblingsrestaurant geplant. Aber dann sagt sie etwas, oder du sagst etwas, oder die Bedienung sagt etwas, und innerhalb weniger Minuten entsteht eine völlig neue Situation, an der sich ein handfester Konflikt entzündet, der die eheliche Harmonie noch sehr lange verdunkeln will.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder wie steht’s damit: Anstatt an einem freien Tag das Fußballspiel anzuschauen, entschließt du dich, eine Reparaturarbeit zu erledigen, um die dich deine Frau gebeten hatte. Fünf frustrierende Stunden später legst du dann dein Werkzeug beiseite und schaust nach deiner Frau aus, um ein Zeichen der Wertschätzung für dein persönliches Opfer zu erheischen. Sie aber schaut sich dein Werk an und sagt: „Ich hätte mir gewünscht, dass du mich vorher fragst, bevor du es ''so'' machst.“ Achtung, Brandgefahr!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr lieben Ehefrauen, er hat euch gesagt, er sei um 21:00 Uhr von der Arbeit zurück, kommt aber erst um 22:45 Uhr mit der Bemerkung nach Hause: „Tut mir leid, Schatz, die Sitzung hat sich hingezogen.“ Kein Anruf, kein Hinweis, keine ''echte'' Entschuldigung, nicht einmal ein Zeichen des Verständnisses für die Sorgen, die du dir gemacht hast. Vor ein paar Minuten noch schoss dir durch den Kopf, wie du als Witwe deine Familie durchbringen würdest. Und jetzt, mit dem Hintergedanken, dass er eine Woche lang im Wohnzimmer schlafen wird, bist du dir nicht ganz sicher, was gleich aus deinem Mund kommen wird. Aber es wird wahrscheinlich nichts Gutes sein. Es wird wahrscheinlich nichts Gutes sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Bekenntnis des Paulus – und unseres  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Kehrseite der Ehe, die Realität des gemeinsamen Le-bens, Tag für Tag, in einer gefallenen Welt. Aber was offenbart dies? Worauf weist meine ‚Fäulnis‘ hin? Hat mich der Feind isoliert, um mir seine volle Aufmerksamkeit zu widmen? Vielleicht bin ich eine Bedrohung für sein Reich, wie ''Frodo'' es für die Mächte ''Mordors''&amp;lt;ref&amp;gt;Frodo und Mordor sind Figuren aus dem Buch „Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien (Anm. der dt. Hrsg.).&amp;lt;/ref&amp;gt; war oder ''Luke Skywalker'' für das ''Evil Empire''&amp;lt;ref&amp;gt;Luke Skywalker ist eine Figur aus der Filmserie „Star Wars“/„Krieg der Sterne“ (Anm. der dt. Hrsg.).&amp;lt;/ref&amp;gt;? Das rechtfertigt aber nicht die Tatsache, dass ich sehr wohl weiß, was richtig wäre, mich jedoch für etwas anderes entscheide!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber schaut, mit unserem Sündenproblem befinden wir uns in ziemlich guter Gesellschaft. So schlecht wir uns auch selbst einschätzen, der Apostel Paulus hält sich selbst für noch schlimmer. Vielleicht können wir etwas von ihm lernen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulus schrieb an Timotheus: ''„Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin“ (1.Timotheus 1,15)''. Ziemlich starke Aussage, oder nicht? Da gibt es nicht viel Spielraum! Paulus beginnt diese Aussage mit ''„Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert …“'' – das ist die altertümliche Entsprechung zu dem Ausrufezeichen, mit dem du heutzutage deine E-Mails kennzeichnest, wenn du sie als ‚hohe Priorität‘ einstufst!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Statement des Paulus hat zwei Teile. ''„Christus Jesus ist in die Welt gekommen, Sünder zu erretten …“'' Dies katapultiert uns mitten hinein ins Herz des Evangeliums und bereitet uns auf den zweiten Teil vor: ''„… von welchen ich der erste bin.“'' Was soll man denn mit einer solchen Aussage machen? Wie kann der große Apostel für die Heiden, der Theologe aus den Anfängen des christlichen Glaubens, ernsthaft eine solche Aussage machen? Mit wem vergleicht er sich? Und welchen Maßstab legt er an?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind wichtige Fragen. Wir dürfen diese Aussage des Paulus nicht einfach als Übertreibung am Rande oder als Übung in falscher Demut beiseitelegen. Dies ist das Wort Gottes, und es wird hier eine tiefgehende Feststellung getroffen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist offensichtlich, dass Paulus nicht versucht, sich objektiv mit anderen Menschen zu vergleichen, denn er ist den meisten von ihnen niemals begegnet! Dies weist darauf hin, dass sein Blick nicht in erster Linie nach außen, sondern nach innen geht. Er deutet auch nicht an, moralisch bankrott zu sein oder keinerlei geistliche Reife zu besitzen. Er spricht einfach davon, was in seinem Herzen vor sich geht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letztlich sagt er: Schau her, ich kenne meine Sünde. Was ich in meinem eigenen Herzen gesehen habe, ist schwärzer und schrecklicher, es ist stolzer, selbstsüchtiger und egoistischer als al-les, was in den Herzen anderer Menschen sein kann. Mein Herz ist auch immer wieder furchtbar rebellisch gegen Gott. Soweit ich es beurteilen kann, kenne ich keinen größeren Sünder als mich!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulus studierte also sein Herz. Er beobachtete das Verlangen und die aufpeitschenden Impulse seines Inneren. Und ich bin der Meinung, es ist nicht übertrieben, davon auszugehen, dass Paulus dachte, er sei – unter entsprechenden Umständen – auch dazu in der Lage, die schlimmsten Sünden zu begehen, auch aus den niedrigsten Motiven heraus. Paulus war ein Realist. Er wollte Gott und sich selbst ''wahrhaftig'' erkennen. Für ihn gab es keine Fassade der Wohlanständigkeit oder der Religiosität, hinter der er sich verstecken wollte. Henry Scougal kommentiert diesen Vers so: „Niemand kann gemeiner über Paulus denken, als er selbst es tut.“&amp;lt;ref&amp;gt; Henry Scougal. The Life of God in the Soul of Man: or The Nature and Excellence of Christian Religion. Sprinkle Publications: Harrisonburg, VA, 1986. S. 81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachten wir aber den nachfolgenden Vers: ''„Aber darum ist mir Barmherzigkeit zuteil geworden, damit Jesus Christus an mir als dem ersten die ganze Langmut beweise, zum Vorbild für die, welche an ihn glauben werden zum ewigen Leben“ (1.Timotheus 1,16)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit jedem neuen Tag wurden für Paulus zwei Dinge immer deutlicher: Seine Sündhaftigkeit im Licht der Heiligkeit Gottes sowie Gottes Gnade angesichts seiner Sünde. Sich selbst oder Gott genau zu erkennen, war für ihn keineswegs deprimierend oder entmutigend. Im Gegenteil, es vertiefte seine Dankbarkeit für die Weite der Gnade Gottes in der Erlösung und für die Geduld Christi mit ihm, der ihn beständig liebte und sich mit seinem täglichen Kampf gegen Sünde identifizierte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bekenntnis des Paulus an Timotheus liefert uns ein erstaunliches Beispiel moralischer Aufrichtigkeit und theologischer Reife: Seine eigene akute, ja schmerzhaft empfundene Sündhaftigkeit brachte Paulus dazu, die Herrlichkeit des Erretters zu preisen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ein Schurke, der sich freuen kann!  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses tiefgehende Bewusstsein innewohnender Sündhaftigkeit ist keine obskure theologische Aussage oder altreligiöser Eifer. Denn ein größeres Bewusstsein der eigenen Sündhaftigkeit geht nach der Bibel einher mit großer Freude oder Vertrauen in Gott. Derselbe Paulus, der sich selbst als den größten aller Sünder bezeichnete, konnte zwei Verse weiter jubeln: ''„Dem König der Zeitalter aber, dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen“ (1. Timotheus 1,17)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Thema finden wir auch immer wieder in dem Buch der Psalmen. Psalm 40 beispielsweise drückt Freude an Gott und Klagen über Sünde nebeneinander aus.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''Du, HERR, wirst dein Erbarmen nicht von mir zurückhalten;''&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
''deine Gnade und deine Treue werden beständig mich behüten!''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Denn Übel bis zur Unzahl haben mich umgeben,''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
''meine Sünden haben mich erreicht, dass ich nicht aufzublicken vermag;''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
''zahlreicher sind sie als die Haare meines Hauptes,''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
''und mein Herz hat mich verlassen''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
''(Psalm 40,12-13).''&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was geschieht hier? Finden wir hier irgendeine zweipolige Geistlichkeit? Keineswegs! Hier bricht angesichts eines Lebens in einer gefallenen Welt und eines Herzens, das noch mit der Sünde kämpft, die Freude der Errettung durch! Welch eine gewaltige Wahrheit und Realität.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Realität will die Welt nicht anerkennen. Sie will die Wirklichkeit der Sünde nicht sehen. Eine moderne, aalglatte, glitzernde Gesellschaft will sich nur wollüstig selbst erheben und will deshalb auch keinen Erretter haben. Aber die Bibel belässt uns nicht in selbstbetrügerischen Illusionen, sondern nennt unser größtes Elend bei Namen und schickt uns direkt zum Retter, der Gottes Heiligkeit und Gnade im Kreuz vereinigt. Der große Prediger des 19. Jahrhundert, Charles Spurgeon, war auch einer, der diese Realität in all ihrer auf Christus gerichteten Herrlichkeit sah:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Zu viele Menschen nehmen Sünde auf die leichte Schulter und denken deshalb auch zu wenig an den Erretter. Derjenige, der vor Gott gestanden hat, überführt und verurteilt, mit der Schlinge um den Hals, ist der Mensch, der vor Freude weinen kann, wenn ihm die Strafe erlassen wird, der das Böse hassen kann, das ihm vergeben wurde, der zur Ehre seines Erretters leben kann, durch dessen Blut er gereinigt wurde.“&amp;lt;ref&amp;gt;Arnold A. Dallimore. Spurgeon, A New Biography. Banner of Truth: Edinburgh, 1987. S. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sagte Jesus der Frau, die des Ehebruchs überführt worden war? ''„Deswegen sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig“ (Lukas 7,47)''. Wenn ich, wie Paulus (oder David oder Spurgeon) das Ausmaß meiner Sündhaftigkeit erkenne, mich selbst als den größten aller Sünder sehe, dann begreife ich, dass mir in der Tat viel vergeben ist! Das ist der Punkt, an dem das Evangelium zu greifen beginnt. Ich fange an, Gott als den zu erkennen, der Er wirklich ist. Seine Weite wird dann größer als meine Probleme. Seine Güte erstreckt sich sogar zu mir, dem allergrößten Sünder. Und ich fange an, Seine Weisheit und Seine Kraft zu erahnen, die mich von innen heraus umformen will.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sünde – meine Sünde und deine Sünde – ist absolut scheußlich. Sie ist widerwärtig. Sie ist boshaft. Gleichzeitig ist sie aber auch die Kulisse eines viel größeren Schauspiels. Während unseres geistlichen Wachstumsprozesses mögen wir tief betrübt über unser immer wieder neues Versagen sein, dürfen aber doch gleichzeitig darüber jubeln, dass Gott in Jesus Christus die Herrschaft der Sünde überwunden und uns durch Seine Gnade errettet hat. Unser Erlöser ist gekommen, um uns von der Strafe der Sünde zu erretten und uns durch Seinen Geist schon hier ein überreiches Leben zu geben.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn zwei Menschen in ihrer Ehe diese Realität auf sich wirken lassen und bewusst im täglichen Wechselspiel von Sünde und Gnade, von Buße und Vergebung leben, dann werden sie mehr und mehr dem Bild ähnlich, welches Gott einer verlorenen Welt aufzeigen möchte. Deshalb noch einmal Watson: „Solange die Sünde für uns nicht bitter ist, wird Christus für uns nicht süß sein.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rob, Sally und der Rest von uns  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rob und Sally sind schon seit Langem Christen. Wie viele andere Ehepaare auch haben sie bestimmte Vorstellungen, wie sich der jeweils andere zu benehmen hat, und beide denken, dass sie Bedürfnisse haben, die der andere erfüllen sollte. Obwohl sie zur Kirche gehen und bewusst christlich leben, haben sie ernsthafte Ehekonflikte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und woher kommen sie? Daher, dass sie nicht sehen, dass sie die soeben beschriebenen biblischen Anfangsgrundsätze und Fakten nicht beachten. Weil das der Fall ist, gehen ihre gut gemeinten Besserungsversuche ins Leere.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier sind einige Beispiele: Rob sagt, er brauche Respekt. Aber alles, was er bekommt, sind Sallys kritische Kommentare am Abend, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt. Sally sagt, sie brauche es, dass Rob sich um sie bemüht und ihr in ihrer Ehe ein größeres Gefühl von Sicherheit vermittelt. Aber alles, was sie bekommt, ist Robs Passivität – Tag für Tag.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist nichts wirklich Falsches an beiden Bedürfnissen. Die Probleme entstehen dann, wenn beide, vielleicht mehrfach in der Woche, sich gegenseitig ihr Versagen vorrechnen, ihr Verlangen nach Veränderung betonen und – mit leichten Variationen – diese so fein verletzenden Bemerkungen wiederholen, die sie sich schon seit Monaten gegenseitig hin- und herwerfen. Interessanterweise, aber leider auch traurigerweise, fühlen sich Rob und Sally beide im Recht, nicht zuletzt durch die zahlreichen Ehebücher, die sie beide gelesen haben; Bücher, die ihrem – vom jeweilig anderen unterdrückten – Gerechtigkeitsempfinden Recht geben und die die Bedürfnisse, die sie verspüren, so tief legitimieren.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie würdest du als ein Freund, der die allmähliche Erosion der Ehe von Rob und Sally miterlebt, versuchen, ihnen zu helfen? Natürlich, sie brauchen ein Ohr, das ihnen zuhört und versucht, sie beide zu verstehen! Aber ihre größte Not liegt in ihrer Theologie. Sie müssen erkennen, dass einige der Erwartungen, die sie aneinander haben – und die diesen Erwartungen zugrunde liegenden Sichtweisen – unbiblisch sind! Ganz gewiss sind schon ihre Anklagen, harten Worte und egoistisch fordernden Haltungen Sünden. Aber als Ehepaar brauchen sie auch Hilfe dabei, sich im Grundsätzlichen mit der Schrift in Einklang zu bringen – das heißt, sich die fundamentalen Anschauungen Gottes anzueignen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Grundproblem bei Rob und Sally wird offenbar in der Tatsache, dass die Aussage des Paulus aus 1. Timotheus 1,15 ihnen noch nicht ''„gewiss“'', noch nicht wirklich vertrauenswürdig ist. Die ehrliche Erkenntnis und aufrichtige Anerkennung ihrer eigenen, individuellen Sündhaftigkeit ist bei ihnen noch nicht ''„aller Annahme wert“''. Wie viele verheiratete Gläubige haben wie Rob und Sally die „gewisse“, die vertrauenswürdige Aussage des Paulus zusammengeschmolzen und in eine unbiblische Form gegossen, die dann in etwa so lautet: „Jesus Christus kam in diese Welt, um … meine Bedürfnisse zu stillen, ''von denen ich die meisten habe.''“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz zusammengefasst: Rob und Sally mangelt es an Verständnis, wo das Evangelium ansetzt und wie es wirklich wirkt; doch sind sie damit leider bei weitem nicht alleine. John MacArthur beklagt den weit verbreiteten Verlust an biblischem Realitätsbewusstsein unter den Gläubigen:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Christen verlieren schnell die Sicht, dass Sünde die Wurzel allen menschlichen Übels ist. Und viele Christen verleugnen ausdrücklich die Tatsache, dass ihre eigene Sünde die Ursache ihrer persönlichen Bedrückung sein kann. Mehr und mehr Christen versuchen, das menschliche Dilemma der Sünde mit völlig unbiblischen Begriffen zu erklären: Temperament, Sucht, dysfunktionale Familie, das innere Kind, Kodependenz&amp;lt;ref&amp;gt;Diese z.T. sehr speziellen Begriffe sind Fachausdrücke aktueller psychologischer Modelle (Anm. der dt. Hrsg.).&amp;lt;/ref&amp;gt;. Diese und andere Begriffe wurden von der säkularen Psychologie eingeführt und dienen inzwischen auch vielen Christen als eine Art Fluchtmechanismus aus der Realität, wie die Bibel sie uns zeichnet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auswirkung einer solchen Gewichtsverschiebung ist schrecklich. Nimm die Realität der Sünde weg, und du nimmst damit auch die Möglichkeit der Umkehr weg. Schaffe die Lehre der menschlichen Verdorbenheit ab, und du machst damit den göttlichen Plan der Errettung hinfällig. Wische die Bedeutsamkeit persönlicher Schuld beiseite, und du eliminierst damit die Notwendigkeit eines Retters.“&amp;lt;ref&amp;gt;John F. MacArthur Junior. The Vanishing Conscience: Drawing the line in a No-Fault, Guilt-Free World. Word: Dallas, 1994. S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese bleibende Notwendigkeit eines Retters ist aber exakt das, was bekennende Christen nicht aufgeben dürfen. Das Kreuz macht eine erstaunliche Aussage über Ehemänner und Ehefrauen: Wir sind Sünder, und unsere einzige Hoffnung ist die Gnade! Ohne ein klares Bewusstsein über Sünde werden wir unsere Konflikte außerhalb der biblischen Linien bewerten – und damit auch außerhalb des erfüllten Werkes Christi am Kreuz. Wenn wir das aber tun, eliminieren wir die Basis für echtes Verstehen, echte Versöhnung und auch echte Veränderung. Ohne das Evangelium von unserem gekreuzigten und auferstandenen Retter gleiten un-sere Ehen in die Oberflächlichkeit ab. Wir werden dann anfangen, uns Rechtfertigungskrücken für unser sündhaftes Benehmen zu basteln. Und unsere Ehekonflikte versuchen wir dann mit Hilfe von instabilen verhandelten Abmachungen zu lösen, die an der nächsten Ecke schon wieder gebrochen werden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich aber 1. Timotheus 1,15-16 als vertrauenswürdig erkenne, wenn ich es mit voller Annahme umfassen kann, wenn ich weiß, ich bin der schlimmste aller Sünder, dann ist mein Ehepartner nicht mehr das größte meiner Probleme: ''Ich bin es!'' Und wenn ich feststelle, dass ich in den Schuhen des größten aller Sünder unterwegs bin, werde ich jede Anstrengung unternehmen, um meinem Ehepartner dieselbe Gnade zukommen zu lassen, die Gott auch mir gegeben hat!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Schlimmste an der Sünde  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle magst du vielleicht sagen: ‚Dieser Typ hier denkt bei weitem zu viel nur an Sünde! Der schlimmste aller Sünder? Freund, entspanne dich und zieh den moralischen Stecker! Wo-rum geht’s dir letztlich?‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es geht darum, dass meine Sünde nicht in erster Linie gegen mich gerichtet oder gegen meine Ehe gerichtet ist. Alle Sünde ist zuerst gegen Gott gerichtet. Und das ändert alles!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachte es auf diese Weise: Mein Status als ‚Ehemann‘ sagt etwas Wichtiges über mich aus, nämlich dass ich eine Frau habe. Diese meine Identität weist gleichzeitig auf die Realität eines anderen hin – auf meine Frau. Und das sagt gleichzeitig auch etwas darüber aus, was ich ''nicht'' bin. Denn wenn ich Ehemann bin, bin ich natürlich kein Single.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jetzt ruf dir in Erinnerung, dass die Bibel eine besondere Art und Weise hat, menschliche Wesen zu beschreiben – als Sünder (Psalm 51,5; Römer 3,23; 5,12). Wir befinden uns alle gemeinsam in dieser Kategorie – nicht wirklich ein exklusiver Club! Die Bezeichnung „Sünder“ anzuerkennen, bedeutet, auch anzuerkennen, wie mein Status vor Gott ist. Und der bezeichnet zugleich auch, was ich nicht vor Ihm bin – nämlich ein neutraler Akteur, sondern ein Sünder. Durch meine ureigene Natur (die sündhaft ist) bin ich eine Beleidigung für die Natur Gottes (die vollkommen heilig ist).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb schließt die biblische Bezeichnung „Sünder“ ganz eindeutig mit ein, dass es jemanden gibt (mindestens ''einen''), gegen den gesündigt wird. Wenn ich mich meiner Frau Kimm gegenüber vor den Kindern kritisch und abschätzig äußere, dann ist meine Sünde auch gegen die Kinder gerichtet, aber in viel stärkerem Maße gegen meine Frau. Was ich darüber hinaus aber sehen muss, ist, dass diese Sünde am allermeisten, und deshalb in erster Linie, gegen Gott gerichtet ist! Und ''das'' ist etwas, was diese eine Sünde mit jeder anderen Sünde, die jemals begangen wurde oder began-gen werden wird, gemeinsam hat. Jede Sünde, egal wie gering oder groß ihre offensichtliche Auswirkung auf Menschen ist, ist ein Gewaltakt gegen die Reinheit des vollkommen gerechten und heiligen Gottes. Sünde zielt immer zuerst und an vorderster Stelle gegen Gott (5. Mose 9,16; 1. Samuel 15,24; Psalm 51,4). Jerry Bridges bringt diese Wahrheit auf den Punkt, wenn er schreibt:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Sünde ist falsch, nicht wegen dem, was sie gegen mich oder meinen Ehepartner oder meine Kinder oder meine Nachbarn tut, sondern weil sie ein Akt der Rebellion gegen den unendlich heiligen und erhabenen Gott ist.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jerry Bridges, The Discipline of Grace: God’s Role and Our Role in the Pursuit of Holiness. NavPress: Colorado Springs, 1994. S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor einigen Jahren wurde mir eine sehr subtile und destruktive Gewohnheit bewusst. Wann immer ich merkte, gegen meine Frau gesündigt zu haben, ging ich zu ihr, bekannte meine Schuld und suchte die Versöhnung. Hört sich ziemlich gut an, wenn ich das so beschreibe, oder nicht? Aber ich musste erkennen, dass meine Absicht dabei bei weitem nicht so nobel war. Ich wollte eine rasche und effiziente Wiederherstellung unserer Beziehung, damit ich aufhören konnte, mich schlecht zu fühlen, und mit meinen Sachen unbelastet weitermachen konnte. Mit anderen Worten, mein Bekenntnis war im Wesentlichen ein Werkzeug, das ich für mich selbst nutzte. Es war deshalb kein Wunder, dass ich oft mit diesem eigenartigen und mich verfolgenden Gefühl der Oberflächlichkeit zurückblieb, welches ich mittlerweile als vom Heiligen Geist bewirkt erachte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich erkannte, dass in meinen Worten der Entschuldigung meiner Frau gegenüber Gott in überraschender Weise vergessen worden war. Ich sah, dass ich fast völlig vergessen hatte, dass meine Sünde in erster Linie gegen Gott gerichtet war und dass ich schuldig vor Seiner unendlichen Heiligkeit stand. Ich hatte meine Sünden als Irrtümer oder, schlimmer noch, als ‚kleine Sünden‘ betrachtet, die von meinem Herzen wenig Beachtung verlangten. Mein wirkliches Ziel war eine Art eheliche Schadensbegrenzung, nicht aber ein ehrliches Rechenschaft Ablegen vor meinem himmlischen Vater. Aber durch die Gnade Gottes begann ich zu sehen, was J.I. Packer so gut formuliert: „Es kann keine kleine Sünde ge-gen einen großen Gott geben.“&amp;lt;ref&amp;gt;J.I. Packer. Rediscovering Holiness. Servant Books: Ann Arbor, 1992. S. 135.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als diese biblische Realität mich mehr und mehr erfüllte, geschahen erstaunliche Dinge. Ich begann, echte Trauer für meine ‚kleinen Sünden‘ zu empfinden. Mein Bewusstsein von Gott und Seiner Gnade wuchs. In meiner Ehe begann ich, die sehr realen, aber weniger offensichtlichen Sünden zu bemerken, die ich regelmäßig gegen meine Frau beging; Sünden, mit denen ich mich ‚angefreundet‘ hatte, die jedoch nichtsdestotrotz allmählich unsere Beziehung austrockneten. Ich begann zu lernen, diesen Sünden zu widerstehen. Meine Sündenbekenntnisse und unsere Unterhaltungen über die Probleme in unserer Ehe fingen an, eine reichere und zufriedenstellendere Tiefe zu bekommen. Diese Unterhaltungen waren nicht immer leicht, aber definitiv hilfreich in unserer Beziehung. Ich war dahin gekommen, mich selbst, Gott und meine Ehe etwas klarer zu begreifen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schlimmster aller Sünder – Beste aller Welten!  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/Waking_Up_with_the_Worst_of_Sinners/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/Waking Up with the Worst of Sinners/de</title>
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				<updated>2009-06-18T00:45:53Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Mit dem schlimmsten Sünder aufwachen: Die Nachricht, wer wir wirklich sind}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Seufz …'', es ist mir schon wieder passiert.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Frau war unserem beabsichtigten Zeitplan etwas hinter-her gewesen. Anstatt auf sie zu warten (oder ihr gar zu helfen), hatte ich das getan, was ich so gut konnte: den Schulmeister gespielt. Ich rechnete ihr dieses Mal sogar laut vor, wie viele Minuten unseres Lebens durch sie aufgrund solcher Verspätungen bis-lang verschwendet worden waren. Meine Berechnungen beeindruckten sie aber überhaupt nicht, jedoch war ihr deutlich ins Gesicht geschrieben, wie meine Worte sie quälten. Da schoss es mir durch den Kopf, leider etwas zu spät: ‚Sehr elegant, Dave, sehr konstruktiv. Ein hilfreiches Wort zur rechten Zeit.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich denkst du, dass ein Pastor – also jemand, der berufen ist, auf hilfreiche, einfühlsame, biblische Weise zu denken und zu sprechen – sich in einem solchen Moment etwas besser benehmen sollte – zumindest etwas weniger zerstörerisch. Aber obwohl meine Worte arrogant und sündhaft waren, war Kimm in der Lage, sie mit Liebe zu bedecken und mir geduldig dabei zu helfen, zu erkennen, was an ihnen nicht gestimmt hatte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin nach wie vor außerordentlich dankbar für Kimms gnä¬digen und vergebenden Geist, und dennoch bleibt da diese Frage offen: ''Warum bin ich nicht liebevoller''? Schließlich sind wir doch schon mehr als zwanzig Jahre lang verheiratet. Auch bin ich davon die meiste Zeit im pastoralen Dienst, habe zahlreiche Ehebücher gelesen, etliche Eheseminare gehalten und bin der tiefen Überzeu¬gung, dass Kimm ein Geschenk Gottes an mich ist. ''Wenn ich meine Frau liebe, warum fällt es mir dann so leicht, sie zu behandeln, als liebte ich sie nicht?''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das passiert mir auch bei meinen Kindern. Vor kurzem verhielt eines von ihnen sich in einer Weise, die mein Eingreifen erforderte. Meine Großmutter sagte in solchen Fällen gewöhnlich, dass eine „Aussprache“ nötig sei. Aber was tat ich? Der große Schulmeister stellte wieder seine Falle auf. Anstatt die Gelegenheit zu nutzen, mit meinem Kind liebevoll zu reden, waren meine Worte hart und bitter. Andere Sache, andere Person – dasselbe Problem: Ich behandelte jemanden, den ich liebe, als ob ich ihn nicht liebte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jungs, ihr wisst, worüber ich gerade spreche. Du hast vielleicht einen romantischen Abend einschließlich Essen in ihrem Lieblingsrestaurant geplant. Aber dann sagt sie etwas, oder du sagst etwas, oder die Bedienung sagt etwas, und innerhalb weniger Minuten entsteht eine völlig neue Situation, an der sich ein handfester Konflikt entzündet, der die eheliche Harmonie noch sehr lange verdunkeln will.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder wie steht’s damit: Anstatt an einem freien Tag das Fußballspiel anzuschauen, entschließt du dich, eine Reparaturarbeit zu erledigen, um die dich deine Frau gebeten hatte. Fünf frustrierende Stunden später legst du dann dein Werkzeug beiseite und schaust nach deiner Frau aus, um ein Zeichen der Wertschätzung für dein persönliches Opfer zu erheischen. Sie aber schaut sich dein Werk an und sagt: „Ich hätte mir gewünscht, dass du mich vorher fragst, bevor du es ''so'' machst.“ Achtung, Brandgefahr!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihr lieben Ehefrauen, er hat euch gesagt, er sei um 21:00 Uhr von der Arbeit zurück, kommt aber erst um 22:45 Uhr mit der Bemerkung nach Hause: „Tut mir leid, Schatz, die Sitzung hat sich hingezogen.“ Kein Anruf, kein Hinweis, keine ''echte'' Entschuldigung, nicht einmal ein Zeichen des Verständnisses für die Sorgen, die du dir gemacht hast. Vor ein paar Minuten noch schoss dir durch den Kopf, wie du als Witwe deine Familie durchbringen würdest. Und jetzt, mit dem Hintergedanken, dass er eine Woche lang im Wohnzimmer schlafen wird, bist du dir nicht ganz sicher, was gleich aus deinem Mund kommen wird. Aber es wird wahrscheinlich nichts Gutes sein. Es wird wahrscheinlich nichts Gutes sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Bekenntnis des Paulus – und unseres  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist die Kehrseite der Ehe, die Realität des gemeinsamen Le-bens, Tag für Tag, in einer gefallenen Welt. Aber was offenbart dies? Worauf weist meine ‚Fäulnis‘ hin? Hat mich der Feind isoliert, um mir seine volle Aufmerksamkeit zu widmen? Vielleicht bin ich eine Bedrohung für sein Reich, wie ''Frodo'' es für die Mächte ''Mordors''&amp;lt;ref&amp;gt;Frodo und Mordor sind Figuren aus dem Buch „Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien (Anm. der dt. Hrsg.).&amp;lt;/ref&amp;gt; war oder ''Luke Skywalker'' für das ''Evil Empire''&amp;lt;ref&amp;gt;Luke Skywalker ist eine Figur aus der Filmserie „Star Wars“/„Krieg der Sterne“ (Anm. der dt. Hrsg.).&amp;lt;/ref&amp;gt;? Das rechtfertigt aber nicht die Tatsache, dass ich sehr wohl weiß, was richtig wäre, mich jedoch für etwas anderes entscheide!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber schaut, mit unserem Sündenproblem befinden wir uns in ziemlich guter Gesellschaft. So schlecht wir uns auch selbst einschätzen, der Apostel Paulus hält sich selbst für noch schlimmer. Vielleicht können wir etwas von ihm lernen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulus schrieb an Timotheus: ''„Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin“ (1.Timotheus 1,15)''. Ziemlich starke Aussage, oder nicht? Da gibt es nicht viel Spielraum! Paulus beginnt diese Aussage mit ''„Das Wort ist gewiss und aller Annahme wert …“'' – das ist die altertümliche Entsprechung zu dem Ausrufezeichen, mit dem du heutzutage deine E-Mails kennzeichnest, wenn du sie als ‚hohe Priorität‘ einstufst!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Statement des Paulus hat zwei Teile. ''„Christus Jesus ist in die Welt gekommen, Sünder zu erretten …“'' Dies katapultiert uns mitten hinein ins Herz des Evangeliums und bereitet uns auf den zweiten Teil vor: ''„… von welchen ich der erste bin.“'' Was soll man denn mit einer solchen Aussage machen? Wie kann der große Apostel für die Heiden, der Theologe aus den Anfängen des christlichen Glaubens, ernsthaft eine solche Aussage machen? Mit wem vergleicht er sich? Und welchen Maßstab legt er an?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das sind wichtige Fragen. Wir dürfen diese Aussage des Paulus nicht einfach als Übertreibung am Rande oder als Übung in falscher Demut beiseitelegen. Dies ist das Wort Gottes, und es wird hier eine tiefgehende Feststellung getroffen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist offensichtlich, dass Paulus nicht versucht, sich objektiv mit anderen Menschen zu vergleichen, denn er ist den meisten von ihnen niemals begegnet! Dies weist darauf hin, dass sein Blick nicht in erster Linie nach außen, sondern nach innen geht. Er deutet auch nicht an, moralisch bankrott zu sein oder keinerlei geistliche Reife zu besitzen. Er spricht einfach davon, was in seinem Herzen vor sich geht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letztlich sagt er: Schau her, ich kenne meine Sünde. Was ich in meinem eigenen Herzen gesehen habe, ist schwärzer und schrecklicher, es ist stolzer, selbstsüchtiger und egoistischer als al-les, was in den Herzen anderer Menschen sein kann. Mein Herz ist auch immer wieder furchtbar rebellisch gegen Gott. Soweit ich es beurteilen kann, kenne ich keinen größeren Sünder als mich!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulus studierte also sein Herz. Er beobachtete das Verlangen und die aufpeitschenden Impulse seines Inneren. Und ich bin der Meinung, es ist nicht übertrieben, davon auszugehen, dass Paulus dachte, er sei – unter entsprechenden Umständen – auch dazu in der Lage, die schlimmsten Sünden zu begehen, auch aus den niedrigsten Motiven heraus. Paulus war ein Realist. Er wollte Gott und sich selbst ''wahrhaftig'' erkennen. Für ihn gab es keine Fassade der Wohlanständigkeit oder der Religiosität, hinter der er sich verstecken wollte. Henry Scougal kommentiert diesen Vers so: „Niemand kann gemeiner über Paulus denken, als er selbst es tut.“&amp;lt;ref&amp;gt; Henry Scougal. The Life of God in the Soul of Man: or The Nature and Excellence of Christian Religion. Sprinkle Publications: Harrisonburg, VA, 1986. S. 81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Betrachten wir aber den nachfolgenden Vers: ''„Aber darum ist mir Barmherzigkeit zuteil geworden, damit Jesus Christus an mir als dem ersten die ganze Langmut beweise, zum Vorbild für die, welche an ihn glauben werden zum ewigen Leben“ (1.Timotheus 1,16)''.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit jedem neuen Tag wurden für Paulus zwei Dinge immer deutlicher: Seine Sündhaftigkeit im Licht der Heiligkeit Gottes sowie Gottes Gnade angesichts seiner Sünde. Sich selbst oder Gott genau zu erkennen, war für ihn keineswegs deprimierend oder entmutigend. Im Gegenteil, es vertiefte seine Dankbarkeit für die Weite der Gnade Gottes in der Erlösung und für die Geduld Christi mit ihm, der ihn beständig liebte und sich mit seinem täglichen Kampf gegen Sünde identifizierte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bekenntnis des Paulus an Timotheus liefert uns ein erstaunliches Beispiel moralischer Aufrichtigkeit und theologischer Reife: Seine eigene akute, ja schmerzhaft empfundene Sündhaftigkeit brachte Paulus dazu, die Herrlichkeit des Erretters zu preisen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ein Schurke, der sich freuen kann!  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
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		<title>When Sinners Say I Do/Waking Up with the Worst of Sinners/de</title>
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				<updated>2009-06-18T00:27:23Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Mit dem schlimmsten Sünder aufwachen: Die Nachricht, wer wir wirklich sind}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Seufz …'', es ist mir schon wieder passiert.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Frau war unserem beabsichtigten Zeitplan etwas hinter-her gewesen. Anstatt auf sie zu warten (oder ihr gar zu helfen), hatte ich das getan, was ich so gut konnte: den Schulmeister gespielt. Ich rechnete ihr dieses Mal sogar laut vor, wie viele Minuten unseres Lebens durch sie aufgrund solcher Verspätungen bis-lang verschwendet worden waren. Meine Berechnungen beeindruckten sie aber überhaupt nicht, jedoch war ihr deutlich ins Gesicht geschrieben, wie meine Worte sie quälten. Da schoss es mir durch den Kopf, leider etwas zu spät: ‚Sehr elegant, Dave, sehr konstruktiv. Ein hilfreiches Wort zur rechten Zeit.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wahrscheinlich denkst du, dass ein Pastor – also jemand, der berufen ist, auf hilfreiche, einfühlsame, biblische Weise zu denken und zu sprechen – sich in einem solchen Moment etwas besser benehmen sollte – zumindest etwas weniger zerstörerisch. Aber obwohl meine Worte arrogant und sündhaft waren, war Kimm in der Lage, sie mit Liebe zu bedecken und mir geduldig dabei zu helfen, zu erkennen, was an ihnen nicht gestimmt hatte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bin nach wie vor außerordentlich dankbar für Kimms gnä¬digen und vergebenden Geist, und dennoch bleibt da diese Frage offen: ''Warum bin ich nicht liebevoller''? Schließlich sind wir doch schon mehr als zwanzig Jahre lang verheiratet. Auch bin ich davon die meiste Zeit im pastoralen Dienst, habe zahlreiche Ehebücher gelesen, etliche Eheseminare gehalten und bin der tiefen Überzeu¬gung, dass Kimm ein Geschenk Gottes an mich ist. ''Wenn ich meine Frau liebe, warum fällt es mir dann so leicht, sie zu behandeln, als liebte ich sie nicht?''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/What_Really_Matters_in_Marriage/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/What Really Matters in Marriage/de</title>
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				<updated>2009-06-18T00:14:46Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Was in der Ehe wirklich zählt: Allerlei Theologen am Altar}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sonnenstrahlen leuchteten in vielen Farben durch die Kirche, als die Eingangstüren geöffnet wurden. Eine Hymne vermischte sich wunderbar mit der frischen Frühlingsluft, die auch durch die Fenster hereinströmte. Als die Angehörigen und Freunde sich erhoben, knarrte das dunkle Holz der Kirchenbänke und verbreitete dieses einzigartige Geräusch von Tradition, Würde und Höflichkeit.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbemerkt zitternd und mit leicht angespannter Miene die Haltung bewahrend, begann die Braut ihren „Hochzeitsmarsch“ – einen Gang, den sie zu Hause auf dem Flur schon seit zwei Jahrzehnten geübt hatte. Ihr großes Glück war nun ein schmucker junger Mann, ein Energiebündel in einem Smoking. Ein Lächeln hatte sein Gesicht ergriffen, und seine Augen tanzten förmlich vor Freude, als er seine heranschreitende Braut anschaute.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pfarrer nickte zustimmend zu dem Vater der Braut, als dieser die zeremonielle Übergabe der Tochter begann und deren Hand in die Hand des Bräutigams legte. „Wenn es hier unter uns jemanden geben sollte, der einen Grund hat, warum dieser Mann und diese Frau nicht vereint werden sollten“, sagte der Pfarrer, „der spreche jetzt – oder schweige auf immer!“ Alle verharrten in höflicher Erwartung, als der Pfarrer einen Moment innehielt, um diese traditionelle Gepflogenheit danach zu Ende zu bringen. Plötzlich durchdrang die Stimme eines alten Mannes die höfliche Stille, der laut fragte:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Woher weiß man es?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stand im hinteren Bereich der Kirche, seine Hände umklammerten die Lehne der Bank vor ihm, und seine Augen schauten leidenschaftlich umher. „Ich will unter keinen Umständen respektlos erscheinen“, sagte er, während sich auch noch der letzte Kopf im Raum nach ihm umdrehte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Woher kann man wirklich wissen, dass diese Ehe funktionieren wird?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Ton war ernst, aber nicht herausfordernd. Sein Einwand mochte die versammelte Gesellschaft verblüfft haben, doch er war vollkommen aufrichtig. Dann, während sich seine Stimme und seine Augen senkten, kamen seine abschließenden Worte, langsam und bewusst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ja, … wer überhaupt kann es wissen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige schauten den Mann verwundert an, andere warfen ihm empörte Blicke zu. Und während seine unerwartete Frage noch leise im Gewölbe widerhallte, war es, als ob die Zeit stehenblieb. Dutzende Menschen formulierten dabei unhörbar ihre Antworten, doch hörte dabei jeder Einzelne sein eigenes Denken.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trauzeugin dachte: ‚Sie sind verliebt – und Liebe kann schließlich alles überwinden.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Freund des Brautpaares gab sich diese Antwort: ‚Sie passen einfach zueinander. Das ist der Schlüssel zum Glück ihrer Ehe.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der ehemalige Jugendpastor des Brautpaares, der die beiden und ihre Familien seit Jahren kannte, machte sich so seine Gedanken: ‚Es hängt alles an der Erziehung. Diese beiden jungen Leute werden den Weg schon miteinander schaffen, sie kommen beide aus guten Familien.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Onkel Bob, der Wirtschaftsprüfer, rückte seine Krawatte zurecht und lächelte in sich hinein: ‚Du hast keine Ahnung, Mann, was ihre Aktien in einigen Jahren wert sein werden. Gute finanzielle Planung eliminiert den größten Stressfaktor für eine gesunde Ehe!‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich meinte noch ein anderer Hochzeitsgast zu sich selbst: ‚Die beiden haben so ziemlich jedes gute Buch über Ehe und Partnerschaft gelesen, das es gibt. Was sollten sie sonst noch wissen müssen, damit nichts schiefgeht?‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle unterbrach der Pfarrer die heimlichen Gedankengänge und begann mit der Rettung der Situation, indem er sagte: „Liebe Anwesende, wir haben uns heute hier versammelt, um diese Ehe Gott zu weihen. Er wird sie gelingen lassen. Wir wollen beten …“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gute Frage, klasse Antwort  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stell dir vor, diese Geschichte wäre tatsächlich geschehen. Was denkst du, wer hat Recht gehabt? Alle? Keiner von ihnen? Welche Antwort hättest du in diesem Moment parat gehabt?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtiger noch: Wie würdest du reagieren, wenn dieser alte Mann gerade jetzt auf dich zukäme und dir die Frage nach deiner Ehe stellte? Vielleicht ist deine Frage auch weniger: „Wird es klappen?“, sondern eher: „Ist meine Ehe wirklich das, was sie sein sollte?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du jetzt weiterliest, dann bedeutet dir deine Ehe offensichtlich etwas. Denn du bist nicht allein mit der Frage zufrieden, ob deine Ehe halten oder ob sie klappen wird. Nein, die Menschen in dieser wichtigsten aller Beziehungen sehnen sich nach einer Ehe, die selbst in schwierigen Zeiten gedeiht und wächst. Deshalb möchte ich eine Antwort vorschlagen, die vielleicht kaum jemandem eingefallen ist. Es handelt sich dabei um eine Antwort, die den Grundgedanken dieses ganzen Buches reflektiert.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lasst mich zunächst festhalten, dass alle stillen Antworten der erstaunten Gäste bei dieser erdachten Hochzeitsfeier eindeutig ihre Berechtigung haben: Liebe, zueinander passen, familiäre Herkunft, gutes Vorsorgen, gute Erziehung und ein gemeinsamer Glaube. Alles sind hilfreiche, wenn nicht gar wesentliche Bestandteile einer gedeihenden Ehe, und wahrscheinlich kannst du dir noch weitere vorstellen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt eine Antwort, die hinter allen anderen steht. Und diese eine Antwort fasst im Grunde genommen alle anderen zusammen. Sie ist so umfangreich, dass wir den Rest dieses Buches dafür aufwenden müssen, sie anzuschauen. Sie mag zunächst nicht so weltbewegend erscheinen, denn sie kommt schlicht aus der Bibel. Aber nach allem, was ich in den letzten einundzwanzig Jahren im pastoralen Dienst gelernt habe, kann ich dir versichern, dass diese Antwort deine Welt erschüttern wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist sie: ''Was wir über Gott glauben, bestimmt die Qualität unserer Ehe!''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Jetzt bitte das Buch nicht zumachen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte das kurz erläutern. Jeder betrachtet das Leben aus einer bestimmten Perspektive, was manche eine Weltanschauung nennen. Unsere Weltanschauung wird durch viele Dinge geprägt und bestimmt: unsere Kultur, unser Geschlecht, unsere Erziehung, unsere gegenwärtigen Lebensumstände usw. Das am tiefsten Gehende, das die Weltanschauung eines Menschen prägt, ist sein Verständnis von Gott. Was ein Mensch über Gott denkt, bestimmt seine Auffassung darüber, wo er herkommt, welchen Sinn das Leben hat oder was nach dem Sterben geschieht. Deshalb ist unsere Weltanschauung, unsere Lebensperspektive, im Wesentlichen von unserem Denken über Gott bestimmt. Wenn wir uns über Theologie unterhalten, tun wir nichts anderes, als darüber zu sprechen, was wir über Gott denken. Was wir im Innern über Gott glauben und wie wir meinen, vor Ihm leben zu sollen, das ist unsere Theologie! Mit anderen Worten: Theologen sind nicht nur irgendwelche kluge, alte Herren an Universitäten oder kluge, tote Menschen auf Friedhöfen … auch du bist ein Theologe! Hör dir dazu einen bekannten Theologen unserer Zeit an, R.C. Sproul:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Kein Christ kann Theologie vermeiden. Jeder Christ ist ein Theologe. Dies vielleicht nicht in einem technischen oder professionellen Sinne, aber dennoch ein Theologe. Die Frage, die sich für einen Christen stellt, ist nicht die, ob er ein Theologe ist oder nicht, sondern ob er ein guter Theologe ist – oder ein schlechter!“&amp;lt;ref&amp;gt;R.C. Sproul. Knowing Scripture. IVP: Downers Grove, IL, 1978. S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für ein Theologe bist du? Das ist nicht schwer herauszufinden. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, unsere Vorstellungen über das Leben, über die Ehe, über Gefühle, Konflikte usw. offenbaren sich durch unsere Worte und durch unser Verhalten – und spiegeln damit unvermeidlich unsere Ansicht über Gott wider. Das, was wir mit unseren Lippen reden, ist schlicht unsere Theologie. Welche Theologie findest du zum Beispiel in folgender Unterhaltung?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Du frustrierst mich wirklich, wenn du das tust!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ja nun, ich bin halt so! Ich kann nichts dafür, wenn mein Verhalten bei dir immer eine bestimmte Reaktion auslöst!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Bedürfnisse sind dir wohl völlig egal, oder?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Deine Bedürfnisse? Wie steht’s denn mit meinen Bedürfnissen? Meine Gefühle scheinen in dieser Ehe wohl überhaupt keine Rolle zu spielen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typisches Wortgefecht eines verheirateten Paares? Vielleicht. Aber es ist weit mehr als das. Solch einfache Aussagen, die jeder Verheiratete vielleicht denkt (auch wenn er sie nicht immer ausspricht), kommen aus Herzen, die bestimmte Annahmen darüber getroffen haben, wer wir sind, was wir brauchen, was wichtig ist und wie Gott zu diesem unserem Denksystem passt. In einer Unterhaltung wie dieser wird quasi die Theologie aus der Garage geholt und auf eine Spritztour mitgenommen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Gedankengang ist für dich im Moment vielleicht nicht nachvollziehbar, aber ich gehe davon aus, dass er dir klarer werden wird, wenn du weiterliest. Ein guter, altbewährter Ehepartner-Theologe kann nämlich anhand dieser Unterhaltung sehr gut erkennen, wie hier Glaubensgrundsätze über Gott, uns selbst und unsere Probleme artikuliert werden. Wir finden sie zum Beispiel in Redewendungen wie „ich bin frustriert“, „ich kann nichts dafür“, „ich bin halt so“ oder „… und was ist mit meinen Bedürfnissen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irre dich also bitte nicht. Wie Eheleute Tag für Tag und Jahr für Jahr ihre Ehe aufbauen, wird wesentlich durch ihre Theologie entschieden! Sie bestimmt ihr Denken, Reden und Handeln. Es ist auch bei dir nichts anderes als deine Theologie, die dein gesamtes Leben bestimmt und die auch festlegt, wie du deine Ehe führst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jeder Knopf ins richtige Knopfloch  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du schon mal ein Hemd oder eine Bluse falsch zugeknöpft? Du weißt schon, die Knöpfe in die verkehrten Knopflöcher, sodass man hinterher meint, ein Erstklässler hätte dich angezogen. Das ist mir erst kürzlich passiert; ich habe den ersten Knopf ins falsche Loch gesteckt und so weitergemacht, bis ich schlussendlich einen modischen Albtraum darstellte. Komisch war dabei, dass ich dachte, ich sehe großartig aus; vielleicht war da ja absichtlich ein Ersatzknopf unten angebracht, oder das Hemd war verkehrt genäht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Augenblicke wie diese bringen meine Frau Kimm in eine schwierige Lage. ‚Soll ich ihn wieder zurechtmachen‘, überlegt sie, ‚oder den Kollegen im Büro einfach ihren Spaß lassen?‘ Dieses Mal war sie gnädig und korrigierte meine Knöpfe, und ich hatte einen korrekt geknöpften Tag.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist erstaunlich, wie verdreht oder zerzaust man aussehen kann, wenn man diesen ersten Knopf nicht richtig geknöpft hat. Beginne etwas an verkehrter Stelle, und es gibt keine Möglichkeit mehr, es im weiteren Verlauf in Ordnung zu bringen. Den ersten Knopf richtig zu setzen, ist der Schlüssel dafür, auch alles andere richtig auf die Reihe zu bringen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehe ist wie so ein Hemd. Setzt man die ersten Dinge richtig, dann fügen sich danach auch die anderen ‚Knöpfe‘ des Ehelebens – Kommunikation, Konfliktbewältigung, Gefühle, Arbeitsteilung – in einer Weise ein, dass sie gut zusammenwirken.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Knopf in einer Ehe? Richtig, das ist … Theologie! Aber wie sieht eine ‚korrekt geknöpfte‘ Theologie aus? Lasst uns dazu kurz drei der wichtigsten Bestandteile einer soliden, biblischen Theologie der Ehe anschauen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Grundlage deiner Ehe – die Bibel  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ein guter Theologe – und folglich auch ein guter Ehemann – zu sein, müssen wir Gott betrachten, wie Er wirklich ist. Und dazu brauchen wir die Bibel. Durch sie können wir ein klares Verständnis von Gottes Realität und von Seinem Wesen erlangen. In der Heiligen Schrift ist Gott wahrhaftig geoffenbart – Sein Charakter, Sein Tun, Sein Herz, Sein herrlicher Erlösungsplan. Mehr noch, wir begegnen in der Bibel Gott, wie Er sich in der Person Jesu Christi ultimativ gezeigt hat. Christus ist ''„die Wahrheit“ (Johannes 14,6)''. Ihn zu kennen, bedeutet, die Wahrheit zu kennen. Auf Wahrheit gegründete Ehen sind deshalb von Natur aus auf Christus gegründet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir leben in einer Zeit, in der der Wert der Ehe offensichtlich der Beliebigkeit unterworfen ist. Ist dieser Wert von einer autoritativen Instanz losgelöst, wird die Ehe immer der Kultur folgen, egal, wohin die Kultur sich bewegt. Man weiß von eine Popdiva, die während einer Partynacht geheiratet hat, nur um am Morgen danach ihre Ehe wieder annullieren zu lassen. Für sie war Ehe lediglich ein Spaß für ein paar Stunden, vielleicht nicht viel anders als eine Shoppingtour am Nachmittag oder ein Besuch im Starbucks.&amp;lt;ref&amp;gt;Große amerikanische Kette von Cafés (Anm. der dt. Hrsg.).&amp;lt;/ref&amp;gt; Einfach spontan genießen, man tut ja keinem dabei weh!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist der Grund dafür, warum die Bibel so wichtig ist. Sie als das Wort Gottes gibt der Ehe eine ewige und herrliche Bedeutung. Die Bibel beansprucht auch die Autorität darüber, was Ehe sein soll, und ist somit ihr bewertender Maßstab. Die Bibel ist deshalb auch der Schlüssel dafür, ob ein Paar in seiner Ehe Erfüllung findet oder nicht. Es ist eine unglaublich befreiende Erfahrung, zu erkennen, dass die Beständigkeit und die Qualität deiner Ehe letztendlich nicht von der Stärke deines Einsatzes für deine Ehe abhängt, sondern von etwas völlig anderem – nämlich von Gottes Wahrheit – von der Wahrheit, die wir klar und deutlich auf den Seiten der Bibel finden!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kenne einen Ingenieur, dessen Arbeit für mich dermaßen kompliziert ist, dass ich noch nicht einmal den Versuch unternehme, sie zu verstehen. Es ist noch nicht lange her, dass er mir von einem Computerprogramm erzählte, dessen Handbuch man nicht ohne die persönliche Anleitung des Programmierers verstehen konnte. Ingenieure aus der ganzen Welt flogen zu ihm und ließen sich in Seminaren sein Handbuch erklären. Der Gedanke dahinter war einfach der: Er schuf das Programm, er schrieb das Handbuch dafür und war deshalb auch die entsprechende Autorität auf diesem Gebiet. So sollten wir es jetzt auch auf dem Gebiet unserer Ehe machen! Das macht in meinen Augen viel Sinn!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gott schuf das Ehe-„Programm“, schrieb ein „Handbuch“ dazu und erklärt dieses auch. Er ist die einzige, verlässliche und vertrauenswürdige Autorität zum Thema Ehe. Als ihr „Erfinder“ – und dazu vergleiche man die beiden ersten Kapitel des 1. Mosebuches – weiß Er, wie sie funktioniert und wie man sie fitmachen kann. Als Herr hat Er alles gegeben, was wir zum Leben, zur Gottesfurcht – und auch zur Ehe – benötigen. In Seinem Wort.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bibel ist das Fundament für eine gelingende Ehe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Quelle deiner Ehe – das Evangelium  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir mit der Bibel als Grundlage der Ehe leben, dann gilt es auch sicherzustellen, ob wir Klarheit darüber haben, worum es in ihr geht. Hier kommt deshalb ein kurzer Überblick über die biblische Perspektive.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sehen in den beiden ersten Kapiteln des 1. Mosebuches, wie Gott Mann und Frau in Abhängigkeit von Ihm und zu Seiner Verherrlichung schuf. Doch nur drei Kapitel weiter stellen wir fest, dass sie sich von ihrem Schöpfer abgewandt haben – und Sünde auf den Plan trat. Als direktes Ergebnis daraus verloren sie ihre außergewöhnliche persönliche Beziehung zu Gott – ein Bruch, der auch Auswirkungen auf jede Person, die nach ihnen lebte, haben sollte. Viele, ''viele'' Seiten später, am Ende der Bibel, dem Buch der Offenbarung, sehen wir, wie Gott diese von Adam und Eva verlorene Beziehung vollständig wiederhergestellt und für Sein Volk eine neue Erde und einen neuen Himmel geschaffen hat.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da stand früh am Anfang der Menschheitsgeschichte also eine zerbrochene Beziehung, zerbrochen durch Sünde. Dann aber, weil die Sünde entfernt wurde, finden wir an einem Punkt in der Zukunft eine wiederhergestellte Beziehung. Das ergibt ein klares Bild. Was aber passiert dann in den 64 Büchern dazwischen? Das Evangelium ‚passiert‘! Gott sandte Seinen Sohn als Antwort auf unser Dilemma der Sünde und nicht nur als Beispiel moralischen Gutseins oder um uns eine bestimmte Lebensweise beizubringen. Er nahm das Urteil, das uns wegen unserer Sünde getroffen hatte (vgl. 1. Mose 3), auf sich, damit wir wieder in einer intakten Beziehung zu Gott leben könnten – auf ewig!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Evangelium ist das Herzstück der Bibel. Alles in ihr ist entweder Vorbereitung ''auf'' das Evangelium, Darlegung ''des'' Evangeliums oder Teilhabe ''am'' Evangelium. Im Leben, Sterben und Auferstehen Christi gibt uns das Evangelium eine ultimative Lösung für unsere Sünde – für heute, für morgen, für den Tag, an dem wir vor Gott stehen, für immer.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herrlichkeit des Evangeliums ist unübertrefflich. Deshalb werden wir die Ewigkeit mit Staunen darüber verbringen, wie der Heilige Gott Seinen einzigen Sohn ''„zerschlagen“'' konnte ''(Jesaja 53,5)'', um sündige Menschen zu erretten. Das Evangelium erklärt unser offensichtlichstes und grundlegendes Problem – Sünde, die uns von Gott und voneinander getrennt hat. Deshalb sind wir letztlich Ziel des Zornes Gottes. Ein Christ versteht die Notwendigkeit des Kreuzes: Unsere Sünde war so schlecht, dass es des Blutvergießens bedurfte, um sie wegzunehmen – des Blutes Gottes! Ohne das Kreuz sind wir im Krieg mit Gott und Er mit uns!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Evangelium ist deshalb die Grundlage aller theologischen Wahrheit und ist die alles umspannende Realität, welche allen anderen Realitäten erst Sinn verleiht. Begehe niemals den Fehler, zu glauben, das Evangelium sei nur zur Evangelisation und Bekehrung gut. ''Im'' Evangelium verstehen wir, dass wir Sünder bleiben, obwohl wir gerettet sind. ''Durch'' das Evangelium empfangen wir Kraft, um der Sünde zu widerstehen. Das Evangelium genau zu begreifen und es fortwährend auf unser Leben anzuwenden, das ''bedeutet'' christliches Leben.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, das Evangelium ist ein nicht endender Quell der Gnade Gottes für unsere Ehe. Man muss also dringend ein klares Verständnis des Evangeliums haben, nicht nur, um ein guter Theologe zu werden, sondern auch, um in der Lage zu sein, sich auf eine lebenslange, blühende Ehe zu freuen. Sonst kannst du weder Gott noch dich selbst noch deine Ehe als das sehen, was sie wirklich sind.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Evangelium ist der Quellort einer blühenden Ehe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Focus deiner Ehe – die Ehre Gottes  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir damit beginnen, unsere Ehen an biblischer Wahrheit zu orientieren, werden wir etwas Erstaunliches sehen: Die Ehe wurde nicht nur von Gott erfunden, sie gehört Ihm auch. Er hat einen einzigartigen Anspruch auf ihr Urheberrecht, ihre Idee und ihre Zielsetzung. Sie existiert faktisch sogar mehr für Ihn als für die Ehepaare selbst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, in der Ehe geht es nicht zuerst um mich oder meinen Partner. Ganz offensichtlich gehören zu einer Ehe Mann und Frau, aber sie sind darin sekundär; Gott ist die wichtigste Person in einer Ehe! Sie ist ganz gewiss zu unserem Guten da, aber zuerst ist sie zur Ehre Gottes da.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Tatsache mag dir seltsam, überraschend oder schwer annehmbar erscheinen, und doch stellt sie eine wesentliche Wahrheit für jedes verheiratete christliche Paar dar. Ein Traugottesdienst kann einer Hochzeit einen religiösen Rahmen geben, aber es bedarf einer täglichen Umsetzung in die Tat, um Gott wirklich die Autorität über die Ehe einzuräumen. In meiner pastoralen Arbeit habe ich oft das traurige Ergebnis des Versagens gesehen – des Versagens, Gott nicht zu geben, was Ihm gehört!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Viele junge Paare stürzen Hals über Kopf in die Verliebtheit und ignorieren dabei die Weisheit derer, die ihnen am nächsten stehen. Sie sehen die Legitimation für ihre Ehe in ihrer leidenschaftlichen Liebe und meinen, dass das als Begründung genügt. Sie sehen aber nicht, dass die Ehe zuerst Gott gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Dann gibt es auch verheiratete Christen, die ihre biblisch zugewiesenen Rollen und ehelichen Verantwortungen aufgeben und einfach danach verfahren, „was funktioniert“. Aber auch das bedeutet, sich mit weitaus weniger zufriedenzugeben, als Gott vorgesehen hat. Denn auch sie sehen Ehe nicht als zuerst Gott gehörend an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Am tragischsten sind aber christliche Familien, die durch Scheidung auseinander gerissen wurden, weil beide Partner der Meinung waren, dass persönliche Bedürfnisse wichtiger sind als das, was Gott zusammengefügt hat. Auch sie sehen Ehe nicht als zuerst Gott gehörend an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Apostel Paulus verwendet den Großteil des fünften Kapitels des Briefes an die Epheser dazu, zu verheirateten Menschen zu sprechen. Nachdem er in den Kapiteln zuvor dargelegt hat, was Christus für sie als Einzelne getan hat, ruft er nun Ehemänner und Ehefrauen dazu auf, in einer Art und Weise zu leben, die der Würde ihrer Berufung als Christen entspricht (Epheser 4,1). Kapitel 5 ist angefüllt mit sehr spezifischen Anweisungen, um blühende Ehen zu bauen. Das hervorstechendste Merkmal der Argumentationsweise des Paulus ist die Tatsache, dass er ''Christus als Bezugspunkt all unseres Verhaltens in der Ehe'' ansieht!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehefrauen sollen sich ihren Männern ''„als dem Herrn“'' unterordnen ''(V. 22)''. Ehemänner sollen ihre Frauen lieben, ''„wie Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat“ (V. 25)''. Ehemänner sollen ihre Frauen pflegen und wertschätzen ''„wie auch Christus die Gemeinde“ (V. 29)''. Wir sehen, dass jedes Mal wesentlich mehr hinter den Worten des Paulus steckt, als dass wir nur nett zu unserem Partner sein sollen. Der Apostel bringt vielmehr ein gewaltiges, noch verborgenes Drama ins Spiel.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in Vers 32 lesen wir: ''„Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde.“'' Der Ausleger George Knight liefert hierzu folgende hilfreiche Einsicht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Den Menschen in den Tagen Moses unbekannt (es war ein ‚Geheimnis‘), war die Ehe ''von Gott'' von Anfang an dazu ''entworfen'', ein Bild oder ein Gleichnis für die Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde zu sein. Als Gott damals den Entwurf einer Ehe ausgestaltete, plante er sie zu einem erhabenen Zweck: sie sollte ein wunderschönes irdisches Bild von der Beziehung darstellen, die eines Tages zwischen Christus und seiner Gemeinde sichtbar würde. Das war den Menschen über viele Generationen unbekannt, und genau das ist es, was Paulus ein ‚Geheimnis‘ nennen kann. Doch jetzt im Zeitalter des Neuen Testaments lüftet Paulus dieses Geheimnis, und es ist phantastisch.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bedeutet, wenn Paulus den Ephesern von der Ehe erzählen wollte, hat er nicht nur nach einem passenden Vergleich gesucht und plötzlich gedacht, dass ‚Christus und die Gemeinde‘ eine gute Lehre und Illustration sein könnte. Nein, es war viel fundamentaler als das: Paulus erkannte, dass Gott, als er ursprünglich die Ehe entwarf, bereits Christus und die Gemeinde im Sinn hatte. Dies ist eine der großartigen Begründungen Gottes für die Ehe: sie soll die Beziehung zwischen Christus und seinem erlösten Volk für immer darstellen!“&amp;lt;ref&amp;gt;George W. Knight III. ''„Ehemänner und Ehefrauen – eine Parallele zu Christus und der Gemeinde Epheser 5,21-33 und Kolosser 3,18-19“''. = Kapitel 8 in: John Piper, Wayne Grudem (Hrsg.). Die Rolle von Mann und Frau in der Bibel. 3L Verlag: Friedberg, 2008. (Originaltitel: Recovering Biblical Manhood and Womanhood: A Response to Evangelical Feminism. Crossway Books: Wheaton, IL, 1991). S. 203-219, hier S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, dieses Verständnis von Ehe ist äußerst grundlegend. Gott hat sie mitten in diese Welt – auch in deine und meine Welt – zu einer Erinnerung und zu einem lebendigen Gleichnis gesetzt, das die Beziehung Christi zu Seiner Gemeinde abbilden soll.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Monate der Vorbereitung für die Hochzeit, der große Tag selbst, die denkwürdigen Flitterwochen – sie sind gewiss alle wichtig, aber es geht um etwas Wichtigeres als ein schönes Hochzeitsalbum. Wenn ein Mann und eine Frau in einer Ehe zusammengefügt werden, dann wird ein neues und lebenslanges Modell der Beziehung zwischen Christus und Seiner Gemeinde auf den Weg gebracht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sehr einfach, sich so zu verhalten, als ob Mann und Frau die beiden einzigen relevanten Parteien in einer Ehe seien. Aber in der Ehe geht es letztlich um Gott. Mehr noch, die Ehe ist nicht nur deshalb phantastisch, weil sie Menschen Freude bringt oder ein förderndes Umfeld für Kinder darstellt oder die Gesellschaft stabilisiert (obwohl sie all das tatsächlich tut). Die Ehe ist ehrfurchtgebietend, weil Gott sie entworfen hat, um Seine Herrlichkeit aufzuzeigen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fokus einer gelingenden Ehe ist die Ehre Gottes.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehe ist „eine Theologie des Alltags“  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, wir haben damit begonnen, eine klare, genaue, biblische Theologie der Ehe zu entwickeln. Wenn aber deine Ehe der meinen auch nur in etwa ähnelt, dann geht es bei euch beiden gewiss nicht immer nur theologisch zu, so als befändet ihr euch in einer Art Elfenbeinturm tiefgründiger Gedanken. Nein, wir sind ‚Alltagstheologen‘, die versuchen, ihren Glauben in einer Welt anzuwenden, in der Paare miteinander wüten und streiten und sogar Türen zuknallen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dennoch muss ich jetzt mit dem Evangelium kommen – Christus kam in diese Welt, um Sünder zu erretten – und mitten in deinen Alltag hinein die komische Frage stellen: Sündigst du noch? Sündigt dein Ehepartner noch? Lass es mich dir leichtmachen!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jungs, die bezaubernde Braut, an deren Finger ihr den Ehering stecktet, ist eine ''Sünderin''! Und ihr lieben Frauen, der Mann, der euch einen Schwur vollkommener Treue und lebenslanger Opferbereitschaft darbrachte, ist ein ''Sünder''! In Eheversprechen auf der ganzen Welt – jeden Tag, überall, ohne Ausnahme – sind es Sünder, die zueinander „Ja“ sagen. Es sind Sünder, die ihren zehnten Hochzeitstag feiern, ihren fünfundzwanzigsten und ihren fünfzigsten. Es sind Sünder, die am Sterbebett ihres Ehepartners einen letzten Kuss miteinander teilen. Es ist ein Sünder, der dieses Buch schrieb, und der, der es gerade liest, ist auch ein Sünder.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auseinandersetzung mit Sünde, die aufrichtige Christen täglich erleben, unterstreicht die Tatsache, dass Christus uns sehr wohl gerettet hat, uns aber nicht sofort und vollständig in Nicht-Sünder verwandelt. Dieser wunderbare Prozess beginnt mit dem Moment unserer Bekehrung, jedoch setzt er sich unser ganzes Leben hindurch fort und wird erst beendet sein, wenn wir diese gefallene Welt verlassen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, weshalb ich hier im ersten Kapitel – und selbst im Titel dieses Buches – versucht habe, die Realität der Sünde zu betonen und herauszustellen. Ja, Gott verändert uns Sünder. Aber es ist ein Prozess. Und dieser Prozess der Veränderung weist auf ein herrliches Ziel hin, mehr und mehr Gottes Sohn, unserem Retter, ähnlich zu werden. Damit wir aber mehr wie Christus werden können, müssen wir die Tatsache zugeben, dass wir Sünder sind, denen zwar vergeben ist, die aber immer noch mit dem alten Antrieb kämpfen, sich von Gott ab- und sich selbst zuzuwenden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne diese biblische Klarheit finden wir keinen Bezug zum Kreuz und kein bleibendes Bewusstsein für unser Bedürfnis nach Gnade und Barmherzigkeit. Ohne die klare Sichtweise, dass wir Sünder sind, wird schon der Ansatz dessen, was es bedeutet, Gott zu kennen, tiefgehend geschwächt. Cornelius Plantinga bemerkte dazu: „Die nüchterne Wahrheit ist die, dass ohne eine vollständige Enthüllung dessen, was Sünde ist, das Evangelium der Gnade bedeutungslos, überflüssig und schließlich auch uninteressant wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Cornelius Plantinga. Not the Way It’s Supposed to Be: A Breviary of Sin. Wm. B. Eerdmans: Grand Rapids, MI, 1995. S. 199.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ohne eine tiefgreifende Aufklärung über unsere eigene Sündhaftigkeit wird uns unser Selbstvertrauen zu dem Versuch nötigen, unsere Ehe aus eigener Kraft heraus gelingen zu lassen. Was wir aber auch immer aus eigener Kraft versuchen, hat sein Ziel letztlich nicht in der Verherrlichung Gottes und bezieht sein Leben auch nicht aus der Quelle des Evangeliums.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn deine Flitterwochen eine weit zurückliegende Erinnerung sind und deine Ehe ihren Zündfunken und das anfängliche Feuer verloren hat und du deinen „Schatz“ immer seltener mit Koseworten bedenkst, was ist die wirkliche Ursache dafür? Mit anderen Worten: Warum ist es in eurer Ehe so kühl geworden? Vielleicht solltest du die Vorstellung aufgeben, die Probleme und Schwierigkeiten in eurer Ehe gäbe es nur wegen fehlender Gemeinsamkeiten, zu geringer Kommunikation und zu vielen negativen Umständen. Was wäre, wenn du deine Eheprobleme als das betrachten würdest, was sie wirklich sind – verursacht durch einen Krieg in deinem eigenen Herzen?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solltest du dieses Buch gerade inmitten glücklicher Flitterwochen lesen, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, sich zu deinem „Schatzi-Hase-Mausebärchen“ hinüberzulehnen und ihm oder ihr leise ins Ohr zu flüstern: „Ich bin ein großer Sünder – und als ein solcher gehöre ich dir ein ganzes Leben lang.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktische Theologie im Ehe-Alltag.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wenn Sünde nicht bitter ist, wird Christus nicht süß  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Buch versuche ich dich davon zu überzeugen, dass unser Umgang mit dem Problem der Sünde der Schlüssel zu einer blühenden Ehe ist. Denn wenn wir unserer Sünde mit dem Evangelium begegnen, dann gibt es Hoffung für uns und unsere Ehe. Schlechte Nachricht führt so zu guter Nachricht. Und genau das ist die Zielsetzung der Bibel.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bekannte Pastor, den ich im Vorwort erwähnte, hieß Thomas Watson. Erinnerst du dich noch an seine Worte? „Solange die Sünde für uns nicht bitter ist, wird Christus für uns nicht süß sein.“ Er meint damit, dass wir die Errettung nicht wirklich ausreichend würdigen können, bevor wir nicht die volle Tragweite des Problems begreifen. Entspricht dies nicht auch deinen Erfahrungen? Hast du nicht auch schon festgestellt, dass du umso schneller beim Retter Zuflucht nimmst, je deutlicher dir die Schwere der Sünde bewusst wird?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht einfach, seine eigene Sünde als Wurzel der Probleme in unseren Ehen zu sehen, und diese Sichtweise kommt schon gar nicht von alleine. Die Sünde, die in meinem und deinem Herzen noch vorhanden ist, widersteht Gott und Seiner Wahrheit. Sie verhindert unsere Freude und unsere Heiligkeit. Sie verfinstert Ehen, die eigentlich blühen und Zeugnis ablegen sollten für Gottes Barmherzigkeit und Güte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir aber damit beginnen, unsere Ehen auf dem Wort Gottes und dem Evangelium des Sieges Christi über die Macht der Sünde aufzubauen, dann erkennen wir die traurige, schmerzhafte und nicht zu verleugnende Realität unserer eigenen noch vorhandenen Sünde. Und wenn wir sie wirklich als die bittere und verachtenswerte Sache betrachten, die sie ja tatsächlich ist, und wenn wir die heimtückischen Absichten der Sünde in unseren Beziehungsproblemen erkennen, dann wird etwas Wunderbares geschehen: Dann flüchten wir nämlich zum Evangelium als unserem einzigen Gegenmittel!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann beginnen wir zu sehen, dass es neue Hoffnung für unsere Ehen gibt – viel Hoffnung! Hoffnung, die sich aus der Kraft des Evangeliums nährt – derselben Kraft, die Christus aus den Toten auferweckte. Wir bekommen dann eine Vorahnung davon, was für eine angenehme Beziehung unsere Ehe werden kann – eine lebendige und blühende Einheit, in welcher Sünden bekannt und vergeben werden. Meine Freunde, wenn Sünde bitter schmeckt, wird Christus süß sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso wie jener alte Mann die schöne Hochzeitsfeier unterbrochen hat, so sind viele von uns durch Ehen gebrochen worden, die angenehm begannen, aber nicht so geblieben sind. Jedes „Ja, ich will“ trägt doch die tiefe Sehnsucht in sich, dass die anfangs so leidenschaftliche Liebe auch andauern wird. Aber wie können wir uns dessen sicher sein? Wie können wir wissen, dass unsere Ehen nicht einfach nur bestehen bleiben, sondern sich entwickeln, wachsen und im Laufe der Zeit immer beglückender werden?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wir uns wirklich wünschen, ist doch eine Ehe, die gedeiht, die immer heller und beständiger leuchtet, die sich so anfühlt und so aussieht, wie wir uns das am Anfang auch vorgestellt hatten, ja vielleicht sogar mehr noch als das. Ich schreibe dieses Buch, um Ehen genau dazu zu verhelfen, sodass sie ein Leben lang erfreulich sind und dadurch Gott verherrlichen. Ich hoffe, dass dies auch der Grund ist, warum du es liest!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wo geht’s nun lang?  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor fünfundzwanzig Jahren, in einem Treppenhaus an der Uni, sang ich Kimm ein Lied vor und bat sie dann um ihre Hand. Jeder, der mich damals singen hörte, hätte mit Sicherheit dagegen gewettet, dass sie daraufhin tatsächlich einwilligen würde. Aber sie sagte „Ja“, und ich hatte kaum eine Ahnung davon, welches Abenteuer Gott mit uns beginnen wollte!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben heute vier Kinder und eine Katze. Ich mag Katzen nicht, aber ich bin total verliebt in Kimm, und weil ''sie'' Katzen liebt, schaffe ich es, diese eine zu tolerieren.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere beiden Leben sind kompliziert, hin- und herschwankend wäre wahrscheinlich die zutreffendere Bezeichnung. Unsere Ehe ist ein reichhaltiges, nettes Chaos. Unsere Reise aber wird – in Gottes Gnade – durch eine leidenschaftliche Kameradschaft aufrechterhalten, die Jahr für Jahr tiefer wird. Das ist mir schleierhaft, aber Gott offensichtlich nicht. Es war Seine Idee, Seinen Namen gerade dadurch zu verherrlichen, wenn Sünder sich das „Ja-Wort“ sagen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dieser Gnade Gottes heraus, durch den Ratschlag einiger Männer meiner Gemeinde, denen ich Rechenschaft ablege, und durch gute und klare Lehre sind die ‚Knöpfe‘ unserer Ehe eher mehr als weniger in der rechten Reihenfolge zugeknöpft. Das fing vor etlichen Jahren an, als wir die simple Wahrheit zu lernen begannen, dass es wichtig ist, dem Wort Gottes aufmerksam zuzuhören. „Was uns als Erstes einfällt, wenn wir an Gott denken“, lehrte A.W. Tozer, „sagt am meisten über uns aus.“&amp;lt;ref&amp;gt;A.W. Tozer. The Knowledge of the Holy. Harper: San Francisco, 1961. S. 1 (deutsche Übersetzung: Das Wesen Gottes. Eigenschaften Gottes und ihre Bedeutung für das Glaubensleben. Hänssler-Verlag: Neuhausen, 1995; der hier zitierte Satz [= der erste Satz im englischen Original] ist leider in der deutschen Ausgabe nicht übersetzt worden).&amp;lt;/ref&amp;gt; Knopf Nummer 1 in diesem Buch ist also die Frage: „Siehst du Gott, dich selbst und deine Ehe als das, was sie wirklich sind?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du bis an das Ende dieses ersten Kapitels gelangt bist, dann hast du vielleicht bemerkt, dass einige deiner Knöpfe ins falsche Loch geraten sind. Wenn dir innerhalb der Ehe deine Sünde nicht wirklich bitter schmeckt und auf der anderen Seite das Evangelium auch nicht wirklich süß, dann kannst du daran feststellen, dass deine Theologie nicht das ist, was sie wirklich sein sollte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das so ist, dann bleibe aber bitte mit mir bis zum Ende des Buches dran. Denn ich werde mich bemühen, dir viele Dinge über das Thema Ehe weiterzugeben, die ich aus der Schrift und von anderen, die weitaus weiser sind als ich, gelernt habe. Wir werden dann sehen, dass Sünde, obwohl sie sehr täuschen kann, doch gleichzeitig überraschend vorhersehbar ist. Wir werden die herrlichen Geheimnisse der Gnade, Barmherzigkeit und Vergebung erkunden und lernen, wie diese praktische und kraftvolle Werkzeuge in den Händen eines guten Ehepartner-Theologen sein können. Wir werden eine Reihe von Möglichkeiten untersuchen, wie wir unseren Partnern helfen und ihnen dienen können – in der Hitze der Konfrontation bis hin zu der Wärme sexueller Intimität. Und wir werden Vorausschau halten auf die Zeit, da unsere Tage auf dieser Erde zu Ende gehen, und erkennen, was es bedeutet, Gott in unserer Ehe zu dienen, wenn unser Körper schwächer wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre es denkbar, dass du und dein/e geliebte/r Ehepartner/in Sünder sind? Dann ist dieses Buch für euch! Und könnte es sein, dass Gott bereits weiß, dass ihr Sünder seid, euch aber trotzdem alles geben möchte, was zu einer glücklichen Ehe nötig ist? Gott ist voll und ganz darauf aus, mit euch gemeinsam eine Ihn verherrlichende Ehe aufzubauen. Er möchte, dass wir uns an unserer Ehe erfreuen. Er will sie dauerhaft stark und lieblich machen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommt und lasst uns herausfinden, was es bedeutet, Gott, uns selbst und unsere Ehe als das zu sehen, was sie wirklich sind. Denn hier fängt alles an!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/What_Really_Matters_in_Marriage/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/What Really Matters in Marriage/de</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/What_Really_Matters_in_Marriage/de"/>
				<updated>2009-06-11T21:01:00Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Was in der Ehe wirklich zählt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allerlei Theologen am Altar &amp;lt;Joya, since this is a chapter subtitle rather than a header, I wasn't sure how to style it.&amp;gt;  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sonnenstrahlen leuchteten in vielen Farben durch die Kirche, als die Eingangstüren geöffnet wurden. Eine Hymne vermischte sich wunderbar mit der frischen Frühlingsluft, die auch durch die Fenster hereinströmte. Als die Angehörigen und Freunde sich erhoben, knarrte das dunkle Holz der Kirchenbänke und verbreitete dieses einzigartige Geräusch von Tradition, Würde und Höflichkeit.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbemerkt zitternd und mit leicht angespannter Miene die Haltung bewahrend, begann die Braut ihren „Hochzeitsmarsch“ – einen Gang, den sie zu Hause auf dem Flur schon seit zwei Jahrzehnten geübt hatte. Ihr großes Glück war nun ein schmucker junger Mann, ein Energiebündel in einem Smoking. Ein Lächeln hatte sein Gesicht ergriffen, und seine Augen tanzten förmlich vor Freude, als er seine heranschreitende Braut anschaute.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pfarrer nickte zustimmend zu dem Vater der Braut, als dieser die zeremonielle Übergabe der Tochter begann und deren Hand in die Hand des Bräutigams legte. „Wenn es hier unter uns jemanden geben sollte, der einen Grund hat, warum dieser Mann und diese Frau nicht vereint werden sollten“, sagte der Pfarrer, „der spreche jetzt – oder schweige auf immer!“ Alle verharrten in höflicher Erwartung, als der Pfarrer einen Moment innehielt, um diese traditionelle Gepflogenheit danach zu Ende zu bringen. Plötzlich durchdrang die Stimme eines alten Mannes die höfliche Stille, der laut fragte:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Woher weiß man es?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stand im hinteren Bereich der Kirche, seine Hände umklammerten die Lehne der Bank vor ihm, und seine Augen schauten leidenschaftlich umher. „Ich will unter keinen Umständen respektlos erscheinen“, sagte er, während sich auch noch der letzte Kopf im Raum nach ihm umdrehte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Woher kann man wirklich wissen, dass diese Ehe funktionieren wird?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Ton war ernst, aber nicht herausfordernd. Sein Einwand mochte die versammelte Gesellschaft verblüfft haben, doch er war vollkommen aufrichtig. Dann, während sich seine Stimme und seine Augen senkten, kamen seine abschließenden Worte, langsam und bewusst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ja, … wer überhaupt kann es wissen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige schauten den Mann verwundert an, andere warfen ihm empörte Blicke zu. Und während seine unerwartete Frage noch leise im Gewölbe widerhallte, war es, als ob die Zeit stehenblieb. Dutzende Menschen formulierten dabei unhörbar ihre Antworten, doch hörte dabei jeder Einzelne sein eigenes Denken.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trauzeugin dachte: ‚Sie sind verliebt – und Liebe kann schließlich alles überwinden.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Freund des Brautpaares gab sich diese Antwort: ‚Sie passen einfach zueinander. Das ist der Schlüssel zum Glück ihrer Ehe.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der ehemalige Jugendpastor des Brautpaares, der die beiden und ihre Familien seit Jahren kannte, machte sich so seine Gedanken: ‚Es hängt alles an der Erziehung. Diese beiden jungen Leute werden den Weg schon miteinander schaffen, sie kommen beide aus guten Familien.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Onkel Bob, der Wirtschaftsprüfer, rückte seine Krawatte zurecht und lächelte in sich hinein: ‚Du hast keine Ahnung, Mann, was ihre Aktien in einigen Jahren wert sein werden. Gute finanzielle Planung eliminiert den größten Stressfaktor für eine gesunde Ehe!‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich meinte noch ein anderer Hochzeitsgast zu sich selbst: ‚Die beiden haben so ziemlich jedes gute Buch über Ehe und Partnerschaft gelesen, das es gibt. Was sollten sie sonst noch wissen müssen, damit nichts schiefgeht?‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle unterbrach der Pfarrer die heimlichen Gedankengänge und begann mit der Rettung der Situation, indem er sagte: „Liebe Anwesende, wir haben uns heute hier versammelt, um diese Ehe Gott zu weihen. Er wird sie gelingen lassen. Wir wollen beten …“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gute Frage, klasse Antwort  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stell dir vor, diese Geschichte wäre tatsächlich geschehen. Was denkst du, wer hat Recht gehabt? Alle? Keiner von ihnen? Welche Antwort hättest du in diesem Moment parat gehabt?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtiger noch: Wie würdest du reagieren, wenn dieser alte Mann gerade jetzt auf dich zukäme und dir die Frage nach deiner Ehe stellte? Vielleicht ist deine Frage auch weniger: „Wird es klappen?“, sondern eher: „Ist meine Ehe wirklich das, was sie sein sollte?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du jetzt weiterliest, dann bedeutet dir deine Ehe offensichtlich etwas. Denn du bist nicht allein mit der Frage zufrieden, ob deine Ehe halten oder ob sie klappen wird. Nein, die Menschen in dieser wichtigsten aller Beziehungen sehnen sich nach einer Ehe, die selbst in schwierigen Zeiten gedeiht und wächst. Deshalb möchte ich eine Antwort vorschlagen, die vielleicht kaum jemandem eingefallen ist. Es handelt sich dabei um eine Antwort, die den Grundgedanken dieses ganzen Buches reflektiert.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lasst mich zunächst festhalten, dass alle stillen Antworten der erstaunten Gäste bei dieser erdachten Hochzeitsfeier eindeutig ihre Berechtigung haben: Liebe, zueinander passen, familiäre Herkunft, gutes Vorsorgen, gute Erziehung und ein gemeinsamer Glaube. Alles sind hilfreiche, wenn nicht gar wesentliche Bestandteile einer gedeihenden Ehe, und wahrscheinlich kannst du dir noch weitere vorstellen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt eine Antwort, die hinter allen anderen steht. Und diese eine Antwort fasst im Grunde genommen alle anderen zusammen. Sie ist so umfangreich, dass wir den Rest dieses Buches dafür aufwenden müssen, sie anzuschauen. Sie mag zunächst nicht so weltbewegend erscheinen, denn sie kommt schlicht aus der Bibel. Aber nach allem, was ich in den letzten einundzwanzig Jahren im pastoralen Dienst gelernt habe, kann ich dir versichern, dass diese Antwort deine Welt erschüttern wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist sie: ''Was wir über Gott glauben, bestimmt die Qualität unserer Ehe!''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Jetzt bitte das Buch nicht zumachen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte das kurz erläutern. Jeder betrachtet das Leben aus einer bestimmten Perspektive, was manche eine Weltanschauung nennen. Unsere Weltanschauung wird durch viele Dinge geprägt und bestimmt: unsere Kultur, unser Geschlecht, unsere Erziehung, unsere gegenwärtigen Lebensumstände usw. Das am tiefsten Gehende, das die Weltanschauung eines Menschen prägt, ist sein Verständnis von Gott. Was ein Mensch über Gott denkt, bestimmt seine Auffassung darüber, wo er herkommt, welchen Sinn das Leben hat oder was nach dem Sterben geschieht. Deshalb ist unsere Weltanschauung, unsere Lebensperspektive, im Wesentlichen von unserem Denken über Gott bestimmt. Wenn wir uns über Theologie unterhalten, tun wir nichts anderes, als darüber zu sprechen, was wir über Gott denken. Was wir im Innern über Gott glauben und wie wir meinen, vor Ihm leben zu sollen, das ist unsere Theologie! Mit anderen Worten: Theologen sind nicht nur irgendwelche kluge, alte Herren an Universitäten oder kluge, tote Menschen auf Friedhöfen … auch du bist ein Theologe! Hör dir dazu einen bekannten Theologen unserer Zeit an, R.C. Sproul:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Kein Christ kann Theologie vermeiden. Jeder Christ ist ein Theologe. Dies vielleicht nicht in einem technischen oder professionellen Sinne, aber dennoch ein Theologe. Die Frage, die sich für einen Christen stellt, ist nicht die, ob er ein Theologe ist oder nicht, sondern ob er ein guter Theologe ist – oder ein schlechter!“&amp;lt;ref&amp;gt;R.C. Sproul. Knowing Scripture. IVP: Downers Grove, IL, 1978. S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für ein Theologe bist du? Das ist nicht schwer herauszufinden. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, unsere Vorstellungen über das Leben, über die Ehe, über Gefühle, Konflikte usw. offenbaren sich durch unsere Worte und durch unser Verhalten – und spiegeln damit unvermeidlich unsere Ansicht über Gott wider. Das, was wir mit unseren Lippen reden, ist schlicht unsere Theologie. Welche Theologie findest du zum Beispiel in folgender Unterhaltung?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Du frustrierst mich wirklich, wenn du das tust!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ja nun, ich bin halt so! Ich kann nichts dafür, wenn mein Verhalten bei dir immer eine bestimmte Reaktion auslöst!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Bedürfnisse sind dir wohl völlig egal, oder?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Deine Bedürfnisse? Wie steht’s denn mit meinen Bedürfnissen? Meine Gefühle scheinen in dieser Ehe wohl überhaupt keine Rolle zu spielen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typisches Wortgefecht eines verheirateten Paares? Vielleicht. Aber es ist weit mehr als das. Solch einfache Aussagen, die jeder Verheiratete vielleicht denkt (auch wenn er sie nicht immer ausspricht), kommen aus Herzen, die bestimmte Annahmen darüber getroffen haben, wer wir sind, was wir brauchen, was wichtig ist und wie Gott zu diesem unserem Denksystem passt. In einer Unterhaltung wie dieser wird quasi die Theologie aus der Garage geholt und auf eine Spritztour mitgenommen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Gedankengang ist für dich im Moment vielleicht nicht nachvollziehbar, aber ich gehe davon aus, dass er dir klarer werden wird, wenn du weiterliest. Ein guter, altbewährter Ehepartner-Theologe kann nämlich anhand dieser Unterhaltung sehr gut erkennen, wie hier Glaubensgrundsätze über Gott, uns selbst und unsere Probleme artikuliert werden. Wir finden sie zum Beispiel in Redewendungen wie „ich bin frustriert“, „ich kann nichts dafür“, „ich bin halt so“ oder „… und was ist mit meinen Bedürfnissen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irre dich also bitte nicht. Wie Eheleute Tag für Tag und Jahr für Jahr ihre Ehe aufbauen, wird wesentlich durch ihre Theologie entschieden! Sie bestimmt ihr Denken, Reden und Handeln. Es ist auch bei dir nichts anderes als deine Theologie, die dein gesamtes Leben bestimmt und die auch festlegt, wie du deine Ehe führst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jeder Knopf ins richtige Knopfloch  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du schon mal ein Hemd oder eine Bluse falsch zugeknöpft? Du weißt schon, die Knöpfe in die verkehrten Knopflöcher, sodass man hinterher meint, ein Erstklässler hätte dich angezogen. Das ist mir erst kürzlich passiert; ich habe den ersten Knopf ins falsche Loch gesteckt und so weitergemacht, bis ich schlussendlich einen modischen Albtraum darstellte. Komisch war dabei, dass ich dachte, ich sehe großartig aus; vielleicht war da ja absichtlich ein Ersatzknopf unten angebracht, oder das Hemd war verkehrt genäht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Augenblicke wie diese bringen meine Frau Kimm in eine schwierige Lage. ‚Soll ich ihn wieder zurechtmachen‘, überlegt sie, ‚oder den Kollegen im Büro einfach ihren Spaß lassen?‘ Dieses Mal war sie gnädig und korrigierte meine Knöpfe, und ich hatte einen korrekt geknöpften Tag.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist erstaunlich, wie verdreht oder zerzaust man aussehen kann, wenn man diesen ersten Knopf nicht richtig geknöpft hat. Beginne etwas an verkehrter Stelle, und es gibt keine Möglichkeit mehr, es im weiteren Verlauf in Ordnung zu bringen. Den ersten Knopf richtig zu setzen, ist der Schlüssel dafür, auch alles andere richtig auf die Reihe zu bringen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehe ist wie so ein Hemd. Setzt man die ersten Dinge richtig, dann fügen sich danach auch die anderen ‚Knöpfe‘ des Ehelebens – Kommunikation, Konfliktbewältigung, Gefühle, Arbeitsteilung – in einer Weise ein, dass sie gut zusammenwirken.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Knopf in einer Ehe? Richtig, das ist … Theologie! Aber wie sieht eine ‚korrekt geknöpfte‘ Theologie aus? Lasst uns dazu kurz drei der wichtigsten Bestandteile einer soliden, biblischen Theologie der Ehe anschauen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Grundlage deiner Ehe – die Bibel  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ein guter Theologe – und folglich auch ein guter Ehemann – zu sein, müssen wir Gott betrachten, wie Er wirklich ist. Und dazu brauchen wir die Bibel. Durch sie können wir ein klares Verständnis von Gottes Realität und von Seinem Wesen erlangen. In der Heiligen Schrift ist Gott wahrhaftig geoffenbart – Sein Charakter, Sein Tun, Sein Herz, Sein herrlicher Erlösungsplan. Mehr noch, wir begegnen in der Bibel Gott, wie Er sich in der Person Jesu Christi ultimativ gezeigt hat. Christus ist ''„die Wahrheit“ (Johannes 14,6)''. Ihn zu kennen, bedeutet, die Wahrheit zu kennen. Auf Wahrheit gegründete Ehen sind deshalb von Natur aus auf Christus gegründet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir leben in einer Zeit, in der der Wert der Ehe offensichtlich der Beliebigkeit unterworfen ist. Ist dieser Wert von einer autoritativen Instanz losgelöst, wird die Ehe immer der Kultur folgen, egal, wohin die Kultur sich bewegt. Man weiß von eine Popdiva, die während einer Partynacht geheiratet hat, nur um am Morgen danach ihre Ehe wieder annullieren zu lassen. Für sie war Ehe lediglich ein Spaß für ein paar Stunden, vielleicht nicht viel anders als eine Shoppingtour am Nachmittag oder ein Besuch im Starbucks.&amp;lt;ref&amp;gt;Große amerikanische Kette von Cafés (Anm. der dt. Hrsg.).&amp;lt;/ref&amp;gt; Einfach spontan genießen, man tut ja keinem dabei weh!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist der Grund dafür, warum die Bibel so wichtig ist. Sie als das Wort Gottes gibt der Ehe eine ewige und herrliche Bedeutung. Die Bibel beansprucht auch die Autorität darüber, was Ehe sein soll, und ist somit ihr bewertender Maßstab. Die Bibel ist deshalb auch der Schlüssel dafür, ob ein Paar in seiner Ehe Erfüllung findet oder nicht. Es ist eine unglaublich befreiende Erfahrung, zu erkennen, dass die Beständigkeit und die Qualität deiner Ehe letztendlich nicht von der Stärke deines Einsatzes für deine Ehe abhängt, sondern von etwas völlig anderem – nämlich von Gottes Wahrheit – von der Wahrheit, die wir klar und deutlich auf den Seiten der Bibel finden!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kenne einen Ingenieur, dessen Arbeit für mich dermaßen kompliziert ist, dass ich noch nicht einmal den Versuch unternehme, sie zu verstehen. Es ist noch nicht lange her, dass er mir von einem Computerprogramm erzählte, dessen Handbuch man nicht ohne die persönliche Anleitung des Programmierers verstehen konnte. Ingenieure aus der ganzen Welt flogen zu ihm und ließen sich in Seminaren sein Handbuch erklären. Der Gedanke dahinter war einfach der: Er schuf das Programm, er schrieb das Handbuch dafür und war deshalb auch die entsprechende Autorität auf diesem Gebiet. So sollten wir es jetzt auch auf dem Gebiet unserer Ehe machen! Das macht in meinen Augen viel Sinn!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gott schuf das Ehe-„Programm“, schrieb ein „Handbuch“ dazu und erklärt dieses auch. Er ist die einzige, verlässliche und vertrauenswürdige Autorität zum Thema Ehe. Als ihr „Erfinder“ – und dazu vergleiche man die beiden ersten Kapitel des 1. Mosebuches – weiß Er, wie sie funktioniert und wie man sie fitmachen kann. Als Herr hat Er alles gegeben, was wir zum Leben, zur Gottesfurcht – und auch zur Ehe – benötigen. In Seinem Wort.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bibel ist das Fundament für eine gelingende Ehe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Quelle deiner Ehe – das Evangelium  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir mit der Bibel als Grundlage der Ehe leben, dann gilt es auch sicherzustellen, ob wir Klarheit darüber haben, worum es in ihr geht. Hier kommt deshalb ein kurzer Überblick über die biblische Perspektive.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sehen in den beiden ersten Kapiteln des 1. Mosebuches, wie Gott Mann und Frau in Abhängigkeit von Ihm und zu Seiner Verherrlichung schuf. Doch nur drei Kapitel weiter stellen wir fest, dass sie sich von ihrem Schöpfer abgewandt haben – und Sünde auf den Plan trat. Als direktes Ergebnis daraus verloren sie ihre außergewöhnliche persönliche Beziehung zu Gott – ein Bruch, der auch Auswirkungen auf jede Person, die nach ihnen lebte, haben sollte. Viele, ''viele'' Seiten später, am Ende der Bibel, dem Buch der Offenbarung, sehen wir, wie Gott diese von Adam und Eva verlorene Beziehung vollständig wiederhergestellt und für Sein Volk eine neue Erde und einen neuen Himmel geschaffen hat.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da stand früh am Anfang der Menschheitsgeschichte also eine zerbrochene Beziehung, zerbrochen durch Sünde. Dann aber, weil die Sünde entfernt wurde, finden wir an einem Punkt in der Zukunft eine wiederhergestellte Beziehung. Das ergibt ein klares Bild. Was aber passiert dann in den 64 Büchern dazwischen? Das Evangelium ‚passiert‘! Gott sandte Seinen Sohn als Antwort auf unser Dilemma der Sünde und nicht nur als Beispiel moralischen Gutseins oder um uns eine bestimmte Lebensweise beizubringen. Er nahm das Urteil, das uns wegen unserer Sünde getroffen hatte (vgl. 1. Mose 3), auf sich, damit wir wieder in einer intakten Beziehung zu Gott leben könnten – auf ewig!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Evangelium ist das Herzstück der Bibel. Alles in ihr ist entweder Vorbereitung ''auf'' das Evangelium, Darlegung ''des'' Evangeliums oder Teilhabe ''am'' Evangelium. Im Leben, Sterben und Auferstehen Christi gibt uns das Evangelium eine ultimative Lösung für unsere Sünde – für heute, für morgen, für den Tag, an dem wir vor Gott stehen, für immer.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herrlichkeit des Evangeliums ist unübertrefflich. Deshalb werden wir die Ewigkeit mit Staunen darüber verbringen, wie der Heilige Gott Seinen einzigen Sohn ''„zerschlagen“'' konnte ''(Jesaja 53,5)'', um sündige Menschen zu erretten. Das Evangelium erklärt unser offensichtlichstes und grundlegendes Problem – Sünde, die uns von Gott und voneinander getrennt hat. Deshalb sind wir letztlich Ziel des Zornes Gottes. Ein Christ versteht die Notwendigkeit des Kreuzes: Unsere Sünde war so schlecht, dass es des Blutvergießens bedurfte, um sie wegzunehmen – des Blutes Gottes! Ohne das Kreuz sind wir im Krieg mit Gott und Er mit uns!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Evangelium ist deshalb die Grundlage aller theologischen Wahrheit und ist die alles umspannende Realität, welche allen anderen Realitäten erst Sinn verleiht. Begehe niemals den Fehler, zu glauben, das Evangelium sei nur zur Evangelisation und Bekehrung gut. ''Im'' Evangelium verstehen wir, dass wir Sünder bleiben, obwohl wir gerettet sind. ''Durch'' das Evangelium empfangen wir Kraft, um der Sünde zu widerstehen. Das Evangelium genau zu begreifen und es fortwährend auf unser Leben anzuwenden, das ''bedeutet'' christliches Leben.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, das Evangelium ist ein nicht endender Quell der Gnade Gottes für unsere Ehe. Man muss also dringend ein klares Verständnis des Evangeliums haben, nicht nur, um ein guter Theologe zu werden, sondern auch, um in der Lage zu sein, sich auf eine lebenslange, blühende Ehe zu freuen. Sonst kannst du weder Gott noch dich selbst noch deine Ehe als das sehen, was sie wirklich sind.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Evangelium ist der Quellort einer blühenden Ehe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Der Focus deiner Ehe – die Ehre Gottes  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir damit beginnen, unsere Ehen an biblischer Wahrheit zu orientieren, werden wir etwas Erstaunliches sehen: Die Ehe wurde nicht nur von Gott erfunden, sie gehört Ihm auch. Er hat einen einzigartigen Anspruch auf ihr Urheberrecht, ihre Idee und ihre Zielsetzung. Sie existiert faktisch sogar mehr für Ihn als für die Ehepaare selbst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, in der Ehe geht es nicht zuerst um mich oder meinen Partner. Ganz offensichtlich gehören zu einer Ehe Mann und Frau, aber sie sind darin sekundär; Gott ist die wichtigste Person in einer Ehe! Sie ist ganz gewiss zu unserem Guten da, aber zuerst ist sie zur Ehre Gottes da.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Tatsache mag dir seltsam, überraschend oder schwer annehmbar erscheinen, und doch stellt sie eine wesentliche Wahrheit für jedes verheiratete christliche Paar dar. Ein Traugottesdienst kann einer Hochzeit einen religiösen Rahmen geben, aber es bedarf einer täglichen Umsetzung in die Tat, um Gott wirklich die Autorität über die Ehe einzuräumen. In meiner pastoralen Arbeit habe ich oft das traurige Ergebnis des Versagens gesehen – des Versagens, Gott nicht zu geben, was Ihm gehört!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Viele junge Paare stürzen Hals über Kopf in die Verliebtheit und ignorieren dabei die Weisheit derer, die ihnen am nächsten stehen. Sie sehen die Legitimation für ihre Ehe in ihrer leidenschaftlichen Liebe und meinen, dass das als Begründung genügt. Sie sehen aber nicht, dass die Ehe zuerst Gott gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Dann gibt es auch verheiratete Christen, die ihre biblisch zugewiesenen Rollen und ehelichen Verantwortungen aufgeben und einfach danach verfahren, „was funktioniert“. Aber auch das bedeutet, sich mit weitaus weniger zufriedenzugeben, als Gott vorgesehen hat. Denn auch sie sehen Ehe nicht als zuerst Gott gehörend an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Am tragischsten sind aber christliche Familien, die durch Scheidung auseinander gerissen wurden, weil beide Partner der Meinung waren, dass persönliche Bedürfnisse wichtiger sind als das, was Gott zusammengefügt hat. Auch sie sehen Ehe nicht als zuerst Gott gehörend an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Apostel Paulus verwendet den Großteil des fünften Kapitels des Briefes an die Epheser dazu, zu verheirateten Menschen zu sprechen. Nachdem er in den Kapiteln zuvor dargelegt hat, was Christus für sie als Einzelne getan hat, ruft er nun Ehemänner und Ehefrauen dazu auf, in einer Art und Weise zu leben, die der Würde ihrer Berufung als Christen entspricht (Epheser 4,1). Kapitel 5 ist angefüllt mit sehr spezifischen Anweisungen, um blühende Ehen zu bauen. Das hervorstechendste Merkmal der Argumentationsweise des Paulus ist die Tatsache, dass er ''Christus als Bezugspunkt all unseres Verhaltens in der Ehe'' ansieht!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehefrauen sollen sich ihren Männern ''„als dem Herrn“'' unterordnen ''(V. 22)''. Ehemänner sollen ihre Frauen lieben, ''„wie Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat“ (V. 25)''. Ehemänner sollen ihre Frauen pflegen und wertschätzen ''„wie auch Christus die Gemeinde“ (V. 29)''. Wir sehen, dass jedes Mal wesentlich mehr hinter den Worten des Paulus steckt, als dass wir nur nett zu unserem Partner sein sollen. Der Apostel bringt vielmehr ein gewaltiges, noch verborgenes Drama ins Spiel.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in Vers 32 lesen wir: ''„Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde.“'' Der Ausleger George Knight liefert hierzu folgende hilfreiche Einsicht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Den Menschen in den Tagen Moses unbekannt (es war ein ‚Geheimnis‘), war die Ehe ''von Gott'' von Anfang an dazu ''entworfen'', ein Bild oder ein Gleichnis für die Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde zu sein. Als Gott damals den Entwurf einer Ehe ausgestaltete, plante er sie zu einem erhabenen Zweck: sie sollte ein wunderschönes irdisches Bild von der Beziehung darstellen, die eines Tages zwischen Christus und seiner Gemeinde sichtbar würde. Das war den Menschen über viele Generationen unbekannt, und genau das ist es, was Paulus ein ‚Geheimnis‘ nennen kann. Doch jetzt im Zeitalter des Neuen Testaments lüftet Paulus dieses Geheimnis, und es ist phantastisch.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bedeutet, wenn Paulus den Ephesern von der Ehe erzählen wollte, hat er nicht nur nach einem passenden Vergleich gesucht und plötzlich gedacht, dass ‚Christus und die Gemeinde‘ eine gute Lehre und Illustration sein könnte. Nein, es war viel fundamentaler als das: Paulus erkannte, dass Gott, als er ursprünglich die Ehe entwarf, bereits Christus und die Gemeinde im Sinn hatte. Dies ist eine der großartigen Begründungen Gottes für die Ehe: sie soll die Beziehung zwischen Christus und seinem erlösten Volk für immer darstellen!“&amp;lt;ref&amp;gt;George W. Knight III. ''„Ehemänner und Ehefrauen – eine Parallele zu Christus und der Gemeinde Epheser 5,21-33 und Kolosser 3,18-19“''. = Kapitel 8 in: John Piper, Wayne Grudem (Hrsg.). Die Rolle von Mann und Frau in der Bibel. 3L Verlag: Friedberg, 2008. (Originaltitel: Recovering Biblical Manhood and Womanhood: A Response to Evangelical Feminism. Crossway Books: Wheaton, IL, 1991). S. 203-219, hier S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, dieses Verständnis von Ehe ist äußerst grundlegend. Gott hat sie mitten in diese Welt – auch in deine und meine Welt – zu einer Erinnerung und zu einem lebendigen Gleichnis gesetzt, das die Beziehung Christi zu Seiner Gemeinde abbilden soll.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Monate der Vorbereitung für die Hochzeit, der große Tag selbst, die denkwürdigen Flitterwochen – sie sind gewiss alle wichtig, aber es geht um etwas Wichtigeres als ein schönes Hochzeitsalbum. Wenn ein Mann und eine Frau in einer Ehe zusammengefügt werden, dann wird ein neues und lebenslanges Modell der Beziehung zwischen Christus und Seiner Gemeinde auf den Weg gebracht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sehr einfach, sich so zu verhalten, als ob Mann und Frau die beiden einzigen relevanten Parteien in einer Ehe seien. Aber in der Ehe geht es letztlich um Gott. Mehr noch, die Ehe ist nicht nur deshalb phantastisch, weil sie Menschen Freude bringt oder ein förderndes Umfeld für Kinder darstellt oder die Gesellschaft stabilisiert (obwohl sie all das tatsächlich tut). Die Ehe ist ehrfurchtgebietend, weil Gott sie entworfen hat, um Seine Herrlichkeit aufzuzeigen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fokus einer gelingenden Ehe ist die Ehre Gottes.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehe ist „eine Theologie des Alltags“  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, wir haben damit begonnen, eine klare, genaue, biblische Theologie der Ehe zu entwickeln. Wenn aber deine Ehe der meinen auch nur in etwa ähnelt, dann geht es bei euch beiden gewiss nicht immer nur theologisch zu, so als befändet ihr euch in einer Art Elfenbeinturm tiefgründiger Gedanken. Nein, wir sind ‚Alltagstheologen‘, die versuchen, ihren Glauben in einer Welt anzuwenden, in der Paare miteinander wüten und streiten und sogar Türen zuknallen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dennoch muss ich jetzt mit dem Evangelium kommen – Christus kam in diese Welt, um Sünder zu erretten – und mitten in deinen Alltag hinein die komische Frage stellen: Sündigst du noch? Sündigt dein Ehepartner noch? Lass es mich dir leichtmachen!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jungs, die bezaubernde Braut, an deren Finger ihr den Ehering stecktet, ist eine ''Sünderin''! Und ihr lieben Frauen, der Mann, der euch einen Schwur vollkommener Treue und lebenslanger Opferbereitschaft darbrachte, ist ein ''Sünder''! In Eheversprechen auf der ganzen Welt – jeden Tag, überall, ohne Ausnahme – sind es Sünder, die zueinander „Ja“ sagen. Es sind Sünder, die ihren zehnten Hochzeitstag feiern, ihren fünfundzwanzigsten und ihren fünfzigsten. Es sind Sünder, die am Sterbebett ihres Ehepartners einen letzten Kuss miteinander teilen. Es ist ein Sünder, der dieses Buch schrieb, und der, der es gerade liest, ist auch ein Sünder.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auseinandersetzung mit Sünde, die aufrichtige Christen täglich erleben, unterstreicht die Tatsache, dass Christus uns sehr wohl gerettet hat, uns aber nicht sofort und vollständig in Nicht-Sünder verwandelt. Dieser wunderbare Prozess beginnt mit dem Moment unserer Bekehrung, jedoch setzt er sich unser ganzes Leben hindurch fort und wird erst beendet sein, wenn wir diese gefallene Welt verlassen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, weshalb ich hier im ersten Kapitel – und selbst im Titel dieses Buches – versucht habe, die Realität der Sünde zu betonen und herauszustellen. Ja, Gott verändert uns Sünder. Aber es ist ein Prozess. Und dieser Prozess der Veränderung weist auf ein herrliches Ziel hin, mehr und mehr Gottes Sohn, unserem Retter, ähnlich zu werden. Damit wir aber mehr wie Christus werden können, müssen wir die Tatsache zugeben, dass wir Sünder sind, denen zwar vergeben ist, die aber immer noch mit dem alten Antrieb kämpfen, sich von Gott ab- und sich selbst zuzuwenden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne diese biblische Klarheit finden wir keinen Bezug zum Kreuz und kein bleibendes Bewusstsein für unser Bedürfnis nach Gnade und Barmherzigkeit. Ohne die klare Sichtweise, dass wir Sünder sind, wird schon der Ansatz dessen, was es bedeutet, Gott zu kennen, tiefgehend geschwächt. Cornelius Plantinga bemerkte dazu: „Die nüchterne Wahrheit ist die, dass ohne eine vollständige Enthüllung dessen, was Sünde ist, das Evangelium der Gnade bedeutungslos, überflüssig und schließlich auch uninteressant wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Cornelius Plantinga. Not the Way It’s Supposed to Be: A Breviary of Sin. Wm. B. Eerdmans: Grand Rapids, MI, 1995. S. 199.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ohne eine tiefgreifende Aufklärung über unsere eigene Sündhaftigkeit wird uns unser Selbstvertrauen zu dem Versuch nötigen, unsere Ehe aus eigener Kraft heraus gelingen zu lassen. Was wir aber auch immer aus eigener Kraft versuchen, hat sein Ziel letztlich nicht in der Verherrlichung Gottes und bezieht sein Leben auch nicht aus der Quelle des Evangeliums.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn deine Flitterwochen eine weit zurückliegende Erinnerung sind und deine Ehe ihren Zündfunken und das anfängliche Feuer verloren hat und du deinen „Schatz“ immer seltener mit Koseworten bedenkst, was ist die wirkliche Ursache dafür? Mit anderen Worten: Warum ist es in eurer Ehe so kühl geworden? Vielleicht solltest du die Vorstellung aufgeben, die Probleme und Schwierigkeiten in eurer Ehe gäbe es nur wegen fehlender Gemeinsamkeiten, zu geringer Kommunikation und zu vielen negativen Umständen. Was wäre, wenn du deine Eheprobleme als das betrachten würdest, was sie wirklich sind – verursacht durch einen Krieg in deinem eigenen Herzen?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solltest du dieses Buch gerade inmitten glücklicher Flitterwochen lesen, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, sich zu deinem „Schatzi-Hase-Mausebärchen“ hinüberzulehnen und ihm oder ihr leise ins Ohr zu flüstern: „Ich bin ein großer Sünder – und als ein solcher gehöre ich dir ein ganzes Leben lang.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktische Theologie im Ehe-Alltag.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wenn Sünde nicht bitter ist, wird Christus nicht süß  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Buch versuche ich dich davon zu überzeugen, dass unser Umgang mit dem Problem der Sünde der Schlüssel zu einer blühenden Ehe ist. Denn wenn wir unserer Sünde mit dem Evangelium begegnen, dann gibt es Hoffung für uns und unsere Ehe. Schlechte Nachricht führt so zu guter Nachricht. Und genau das ist die Zielsetzung der Bibel.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bekannte Pastor, den ich im Vorwort erwähnte, hieß Thomas Watson. Erinnerst du dich noch an seine Worte? „Solange die Sünde für uns nicht bitter ist, wird Christus für uns nicht süß sein.“ Er meint damit, dass wir die Errettung nicht wirklich ausreichend würdigen können, bevor wir nicht die volle Tragweite des Problems begreifen. Entspricht dies nicht auch deinen Erfahrungen? Hast du nicht auch schon festgestellt, dass du umso schneller beim Retter Zuflucht nimmst, je deutlicher dir die Schwere der Sünde bewusst wird?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht einfach, seine eigene Sünde als Wurzel der Probleme in unseren Ehen zu sehen, und diese Sichtweise kommt schon gar nicht von alleine. Die Sünde, die in meinem und deinem Herzen noch vorhanden ist, widersteht Gott und Seiner Wahrheit. Sie verhindert unsere Freude und unsere Heiligkeit. Sie verfinstert Ehen, die eigentlich blühen und Zeugnis ablegen sollten für Gottes Barmherzigkeit und Güte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir aber damit beginnen, unsere Ehen auf dem Wort Gottes und dem Evangelium des Sieges Christi über die Macht der Sünde aufzubauen, dann erkennen wir die traurige, schmerzhafte und nicht zu verleugnende Realität unserer eigenen noch vorhandenen Sünde. Und wenn wir sie wirklich als die bittere und verachtenswerte Sache betrachten, die sie ja tatsächlich ist, und wenn wir die heimtückischen Absichten der Sünde in unseren Beziehungsproblemen erkennen, dann wird etwas Wunderbares geschehen: Dann flüchten wir nämlich zum Evangelium als unserem einzigen Gegenmittel!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann beginnen wir zu sehen, dass es neue Hoffnung für unsere Ehen gibt – viel Hoffnung! Hoffnung, die sich aus der Kraft des Evangeliums nährt – derselben Kraft, die Christus aus den Toten auferweckte. Wir bekommen dann eine Vorahnung davon, was für eine angenehme Beziehung unsere Ehe werden kann – eine lebendige und blühende Einheit, in welcher Sünden bekannt und vergeben werden. Meine Freunde, wenn Sünde bitter schmeckt, wird Christus süß sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso wie jener alte Mann die schöne Hochzeitsfeier unterbrochen hat, so sind viele von uns durch Ehen gebrochen worden, die angenehm begannen, aber nicht so geblieben sind. Jedes „Ja, ich will“ trägt doch die tiefe Sehnsucht in sich, dass die anfangs so leidenschaftliche Liebe auch andauern wird. Aber wie können wir uns dessen sicher sein? Wie können wir wissen, dass unsere Ehen nicht einfach nur bestehen bleiben, sondern sich entwickeln, wachsen und im Laufe der Zeit immer beglückender werden?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wir uns wirklich wünschen, ist doch eine Ehe, die gedeiht, die immer heller und beständiger leuchtet, die sich so anfühlt und so aussieht, wie wir uns das am Anfang auch vorgestellt hatten, ja vielleicht sogar mehr noch als das. Ich schreibe dieses Buch, um Ehen genau dazu zu verhelfen, sodass sie ein Leben lang erfreulich sind und dadurch Gott verherrlichen. Ich hoffe, dass dies auch der Grund ist, warum du es liest!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wo geht’s nun lang?  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor fünfundzwanzig Jahren, in einem Treppenhaus an der Uni, sang ich Kimm ein Lied vor und bat sie dann um ihre Hand. Jeder, der mich damals singen hörte, hätte mit Sicherheit dagegen gewettet, dass sie daraufhin tatsächlich einwilligen würde. Aber sie sagte „Ja“, und ich hatte kaum eine Ahnung davon, welches Abenteuer Gott mit uns beginnen wollte!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben heute vier Kinder und eine Katze. Ich mag Katzen nicht, aber ich bin total verliebt in Kimm, und weil ''sie'' Katzen liebt, schaffe ich es, diese eine zu tolerieren.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere beiden Leben sind kompliziert, hin- und herschwankend wäre wahrscheinlich die zutreffendere Bezeichnung. Unsere Ehe ist ein reichhaltiges, nettes Chaos. Unsere Reise aber wird – in Gottes Gnade – durch eine leidenschaftliche Kameradschaft aufrechterhalten, die Jahr für Jahr tiefer wird. Das ist mir schleierhaft, aber Gott offensichtlich nicht. Es war Seine Idee, Seinen Namen gerade dadurch zu verherrlichen, wenn Sünder sich das „Ja-Wort“ sagen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dieser Gnade Gottes heraus, durch den Ratschlag einiger Männer meiner Gemeinde, denen ich Rechenschaft ablege, und durch gute und klare Lehre sind die ‚Knöpfe‘ unserer Ehe eher mehr als weniger in der rechten Reihenfolge zugeknöpft. Das fing vor etlichen Jahren an, als wir die simple Wahrheit zu lernen begannen, dass es wichtig ist, dem Wort Gottes aufmerksam zuzuhören. „Was uns als Erstes einfällt, wenn wir an Gott denken“, lehrte A.W. Tozer, „sagt am meisten über uns aus.“&amp;lt;ref&amp;gt;A.W. Tozer. The Knowledge of the Holy. Harper: San Francisco, 1961. S. 1 (deutsche Übersetzung: Das Wesen Gottes. Eigenschaften Gottes und ihre Bedeutung für das Glaubensleben. Hänssler-Verlag: Neuhausen, 1995; der hier zitierte Satz [= der erste Satz im englischen Original] ist leider in der deutschen Ausgabe nicht übersetzt worden).&amp;lt;/ref&amp;gt; Knopf Nummer 1 in diesem Buch ist also die Frage: „Siehst du Gott, dich selbst und deine Ehe als das, was sie wirklich sind?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du bis an das Ende dieses ersten Kapitels gelangt bist, dann hast du vielleicht bemerkt, dass einige deiner Knöpfe ins falsche Loch geraten sind. Wenn dir innerhalb der Ehe deine Sünde nicht wirklich bitter schmeckt und auf der anderen Seite das Evangelium auch nicht wirklich süß, dann kannst du daran feststellen, dass deine Theologie nicht das ist, was sie wirklich sein sollte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das so ist, dann bleibe aber bitte mit mir bis zum Ende des Buches dran. Denn ich werde mich bemühen, dir viele Dinge über das Thema Ehe weiterzugeben, die ich aus der Schrift und von anderen, die weitaus weiser sind als ich, gelernt habe. Wir werden dann sehen, dass Sünde, obwohl sie sehr täuschen kann, doch gleichzeitig überraschend vorhersehbar ist. Wir werden die herrlichen Geheimnisse der Gnade, Barmherzigkeit und Vergebung erkunden und lernen, wie diese praktische und kraftvolle Werkzeuge in den Händen eines guten Ehepartner-Theologen sein können. Wir werden eine Reihe von Möglichkeiten untersuchen, wie wir unseren Partnern helfen und ihnen dienen können – in der Hitze der Konfrontation bis hin zu der Wärme sexueller Intimität. Und wir werden Vorausschau halten auf die Zeit, da unsere Tage auf dieser Erde zu Ende gehen, und erkennen, was es bedeutet, Gott in unserer Ehe zu dienen, wenn unser Körper schwächer wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre es denkbar, dass du und dein/e geliebte/r Ehepartner/in Sünder sind? Dann ist dieses Buch für euch! Und könnte es sein, dass Gott bereits weiß, dass ihr Sünder seid, euch aber trotzdem alles geben möchte, was zu einer glücklichen Ehe nötig ist? Gott ist voll und ganz darauf aus, mit euch gemeinsam eine Ihn verherrlichende Ehe aufzubauen. Er möchte, dass wir uns an unserer Ehe erfreuen. Er will sie dauerhaft stark und lieblich machen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommt und lasst uns herausfinden, was es bedeutet, Gott, uns selbst und unsere Ehe als das zu sehen, was sie wirklich sind. Denn hier fängt alles an!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/What_Really_Matters_in_Marriage/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/What Really Matters in Marriage/de</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/What_Really_Matters_in_Marriage/de"/>
				<updated>2009-06-11T20:54:15Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Was in der Ehe wirklich zählt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Allerlei Theologen am Altar &amp;lt;Joya, since this is a chapter subtitle rather than a header, I wasn't sure how to style it.&amp;gt;  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sonnenstrahlen leuchteten in vielen Farben durch die Kirche, als die Eingangstüren geöffnet wurden. Eine Hymne vermischte sich wunderbar mit der frischen Frühlingsluft, die auch durch die Fenster hereinströmte. Als die Angehörigen und Freunde sich erhoben, knarrte das dunkle Holz der Kirchenbänke und verbreitete dieses einzigartige Geräusch von Tradition, Würde und Höflichkeit.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbemerkt zitternd und mit leicht angespannter Miene die Haltung bewahrend, begann die Braut ihren „Hochzeitsmarsch“ – einen Gang, den sie zu Hause auf dem Flur schon seit zwei Jahrzehnten geübt hatte. Ihr großes Glück war nun ein schmucker junger Mann, ein Energiebündel in einem Smoking. Ein Lächeln hatte sein Gesicht ergriffen, und seine Augen tanzten förmlich vor Freude, als er seine heranschreitende Braut anschaute.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pfarrer nickte zustimmend zu dem Vater der Braut, als dieser die zeremonielle Übergabe der Tochter begann und deren Hand in die Hand des Bräutigams legte. „Wenn es hier unter uns jemanden geben sollte, der einen Grund hat, warum dieser Mann und diese Frau nicht vereint werden sollten“, sagte der Pfarrer, „der spreche jetzt – oder schweige auf immer!“ Alle verharrten in höflicher Erwartung, als der Pfarrer einen Moment innehielt, um diese traditionelle Gepflogenheit danach zu Ende zu bringen. Plötzlich durchdrang die Stimme eines alten Mannes die höfliche Stille, der laut fragte:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Woher weiß man es?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stand im hinteren Bereich der Kirche, seine Hände umklammerten die Lehne der Bank vor ihm, und seine Augen schauten leidenschaftlich umher. „Ich will unter keinen Umständen respektlos erscheinen“, sagte er, während sich auch noch der letzte Kopf im Raum nach ihm umdrehte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Woher kann man wirklich wissen, dass diese Ehe funktionieren wird?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Ton war ernst, aber nicht herausfordernd. Sein Einwand mochte die versammelte Gesellschaft verblüfft haben, doch er war vollkommen aufrichtig. Dann, während sich seine Stimme und seine Augen senkten, kamen seine abschließenden Worte, langsam und bewusst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ja, … wer überhaupt kann es wissen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige schauten den Mann verwundert an, andere warfen ihm empörte Blicke zu. Und während seine unerwartete Frage noch leise im Gewölbe widerhallte, war es, als ob die Zeit stehenblieb. Dutzende Menschen formulierten dabei unhörbar ihre Antworten, doch hörte dabei jeder Einzelne sein eigenes Denken.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trauzeugin dachte: ‚Sie sind verliebt – und Liebe kann schließlich alles überwinden.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Freund des Brautpaares gab sich diese Antwort: ‚Sie passen einfach zueinander. Das ist der Schlüssel zum Glück ihrer Ehe.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der ehemalige Jugendpastor des Brautpaares, der die beiden und ihre Familien seit Jahren kannte, machte sich so seine Gedanken: ‚Es hängt alles an der Erziehung. Diese beiden jungen Leute werden den Weg schon miteinander schaffen, sie kommen beide aus guten Familien.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Onkel Bob, der Wirtschaftsprüfer, rückte seine Krawatte zurecht und lächelte in sich hinein: ‚Du hast keine Ahnung, Mann, was ihre Aktien in einigen Jahren wert sein werden. Gute finanzielle Planung eliminiert den größten Stressfaktor für eine gesunde Ehe!‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich meinte noch ein anderer Hochzeitsgast zu sich selbst: ‚Die beiden haben so ziemlich jedes gute Buch über Ehe und Partnerschaft gelesen, das es gibt. Was sollten sie sonst noch wissen müssen, damit nichts schiefgeht?‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle unterbrach der Pfarrer die heimlichen Gedankengänge und begann mit der Rettung der Situation, indem er sagte: „Liebe Anwesende, wir haben uns heute hier versammelt, um diese Ehe Gott zu weihen. Er wird sie gelingen lassen. Wir wollen beten …“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Gute Frage, klasse Antwort  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stell dir vor, diese Geschichte wäre tatsächlich geschehen. Was denkst du, wer hat Recht gehabt? Alle? Keiner von ihnen? Welche Antwort hättest du in diesem Moment parat gehabt?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtiger noch: Wie würdest du reagieren, wenn dieser alte Mann gerade jetzt auf dich zukäme und dir die Frage nach deiner Ehe stellte? Vielleicht ist deine Frage auch weniger: „Wird es klappen?“, sondern eher: „Ist meine Ehe wirklich das, was sie sein sollte?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du jetzt weiterliest, dann bedeutet dir deine Ehe offensichtlich etwas. Denn du bist nicht allein mit der Frage zufrieden, ob deine Ehe halten oder ob sie klappen wird. Nein, die Menschen in dieser wichtigsten aller Beziehungen sehnen sich nach einer Ehe, die selbst in schwierigen Zeiten gedeiht und wächst. Deshalb möchte ich eine Antwort vorschlagen, die vielleicht kaum jemandem eingefallen ist. Es handelt sich dabei um eine Antwort, die den Grundgedanken dieses ganzen Buches reflektiert.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lasst mich zunächst festhalten, dass alle stillen Antworten der erstaunten Gäste bei dieser erdachten Hochzeitsfeier eindeutig ihre Berechtigung haben: Liebe, zueinander passen, familiäre Herkunft, gutes Vorsorgen, gute Erziehung und ein gemeinsamer Glaube. Alles sind hilfreiche, wenn nicht gar wesentliche Bestandteile einer gedeihenden Ehe, und wahrscheinlich kannst du dir noch weitere vorstellen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt eine Antwort, die hinter allen anderen steht. Und diese eine Antwort fasst im Grunde genommen alle anderen zusammen. Sie ist so umfangreich, dass wir den Rest dieses Buches dafür aufwenden müssen, sie anzuschauen. Sie mag zunächst nicht so weltbewegend erscheinen, denn sie kommt schlicht aus der Bibel. Aber nach allem, was ich in den letzten einundzwanzig Jahren im pastoralen Dienst gelernt habe, kann ich dir versichern, dass diese Antwort deine Welt erschüttern wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist sie: ''Was wir über Gott glauben, bestimmt die Qualität unserer Ehe!''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Jetzt bitte das Buch nicht zumachen  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte das kurz erläutern. Jeder betrachtet das Leben aus einer bestimmten Perspektive, was manche eine Weltanschauung nennen. Unsere Weltanschauung wird durch viele Dinge geprägt und bestimmt: unsere Kultur, unser Geschlecht, unsere Erziehung, unsere gegenwärtigen Lebensumstände usw. Das am tiefsten Gehende, das die Weltanschauung eines Menschen prägt, ist sein Verständnis von Gott. Was ein Mensch über Gott denkt, bestimmt seine Auffassung darüber, wo er herkommt, welchen Sinn das Leben hat oder was nach dem Sterben geschieht. Deshalb ist unsere Weltanschauung, unsere Lebensperspektive, im Wesentlichen von unserem Denken über Gott bestimmt. Wenn wir uns über Theologie unterhalten, tun wir nichts anderes, als darüber zu sprechen, was wir über Gott denken. Was wir im Innern über Gott glauben und wie wir meinen, vor Ihm leben zu sollen, das ist unsere Theologie! Mit anderen Worten: Theologen sind nicht nur irgendwelche kluge, alte Herren an Universitäten oder kluge, tote Menschen auf Friedhöfen … auch du bist ein Theologe! Hör dir dazu einen bekannten Theologen unserer Zeit an, R.C. Sproul:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Kein Christ kann Theologie vermeiden. Jeder Christ ist ein Theologe. Dies vielleicht nicht in einem technischen oder professionellen Sinne, aber dennoch ein Theologe. Die Frage, die sich für einen Christen stellt, ist nicht die, ob er ein Theologe ist oder nicht, sondern ob er ein guter Theologe ist – oder ein schlechter!“&amp;lt;ref&amp;gt;R.C. Sproul. Knowing Scripture. IVP: Downers Grove, IL, 1978. S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für ein Theologe bist du? Das ist nicht schwer herauszufinden. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, unsere Vorstellungen über das Leben, über die Ehe, über Gefühle, Konflikte usw. offenbaren sich durch unsere Worte und durch unser Verhalten – und spiegeln damit unvermeidlich unsere Ansicht über Gott wider. Das, was wir mit unseren Lippen reden, ist schlicht unsere Theologie. Welche Theologie findest du zum Beispiel in folgender Unterhaltung?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Du frustrierst mich wirklich, wenn du das tust!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ja nun, ich bin halt so! Ich kann nichts dafür, wenn mein Verhalten bei dir immer eine bestimmte Reaktion auslöst!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Bedürfnisse sind dir wohl völlig egal, oder?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Deine Bedürfnisse? Wie steht’s denn mit meinen Bedürfnissen? Meine Gefühle scheinen in dieser Ehe wohl überhaupt keine Rolle zu spielen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typisches Wortgefecht eines verheirateten Paares? Vielleicht. Aber es ist weit mehr als das. Solch einfache Aussagen, die jeder Verheiratete vielleicht denkt (auch wenn er sie nicht immer ausspricht), kommen aus Herzen, die bestimmte Annahmen darüber getroffen haben, wer wir sind, was wir brauchen, was wichtig ist und wie Gott zu diesem unserem Denksystem passt. In einer Unterhaltung wie dieser wird quasi die Theologie aus der Garage geholt und auf eine Spritztour mitgenommen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Gedankengang ist für dich im Moment vielleicht nicht nachvollziehbar, aber ich gehe davon aus, dass er dir klarer werden wird, wenn du weiterliest. Ein guter, altbewährter Ehepartner-Theologe kann nämlich anhand dieser Unterhaltung sehr gut erkennen, wie hier Glaubensgrundsätze über Gott, uns selbst und unsere Probleme artikuliert werden. Wir finden sie zum Beispiel in Redewendungen wie „ich bin frustriert“, „ich kann nichts dafür“, „ich bin halt so“ oder „… und was ist mit meinen Bedürfnissen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irre dich also bitte nicht. Wie Eheleute Tag für Tag und Jahr für Jahr ihre Ehe aufbauen, wird wesentlich durch ihre Theologie entschieden! Sie bestimmt ihr Denken, Reden und Handeln. Es ist auch bei dir nichts anderes als deine Theologie, die dein gesamtes Leben bestimmt und die auch festlegt, wie du deine Ehe führst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Jeder Knopf ins richtige Knopfloch  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du schon mal ein Hemd oder eine Bluse falsch zugeknöpft? Du weißt schon, die Knöpfe in die verkehrten Knopflöcher, sodass man hinterher meint, ein Erstklässler hätte dich angezogen. Das ist mir erst kürzlich passiert; ich habe den ersten Knopf ins falsche Loch gesteckt und so weitergemacht, bis ich schlussendlich einen modischen Albtraum darstellte. Komisch war dabei, dass ich dachte, ich sehe großartig aus; vielleicht war da ja absichtlich ein Ersatzknopf unten angebracht, oder das Hemd war verkehrt genäht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Augenblicke wie diese bringen meine Frau Kimm in eine schwierige Lage. ‚Soll ich ihn wieder zurechtmachen‘, überlegt sie, ‚oder den Kollegen im Büro einfach ihren Spaß lassen?‘ Dieses Mal war sie gnädig und korrigierte meine Knöpfe, und ich hatte einen korrekt geknöpften Tag.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist erstaunlich, wie verdreht oder zerzaust man aussehen kann, wenn man diesen ersten Knopf nicht richtig geknöpft hat. Beginne etwas an verkehrter Stelle, und es gibt keine Möglichkeit mehr, es im weiteren Verlauf in Ordnung zu bringen. Den ersten Knopf richtig zu setzen, ist der Schlüssel dafür, auch alles andere richtig auf die Reihe zu bringen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehe ist wie so ein Hemd. Setzt man die ersten Dinge richtig, dann fügen sich danach auch die anderen ‚Knöpfe‘ des Ehelebens – Kommunikation, Konfliktbewältigung, Gefühle, Arbeitsteilung – in einer Weise ein, dass sie gut zusammenwirken.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Knopf in einer Ehe? Richtig, das ist … Theologie! Aber wie sieht eine ‚korrekt geknöpfte‘ Theologie aus? Lasst uns dazu kurz drei der wichtigsten Bestandteile einer soliden, biblischen Theologie der Ehe anschauen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Grundlage deiner Ehe – die Bibel  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ein guter Theologe – und folglich auch ein guter Ehemann – zu sein, müssen wir Gott betrachten, wie Er wirklich ist. Und dazu brauchen wir die Bibel. Durch sie können wir ein klares Verständnis von Gottes Realität und von Seinem Wesen erlangen. In der Heiligen Schrift ist Gott wahrhaftig geoffenbart – Sein Charakter, Sein Tun, Sein Herz, Sein herrlicher Erlösungsplan. Mehr noch, wir begegnen in der Bibel Gott, wie Er sich in der Person Jesu Christi ultimativ gezeigt hat. Christus ist ''„die Wahrheit“ (Johannes 14,6)''. Ihn zu kennen, bedeutet, die Wahrheit zu kennen. Auf Wahrheit gegründete Ehen sind deshalb von Natur aus auf Christus gegründet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir leben in einer Zeit, in der der Wert der Ehe offensichtlich der Beliebigkeit unterworfen ist. Ist dieser Wert von einer autoritativen Instanz losgelöst, wird die Ehe immer der Kultur folgen, egal, wohin die Kultur sich bewegt. Man weiß von eine Popdiva, die während einer Partynacht geheiratet hat, nur um am Morgen danach ihre Ehe wieder annullieren zu lassen. Für sie war Ehe lediglich ein Spaß für ein paar Stunden, vielleicht nicht viel anders als eine Shoppingtour am Nachmittag oder ein Besuch im Starbucks.&amp;lt;ref&amp;gt;Große amerikanische Kette von Cafés (Anm. der dt. Hrsg.).&amp;lt;/ref&amp;gt; Einfach spontan genießen, man tut ja keinem dabei weh!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist der Grund dafür, warum die Bibel so wichtig ist. Sie als das Wort Gottes gibt der Ehe eine ewige und herrliche Bedeutung. Die Bibel beansprucht auch die Autorität darüber, was Ehe sein soll, und ist somit ihr bewertender Maßstab. Die Bibel ist deshalb auch der Schlüssel dafür, ob ein Paar in seiner Ehe Erfüllung findet oder nicht. Es ist eine unglaublich befreiende Erfahrung, zu erkennen, dass die Beständigkeit und die Qualität deiner Ehe letztendlich nicht von der Stärke deines Einsatzes für deine Ehe abhängt, sondern von etwas völlig anderem – nämlich von Gottes Wahrheit – von der Wahrheit, die wir klar und deutlich auf den Seiten der Bibel finden!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kenne einen Ingenieur, dessen Arbeit für mich dermaßen kompliziert ist, dass ich noch nicht einmal den Versuch unternehme, sie zu verstehen. Es ist noch nicht lange her, dass er mir von einem Computerprogramm erzählte, dessen Handbuch man nicht ohne die persönliche Anleitung des Programmierers verstehen konnte. Ingenieure aus der ganzen Welt flogen zu ihm und ließen sich in Seminaren sein Handbuch erklären. Der Gedanke dahinter war einfach der: Er schuf das Programm, er schrieb das Handbuch dafür und war deshalb auch die entsprechende Autorität auf diesem Gebiet. So sollten wir es jetzt auch auf dem Gebiet unserer Ehe machen! Das macht in meinen Augen viel Sinn!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gott schuf das Ehe-„Programm“, schrieb ein „Handbuch“ dazu und erklärt dieses auch. Er ist die einzige, verlässliche und vertrauenswürdige Autorität zum Thema Ehe. Als ihr „Erfinder“ – und dazu vergleiche man die beiden ersten Kapitel des 1. Mosebuches – weiß Er, wie sie funktioniert und wie man sie fitmachen kann. Als Herr hat Er alles gegeben, was wir zum Leben, zur Gottesfurcht – und auch zur Ehe – benötigen. In Seinem Wort.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bibel ist das Fundament für eine gelingende Ehe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Quelle deiner Ehe – das Evangelium  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir mit der Bibel als Grundlage der Ehe leben, dann gilt es auch sicherzustellen, ob wir Klarheit darüber haben, worum es in ihr geht. Hier kommt deshalb ein kurzer Überblick über die biblische Perspektive.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sehen in den beiden ersten Kapiteln des 1. Mosebuches, wie Gott Mann und Frau in Abhängigkeit von Ihm und zu Seiner Verherrlichung schuf. Doch nur drei Kapitel weiter stellen wir fest, dass sie sich von ihrem Schöpfer abgewandt haben – und Sünde auf den Plan trat. Als direktes Ergebnis daraus verloren sie ihre außergewöhnliche persönliche Beziehung zu Gott – ein Bruch, der auch Auswirkungen auf jede Person, die nach ihnen lebte, haben sollte. Viele, ''viele'' Seiten später, am Ende der Bibel, dem Buch der Offenbarung, sehen wir, wie Gott diese von Adam und Eva verlorene Beziehung vollständig wiederhergestellt und für Sein Volk eine neue Erde und einen neuen Himmel geschaffen hat.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da stand früh am Anfang der Menschheitsgeschichte also eine zerbrochene Beziehung, zerbrochen durch Sünde. Dann aber, weil die Sünde entfernt wurde, finden wir an einem Punkt in der Zukunft eine wiederhergestellte Beziehung. Das ergibt ein klares Bild. Was aber passiert dann in den 64 Büchern dazwischen? Das Evangelium ‚passiert‘! Gott sandte Seinen Sohn als Antwort auf unser Dilemma der Sünde und nicht nur als Beispiel moralischen Gutseins oder um uns eine bestimmte Lebensweise beizubringen. Er nahm das Urteil, das uns wegen unserer Sünde getroffen hatte (vgl. 1. Mose 3), auf sich, damit wir wieder in einer intakten Beziehung zu Gott leben könnten – auf ewig!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Evangelium ist das Herzstück der Bibel. Alles in ihr ist entweder Vorbereitung ''auf'' das Evangelium, Darlegung ''des'' Evangeliums oder Teilhabe ''am'' Evangelium. Im Leben, Sterben und Auferstehen Christi gibt uns das Evangelium eine ultimative Lösung für unsere Sünde – für heute, für morgen, für den Tag, an dem wir vor Gott stehen, für immer.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herrlichkeit des Evangeliums ist unübertrefflich. Deshalb werden wir die Ewigkeit mit Staunen darüber verbringen, wie der Heilige Gott Seinen einzigen Sohn ''„zerschlagen“'' konnte ''(Jesaja 53,5)'', um sündige Menschen zu erretten. Das Evangelium erklärt unser offensichtlichstes und grundlegendes Problem – Sünde, die uns von Gott und voneinander getrennt hat. Deshalb sind wir letztlich Ziel des Zornes Gottes. Ein Christ versteht die Notwendigkeit des Kreuzes: Unsere Sünde war so schlecht, dass es des Blutvergießens bedurfte, um sie wegzunehmen – des Blutes Gottes! Ohne das Kreuz sind wir im Krieg mit Gott und Er mit uns!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Evangelium ist deshalb die Grundlage aller theologischen Wahrheit und ist die alles umspannende Realität, welche allen anderen Realitäten erst Sinn verleiht. Begehe niemals den Fehler, zu glauben, das Evangelium sei nur zur Evangelisation und Bekehrung gut. ''Im'' Evangelium verstehen wir, dass wir Sünder bleiben, obwohl wir gerettet sind. ''Durch'' das Evangelium empfangen wir Kraft, um der Sünde zu widerstehen. Das Evangelium genau zu begreifen und es fortwährend auf unser Leben anzuwenden, das ''bedeutet'' christliches Leben.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, das Evangelium ist ein nicht endender Quell der Gnade Gottes für unsere Ehe. Man muss also dringend ein klares Verständnis des Evangeliums haben, nicht nur, um ein guter Theologe zu werden, sondern auch, um in der Lage zu sein, sich auf eine lebenslange, blühende Ehe zu freuen. Sonst kannst du weder Gott noch dich selbst noch deine Ehe als das sehen, was sie wirklich sind.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Evangelium ist der Quellort einer blühenden Ehe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Focus deiner Ehe – die Ehre Gottes  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir damit beginnen, unsere Ehen an biblischer Wahrheit zu orientieren, werden wir etwas Erstaunliches sehen: Die Ehe wurde nicht nur von Gott erfunden, sie gehört Ihm auch. Er hat einen einzigartigen Anspruch auf ihr Urheberrecht, ihre Idee und ihre Zielsetzung. Sie existiert faktisch sogar mehr für Ihn als für die Ehepaare selbst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, in der Ehe geht es nicht zuerst um mich oder meinen Partner. Ganz offensichtlich gehören zu einer Ehe Mann und Frau, aber sie sind darin sekundär; Gott ist die wichtigste Person in einer Ehe! Sie ist ganz gewiss zu unserem Guten da, aber zuerst ist sie zur Ehre Gottes da.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Tatsache mag dir seltsam, überraschend oder schwer annehmbar erscheinen, und doch stellt sie eine wesentliche Wahrheit für jedes verheiratete christliche Paar dar. Ein Traugottesdienst kann einer Hochzeit einen religiösen Rahmen geben, aber es bedarf einer täglichen Umsetzung in die Tat, um Gott wirklich die Autorität über die Ehe einzuräumen. In meiner pastoralen Arbeit habe ich oft das traurige Ergebnis des Versagens gesehen – des Versagens, Gott nicht zu geben, was Ihm gehört!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Viele junge Paare stürzen Hals über Kopf in die Verliebtheit und ignorieren dabei die Weisheit derer, die ihnen am nächsten stehen. Sie sehen die Legitimation für ihre Ehe in ihrer leidenschaftlichen Liebe und meinen, dass das als Begründung genügt. Sie sehen aber nicht, dass die Ehe zuerst Gott gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Dann gibt es auch verheiratete Christen, die ihre biblisch zugewiesenen Rollen und ehelichen Verantwortungen aufgeben und einfach danach verfahren, „was funktioniert“. Aber auch das bedeutet, sich mit weitaus weniger zufriedenzugeben, als Gott vorgesehen hat. Denn auch sie sehen Ehe nicht als zuerst Gott gehörend an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Am tragischsten sind aber christliche Familien, die durch Scheidung auseinander gerissen wurden, weil beide Partner der Meinung waren, dass persönliche Bedürfnisse wichtiger sind als das, was Gott zusammengefügt hat. Auch sie sehen Ehe nicht als zuerst Gott gehörend an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Apostel Paulus verwendet den Großteil des fünften Kapitels des Briefes an die Epheser dazu, zu verheirateten Menschen zu sprechen. Nachdem er in den Kapiteln zuvor dargelegt hat, was Christus für sie als Einzelne getan hat, ruft er nun Ehemänner und Ehefrauen dazu auf, in einer Art und Weise zu leben, die der Würde ihrer Berufung als Christen entspricht (Epheser 4,1). Kapitel 5 ist angefüllt mit sehr spezifischen Anweisungen, um blühende Ehen zu bauen. Das hervorstechendste Merkmal der Argumentationsweise des Paulus ist die Tatsache, dass er ''Christus als Bezugspunkt all unseres Verhaltens in der Ehe'' ansieht!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehefrauen sollen sich ihren Männern ''„als dem Herrn“'' unterordnen ''(V. 22)''. Ehemänner sollen ihre Frauen lieben, ''„wie Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat“ (V. 25)''. Ehemänner sollen ihre Frauen pflegen und wertschätzen ''„wie auch Christus die Gemeinde“ (V. 29)''. Wir sehen, dass jedes Mal wesentlich mehr hinter den Worten des Paulus steckt, als dass wir nur nett zu unserem Partner sein sollen. Der Apostel bringt vielmehr ein gewaltiges, noch verborgenes Drama ins Spiel.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in Vers 32 lesen wir: ''„Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde.“'' Der Ausleger George Knight liefert hierzu folgende hilfreiche Einsicht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Den Menschen in den Tagen Moses unbekannt (es war ein ‚Geheimnis‘), war die Ehe ''von Gott'' von Anfang an dazu ''entworfen'', ein Bild oder ein Gleichnis für die Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde zu sein. Als Gott damals den Entwurf einer Ehe ausgestaltete, plante er sie zu einem erhabenen Zweck: sie sollte ein wunderschönes irdisches Bild von der Beziehung darstellen, die eines Tages zwischen Christus und seiner Gemeinde sichtbar würde. Das war den Menschen über viele Generationen unbekannt, und genau das ist es, was Paulus ein ‚Geheimnis‘ nennen kann. Doch jetzt im Zeitalter des Neuen Testaments lüftet Paulus dieses Geheimnis, und es ist phantastisch.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bedeutet, wenn Paulus den Ephesern von der Ehe erzählen wollte, hat er nicht nur nach einem passenden Vergleich gesucht und plötzlich gedacht, dass ‚Christus und die Gemeinde‘ eine gute Lehre und Illustration sein könnte. Nein, es war viel fundamentaler als das: Paulus erkannte, dass Gott, als er ursprünglich die Ehe entwarf, bereits Christus und die Gemeinde im Sinn hatte. Dies ist eine der großartigen Begründungen Gottes für die Ehe: sie soll die Beziehung zwischen Christus und seinem erlösten Volk für immer darstellen!“&amp;lt;ref&amp;gt;George W. Knight III. ''„Ehemänner und Ehefrauen – eine Parallele zu Christus und der Gemeinde Epheser 5,21-33 und Kolosser 3,18-19“''. = Kapitel 8 in: John Piper, Wayne Grudem (Hrsg.). Die Rolle von Mann und Frau in der Bibel. 3L Verlag: Friedberg, 2008. (Originaltitel: Recovering Biblical Manhood and Womanhood: A Response to Evangelical Feminism. Crossway Books: Wheaton, IL, 1991). S. 203-219, hier S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, dieses Verständnis von Ehe ist äußerst grundlegend. Gott hat sie mitten in diese Welt – auch in deine und meine Welt – zu einer Erinnerung und zu einem lebendigen Gleichnis gesetzt, das die Beziehung Christi zu Seiner Gemeinde abbilden soll.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Monate der Vorbereitung für die Hochzeit, der große Tag selbst, die denkwürdigen Flitterwochen – sie sind gewiss alle wichtig, aber es geht um etwas Wichtigeres als ein schönes Hochzeitsalbum. Wenn ein Mann und eine Frau in einer Ehe zusammengefügt werden, dann wird ein neues und lebenslanges Modell der Beziehung zwischen Christus und Seiner Gemeinde auf den Weg gebracht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sehr einfach, sich so zu verhalten, als ob Mann und Frau die beiden einzigen relevanten Parteien in einer Ehe seien. Aber in der Ehe geht es letztlich um Gott. Mehr noch, die Ehe ist nicht nur deshalb phantastisch, weil sie Menschen Freude bringt oder ein förderndes Umfeld für Kinder darstellt oder die Gesellschaft stabilisiert (obwohl sie all das tatsächlich tut). Die Ehe ist ehrfurchtgebietend, weil Gott sie entworfen hat, um Seine Herrlichkeit aufzuzeigen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fokus einer gelingenden Ehe ist die Ehre Gottes.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Ehe ist „eine Theologie des Alltags“  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, wir haben damit begonnen, eine klare, genaue, biblische Theologie der Ehe zu entwickeln. Wenn aber deine Ehe der meinen auch nur in etwa ähnelt, dann geht es bei euch beiden gewiss nicht immer nur theologisch zu, so als befändet ihr euch in einer Art Elfenbeinturm tiefgründiger Gedanken. Nein, wir sind ‚Alltagstheologen‘, die versuchen, ihren Glauben in einer Welt anzuwenden, in der Paare miteinander wüten und streiten und sogar Türen zuknallen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dennoch muss ich jetzt mit dem Evangelium kommen – Christus kam in diese Welt, um Sünder zu erretten – und mitten in deinen Alltag hinein die komische Frage stellen: Sündigst du noch? Sündigt dein Ehepartner noch? Lass es mich dir leichtmachen!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jungs, die bezaubernde Braut, an deren Finger ihr den Ehering stecktet, ist eine ''Sünderin''! Und ihr lieben Frauen, der Mann, der euch einen Schwur vollkommener Treue und lebenslanger Opferbereitschaft darbrachte, ist ein ''Sünder''! In Eheversprechen auf der ganzen Welt – jeden Tag, überall, ohne Ausnahme – sind es Sünder, die zueinander „Ja“ sagen. Es sind Sünder, die ihren zehnten Hochzeitstag feiern, ihren fünfundzwanzigsten und ihren fünfzigsten. Es sind Sünder, die am Sterbebett ihres Ehepartners einen letzten Kuss miteinander teilen. Es ist ein Sünder, der dieses Buch schrieb, und der, der es gerade liest, ist auch ein Sünder.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auseinandersetzung mit Sünde, die aufrichtige Christen täglich erleben, unterstreicht die Tatsache, dass Christus uns sehr wohl gerettet hat, uns aber nicht sofort und vollständig in Nicht-Sünder verwandelt. Dieser wunderbare Prozess beginnt mit dem Moment unserer Bekehrung, jedoch setzt er sich unser ganzes Leben hindurch fort und wird erst beendet sein, wenn wir diese gefallene Welt verlassen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, weshalb ich hier im ersten Kapitel – und selbst im Titel dieses Buches – versucht habe, die Realität der Sünde zu betonen und herauszustellen. Ja, Gott verändert uns Sünder. Aber es ist ein Prozess. Und dieser Prozess der Veränderung weist auf ein herrliches Ziel hin, mehr und mehr Gottes Sohn, unserem Retter, ähnlich zu werden. Damit wir aber mehr wie Christus werden können, müssen wir die Tatsache zugeben, dass wir Sünder sind, denen zwar vergeben ist, die aber immer noch mit dem alten Antrieb kämpfen, sich von Gott ab- und sich selbst zuzuwenden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne diese biblische Klarheit finden wir keinen Bezug zum Kreuz und kein bleibendes Bewusstsein für unser Bedürfnis nach Gnade und Barmherzigkeit. Ohne die klare Sichtweise, dass wir Sünder sind, wird schon der Ansatz dessen, was es bedeutet, Gott zu kennen, tiefgehend geschwächt. Cornelius Plantinga bemerkte dazu: „Die nüchterne Wahrheit ist die, dass ohne eine vollständige Enthüllung dessen, was Sünde ist, das Evangelium der Gnade bedeutungslos, überflüssig und schließlich auch uninteressant wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Cornelius Plantinga. Not the Way It’s Supposed to Be: A Breviary of Sin. Wm. B. Eerdmans: Grand Rapids, MI, 1995. S. 199.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ohne eine tiefgreifende Aufklärung über unsere eigene Sündhaftigkeit wird uns unser Selbstvertrauen zu dem Versuch nötigen, unsere Ehe aus eigener Kraft heraus gelingen zu lassen. Was wir aber auch immer aus eigener Kraft versuchen, hat sein Ziel letztlich nicht in der Verherrlichung Gottes und bezieht sein Leben auch nicht aus der Quelle des Evangeliums.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn deine Flitterwochen eine weit zurückliegende Erinnerung sind und deine Ehe ihren Zündfunken und das anfängliche Feuer verloren hat und du deinen „Schatz“ immer seltener mit Koseworten bedenkst, was ist die wirkliche Ursache dafür? Mit anderen Worten: Warum ist es in eurer Ehe so kühl geworden? Vielleicht solltest du die Vorstellung aufgeben, die Probleme und Schwierigkeiten in eurer Ehe gäbe es nur wegen fehlender Gemeinsamkeiten, zu geringer Kommunikation und zu vielen negativen Umständen. Was wäre, wenn du deine Eheprobleme als das betrachten würdest, was sie wirklich sind – verursacht durch einen Krieg in deinem eigenen Herzen?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solltest du dieses Buch gerade inmitten glücklicher Flitterwochen lesen, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, sich zu deinem „Schatzi-Hase-Mausebärchen“ hinüberzulehnen und ihm oder ihr leise ins Ohr zu flüstern: „Ich bin ein großer Sünder – und als ein solcher gehöre ich dir ein ganzes Leben lang.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktische Theologie im Ehe-Alltag.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wenn Sünde nicht bitter ist, wird Christus nicht süß  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Buch versuche ich dich davon zu überzeugen, dass unser Umgang mit dem Problem der Sünde der Schlüssel zu einer blühenden Ehe ist. Denn wenn wir unserer Sünde mit dem Evangelium begegnen, dann gibt es Hoffung für uns und unsere Ehe. Schlechte Nachricht führt so zu guter Nachricht. Und genau das ist die Zielsetzung der Bibel.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bekannte Pastor, den ich im Vorwort erwähnte, hieß Thomas Watson. Erinnerst du dich noch an seine Worte? „Solange die Sünde für uns nicht bitter ist, wird Christus für uns nicht süß sein.“ Er meint damit, dass wir die Errettung nicht wirklich ausreichend würdigen können, bevor wir nicht die volle Tragweite des Problems begreifen. Entspricht dies nicht auch deinen Erfahrungen? Hast du nicht auch schon festgestellt, dass du umso schneller beim Retter Zuflucht nimmst, je deutlicher dir die Schwere der Sünde bewusst wird?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht einfach, seine eigene Sünde als Wurzel der Probleme in unseren Ehen zu sehen, und diese Sichtweise kommt schon gar nicht von alleine. Die Sünde, die in meinem und deinem Herzen noch vorhanden ist, widersteht Gott und Seiner Wahrheit. Sie verhindert unsere Freude und unsere Heiligkeit. Sie verfinstert Ehen, die eigentlich blühen und Zeugnis ablegen sollten für Gottes Barmherzigkeit und Güte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir aber damit beginnen, unsere Ehen auf dem Wort Gottes und dem Evangelium des Sieges Christi über die Macht der Sünde aufzubauen, dann erkennen wir die traurige, schmerzhafte und nicht zu verleugnende Realität unserer eigenen noch vorhandenen Sünde. Und wenn wir sie wirklich als die bittere und verachtenswerte Sache betrachten, die sie ja tatsächlich ist, und wenn wir die heimtückischen Absichten der Sünde in unseren Beziehungsproblemen erkennen, dann wird etwas Wunderbares geschehen: Dann flüchten wir nämlich zum Evangelium als unserem einzigen Gegenmittel!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann beginnen wir zu sehen, dass es neue Hoffnung für unsere Ehen gibt – viel Hoffnung! Hoffnung, die sich aus der Kraft des Evangeliums nährt – derselben Kraft, die Christus aus den Toten auferweckte. Wir bekommen dann eine Vorahnung davon, was für eine angenehme Beziehung unsere Ehe werden kann – eine lebendige und blühende Einheit, in welcher Sünden bekannt und vergeben werden. Meine Freunde, wenn Sünde bitter schmeckt, wird Christus süß sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso wie jener alte Mann die schöne Hochzeitsfeier unterbrochen hat, so sind viele von uns durch Ehen gebrochen worden, die angenehm begannen, aber nicht so geblieben sind. Jedes „Ja, ich will“ trägt doch die tiefe Sehnsucht in sich, dass die anfangs so leidenschaftliche Liebe auch andauern wird. Aber wie können wir uns dessen sicher sein? Wie können wir wissen, dass unsere Ehen nicht einfach nur bestehen bleiben, sondern sich entwickeln, wachsen und im Laufe der Zeit immer beglückender werden?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wir uns wirklich wünschen, ist doch eine Ehe, die gedeiht, die immer heller und beständiger leuchtet, die sich so anfühlt und so aussieht, wie wir uns das am Anfang auch vorgestellt hatten, ja vielleicht sogar mehr noch als das. Ich schreibe dieses Buch, um Ehen genau dazu zu verhelfen, sodass sie ein Leben lang erfreulich sind und dadurch Gott verherrlichen. Ich hoffe, dass dies auch der Grund ist, warum du es liest!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wo geht’s nun lang?  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor fünfundzwanzig Jahren, in einem Treppenhaus an der Uni, sang ich Kimm ein Lied vor und bat sie dann um ihre Hand. Jeder, der mich damals singen hörte, hätte mit Sicherheit dagegen gewettet, dass sie daraufhin tatsächlich einwilligen würde. Aber sie sagte „Ja“, und ich hatte kaum eine Ahnung davon, welches Abenteuer Gott mit uns beginnen wollte!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben heute vier Kinder und eine Katze. Ich mag Katzen nicht, aber ich bin total verliebt in Kimm, und weil ''sie'' Katzen liebt, schaffe ich es, diese eine zu tolerieren.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere beiden Leben sind kompliziert, hin- und herschwankend wäre wahrscheinlich die zutreffendere Bezeichnung. Unsere Ehe ist ein reichhaltiges, nettes Chaos. Unsere Reise aber wird – in Gottes Gnade – durch eine leidenschaftliche Kameradschaft aufrechterhalten, die Jahr für Jahr tiefer wird. Das ist mir schleierhaft, aber Gott offensichtlich nicht. Es war Seine Idee, Seinen Namen gerade dadurch zu verherrlichen, wenn Sünder sich das „Ja-Wort“ sagen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dieser Gnade Gottes heraus, durch den Ratschlag einiger Männer meiner Gemeinde, denen ich Rechenschaft ablege, und durch gute und klare Lehre sind die ‚Knöpfe‘ unserer Ehe eher mehr als weniger in der rechten Reihenfolge zugeknöpft. Das fing vor etlichen Jahren an, als wir die simple Wahrheit zu lernen begannen, dass es wichtig ist, dem Wort Gottes aufmerksam zuzuhören. „Was uns als Erstes einfällt, wenn wir an Gott denken“, lehrte A.W. Tozer, „sagt am meisten über uns aus.“&amp;lt;ref&amp;gt;A.W. Tozer. The Knowledge of the Holy. Harper: San Francisco, 1961. S. 1 (deutsche Übersetzung: Das Wesen Gottes. Eigenschaften Gottes und ihre Bedeutung für das Glaubensleben. Hänssler-Verlag: Neuhausen, 1995; der hier zitierte Satz [= der erste Satz im englischen Original] ist leider in der deutschen Ausgabe nicht übersetzt worden).&amp;lt;/ref&amp;gt; Knopf Nummer 1 in diesem Buch ist also die Frage: „Siehst du Gott, dich selbst und deine Ehe als das, was sie wirklich sind?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du bis an das Ende dieses ersten Kapitels gelangt bist, dann hast du vielleicht bemerkt, dass einige deiner Knöpfe ins falsche Loch geraten sind. Wenn dir innerhalb der Ehe deine Sünde nicht wirklich bitter schmeckt und auf der anderen Seite das Evangelium auch nicht wirklich süß, dann kannst du daran feststellen, dass deine Theologie nicht das ist, was sie wirklich sein sollte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das so ist, dann bleibe aber bitte mit mir bis zum Ende des Buches dran. Denn ich werde mich bemühen, dir viele Dinge über das Thema Ehe weiterzugeben, die ich aus der Schrift und von anderen, die weitaus weiser sind als ich, gelernt habe. Wir werden dann sehen, dass Sünde, obwohl sie sehr täuschen kann, doch gleichzeitig überraschend vorhersehbar ist. Wir werden die herrlichen Geheimnisse der Gnade, Barmherzigkeit und Vergebung erkunden und lernen, wie diese praktische und kraftvolle Werkzeuge in den Händen eines guten Ehepartner-Theologen sein können. Wir werden eine Reihe von Möglichkeiten untersuchen, wie wir unseren Partnern helfen und ihnen dienen können – in der Hitze der Konfrontation bis hin zu der Wärme sexueller Intimität. Und wir werden Vorausschau halten auf die Zeit, da unsere Tage auf dieser Erde zu Ende gehen, und erkennen, was es bedeutet, Gott in unserer Ehe zu dienen, wenn unser Körper schwächer wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre es denkbar, dass du und dein/e geliebte/r Ehepartner/in Sünder sind? Dann ist dieses Buch für euch! Und könnte es sein, dass Gott bereits weiß, dass ihr Sünder seid, euch aber trotzdem alles geben möchte, was zu einer glücklichen Ehe nötig ist? Gott ist voll und ganz darauf aus, mit euch gemeinsam eine Ihn verherrlichende Ehe aufzubauen. Er möchte, dass wir uns an unserer Ehe erfreuen. Er will sie dauerhaft stark und lieblich machen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommt und lasst uns herausfinden, was es bedeutet, Gott, uns selbst und unsere Ehe als das zu sehen, was sie wirklich sind. Denn hier fängt alles an!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/What_Really_Matters_in_Marriage/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/What Really Matters in Marriage/de</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/What_Really_Matters_in_Marriage/de"/>
				<updated>2009-06-11T20:47:16Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Was in der Ehe wirklich zählt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allerlei Theologen am Altar  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sonnenstrahlen leuchteten in vielen Farben durch die Kirche, als die Eingangstüren geöffnet wurden. Eine Hymne vermischte sich wunderbar mit der frischen Frühlingsluft, die auch durch die Fenster hereinströmte. Als die Angehörigen und Freunde sich erhoben, knarrte das dunkle Holz der Kirchenbänke und verbreitete dieses einzigartige Geräusch von Tradition, Würde und Höflichkeit.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbemerkt zitternd und mit leicht angespannter Miene die Haltung bewahrend, begann die Braut ihren „Hochzeitsmarsch“ – einen Gang, den sie zu Hause auf dem Flur schon seit zwei Jahrzehnten geübt hatte. Ihr großes Glück war nun ein schmucker junger Mann, ein Energiebündel in einem Smoking. Ein Lächeln hatte sein Gesicht ergriffen, und seine Augen tanzten förmlich vor Freude, als er seine heranschreitende Braut anschaute.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pfarrer nickte zustimmend zu dem Vater der Braut, als dieser die zeremonielle Übergabe der Tochter begann und deren Hand in die Hand des Bräutigams legte. „Wenn es hier unter uns jemanden geben sollte, der einen Grund hat, warum dieser Mann und diese Frau nicht vereint werden sollten“, sagte der Pfarrer, „der spreche jetzt – oder schweige auf immer!“ Alle verharrten in höflicher Erwartung, als der Pfarrer einen Moment innehielt, um diese traditionelle Gepflogenheit danach zu Ende zu bringen. Plötzlich durchdrang die Stimme eines alten Mannes die höfliche Stille, der laut fragte:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Woher weiß man es?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stand im hinteren Bereich der Kirche, seine Hände umklammerten die Lehne der Bank vor ihm, und seine Augen schauten leidenschaftlich umher. „Ich will unter keinen Umständen respektlos erscheinen“, sagte er, während sich auch noch der letzte Kopf im Raum nach ihm umdrehte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehe ist „eine Theologie des Alltags“  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Woher kann man wirklich wissen, dass diese Ehe funktionieren wird?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Ton war ernst, aber nicht herausfordernd. Sein Einwand mochte die versammelte Gesellschaft verblüfft haben, doch er war vollkommen aufrichtig. Dann, während sich seine Stimme und seine Augen senkten, kamen seine abschließenden Worte, langsam und bewusst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ja, … wer überhaupt kann es wissen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige schauten den Mann verwundert an, andere warfen ihm empörte Blicke zu. Und während seine unerwartete Frage noch leise im Gewölbe widerhallte, war es, als ob die Zeit stehenblieb. Dutzende Menschen formulierten dabei unhörbar ihre Antworten, doch hörte dabei jeder Einzelne sein eigenes Denken.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trauzeugin dachte: ‚Sie sind verliebt – und Liebe kann schließlich alles überwinden.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Freund des Brautpaares gab sich diese Antwort: ‚Sie passen einfach zueinander. Das ist der Schlüssel zum Glück ihrer Ehe.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der ehemalige Jugendpastor des Brautpaares, der die beiden und ihre Familien seit Jahren kannte, machte sich so seine Gedanken: ‚Es hängt alles an der Erziehung. Diese beiden jungen Leute werden den Weg schon miteinander schaffen, sie kommen beide aus guten Familien.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Onkel Bob, der Wirtschaftsprüfer, rückte seine Krawatte zurecht und lächelte in sich hinein: ‚Du hast keine Ahnung, Mann, was ihre Aktien in einigen Jahren wert sein werden. Gute finanzielle Planung eliminiert den größten Stressfaktor für eine gesunde Ehe!‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich meinte noch ein anderer Hochzeitsgast zu sich selbst: ‚Die beiden haben so ziemlich jedes gute Buch über Ehe und Partnerschaft gelesen, das es gibt. Was sollten sie sonst noch wissen müssen, damit nichts schiefgeht?‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle unterbrach der Pfarrer die heimlichen Gedankengänge und begann mit der Rettung der Situation, indem er sagte: „Liebe Anwesende, wir haben uns heute hier versammelt, um diese Ehe Gott zu weihen. Er wird sie gelingen lassen. Wir wollen beten …“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gute Frage, klasse Antwort  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stell dir vor, diese Geschichte wäre tatsächlich geschehen. Was denkst du, wer hat Recht gehabt? Alle? Keiner von ihnen? Welche Antwort hättest du in diesem Moment parat gehabt?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtiger noch: Wie würdest du reagieren, wenn dieser alte Mann gerade jetzt auf dich zukäme und dir die Frage nach deiner Ehe stellte? Vielleicht ist deine Frage auch weniger: „Wird es klappen?“, sondern eher: „Ist meine Ehe wirklich das, was sie sein sollte?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du jetzt weiterliest, dann bedeutet dir deine Ehe offensichtlich etwas. Denn du bist nicht allein mit der Frage zufrieden, ob deine Ehe halten oder ob sie klappen wird. Nein, die Menschen in dieser wichtigsten aller Beziehungen sehnen sich nach einer Ehe, die selbst in schwierigen Zeiten gedeiht und wächst. Deshalb möchte ich eine Antwort vorschlagen, die vielleicht kaum jemandem eingefallen ist. Es handelt sich dabei um eine Antwort, die den Grundgedanken dieses ganzen Buches reflektiert.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lasst mich zunächst festhalten, dass alle stillen Antworten der erstaunten Gäste bei dieser erdachten Hochzeitsfeier eindeutig ihre Berechtigung haben: Liebe, zueinander passen, familiäre Herkunft, gutes Vorsorgen, gute Erziehung und ein gemeinsamer Glaube. Alles sind hilfreiche, wenn nicht gar wesentliche Bestandteile einer gedeihenden Ehe, und wahrscheinlich kannst du dir noch weitere vorstellen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt eine Antwort, die hinter allen anderen steht. Und diese eine Antwort fasst im Grunde genommen alle anderen zusammen. Sie ist so umfangreich, dass wir den Rest dieses Buches dafür aufwenden müssen, sie anzuschauen. Sie mag zunächst nicht so weltbewegend erscheinen, denn sie kommt schlicht aus der Bibel. Aber nach allem, was ich in den letzten einundzwanzig Jahren im pastoralen Dienst gelernt habe, kann ich dir versichern, dass diese Antwort deine Welt erschüttern wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist sie: ''Was wir über Gott glauben, bestimmt die Qualität unserer Ehe!''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Jetzt bitte das Buch nicht zumachen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte das kurz erläutern. Jeder betrachtet das Leben aus einer bestimmten Perspektive, was manche eine Weltanschauung nennen. Unsere Weltanschauung wird durch viele Dinge geprägt und bestimmt: unsere Kultur, unser Geschlecht, unsere Erziehung, unsere gegenwärtigen Lebensumstände usw. Das am tiefsten Gehende, das die Weltanschauung eines Menschen prägt, ist sein Verständnis von Gott. Was ein Mensch über Gott denkt, bestimmt seine Auffassung darüber, wo er herkommt, welchen Sinn das Leben hat oder was nach dem Sterben geschieht. Deshalb ist unsere Weltanschauung, unsere Lebensperspektive, im Wesentlichen von unserem Denken über Gott bestimmt. Wenn wir uns über Theologie unterhalten, tun wir nichts anderes, als darüber zu sprechen, was wir über Gott denken. Was wir im Innern über Gott glauben und wie wir meinen, vor Ihm leben zu sollen, das ist unsere Theologie! Mit anderen Worten: Theologen sind nicht nur irgendwelche kluge, alte Herren an Universitäten oder kluge, tote Menschen auf Friedhöfen … auch du bist ein Theologe! Hör dir dazu einen bekannten Theologen unserer Zeit an, R.C. Sproul:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Kein Christ kann Theologie vermeiden. Jeder Christ ist ein Theologe. Dies vielleicht nicht in einem technischen oder professionellen Sinne, aber dennoch ein Theologe. Die Frage, die sich für einen Christen stellt, ist nicht die, ob er ein Theologe ist oder nicht, sondern ob er ein guter Theologe ist – oder ein schlechter!“&amp;lt;ref&amp;gt;R.C. Sproul. Knowing Scripture. IVP: Downers Grove, IL, 1978. S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für ein Theologe bist du? Das ist nicht schwer herauszufinden. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, unsere Vorstellungen über das Leben, über die Ehe, über Gefühle, Konflikte usw. offenbaren sich durch unsere Worte und durch unser Verhalten – und spiegeln damit unvermeidlich unsere Ansicht über Gott wider. Das, was wir mit unseren Lippen reden, ist schlicht unsere Theologie. Welche Theologie findest du zum Beispiel in folgender Unterhaltung?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Du frustrierst mich wirklich, wenn du das tust!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ja nun, ich bin halt so! Ich kann nichts dafür, wenn mein Verhalten bei dir immer eine bestimmte Reaktion auslöst!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Bedürfnisse sind dir wohl völlig egal, oder?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Deine Bedürfnisse? Wie steht’s denn mit meinen Bedürfnissen? Meine Gefühle scheinen in dieser Ehe wohl überhaupt keine Rolle zu spielen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typisches Wortgefecht eines verheirateten Paares? Vielleicht. Aber es ist weit mehr als das. Solch einfache Aussagen, die jeder Verheiratete vielleicht denkt (auch wenn er sie nicht immer ausspricht), kommen aus Herzen, die bestimmte Annahmen darüber getroffen haben, wer wir sind, was wir brauchen, was wichtig ist und wie Gott zu diesem unserem Denksystem passt. In einer Unterhaltung wie dieser wird quasi die Theologie aus der Garage geholt und auf eine Spritztour mitgenommen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Gedankengang ist für dich im Moment vielleicht nicht nachvollziehbar, aber ich gehe davon aus, dass er dir klarer werden wird, wenn du weiterliest. Ein guter, altbewährter Ehepartner-Theologe kann nämlich anhand dieser Unterhaltung sehr gut erkennen, wie hier Glaubensgrundsätze über Gott, uns selbst und unsere Probleme artikuliert werden. Wir finden sie zum Beispiel in Redewendungen wie „ich bin frustriert“, „ich kann nichts dafür“, „ich bin halt so“ oder „… und was ist mit meinen Bedürfnissen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irre dich also bitte nicht. Wie Eheleute Tag für Tag und Jahr für Jahr ihre Ehe aufbauen, wird wesentlich durch ihre Theologie entschieden! Sie bestimmt ihr Denken, Reden und Handeln. Es ist auch bei dir nichts anderes als deine Theologie, die dein gesamtes Leben bestimmt und die auch festlegt, wie du deine Ehe führst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jeder Knopf ins richtige Knopfloch  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du schon mal ein Hemd oder eine Bluse falsch zugeknöpft? Du weißt schon, die Knöpfe in die verkehrten Knopflöcher, sodass man hinterher meint, ein Erstklässler hätte dich angezogen. Das ist mir erst kürzlich passiert; ich habe den ersten Knopf ins falsche Loch gesteckt und so weitergemacht, bis ich schlussendlich einen modischen Albtraum darstellte. Komisch war dabei, dass ich dachte, ich sehe großartig aus; vielleicht war da ja absichtlich ein Ersatzknopf unten angebracht, oder das Hemd war verkehrt genäht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Augenblicke wie diese bringen meine Frau Kimm in eine schwierige Lage. ‚Soll ich ihn wieder zurechtmachen‘, überlegt sie, ‚oder den Kollegen im Büro einfach ihren Spaß lassen?‘ Dieses Mal war sie gnädig und korrigierte meine Knöpfe, und ich hatte einen korrekt geknöpften Tag.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist erstaunlich, wie verdreht oder zerzaust man aussehen kann, wenn man diesen ersten Knopf nicht richtig geknöpft hat. Beginne etwas an verkehrter Stelle, und es gibt keine Möglichkeit mehr, es im weiteren Verlauf in Ordnung zu bringen. Den ersten Knopf richtig zu setzen, ist der Schlüssel dafür, auch alles andere richtig auf die Reihe zu bringen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehe ist wie so ein Hemd. Setzt man die ersten Dinge richtig, dann fügen sich danach auch die anderen ‚Knöpfe‘ des Ehelebens – Kommunikation, Konfliktbewältigung, Gefühle, Arbeitsteilung – in einer Weise ein, dass sie gut zusammenwirken.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Knopf in einer Ehe? Richtig, das ist … Theologie! Aber wie sieht eine ‚korrekt geknöpfte‘ Theologie aus? Lasst uns dazu kurz drei der wichtigsten Bestandteile einer soliden, biblischen Theologie der Ehe anschauen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Grundlage deiner Ehe – die Bibel  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ein guter Theologe – und folglich auch ein guter Ehemann – zu sein, müssen wir Gott betrachten, wie Er wirklich ist. Und dazu brauchen wir die Bibel. Durch sie können wir ein klares Verständnis von Gottes Realität und von Seinem Wesen erlangen. In der Heiligen Schrift ist Gott wahrhaftig geoffenbart – Sein Charakter, Sein Tun, Sein Herz, Sein herrlicher Erlösungsplan. Mehr noch, wir begegnen in der Bibel Gott, wie Er sich in der Person Jesu Christi ultimativ gezeigt hat. Christus ist ''„die Wahrheit“ (Johannes 14,6)''. Ihn zu kennen, bedeutet, die Wahrheit zu kennen. Auf Wahrheit gegründete Ehen sind deshalb von Natur aus auf Christus gegründet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir leben in einer Zeit, in der der Wert der Ehe offensichtlich der Beliebigkeit unterworfen ist. Ist dieser Wert von einer autoritativen Instanz losgelöst, wird die Ehe immer der Kultur folgen, egal, wohin die Kultur sich bewegt. Man weiß von eine Popdiva, die während einer Partynacht geheiratet hat, nur um am Morgen danach ihre Ehe wieder annullieren zu lassen. Für sie war Ehe lediglich ein Spaß für ein paar Stunden, vielleicht nicht viel anders als eine Shoppingtour am Nachmittag oder ein Besuch im Starbucks.&amp;lt;ref&amp;gt;Große amerikanische Kette von Cafés (Anm. der dt. Hrsg.).&amp;lt;/ref&amp;gt; Einfach spontan genießen, man tut ja keinem dabei weh!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist der Grund dafür, warum die Bibel so wichtig ist. Sie als das Wort Gottes gibt der Ehe eine ewige und herrliche Bedeutung. Die Bibel beansprucht auch die Autorität darüber, was Ehe sein soll, und ist somit ihr bewertender Maßstab. Die Bibel ist deshalb auch der Schlüssel dafür, ob ein Paar in seiner Ehe Erfüllung findet oder nicht. Es ist eine unglaublich befreiende Erfahrung, zu erkennen, dass die Beständigkeit und die Qualität deiner Ehe letztendlich nicht von der Stärke deines Einsatzes für deine Ehe abhängt, sondern von etwas völlig anderem – nämlich von Gottes Wahrheit – von der Wahrheit, die wir klar und deutlich auf den Seiten der Bibel finden!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kenne einen Ingenieur, dessen Arbeit für mich dermaßen kompliziert ist, dass ich noch nicht einmal den Versuch unternehme, sie zu verstehen. Es ist noch nicht lange her, dass er mir von einem Computerprogramm erzählte, dessen Handbuch man nicht ohne die persönliche Anleitung des Programmierers verstehen konnte. Ingenieure aus der ganzen Welt flogen zu ihm und ließen sich in Seminaren sein Handbuch erklären. Der Gedanke dahinter war einfach der: Er schuf das Programm, er schrieb das Handbuch dafür und war deshalb auch die entsprechende Autorität auf diesem Gebiet. So sollten wir es jetzt auch auf dem Gebiet unserer Ehe machen! Das macht in meinen Augen viel Sinn!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gott schuf das Ehe-„Programm“, schrieb ein „Handbuch“ dazu und erklärt dieses auch. Er ist die einzige, verlässliche und vertrauenswürdige Autorität zum Thema Ehe. Als ihr „Erfinder“ – und dazu vergleiche man die beiden ersten Kapitel des 1. Mosebuches – weiß Er, wie sie funktioniert und wie man sie fitmachen kann. Als Herr hat Er alles gegeben, was wir zum Leben, zur Gottesfurcht – und auch zur Ehe – benötigen. In Seinem Wort.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bibel ist das Fundament für eine gelingende Ehe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Quelle deiner Ehe – das Evangelium  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir mit der Bibel als Grundlage der Ehe leben, dann gilt es auch sicherzustellen, ob wir Klarheit darüber haben, worum es in ihr geht. Hier kommt deshalb ein kurzer Überblick über die biblische Perspektive.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sehen in den beiden ersten Kapiteln des 1. Mosebuches, wie Gott Mann und Frau in Abhängigkeit von Ihm und zu Seiner Verherrlichung schuf. Doch nur drei Kapitel weiter stellen wir fest, dass sie sich von ihrem Schöpfer abgewandt haben – und Sünde auf den Plan trat. Als direktes Ergebnis daraus verloren sie ihre außergewöhnliche persönliche Beziehung zu Gott – ein Bruch, der auch Auswirkungen auf jede Person, die nach ihnen lebte, haben sollte. Viele, ''viele'' Seiten später, am Ende der Bibel, dem Buch der Offenbarung, sehen wir, wie Gott diese von Adam und Eva verlorene Beziehung vollständig wiederhergestellt und für Sein Volk eine neue Erde und einen neuen Himmel geschaffen hat.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da stand früh am Anfang der Menschheitsgeschichte also eine zerbrochene Beziehung, zerbrochen durch Sünde. Dann aber, weil die Sünde entfernt wurde, finden wir an einem Punkt in der Zukunft eine wiederhergestellte Beziehung. Das ergibt ein klares Bild. Was aber passiert dann in den 64 Büchern dazwischen? Das Evangelium ‚passiert‘! Gott sandte Seinen Sohn als Antwort auf unser Dilemma der Sünde und nicht nur als Beispiel moralischen Gutseins oder um uns eine bestimmte Lebensweise beizubringen. Er nahm das Urteil, das uns wegen unserer Sünde getroffen hatte (vgl. 1. Mose 3), auf sich, damit wir wieder in einer intakten Beziehung zu Gott leben könnten – auf ewig!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Evangelium ist das Herzstück der Bibel. Alles in ihr ist entweder Vorbereitung ''auf'' das Evangelium, Darlegung ''des'' Evangeliums oder Teilhabe ''am'' Evangelium. Im Leben, Sterben und Auferstehen Christi gibt uns das Evangelium eine ultimative Lösung für unsere Sünde – für heute, für morgen, für den Tag, an dem wir vor Gott stehen, für immer.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herrlichkeit des Evangeliums ist unübertrefflich. Deshalb werden wir die Ewigkeit mit Staunen darüber verbringen, wie der Heilige Gott Seinen einzigen Sohn ''„zerschlagen“'' konnte ''(Jesaja 53,5)'', um sündige Menschen zu erretten. Das Evangelium erklärt unser offensichtlichstes und grundlegendes Problem – Sünde, die uns von Gott und voneinander getrennt hat. Deshalb sind wir letztlich Ziel des Zornes Gottes. Ein Christ versteht die Notwendigkeit des Kreuzes: Unsere Sünde war so schlecht, dass es des Blutvergießens bedurfte, um sie wegzunehmen – des Blutes Gottes! Ohne das Kreuz sind wir im Krieg mit Gott und Er mit uns!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Evangelium ist deshalb die Grundlage aller theologischen Wahrheit und ist die alles umspannende Realität, welche allen anderen Realitäten erst Sinn verleiht. Begehe niemals den Fehler, zu glauben, das Evangelium sei nur zur Evangelisation und Bekehrung gut. ''Im'' Evangelium verstehen wir, dass wir Sünder bleiben, obwohl wir gerettet sind. ''Durch'' das Evangelium empfangen wir Kraft, um der Sünde zu widerstehen. Das Evangelium genau zu begreifen und es fortwährend auf unser Leben anzuwenden, das ''bedeutet'' christliches Leben.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, das Evangelium ist ein nicht endender Quell der Gnade Gottes für unsere Ehe. Man muss also dringend ein klares Verständnis des Evangeliums haben, nicht nur, um ein guter Theologe zu werden, sondern auch, um in der Lage zu sein, sich auf eine lebenslange, blühende Ehe zu freuen. Sonst kannst du weder Gott noch dich selbst noch deine Ehe als das sehen, was sie wirklich sind.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Evangelium ist der Quellort einer blühenden Ehe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Focus deiner Ehe – die Ehre Gottes  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir damit beginnen, unsere Ehen an biblischer Wahrheit zu orientieren, werden wir etwas Erstaunliches sehen: Die Ehe wurde nicht nur von Gott erfunden, sie gehört Ihm auch. Er hat einen einzigartigen Anspruch auf ihr Urheberrecht, ihre Idee und ihre Zielsetzung. Sie existiert faktisch sogar mehr für Ihn als für die Ehepaare selbst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, in der Ehe geht es nicht zuerst um mich oder meinen Partner. Ganz offensichtlich gehören zu einer Ehe Mann und Frau, aber sie sind darin sekundär; Gott ist die wichtigste Person in einer Ehe! Sie ist ganz gewiss zu unserem Guten da, aber zuerst ist sie zur Ehre Gottes da.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Tatsache mag dir seltsam, überraschend oder schwer annehmbar erscheinen, und doch stellt sie eine wesentliche Wahrheit für jedes verheiratete christliche Paar dar. Ein Traugottesdienst kann einer Hochzeit einen religiösen Rahmen geben, aber es bedarf einer täglichen Umsetzung in die Tat, um Gott wirklich die Autorität über die Ehe einzuräumen. In meiner pastoralen Arbeit habe ich oft das traurige Ergebnis des Versagens gesehen – des Versagens, Gott nicht zu geben, was Ihm gehört!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Viele junge Paare stürzen Hals über Kopf in die Verliebtheit und ignorieren dabei die Weisheit derer, die ihnen am nächsten stehen. Sie sehen die Legitimation für ihre Ehe in ihrer leidenschaftlichen Liebe und meinen, dass das als Begründung genügt. Sie sehen aber nicht, dass die Ehe zuerst Gott gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Dann gibt es auch verheiratete Christen, die ihre biblisch zugewiesenen Rollen und ehelichen Verantwortungen aufgeben und einfach danach verfahren, „was funktioniert“. Aber auch das bedeutet, sich mit weitaus weniger zufriedenzugeben, als Gott vorgesehen hat. Denn auch sie sehen Ehe nicht als zuerst Gott gehörend an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Am tragischsten sind aber christliche Familien, die durch Scheidung auseinander gerissen wurden, weil beide Partner der Meinung waren, dass persönliche Bedürfnisse wichtiger sind als das, was Gott zusammengefügt hat. Auch sie sehen Ehe nicht als zuerst Gott gehörend an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Apostel Paulus verwendet den Großteil des fünften Kapitels des Briefes an die Epheser dazu, zu verheirateten Menschen zu sprechen. Nachdem er in den Kapiteln zuvor dargelegt hat, was Christus für sie als Einzelne getan hat, ruft er nun Ehemänner und Ehefrauen dazu auf, in einer Art und Weise zu leben, die der Würde ihrer Berufung als Christen entspricht (Epheser 4,1). Kapitel 5 ist angefüllt mit sehr spezifischen Anweisungen, um blühende Ehen zu bauen. Das hervorstechendste Merkmal der Argumentationsweise des Paulus ist die Tatsache, dass er ''Christus als Bezugspunkt all unseres Verhaltens in der Ehe'' ansieht!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehefrauen sollen sich ihren Männern ''„als dem Herrn“'' unterordnen ''(V. 22)''. Ehemänner sollen ihre Frauen lieben, ''„wie Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat“ (V. 25)''. Ehemänner sollen ihre Frauen pflegen und wertschätzen ''„wie auch Christus die Gemeinde“ (V. 29)''. Wir sehen, dass jedes Mal wesentlich mehr hinter den Worten des Paulus steckt, als dass wir nur nett zu unserem Partner sein sollen. Der Apostel bringt vielmehr ein gewaltiges, noch verborgenes Drama ins Spiel.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in Vers 32 lesen wir: ''„Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde.“'' Der Ausleger George Knight liefert hierzu folgende hilfreiche Einsicht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Den Menschen in den Tagen Moses unbekannt (es war ein ‚Geheimnis‘), war die Ehe ''von Gott'' von Anfang an dazu ''entworfen'', ein Bild oder ein Gleichnis für die Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde zu sein. Als Gott damals den Entwurf einer Ehe ausgestaltete, plante er sie zu einem erhabenen Zweck: sie sollte ein wunderschönes irdisches Bild von der Beziehung darstellen, die eines Tages zwischen Christus und seiner Gemeinde sichtbar würde. Das war den Menschen über viele Generationen unbekannt, und genau das ist es, was Paulus ein ‚Geheimnis‘ nennen kann. Doch jetzt im Zeitalter des Neuen Testaments lüftet Paulus dieses Geheimnis, und es ist phantastisch.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bedeutet, wenn Paulus den Ephesern von der Ehe erzählen wollte, hat er nicht nur nach einem passenden Vergleich gesucht und plötzlich gedacht, dass ‚Christus und die Gemeinde‘ eine gute Lehre und Illustration sein könnte. Nein, es war viel fundamentaler als das: Paulus erkannte, dass Gott, als er ursprünglich die Ehe entwarf, bereits Christus und die Gemeinde im Sinn hatte. Dies ist eine der großartigen Begründungen Gottes für die Ehe: sie soll die Beziehung zwischen Christus und seinem erlösten Volk für immer darstellen!“&amp;lt;ref&amp;gt;George W. Knight III. ''„Ehemänner und Ehefrauen – eine Parallele zu Christus und der Gemeinde Epheser 5,21-33 und Kolosser 3,18-19“''. = Kapitel 8 in: John Piper, Wayne Grudem (Hrsg.). Die Rolle von Mann und Frau in der Bibel. 3L Verlag: Friedberg, 2008. (Originaltitel: Recovering Biblical Manhood and Womanhood: A Response to Evangelical Feminism. Crossway Books: Wheaton, IL, 1991). S. 203-219, hier S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, dieses Verständnis von Ehe ist äußerst grundlegend. Gott hat sie mitten in diese Welt – auch in deine und meine Welt – zu einer Erinnerung und zu einem lebendigen Gleichnis gesetzt, das die Beziehung Christi zu Seiner Gemeinde abbilden soll.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Monate der Vorbereitung für die Hochzeit, der große Tag selbst, die denkwürdigen Flitterwochen – sie sind gewiss alle wichtig, aber es geht um etwas Wichtigeres als ein schönes Hochzeitsalbum. Wenn ein Mann und eine Frau in einer Ehe zusammengefügt werden, dann wird ein neues und lebenslanges Modell der Beziehung zwischen Christus und Seiner Gemeinde auf den Weg gebracht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sehr einfach, sich so zu verhalten, als ob Mann und Frau die beiden einzigen relevanten Parteien in einer Ehe seien. Aber in der Ehe geht es letztlich um Gott. Mehr noch, die Ehe ist nicht nur deshalb phantastisch, weil sie Menschen Freude bringt oder ein förderndes Umfeld für Kinder darstellt oder die Gesellschaft stabilisiert (obwohl sie all das tatsächlich tut). Die Ehe ist ehrfurchtgebietend, weil Gott sie entworfen hat, um Seine Herrlichkeit aufzuzeigen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fokus einer gelingenden Ehe ist die Ehre Gottes.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehe ist „eine Theologie des Alltags“  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, wir haben damit begonnen, eine klare, genaue, biblische Theologie der Ehe zu entwickeln. Wenn aber deine Ehe der meinen auch nur in etwa ähnelt, dann geht es bei euch beiden gewiss nicht immer nur theologisch zu, so als befändet ihr euch in einer Art Elfenbeinturm tiefgründiger Gedanken. Nein, wir sind ‚Alltagstheologen‘, die versuchen, ihren Glauben in einer Welt anzuwenden, in der Paare miteinander wüten und streiten und sogar Türen zuknallen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dennoch muss ich jetzt mit dem Evangelium kommen – Christus kam in diese Welt, um Sünder zu erretten – und mitten in deinen Alltag hinein die komische Frage stellen: Sündigst du noch? Sündigt dein Ehepartner noch? Lass es mich dir leichtmachen!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jungs, die bezaubernde Braut, an deren Finger ihr den Ehering stecktet, ist eine ''Sünderin''! Und ihr lieben Frauen, der Mann, der euch einen Schwur vollkommener Treue und lebenslanger Opferbereitschaft darbrachte, ist ein ''Sünder''! In Eheversprechen auf der ganzen Welt – jeden Tag, überall, ohne Ausnahme – sind es Sünder, die zueinander „Ja“ sagen. Es sind Sünder, die ihren zehnten Hochzeitstag feiern, ihren fünfundzwanzigsten und ihren fünfzigsten. Es sind Sünder, die am Sterbebett ihres Ehepartners einen letzten Kuss miteinander teilen. Es ist ein Sünder, der dieses Buch schrieb, und der, der es gerade liest, ist auch ein Sünder.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auseinandersetzung mit Sünde, die aufrichtige Christen täglich erleben, unterstreicht die Tatsache, dass Christus uns sehr wohl gerettet hat, uns aber nicht sofort und vollständig in Nicht-Sünder verwandelt. Dieser wunderbare Prozess beginnt mit dem Moment unserer Bekehrung, jedoch setzt er sich unser ganzes Leben hindurch fort und wird erst beendet sein, wenn wir diese gefallene Welt verlassen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, weshalb ich hier im ersten Kapitel – und selbst im Titel dieses Buches – versucht habe, die Realität der Sünde zu betonen und herauszustellen. Ja, Gott verändert uns Sünder. Aber es ist ein Prozess. Und dieser Prozess der Veränderung weist auf ein herrliches Ziel hin, mehr und mehr Gottes Sohn, unserem Retter, ähnlich zu werden. Damit wir aber mehr wie Christus werden können, müssen wir die Tatsache zugeben, dass wir Sünder sind, denen zwar vergeben ist, die aber immer noch mit dem alten Antrieb kämpfen, sich von Gott ab- und sich selbst zuzuwenden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne diese biblische Klarheit finden wir keinen Bezug zum Kreuz und kein bleibendes Bewusstsein für unser Bedürfnis nach Gnade und Barmherzigkeit. Ohne die klare Sichtweise, dass wir Sünder sind, wird schon der Ansatz dessen, was es bedeutet, Gott zu kennen, tiefgehend geschwächt. Cornelius Plantinga bemerkte dazu: „Die nüchterne Wahrheit ist die, dass ohne eine vollständige Enthüllung dessen, was Sünde ist, das Evangelium der Gnade bedeutungslos, überflüssig und schließlich auch uninteressant wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Cornelius Plantinga. Not the Way It’s Supposed to Be: A Breviary of Sin. Wm. B. Eerdmans: Grand Rapids, MI, 1995. S. 199.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ohne eine tiefgreifende Aufklärung über unsere eigene Sündhaftigkeit wird uns unser Selbstvertrauen zu dem Versuch nötigen, unsere Ehe aus eigener Kraft heraus gelingen zu lassen. Was wir aber auch immer aus eigener Kraft versuchen, hat sein Ziel letztlich nicht in der Verherrlichung Gottes und bezieht sein Leben auch nicht aus der Quelle des Evangeliums.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn deine Flitterwochen eine weit zurückliegende Erinnerung sind und deine Ehe ihren Zündfunken und das anfängliche Feuer verloren hat und du deinen „Schatz“ immer seltener mit Koseworten bedenkst, was ist die wirkliche Ursache dafür? Mit anderen Worten: Warum ist es in eurer Ehe so kühl geworden? Vielleicht solltest du die Vorstellung aufgeben, die Probleme und Schwierigkeiten in eurer Ehe gäbe es nur wegen fehlender Gemeinsamkeiten, zu geringer Kommunikation und zu vielen negativen Umständen. Was wäre, wenn du deine Eheprobleme als das betrachten würdest, was sie wirklich sind – verursacht durch einen Krieg in deinem eigenen Herzen?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solltest du dieses Buch gerade inmitten glücklicher Flitterwochen lesen, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, sich zu deinem „Schatzi-Hase-Mausebärchen“ hinüberzulehnen und ihm oder ihr leise ins Ohr zu flüstern: „Ich bin ein großer Sünder – und als ein solcher gehöre ich dir ein ganzes Leben lang.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktische Theologie im Ehe-Alltag.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wenn Sünde nicht bitter ist, wird Christus nicht süß  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Buch versuche ich dich davon zu überzeugen, dass unser Umgang mit dem Problem der Sünde der Schlüssel zu einer blühenden Ehe ist. Denn wenn wir unserer Sünde mit dem Evangelium begegnen, dann gibt es Hoffung für uns und unsere Ehe. Schlechte Nachricht führt so zu guter Nachricht. Und genau das ist die Zielsetzung der Bibel.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bekannte Pastor, den ich im Vorwort erwähnte, hieß Thomas Watson. Erinnerst du dich noch an seine Worte? „Solange die Sünde für uns nicht bitter ist, wird Christus für uns nicht süß sein.“ Er meint damit, dass wir die Errettung nicht wirklich ausreichend würdigen können, bevor wir nicht die volle Tragweite des Problems begreifen. Entspricht dies nicht auch deinen Erfahrungen? Hast du nicht auch schon festgestellt, dass du umso schneller beim Retter Zuflucht nimmst, je deutlicher dir die Schwere der Sünde bewusst wird?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht einfach, seine eigene Sünde als Wurzel der Probleme in unseren Ehen zu sehen, und diese Sichtweise kommt schon gar nicht von alleine. Die Sünde, die in meinem und deinem Herzen noch vorhanden ist, widersteht Gott und Seiner Wahrheit. Sie verhindert unsere Freude und unsere Heiligkeit. Sie verfinstert Ehen, die eigentlich blühen und Zeugnis ablegen sollten für Gottes Barmherzigkeit und Güte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir aber damit beginnen, unsere Ehen auf dem Wort Gottes und dem Evangelium des Sieges Christi über die Macht der Sünde aufzubauen, dann erkennen wir die traurige, schmerzhafte und nicht zu verleugnende Realität unserer eigenen noch vorhandenen Sünde. Und wenn wir sie wirklich als die bittere und verachtenswerte Sache betrachten, die sie ja tatsächlich ist, und wenn wir die heimtückischen Absichten der Sünde in unseren Beziehungsproblemen erkennen, dann wird etwas Wunderbares geschehen: Dann flüchten wir nämlich zum Evangelium als unserem einzigen Gegenmittel!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann beginnen wir zu sehen, dass es neue Hoffnung für unsere Ehen gibt – viel Hoffnung! Hoffnung, die sich aus der Kraft des Evangeliums nährt – derselben Kraft, die Christus aus den Toten auferweckte. Wir bekommen dann eine Vorahnung davon, was für eine angenehme Beziehung unsere Ehe werden kann – eine lebendige und blühende Einheit, in welcher Sünden bekannt und vergeben werden. Meine Freunde, wenn Sünde bitter schmeckt, wird Christus süß sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso wie jener alte Mann die schöne Hochzeitsfeier unterbrochen hat, so sind viele von uns durch Ehen gebrochen worden, die angenehm begannen, aber nicht so geblieben sind. Jedes „Ja, ich will“ trägt doch die tiefe Sehnsucht in sich, dass die anfangs so leidenschaftliche Liebe auch andauern wird. Aber wie können wir uns dessen sicher sein? Wie können wir wissen, dass unsere Ehen nicht einfach nur bestehen bleiben, sondern sich entwickeln, wachsen und im Laufe der Zeit immer beglückender werden?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wir uns wirklich wünschen, ist doch eine Ehe, die gedeiht, die immer heller und beständiger leuchtet, die sich so anfühlt und so aussieht, wie wir uns das am Anfang auch vorgestellt hatten, ja vielleicht sogar mehr noch als das. Ich schreibe dieses Buch, um Ehen genau dazu zu verhelfen, sodass sie ein Leben lang erfreulich sind und dadurch Gott verherrlichen. Ich hoffe, dass dies auch der Grund ist, warum du es liest!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wo geht’s nun lang?  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor fünfundzwanzig Jahren, in einem Treppenhaus an der Uni, sang ich Kimm ein Lied vor und bat sie dann um ihre Hand. Jeder, der mich damals singen hörte, hätte mit Sicherheit dagegen gewettet, dass sie daraufhin tatsächlich einwilligen würde. Aber sie sagte „Ja“, und ich hatte kaum eine Ahnung davon, welches Abenteuer Gott mit uns beginnen wollte!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben heute vier Kinder und eine Katze. Ich mag Katzen nicht, aber ich bin total verliebt in Kimm, und weil ''sie'' Katzen liebt, schaffe ich es, diese eine zu tolerieren.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere beiden Leben sind kompliziert, hin- und herschwankend wäre wahrscheinlich die zutreffendere Bezeichnung. Unsere Ehe ist ein reichhaltiges, nettes Chaos. Unsere Reise aber wird – in Gottes Gnade – durch eine leidenschaftliche Kameradschaft aufrechterhalten, die Jahr für Jahr tiefer wird. Das ist mir schleierhaft, aber Gott offensichtlich nicht. Es war Seine Idee, Seinen Namen gerade dadurch zu verherrlichen, wenn Sünder sich das „Ja-Wort“ sagen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dieser Gnade Gottes heraus, durch den Ratschlag einiger Männer meiner Gemeinde, denen ich Rechenschaft ablege, und durch gute und klare Lehre sind die ‚Knöpfe‘ unserer Ehe eher mehr als weniger in der rechten Reihenfolge zugeknöpft. Das fing vor etlichen Jahren an, als wir die simple Wahrheit zu lernen begannen, dass es wichtig ist, dem Wort Gottes aufmerksam zuzuhören. „Was uns als Erstes einfällt, wenn wir an Gott denken“, lehrte A.W. Tozer, „sagt am meisten über uns aus.“&amp;lt;ref&amp;gt;A.W. Tozer. The Knowledge of the Holy. Harper: San Francisco, 1961. S. 1 (deutsche Übersetzung: Das Wesen Gottes. Eigenschaften Gottes und ihre Bedeutung für das Glaubensleben. Hänssler-Verlag: Neuhausen, 1995; der hier zitierte Satz [= der erste Satz im englischen Original] ist leider in der deutschen Ausgabe nicht übersetzt worden).&amp;lt;/ref&amp;gt; Knopf Nummer 1 in diesem Buch ist also die Frage: „Siehst du Gott, dich selbst und deine Ehe als das, was sie wirklich sind?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du bis an das Ende dieses ersten Kapitels gelangt bist, dann hast du vielleicht bemerkt, dass einige deiner Knöpfe ins falsche Loch geraten sind. Wenn dir innerhalb der Ehe deine Sünde nicht wirklich bitter schmeckt und auf der anderen Seite das Evangelium auch nicht wirklich süß, dann kannst du daran feststellen, dass deine Theologie nicht das ist, was sie wirklich sein sollte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn das so ist, dann bleibe aber bitte mit mir bis zum Ende des Buches dran. Denn ich werde mich bemühen, dir viele Dinge über das Thema Ehe weiterzugeben, die ich aus der Schrift und von anderen, die weitaus weiser sind als ich, gelernt habe. Wir werden dann sehen, dass Sünde, obwohl sie sehr täuschen kann, doch gleichzeitig überraschend vorhersehbar ist. Wir werden die herrlichen Geheimnisse der Gnade, Barmherzigkeit und Vergebung erkunden und lernen, wie diese praktische und kraftvolle Werkzeuge in den Händen eines guten Ehepartner-Theologen sein können. Wir werden eine Reihe von Möglichkeiten untersuchen, wie wir unseren Partnern helfen und ihnen dienen können – in der Hitze der Konfrontation bis hin zu der Wärme sexueller Intimität. Und wir werden Vorausschau halten auf die Zeit, da unsere Tage auf dieser Erde zu Ende gehen, und erkennen, was es bedeutet, Gott in unserer Ehe zu dienen, wenn unser Körper schwächer wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wäre es denkbar, dass du und dein/e geliebte/r Ehepartner/in Sünder sind? Dann ist dieses Buch für euch! Und könnte es sein, dass Gott bereits weiß, dass ihr Sünder seid, euch aber trotzdem alles geben möchte, was zu einer glücklichen Ehe nötig ist? Gott ist voll und ganz darauf aus, mit euch gemeinsam eine Ihn verherrlichende Ehe aufzubauen. Er möchte, dass wir uns an unserer Ehe erfreuen. Er will sie dauerhaft stark und lieblich machen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommt und lasst uns herausfinden, was es bedeutet, Gott, uns selbst und unsere Ehe als das zu sehen, was sie wirklich sind. Denn hier fängt alles an!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/What_Really_Matters_in_Marriage/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/What Really Matters in Marriage/de</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/What_Really_Matters_in_Marriage/de"/>
				<updated>2009-06-11T20:41:29Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Was in der Ehe wirklich zählt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allerlei Theologen am Altar  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sonnenstrahlen leuchteten in vielen Farben durch die Kirche, als die Eingangstüren geöffnet wurden. Eine Hymne vermischte sich wunderbar mit der frischen Frühlingsluft, die auch durch die Fenster hereinströmte. Als die Angehörigen und Freunde sich erhoben, knarrte das dunkle Holz der Kirchenbänke und verbreitete dieses einzigartige Geräusch von Tradition, Würde und Höflichkeit.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbemerkt zitternd und mit leicht angespannter Miene die Haltung bewahrend, begann die Braut ihren „Hochzeitsmarsch“ – einen Gang, den sie zu Hause auf dem Flur schon seit zwei Jahrzehnten geübt hatte. Ihr großes Glück war nun ein schmucker junger Mann, ein Energiebündel in einem Smoking. Ein Lächeln hatte sein Gesicht ergriffen, und seine Augen tanzten förmlich vor Freude, als er seine heranschreitende Braut anschaute.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pfarrer nickte zustimmend zu dem Vater der Braut, als dieser die zeremonielle Übergabe der Tochter begann und deren Hand in die Hand des Bräutigams legte. „Wenn es hier unter uns jemanden geben sollte, der einen Grund hat, warum dieser Mann und diese Frau nicht vereint werden sollten“, sagte der Pfarrer, „der spreche jetzt – oder schweige auf immer!“ Alle verharrten in höflicher Erwartung, als der Pfarrer einen Moment innehielt, um diese traditionelle Gepflogenheit danach zu Ende zu bringen. Plötzlich durchdrang die Stimme eines alten Mannes die höfliche Stille, der laut fragte:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Woher weiß man es?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stand im hinteren Bereich der Kirche, seine Hände umklammerten die Lehne der Bank vor ihm, und seine Augen schauten leidenschaftlich umher. „Ich will unter keinen Umständen respektlos erscheinen“, sagte er, während sich auch noch der letzte Kopf im Raum nach ihm umdrehte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehe ist „eine Theologie des Alltags“  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Woher kann man wirklich wissen, dass diese Ehe funktionieren wird?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Ton war ernst, aber nicht herausfordernd. Sein Einwand mochte die versammelte Gesellschaft verblüfft haben, doch er war vollkommen aufrichtig. Dann, während sich seine Stimme und seine Augen senkten, kamen seine abschließenden Worte, langsam und bewusst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ja, … wer überhaupt kann es wissen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige schauten den Mann verwundert an, andere warfen ihm empörte Blicke zu. Und während seine unerwartete Frage noch leise im Gewölbe widerhallte, war es, als ob die Zeit stehenblieb. Dutzende Menschen formulierten dabei unhörbar ihre Antworten, doch hörte dabei jeder Einzelne sein eigenes Denken.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trauzeugin dachte: ‚Sie sind verliebt – und Liebe kann schließlich alles überwinden.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Freund des Brautpaares gab sich diese Antwort: ‚Sie passen einfach zueinander. Das ist der Schlüssel zum Glück ihrer Ehe.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der ehemalige Jugendpastor des Brautpaares, der die beiden und ihre Familien seit Jahren kannte, machte sich so seine Gedanken: ‚Es hängt alles an der Erziehung. Diese beiden jungen Leute werden den Weg schon miteinander schaffen, sie kommen beide aus guten Familien.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Onkel Bob, der Wirtschaftsprüfer, rückte seine Krawatte zurecht und lächelte in sich hinein: ‚Du hast keine Ahnung, Mann, was ihre Aktien in einigen Jahren wert sein werden. Gute finanzielle Planung eliminiert den größten Stressfaktor für eine gesunde Ehe!‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich meinte noch ein anderer Hochzeitsgast zu sich selbst: ‚Die beiden haben so ziemlich jedes gute Buch über Ehe und Partnerschaft gelesen, das es gibt. Was sollten sie sonst noch wissen müssen, damit nichts schiefgeht?‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle unterbrach der Pfarrer die heimlichen Gedankengänge und begann mit der Rettung der Situation, indem er sagte: „Liebe Anwesende, wir haben uns heute hier versammelt, um diese Ehe Gott zu weihen. Er wird sie gelingen lassen. Wir wollen beten …“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gute Frage, klasse Antwort  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stell dir vor, diese Geschichte wäre tatsächlich geschehen. Was denkst du, wer hat Recht gehabt? Alle? Keiner von ihnen? Welche Antwort hättest du in diesem Moment parat gehabt?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtiger noch: Wie würdest du reagieren, wenn dieser alte Mann gerade jetzt auf dich zukäme und dir die Frage nach deiner Ehe stellte? Vielleicht ist deine Frage auch weniger: „Wird es klappen?“, sondern eher: „Ist meine Ehe wirklich das, was sie sein sollte?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du jetzt weiterliest, dann bedeutet dir deine Ehe offensichtlich etwas. Denn du bist nicht allein mit der Frage zufrieden, ob deine Ehe halten oder ob sie klappen wird. Nein, die Menschen in dieser wichtigsten aller Beziehungen sehnen sich nach einer Ehe, die selbst in schwierigen Zeiten gedeiht und wächst. Deshalb möchte ich eine Antwort vorschlagen, die vielleicht kaum jemandem eingefallen ist. Es handelt sich dabei um eine Antwort, die den Grundgedanken dieses ganzen Buches reflektiert.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lasst mich zunächst festhalten, dass alle stillen Antworten der erstaunten Gäste bei dieser erdachten Hochzeitsfeier eindeutig ihre Berechtigung haben: Liebe, zueinander passen, familiäre Herkunft, gutes Vorsorgen, gute Erziehung und ein gemeinsamer Glaube. Alles sind hilfreiche, wenn nicht gar wesentliche Bestandteile einer gedeihenden Ehe, und wahrscheinlich kannst du dir noch weitere vorstellen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt eine Antwort, die hinter allen anderen steht. Und diese eine Antwort fasst im Grunde genommen alle anderen zusammen. Sie ist so umfangreich, dass wir den Rest dieses Buches dafür aufwenden müssen, sie anzuschauen. Sie mag zunächst nicht so weltbewegend erscheinen, denn sie kommt schlicht aus der Bibel. Aber nach allem, was ich in den letzten einundzwanzig Jahren im pastoralen Dienst gelernt habe, kann ich dir versichern, dass diese Antwort deine Welt erschüttern wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist sie: ''Was wir über Gott glauben, bestimmt die Qualität unserer Ehe!''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Jetzt bitte das Buch nicht zumachen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte das kurz erläutern. Jeder betrachtet das Leben aus einer bestimmten Perspektive, was manche eine Weltanschauung nennen. Unsere Weltanschauung wird durch viele Dinge geprägt und bestimmt: unsere Kultur, unser Geschlecht, unsere Erziehung, unsere gegenwärtigen Lebensumstände usw. Das am tiefsten Gehende, das die Weltanschauung eines Menschen prägt, ist sein Verständnis von Gott. Was ein Mensch über Gott denkt, bestimmt seine Auffassung darüber, wo er herkommt, welchen Sinn das Leben hat oder was nach dem Sterben geschieht. Deshalb ist unsere Weltanschauung, unsere Lebensperspektive, im Wesentlichen von unserem Denken über Gott bestimmt. Wenn wir uns über Theologie unterhalten, tun wir nichts anderes, als darüber zu sprechen, was wir über Gott denken. Was wir im Innern über Gott glauben und wie wir meinen, vor Ihm leben zu sollen, das ist unsere Theologie! Mit anderen Worten: Theologen sind nicht nur irgendwelche kluge, alte Herren an Universitäten oder kluge, tote Menschen auf Friedhöfen … auch du bist ein Theologe! Hör dir dazu einen bekannten Theologen unserer Zeit an, R.C. Sproul:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Kein Christ kann Theologie vermeiden. Jeder Christ ist ein Theologe. Dies vielleicht nicht in einem technischen oder professionellen Sinne, aber dennoch ein Theologe. Die Frage, die sich für einen Christen stellt, ist nicht die, ob er ein Theologe ist oder nicht, sondern ob er ein guter Theologe ist – oder ein schlechter!“&amp;lt;ref&amp;gt;R.C. Sproul. Knowing Scripture. IVP: Downers Grove, IL, 1978. S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für ein Theologe bist du? Das ist nicht schwer herauszufinden. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, unsere Vorstellungen über das Leben, über die Ehe, über Gefühle, Konflikte usw. offenbaren sich durch unsere Worte und durch unser Verhalten – und spiegeln damit unvermeidlich unsere Ansicht über Gott wider. Das, was wir mit unseren Lippen reden, ist schlicht unsere Theologie. Welche Theologie findest du zum Beispiel in folgender Unterhaltung?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Du frustrierst mich wirklich, wenn du das tust!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ja nun, ich bin halt so! Ich kann nichts dafür, wenn mein Verhalten bei dir immer eine bestimmte Reaktion auslöst!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Bedürfnisse sind dir wohl völlig egal, oder?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Deine Bedürfnisse? Wie steht’s denn mit meinen Bedürfnissen? Meine Gefühle scheinen in dieser Ehe wohl überhaupt keine Rolle zu spielen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typisches Wortgefecht eines verheirateten Paares? Vielleicht. Aber es ist weit mehr als das. Solch einfache Aussagen, die jeder Verheiratete vielleicht denkt (auch wenn er sie nicht immer ausspricht), kommen aus Herzen, die bestimmte Annahmen darüber getroffen haben, wer wir sind, was wir brauchen, was wichtig ist und wie Gott zu diesem unserem Denksystem passt. In einer Unterhaltung wie dieser wird quasi die Theologie aus der Garage geholt und auf eine Spritztour mitgenommen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Gedankengang ist für dich im Moment vielleicht nicht nachvollziehbar, aber ich gehe davon aus, dass er dir klarer werden wird, wenn du weiterliest. Ein guter, altbewährter Ehepartner-Theologe kann nämlich anhand dieser Unterhaltung sehr gut erkennen, wie hier Glaubensgrundsätze über Gott, uns selbst und unsere Probleme artikuliert werden. Wir finden sie zum Beispiel in Redewendungen wie „ich bin frustriert“, „ich kann nichts dafür“, „ich bin halt so“ oder „… und was ist mit meinen Bedürfnissen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irre dich also bitte nicht. Wie Eheleute Tag für Tag und Jahr für Jahr ihre Ehe aufbauen, wird wesentlich durch ihre Theologie entschieden! Sie bestimmt ihr Denken, Reden und Handeln. Es ist auch bei dir nichts anderes als deine Theologie, die dein gesamtes Leben bestimmt und die auch festlegt, wie du deine Ehe führst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jeder Knopf ins richtige Knopfloch  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du schon mal ein Hemd oder eine Bluse falsch zugeknöpft? Du weißt schon, die Knöpfe in die verkehrten Knopflöcher, sodass man hinterher meint, ein Erstklässler hätte dich angezogen. Das ist mir erst kürzlich passiert; ich habe den ersten Knopf ins falsche Loch gesteckt und so weitergemacht, bis ich schlussendlich einen modischen Albtraum darstellte. Komisch war dabei, dass ich dachte, ich sehe großartig aus; vielleicht war da ja absichtlich ein Ersatzknopf unten angebracht, oder das Hemd war verkehrt genäht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Augenblicke wie diese bringen meine Frau Kimm in eine schwierige Lage. ‚Soll ich ihn wieder zurechtmachen‘, überlegt sie, ‚oder den Kollegen im Büro einfach ihren Spaß lassen?‘ Dieses Mal war sie gnädig und korrigierte meine Knöpfe, und ich hatte einen korrekt geknöpften Tag.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist erstaunlich, wie verdreht oder zerzaust man aussehen kann, wenn man diesen ersten Knopf nicht richtig geknöpft hat. Beginne etwas an verkehrter Stelle, und es gibt keine Möglichkeit mehr, es im weiteren Verlauf in Ordnung zu bringen. Den ersten Knopf richtig zu setzen, ist der Schlüssel dafür, auch alles andere richtig auf die Reihe zu bringen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehe ist wie so ein Hemd. Setzt man die ersten Dinge richtig, dann fügen sich danach auch die anderen ‚Knöpfe‘ des Ehelebens – Kommunikation, Konfliktbewältigung, Gefühle, Arbeitsteilung – in einer Weise ein, dass sie gut zusammenwirken.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der erste Knopf in einer Ehe? Richtig, das ist … Theologie! Aber wie sieht eine ‚korrekt geknöpfte‘ Theologie aus? Lasst uns dazu kurz drei der wichtigsten Bestandteile einer soliden, biblischen Theologie der Ehe anschauen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Die Grundlage deiner Ehe – die Bibel  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um ein guter Theologe – und folglich auch ein guter Ehemann – zu sein, müssen wir Gott betrachten, wie Er wirklich ist. Und dazu brauchen wir die Bibel. Durch sie können wir ein klares Verständnis von Gottes Realität und von Seinem Wesen erlangen. In der Heiligen Schrift ist Gott wahrhaftig geoffenbart – Sein Charakter, Sein Tun, Sein Herz, Sein herrlicher Erlösungsplan. Mehr noch, wir begegnen in der Bibel Gott, wie Er sich in der Person Jesu Christi ultimativ gezeigt hat. Christus ist ''„die Wahrheit“ (Johannes 14,6)''. Ihn zu kennen, bedeutet, die Wahrheit zu kennen. Auf Wahrheit gegründete Ehen sind deshalb von Natur aus auf Christus gegründet.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir leben in einer Zeit, in der der Wert der Ehe offensichtlich der Beliebigkeit unterworfen ist. Ist dieser Wert von einer autoritativen Instanz losgelöst, wird die Ehe immer der Kultur folgen, egal, wohin die Kultur sich bewegt. Man weiß von eine Popdiva, die während einer Partynacht geheiratet hat, nur um am Morgen danach ihre Ehe wieder annullieren zu lassen. Für sie war Ehe lediglich ein Spaß für ein paar Stunden, vielleicht nicht viel anders als eine Shoppingtour am Nachmittag oder ein Besuch im Starbucks.&amp;lt;ref&amp;gt;Große amerikanische Kette von Cafés (Anm. der dt. Hrsg.).&amp;lt;/ref&amp;gt; Einfach spontan genießen, man tut ja keinem dabei weh!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies ist der Grund dafür, warum die Bibel so wichtig ist. Sie als das Wort Gottes gibt der Ehe eine ewige und herrliche Bedeutung. Die Bibel beansprucht auch die Autorität darüber, was Ehe sein soll, und ist somit ihr bewertender Maßstab. Die Bibel ist deshalb auch der Schlüssel dafür, ob ein Paar in seiner Ehe Erfüllung findet oder nicht. Es ist eine unglaublich befreiende Erfahrung, zu erkennen, dass die Beständigkeit und die Qualität deiner Ehe letztendlich nicht von der Stärke deines Einsatzes für deine Ehe abhängt, sondern von etwas völlig anderem – nämlich von Gottes Wahrheit – von der Wahrheit, die wir klar und deutlich auf den Seiten der Bibel finden!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich kenne einen Ingenieur, dessen Arbeit für mich dermaßen kompliziert ist, dass ich noch nicht einmal den Versuch unternehme, sie zu verstehen. Es ist noch nicht lange her, dass er mir von einem Computerprogramm erzählte, dessen Handbuch man nicht ohne die persönliche Anleitung des Programmierers verstehen konnte. Ingenieure aus der ganzen Welt flogen zu ihm und ließen sich in Seminaren sein Handbuch erklären. Der Gedanke dahinter war einfach der: Er schuf das Programm, er schrieb das Handbuch dafür und war deshalb auch die entsprechende Autorität auf diesem Gebiet. So sollten wir es jetzt auch auf dem Gebiet unserer Ehe machen! Das macht in meinen Augen viel Sinn!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gott schuf das Ehe-„Programm“, schrieb ein „Handbuch“ dazu und erklärt dieses auch. Er ist die einzige, verlässliche und vertrauenswürdige Autorität zum Thema Ehe. Als ihr „Erfinder“ – und dazu vergleiche man die beiden ersten Kapitel des 1. Mosebuches – weiß Er, wie sie funktioniert und wie man sie fitmachen kann. Als Herr hat Er alles gegeben, was wir zum Leben, zur Gottesfurcht – und auch zur Ehe – benötigen. In Seinem Wort.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bibel ist das Fundament für eine gelingende Ehe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Quelle deiner Ehe – das Evangelium  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wollen wir mit der Bibel als Grundlage der Ehe leben, dann gilt es auch sicherzustellen, ob wir Klarheit darüber haben, worum es in ihr geht. Hier kommt deshalb ein kurzer Überblick über die biblische Perspektive.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sehen in den beiden ersten Kapiteln des 1. Mosebuches, wie Gott Mann und Frau in Abhängigkeit von Ihm und zu Seiner Verherrlichung schuf. Doch nur drei Kapitel weiter stellen wir fest, dass sie sich von ihrem Schöpfer abgewandt haben – und Sünde auf den Plan trat. Als direktes Ergebnis daraus verloren sie ihre außergewöhnliche persönliche Beziehung zu Gott – ein Bruch, der auch Auswirkungen auf jede Person, die nach ihnen lebte, haben sollte. Viele, ''viele'' Seiten später, am Ende der Bibel, dem Buch der Offenbarung, sehen wir, wie Gott diese von Adam und Eva verlorene Beziehung vollständig wiederhergestellt und für Sein Volk eine neue Erde und einen neuen Himmel geschaffen hat.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da stand früh am Anfang der Menschheitsgeschichte also eine zerbrochene Beziehung, zerbrochen durch Sünde. Dann aber, weil die Sünde entfernt wurde, finden wir an einem Punkt in der Zukunft eine wiederhergestellte Beziehung. Das ergibt ein klares Bild. Was aber passiert dann in den 64 Büchern dazwischen? Das Evangelium ‚passiert‘! Gott sandte Seinen Sohn als Antwort auf unser Dilemma der Sünde und nicht nur als Beispiel moralischen Gutseins oder um uns eine bestimmte Lebensweise beizubringen. Er nahm das Urteil, das uns wegen unserer Sünde getroffen hatte (vgl. 1. Mose 3), auf sich, damit wir wieder in einer intakten Beziehung zu Gott leben könnten – auf ewig!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Evangelium ist das Herzstück der Bibel. Alles in ihr ist entweder Vorbereitung ''auf'' das Evangelium, Darlegung ''des'' Evangeliums oder Teilhabe ''am'' Evangelium. Im Leben, Sterben und Auferstehen Christi gibt uns das Evangelium eine ultimative Lösung für unsere Sünde – für heute, für morgen, für den Tag, an dem wir vor Gott stehen, für immer.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herrlichkeit des Evangeliums ist unübertrefflich. Deshalb werden wir die Ewigkeit mit Staunen darüber verbringen, wie der Heilige Gott Seinen einzigen Sohn ''„zerschlagen“'' konnte ''(Jesaja 53,5)'', um sündige Menschen zu erretten. Das Evangelium erklärt unser offensichtlichstes und grundlegendes Problem – Sünde, die uns von Gott und voneinander getrennt hat. Deshalb sind wir letztlich Ziel des Zornes Gottes. Ein Christ versteht die Notwendigkeit des Kreuzes: Unsere Sünde war so schlecht, dass es des Blutvergießens bedurfte, um sie wegzunehmen – des Blutes Gottes! Ohne das Kreuz sind wir im Krieg mit Gott und Er mit uns!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Evangelium ist deshalb die Grundlage aller theologischen Wahrheit und ist die alles umspannende Realität, welche allen anderen Realitäten erst Sinn verleiht. Begehe niemals den Fehler, zu glauben, das Evangelium sei nur zur Evangelisation und Bekehrung gut. ''Im'' Evangelium verstehen wir, dass wir Sünder bleiben, obwohl wir gerettet sind. ''Durch'' das Evangelium empfangen wir Kraft, um der Sünde zu widerstehen. Das Evangelium genau zu begreifen und es fortwährend auf unser Leben anzuwenden, das ''bedeutet'' christliches Leben.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das heißt, das Evangelium ist ein nicht endender Quell der Gnade Gottes für unsere Ehe. Man muss also dringend ein klares Verständnis des Evangeliums haben, nicht nur, um ein guter Theologe zu werden, sondern auch, um in der Lage zu sein, sich auf eine lebenslange, blühende Ehe zu freuen. Sonst kannst du weder Gott noch dich selbst noch deine Ehe als das sehen, was sie wirklich sind.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Evangelium ist der Quellort einer blühenden Ehe.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Focus deiner Ehe – die Ehre Gottes  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir damit beginnen, unsere Ehen an biblischer Wahrheit zu orientieren, werden wir etwas Erstaunliches sehen: Die Ehe wurde nicht nur von Gott erfunden, sie gehört Ihm auch. Er hat einen einzigartigen Anspruch auf ihr Urheberrecht, ihre Idee und ihre Zielsetzung. Sie existiert faktisch sogar mehr für Ihn als für die Ehepaare selbst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, in der Ehe geht es nicht zuerst um mich oder meinen Partner. Ganz offensichtlich gehören zu einer Ehe Mann und Frau, aber sie sind darin sekundär; Gott ist die wichtigste Person in einer Ehe! Sie ist ganz gewiss zu unserem Guten da, aber zuerst ist sie zur Ehre Gottes da.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Tatsache mag dir seltsam, überraschend oder schwer annehmbar erscheinen, und doch stellt sie eine wesentliche Wahrheit für jedes verheiratete christliche Paar dar. Ein Traugottesdienst kann einer Hochzeit einen religiösen Rahmen geben, aber es bedarf einer täglichen Umsetzung in die Tat, um Gott wirklich die Autorität über die Ehe einzuräumen. In meiner pastoralen Arbeit habe ich oft das traurige Ergebnis des Versagens gesehen – des Versagens, Gott nicht zu geben, was Ihm gehört!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Viele junge Paare stürzen Hals über Kopf in die Verliebtheit und ignorieren dabei die Weisheit derer, die ihnen am nächsten stehen. Sie sehen die Legitimation für ihre Ehe in ihrer leidenschaftlichen Liebe und meinen, dass das als Begründung genügt. Sie sehen aber nicht, dass die Ehe zuerst Gott gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Dann gibt es auch verheiratete Christen, die ihre biblisch zugewiesenen Rollen und ehelichen Verantwortungen aufgeben und einfach danach verfahren, „was funktioniert“. Aber auch das bedeutet, sich mit weitaus weniger zufriedenzugeben, als Gott vorgesehen hat. Denn auch sie sehen Ehe nicht als zuerst Gott gehörend an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Am tragischsten sind aber christliche Familien, die durch Scheidung auseinander gerissen wurden, weil beide Partner der Meinung waren, dass persönliche Bedürfnisse wichtiger sind als das, was Gott zusammengefügt hat. Auch sie sehen Ehe nicht als zuerst Gott gehörend an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Apostel Paulus verwendet den Großteil des fünften Kapitels des Briefes an die Epheser dazu, zu verheirateten Menschen zu sprechen. Nachdem er in den Kapiteln zuvor dargelegt hat, was Christus für sie als Einzelne getan hat, ruft er nun Ehemänner und Ehefrauen dazu auf, in einer Art und Weise zu leben, die der Würde ihrer Berufung als Christen entspricht (Epheser 4,1). Kapitel 5 ist angefüllt mit sehr spezifischen Anweisungen, um blühende Ehen zu bauen. Das hervorstechendste Merkmal der Argumentationsweise des Paulus ist die Tatsache, dass er ''Christus als Bezugspunkt all unseres Verhaltens in der Ehe'' ansieht!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehefrauen sollen sich ihren Männern ''„als dem Herrn“'' unterordnen ''(V. 22)''. Ehemänner sollen ihre Frauen lieben, ''„wie Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat“ (V. 25)''. Ehemänner sollen ihre Frauen pflegen und wertschätzen ''„wie auch Christus die Gemeinde“ (V. 29)''. Wir sehen, dass jedes Mal wesentlich mehr hinter den Worten des Paulus steckt, als dass wir nur nett zu unserem Partner sein sollen. Der Apostel bringt vielmehr ein gewaltiges, noch verborgenes Drama ins Spiel.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn in Vers 32 lesen wir: ''„Dieses Geheimnis ist groß, ich aber deute es auf Christus und die Gemeinde.“'' Der Ausleger George Knight liefert hierzu folgende hilfreiche Einsicht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Den Menschen in den Tagen Moses unbekannt (es war ein ‚Geheimnis‘), war die Ehe ''von Gott'' von Anfang an dazu ''entworfen'', ein Bild oder ein Gleichnis für die Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde zu sein. Als Gott damals den Entwurf einer Ehe ausgestaltete, plante er sie zu einem erhabenen Zweck: sie sollte ein wunderschönes irdisches Bild von der Beziehung darstellen, die eines Tages zwischen Christus und seiner Gemeinde sichtbar würde. Das war den Menschen über viele Generationen unbekannt, und genau das ist es, was Paulus ein ‚Geheimnis‘ nennen kann. Doch jetzt im Zeitalter des Neuen Testaments lüftet Paulus dieses Geheimnis, und es ist phantastisch.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bedeutet, wenn Paulus den Ephesern von der Ehe erzählen wollte, hat er nicht nur nach einem passenden Vergleich gesucht und plötzlich gedacht, dass ‚Christus und die Gemeinde‘ eine gute Lehre und Illustration sein könnte. Nein, es war viel fundamentaler als das: Paulus erkannte, dass Gott, als er ursprünglich die Ehe entwarf, bereits Christus und die Gemeinde im Sinn hatte. Dies ist eine der großartigen Begründungen Gottes für die Ehe: sie soll die Beziehung zwischen Christus und seinem erlösten Volk für immer darstellen!“&amp;lt;ref&amp;gt;George W. Knight III. ''„Ehemänner und Ehefrauen – eine Parallele zu Christus und der Gemeinde Epheser 5,21-33 und Kolosser 3,18-19“''. = Kapitel 8 in: John Piper, Wayne Grudem (Hrsg.). Die Rolle von Mann und Frau in der Bibel. 3L Verlag: Friedberg, 2008. (Originaltitel: Recovering Biblical Manhood and Womanhood: A Response to Evangelical Feminism. Crossway Books: Wheaton, IL, 1991). S. 203-219, hier S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich glaube, dieses Verständnis von Ehe ist äußerst grundlegend. Gott hat sie mitten in diese Welt – auch in deine und meine Welt – zu einer Erinnerung und zu einem lebendigen Gleichnis gesetzt, das die Beziehung Christi zu Seiner Gemeinde abbilden soll.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Monate der Vorbereitung für die Hochzeit, der große Tag selbst, die denkwürdigen Flitterwochen – sie sind gewiss alle wichtig, aber es geht um etwas Wichtigeres als ein schönes Hochzeitsalbum. Wenn ein Mann und eine Frau in einer Ehe zusammengefügt werden, dann wird ein neues und lebenslanges Modell der Beziehung zwischen Christus und Seiner Gemeinde auf den Weg gebracht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist sehr einfach, sich so zu verhalten, als ob Mann und Frau die beiden einzigen relevanten Parteien in einer Ehe seien. Aber in der Ehe geht es letztlich um Gott. Mehr noch, die Ehe ist nicht nur deshalb phantastisch, weil sie Menschen Freude bringt oder ein förderndes Umfeld für Kinder darstellt oder die Gesellschaft stabilisiert (obwohl sie all das tatsächlich tut). Die Ehe ist ehrfurchtgebietend, weil Gott sie entworfen hat, um Seine Herrlichkeit aufzuzeigen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fokus einer gelingenden Ehe ist die Ehre Gottes.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehe ist „eine Theologie des Alltags“  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut, wir haben damit begonnen, eine klare, genaue, biblische Theologie der Ehe zu entwickeln. Wenn aber deine Ehe der meinen auch nur in etwa ähnelt, dann geht es bei euch beiden gewiss nicht immer nur theologisch zu, so als befändet ihr euch in einer Art Elfenbeinturm tiefgründiger Gedanken. Nein, wir sind ‚Alltagstheologen‘, die versuchen, ihren Glauben in einer Welt anzuwenden, in der Paare miteinander wüten und streiten und sogar Türen zuknallen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dennoch muss ich jetzt mit dem Evangelium kommen – Christus kam in diese Welt, um Sünder zu erretten – und mitten in deinen Alltag hinein die komische Frage stellen: Sündigst du noch? Sündigt dein Ehepartner noch? Lass es mich dir leichtmachen!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jungs, die bezaubernde Braut, an deren Finger ihr den Ehering stecktet, ist eine ''Sünderin''! Und ihr lieben Frauen, der Mann, der euch einen Schwur vollkommener Treue und lebenslanger Opferbereitschaft darbrachte, ist ein ''Sünder''! In Eheversprechen auf der ganzen Welt – jeden Tag, überall, ohne Ausnahme – sind es Sünder, die zueinander „Ja“ sagen. Es sind Sünder, die ihren zehnten Hochzeitstag feiern, ihren fünfundzwanzigsten und ihren fünfzigsten. Es sind Sünder, die am Sterbebett ihres Ehepartners einen letzten Kuss miteinander teilen. Es ist ein Sünder, der dieses Buch schrieb, und der, der es gerade liest, ist auch ein Sünder.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auseinandersetzung mit Sünde, die aufrichtige Christen täglich erleben, unterstreicht die Tatsache, dass Christus uns sehr wohl gerettet hat, uns aber nicht sofort und vollständig in Nicht-Sünder verwandelt. Dieser wunderbare Prozess beginnt mit dem Moment unserer Bekehrung, jedoch setzt er sich unser ganzes Leben hindurch fort und wird erst beendet sein, wenn wir diese gefallene Welt verlassen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, weshalb ich hier im ersten Kapitel – und selbst im Titel dieses Buches – versucht habe, die Realität der Sünde zu betonen und herauszustellen. Ja, Gott verändert uns Sünder. Aber es ist ein Prozess. Und dieser Prozess der Veränderung weist auf ein herrliches Ziel hin, mehr und mehr Gottes Sohn, unserem Retter, ähnlich zu werden. Damit wir aber mehr wie Christus werden können, müssen wir die Tatsache zugeben, dass wir Sünder sind, denen zwar vergeben ist, die aber immer noch mit dem alten Antrieb kämpfen, sich von Gott ab- und sich selbst zuzuwenden.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne diese biblische Klarheit finden wir keinen Bezug zum Kreuz und kein bleibendes Bewusstsein für unser Bedürfnis nach Gnade und Barmherzigkeit. Ohne die klare Sichtweise, dass wir Sünder sind, wird schon der Ansatz dessen, was es bedeutet, Gott zu kennen, tiefgehend geschwächt. Cornelius Plantinga bemerkte dazu: „Die nüchterne Wahrheit ist die, dass ohne eine vollständige Enthüllung dessen, was Sünde ist, das Evangelium der Gnade bedeutungslos, überflüssig und schließlich auch uninteressant wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Cornelius Plantinga. Not the Way It’s Supposed to Be: A Breviary of Sin. Wm. B. Eerdmans: Grand Rapids, MI, 1995. S. 199.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ohne eine tiefgreifende Aufklärung über unsere eigene Sündhaftigkeit wird uns unser Selbstvertrauen zu dem Versuch nötigen, unsere Ehe aus eigener Kraft heraus gelingen zu lassen. Was wir aber auch immer aus eigener Kraft versuchen, hat sein Ziel letztlich nicht in der Verherrlichung Gottes und bezieht sein Leben auch nicht aus der Quelle des Evangeliums.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn deine Flitterwochen eine weit zurückliegende Erinnerung sind und deine Ehe ihren Zündfunken und das anfängliche Feuer verloren hat und du deinen „Schatz“ immer seltener mit Koseworten bedenkst, was ist die wirkliche Ursache dafür? Mit anderen Worten: Warum ist es in eurer Ehe so kühl geworden? Vielleicht solltest du die Vorstellung aufgeben, die Probleme und Schwierigkeiten in eurer Ehe gäbe es nur wegen fehlender Gemeinsamkeiten, zu geringer Kommunikation und zu vielen negativen Umständen. Was wäre, wenn du deine Eheprobleme als das betrachten würdest, was sie wirklich sind – verursacht durch einen Krieg in deinem eigenen Herzen?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solltest du dieses Buch gerade inmitten glücklicher Flitterwochen lesen, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, sich zu deinem „Schatzi-Hase-Mausebärchen“ hinüberzulehnen und ihm oder ihr leise ins Ohr zu flüstern: „Ich bin ein großer Sünder – und als ein solcher gehöre ich dir ein ganzes Leben lang.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist praktische Theologie im Ehe-Alltag.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wenn Sünde nicht bitter ist, wird Christus nicht süß  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Buch versuche ich dich davon zu überzeugen, dass unser Umgang mit dem Problem der Sünde der Schlüssel zu einer blühenden Ehe ist. Denn wenn wir unserer Sünde mit dem Evangelium begegnen, dann gibt es Hoffung für uns und unsere Ehe. Schlechte Nachricht führt so zu guter Nachricht. Und genau das ist die Zielsetzung der Bibel.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der bekannte Pastor, den ich im Vorwort erwähnte, hieß Thomas Watson. Erinnerst du dich noch an seine Worte? „Solange die Sünde für uns nicht bitter ist, wird Christus für uns nicht süß sein.“ Er meint damit, dass wir die Errettung nicht wirklich ausreichend würdigen können, bevor wir nicht die volle Tragweite des Problems begreifen. Entspricht dies nicht auch deinen Erfahrungen? Hast du nicht auch schon festgestellt, dass du umso schneller beim Retter Zuflucht nimmst, je deutlicher dir die Schwere der Sünde bewusst wird?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist nicht einfach, seine eigene Sünde als Wurzel der Probleme in unseren Ehen zu sehen, und diese Sichtweise kommt schon gar nicht von alleine. Die Sünde, die in meinem und deinem Herzen noch vorhanden ist, widersteht Gott und Seiner Wahrheit. Sie verhindert unsere Freude und unsere Heiligkeit. Sie verfinstert Ehen, die eigentlich blühen und Zeugnis ablegen sollten für Gottes Barmherzigkeit und Güte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir aber damit beginnen, unsere Ehen auf dem Wort Gottes und dem Evangelium des Sieges Christi über die Macht der Sünde aufzubauen, dann erkennen wir die traurige, schmerzhafte und nicht zu verleugnende Realität unserer eigenen noch vorhandenen Sünde. Und wenn wir sie wirklich als die bittere und verachtenswerte Sache betrachten, die sie ja tatsächlich ist, und wenn wir die heimtückischen Absichten der Sünde in unseren Beziehungsproblemen erkennen, dann wird etwas Wunderbares geschehen: Dann flüchten wir nämlich zum Evangelium als unserem einzigen Gegenmittel!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann beginnen wir zu sehen, dass es neue Hoffnung für unsere Ehen gibt – viel Hoffnung! Hoffnung, die sich aus der Kraft des Evangeliums nährt – derselben Kraft, die Christus aus den Toten auferweckte. Wir bekommen dann eine Vorahnung davon, was für eine angenehme Beziehung unsere Ehe werden kann – eine lebendige und blühende Einheit, in welcher Sünden bekannt und vergeben werden. Meine Freunde, wenn Sünde bitter schmeckt, wird Christus süß sein.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauso wie jener alte Mann die schöne Hochzeitsfeier unterbrochen hat, so sind viele von uns durch Ehen gebrochen worden, die angenehm begannen, aber nicht so geblieben sind. Jedes „Ja, ich will“ trägt doch die tiefe Sehnsucht in sich, dass die anfangs so leidenschaftliche Liebe auch andauern wird. Aber wie können wir uns dessen sicher sein? Wie können wir wissen, dass unsere Ehen nicht einfach nur bestehen bleiben, sondern sich entwickeln, wachsen und im Laufe der Zeit immer beglückender werden?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was wir uns wirklich wünschen, ist doch eine Ehe, die gedeiht, die immer heller und beständiger leuchtet, die sich so anfühlt und so aussieht, wie wir uns das am Anfang auch vorgestellt hatten, ja vielleicht sogar mehr noch als das. Ich schreibe dieses Buch, um Ehen genau dazu zu verhelfen, sodass sie ein Leben lang erfreulich sind und dadurch Gott verherrlichen. Ich hoffe, dass dies auch der Grund ist, warum du es liest!&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/What_Really_Matters_in_Marriage/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/What Really Matters in Marriage/de</title>
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				<updated>2009-06-11T16:54:33Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Was in der Ehe wirklich zählt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allerlei Theologen am Altar  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sonnenstrahlen leuchteten in vielen Farben durch die Kirche, als die Eingangstüren geöffnet wurden. Eine Hymne vermischte sich wunderbar mit der frischen Frühlingsluft, die auch durch die Fenster hereinströmte. Als die Angehörigen und Freunde sich erhoben, knarrte das dunkle Holz der Kirchenbänke und verbreitete dieses einzigartige Geräusch von Tradition, Würde und Höflichkeit.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbemerkt zitternd und mit leicht angespannter Miene die Haltung bewahrend, begann die Braut ihren „Hochzeitsmarsch“ – einen Gang, den sie zu Hause auf dem Flur schon seit zwei Jahrzehnten geübt hatte. Ihr großes Glück war nun ein schmucker junger Mann, ein Energiebündel in einem Smoking. Ein Lächeln hatte sein Gesicht ergriffen, und seine Augen tanzten förmlich vor Freude, als er seine heranschreitende Braut anschaute.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pfarrer nickte zustimmend zu dem Vater der Braut, als dieser die zeremonielle Übergabe der Tochter begann und deren Hand in die Hand des Bräutigams legte. „Wenn es hier unter uns jemanden geben sollte, der einen Grund hat, warum dieser Mann und diese Frau nicht vereint werden sollten“, sagte der Pfarrer, „der spreche jetzt – oder schweige auf immer!“ Alle verharrten in höflicher Erwartung, als der Pfarrer einen Moment innehielt, um diese traditionelle Gepflogenheit danach zu Ende zu bringen. Plötzlich durchdrang die Stimme eines alten Mannes die höfliche Stille, der laut fragte:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Woher weiß man es?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stand im hinteren Bereich der Kirche, seine Hände umklammerten die Lehne der Bank vor ihm, und seine Augen schauten leidenschaftlich umher. „Ich will unter keinen Umständen respektlos erscheinen“, sagte er, während sich auch noch der letzte Kopf im Raum nach ihm umdrehte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Woher kann man wirklich wissen, dass diese Ehe funktionieren wird?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Ton war ernst, aber nicht herausfordernd. Sein Einwand mochte die versammelte Gesellschaft verblüfft haben, doch er war vollkommen aufrichtig. Dann, während sich seine Stimme und seine Augen senkten, kamen seine abschließenden Worte, langsam und bewusst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ja, … wer überhaupt kann es wissen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige schauten den Mann verwundert an, andere warfen ihm empörte Blicke zu. Und während seine unerwartete Frage noch leise im Gewölbe widerhallte, war es, als ob die Zeit stehenblieb. Dutzende Menschen formulierten dabei unhörbar ihre Antworten, doch hörte dabei jeder Einzelne sein eigenes Denken.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trauzeugin dachte: ‚Sie sind verliebt – und Liebe kann schließlich alles überwinden.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Freund des Brautpaares gab sich diese Antwort: ‚Sie passen einfach zueinander. Das ist der Schlüssel zum Glück ihrer Ehe.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der ehemalige Jugendpastor des Brautpaares, der die beiden und ihre Familien seit Jahren kannte, machte sich so seine Gedanken: ‚Es hängt alles an der Erziehung. Diese beiden jungen Leute werden den Weg schon miteinander schaffen, sie kommen beide aus guten Familien.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Onkel Bob, der Wirtschaftsprüfer, rückte seine Krawatte zurecht und lächelte in sich hinein: ‚Du hast keine Ahnung, Mann, was ihre Aktien in einigen Jahren wert sein werden. Gute finanzielle Planung eliminiert den größten Stressfaktor für eine gesunde Ehe!‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich meinte noch ein anderer Hochzeitsgast zu sich selbst: ‚Die beiden haben so ziemlich jedes gute Buch über Ehe und Partnerschaft gelesen, das es gibt. Was sollten sie sonst noch wissen müssen, damit nichts schiefgeht?‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle unterbrach der Pfarrer die heimlichen Gedankengänge und begann mit der Rettung der Situation, indem er sagte: „Liebe Anwesende, wir haben uns heute hier versammelt, um diese Ehe Gott zu weihen. Er wird sie gelingen lassen. Wir wollen beten …“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gute Frage, klasse Antwort  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stell dir vor, diese Geschichte wäre tatsächlich geschehen. Was denkst du, wer hat Recht gehabt? Alle? Keiner von ihnen? Welche Antwort hättest du in diesem Moment parat gehabt?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtiger noch: Wie würdest du reagieren, wenn dieser alte Mann gerade jetzt auf dich zukäme und dir die Frage nach deiner Ehe stellte? Vielleicht ist deine Frage auch weniger: „Wird es klappen?“, sondern eher: „Ist meine Ehe wirklich das, was sie sein sollte?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du jetzt weiterliest, dann bedeutet dir deine Ehe offensichtlich etwas. Denn du bist nicht allein mit der Frage zufrieden, ob deine Ehe halten oder ob sie klappen wird. Nein, die Menschen in dieser wichtigsten aller Beziehungen sehnen sich nach einer Ehe, die selbst in schwierigen Zeiten gedeiht und wächst. Deshalb möchte ich eine Antwort vorschlagen, die vielleicht kaum jemandem eingefallen ist. Es handelt sich dabei um eine Antwort, die den Grundgedanken dieses ganzen Buches reflektiert.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lasst mich zunächst festhalten, dass alle stillen Antworten der erstaunten Gäste bei dieser erdachten Hochzeitsfeier eindeutig ihre Berechtigung haben: Liebe, zueinander passen, familiäre Herkunft, gutes Vorsorgen, gute Erziehung und ein gemeinsamer Glaube. Alles sind hilfreiche, wenn nicht gar wesentliche Bestandteile einer gedeihenden Ehe, und wahrscheinlich kannst du dir noch weitere vorstellen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt eine Antwort, die hinter allen anderen steht. Und diese eine Antwort fasst im Grunde genommen alle anderen zusammen. Sie ist so umfangreich, dass wir den Rest dieses Buches dafür aufwenden müssen, sie anzuschauen. Sie mag zunächst nicht so weltbewegend erscheinen, denn sie kommt schlicht aus der Bibel. Aber nach allem, was ich in den letzten einundzwanzig Jahren im pastoralen Dienst gelernt habe, kann ich dir versichern, dass diese Antwort deine Welt erschüttern wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist sie: ''Was wir über Gott glauben, bestimmt die Qualität unserer Ehe!''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Jetzt bitte das Buch nicht zumachen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte das kurz erläutern. Jeder betrachtet das Leben aus einer bestimmten Perspektive, was manche eine Weltanschauung nennen. Unsere Weltanschauung wird durch viele Dinge geprägt und bestimmt: unsere Kultur, unser Geschlecht, unsere Erziehung, unsere gegenwärtigen Lebensumstände usw. Das am tiefsten Gehende, das die Weltanschauung eines Menschen prägt, ist sein Verständnis von Gott. Was ein Mensch über Gott denkt, bestimmt seine Auffassung darüber, wo er herkommt, welchen Sinn das Leben hat oder was nach dem Sterben geschieht. Deshalb ist unsere Weltanschauung, unsere Lebensperspektive, im Wesentlichen von unserem Denken über Gott bestimmt. Wenn wir uns über Theologie unterhalten, tun wir nichts anderes, als darüber zu sprechen, was wir über Gott denken. Was wir im Innern über Gott glauben und wie wir meinen, vor Ihm leben zu sollen, das ist unsere Theologie! Mit anderen Worten: Theologen sind nicht nur irgendwelche kluge, alte Herren an Universitäten oder kluge, tote Menschen auf Friedhöfen … auch du bist ein Theologe! Hör dir dazu einen bekannten Theologen unserer Zeit an, R.C. Sproul:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Kein Christ kann Theologie vermeiden. Jeder Christ ist ein Theologe. Dies vielleicht nicht in einem technischen oder professionellen Sinne, aber dennoch ein Theologe. Die Frage, die sich für einen Christen stellt, ist nicht die, ob er ein Theologe ist oder nicht, sondern ob er ein guter Theologe ist – oder ein schlechter!“&amp;lt;ref&amp;gt;R.C. Sproul. Knowing Scripture. IVP: Downers Grove, IL, 1978. S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für ein Theologe bist du? Das ist nicht schwer herauszufinden. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, unsere Vorstellungen über das Leben, über die Ehe, über Gefühle, Konflikte usw. offenbaren sich durch unsere Worte und durch unser Verhalten – und spiegeln damit unvermeidlich unsere Ansicht über Gott wider. Das, was wir mit unseren Lippen reden, ist schlicht unsere Theologie. Welche Theologie findest du zum Beispiel in folgender Unterhaltung?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Du frustrierst mich wirklich, wenn du das tust!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ja nun, ich bin halt so! Ich kann nichts dafür, wenn mein Verhalten bei dir immer eine bestimmte Reaktion auslöst!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Bedürfnisse sind dir wohl völlig egal, oder?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Deine Bedürfnisse? Wie steht’s denn mit meinen Bedürfnissen? Meine Gefühle scheinen in dieser Ehe wohl überhaupt keine Rolle zu spielen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typisches Wortgefecht eines verheirateten Paares? Vielleicht. Aber es ist weit mehr als das. Solch einfache Aussagen, die jeder Verheiratete vielleicht denkt (auch wenn er sie nicht immer ausspricht), kommen aus Herzen, die bestimmte Annahmen darüber getroffen haben, wer wir sind, was wir brauchen, was wichtig ist und wie Gott zu diesem unserem Denksystem passt. In einer Unterhaltung wie dieser wird quasi die Theologie aus der Garage geholt und auf eine Spritztour mitgenommen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Gedankengang ist für dich im Moment vielleicht nicht nachvollziehbar, aber ich gehe davon aus, dass er dir klarer werden wird, wenn du weiterliest. Ein guter, altbewährter Ehepartner-Theologe kann nämlich anhand dieser Unterhaltung sehr gut erkennen, wie hier Glaubensgrundsätze über Gott, uns selbst und unsere Probleme artikuliert werden. Wir finden sie zum Beispiel in Redewendungen wie „ich bin frustriert“, „ich kann nichts dafür“, „ich bin halt so“ oder „… und was ist mit meinen Bedürfnissen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irre dich also bitte nicht. Wie Eheleute Tag für Tag und Jahr für Jahr ihre Ehe aufbauen, wird wesentlich durch ihre Theologie entschieden! Sie bestimmt ihr Denken, Reden und Handeln. Es ist auch bei dir nichts anderes als deine Theologie, die dein gesamtes Leben bestimmt und die auch festlegt, wie du deine Ehe führst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jeder Knopf ins richtige Knopfloch  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du schon mal ein Hemd oder eine Bluse falsch zugeknöpft? Du weißt schon, die Knöpfe in die verkehrten Knopflöcher, sodass man hinterher meint, ein Erstklässler hätte dich angezogen. Das ist mir erst kürzlich passiert; ich habe den ersten Knopf ins falsche Loch gesteckt und so weitergemacht, bis ich schlussendlich einen modischen Albtraum darstellte. Komisch war dabei, dass ich dachte, ich sehe großartig aus; vielleicht war da ja absichtlich ein Ersatzknopf unten angebracht, oder das Hemd war verkehrt genäht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Augenblicke wie diese bringen meine Frau Kimm in eine schwierige Lage. ‚Soll ich ihn wieder zurechtmachen‘, überlegt sie, ‚oder den Kollegen im Büro einfach ihren Spaß lassen?‘ Dieses Mal war sie gnädig und korrigierte meine Knöpfe, und ich hatte einen korrekt geknöpften Tag.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/What_Really_Matters_in_Marriage/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/What Really Matters in Marriage/de</title>
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				<updated>2009-06-11T16:53:07Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Was in der Ehe wirklich zählt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Allerlei Theologen am Altar  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sonnenstrahlen leuchteten in vielen Farben durch die Kirche, als die Eingangstüren geöffnet wurden. Eine Hymne vermischte sich wunderbar mit der frischen Frühlingsluft, die auch durch die Fenster hereinströmte. Als die Angehörigen und Freunde sich erhoben, knarrte das dunkle Holz der Kirchenbänke und verbreitete dieses einzigartige Geräusch von Tradition, Würde und Höflichkeit.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unbemerkt zitternd und mit leicht angespannter Miene die Haltung bewahrend, begann die Braut ihren „Hochzeitsmarsch“ – einen Gang, den sie zu Hause auf dem Flur schon seit zwei Jahrzehnten geübt hatte. Ihr großes Glück war nun ein schmucker junger Mann, ein Energiebündel in einem Smoking. Ein Lächeln hatte sein Gesicht ergriffen, und seine Augen tanzten förmlich vor Freude, als er seine heranschreitende Braut anschaute.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Pfarrer nickte zustimmend zu dem Vater der Braut, als dieser die zeremonielle Übergabe der Tochter begann und deren Hand in die Hand des Bräutigams legte. „Wenn es hier unter uns jemanden geben sollte, der einen Grund hat, warum dieser Mann und diese Frau nicht vereint werden sollten“, sagte der Pfarrer, „der spreche jetzt – oder schweige auf immer!“ Alle verharrten in höflicher Erwartung, als der Pfarrer einen Moment innehielt, um diese traditionelle Gepflogenheit danach zu Ende zu bringen. Plötzlich durchdrang die Stimme eines alten Mannes die höfliche Stille, der laut fragte:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Woher weiß man es?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er stand im hinteren Bereich der Kirche, seine Hände umklammerten die Lehne der Bank vor ihm, und seine Augen schauten leidenschaftlich umher. „Ich will unter keinen Umständen respektlos erscheinen“, sagte er, während sich auch noch der letzte Kopf im Raum nach ihm umdrehte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Woher kann man wirklich wissen, dass diese Ehe funktionieren wird?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein Ton war ernst, aber nicht herausfordernd. Sein Einwand mochte die versammelte Gesellschaft verblüfft haben, doch er war vollkommen aufrichtig. Dann, während sich seine Stimme und seine Augen senkten, kamen seine abschließenden Worte, langsam und bewusst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ja, … wer überhaupt kann es wissen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige schauten den Mann verwundert an, andere warfen ihm empörte Blicke zu. Und während seine unerwartete Frage noch leise im Gewölbe widerhallte, war es, als ob die Zeit stehenblieb. Dutzende Menschen formulierten dabei unhörbar ihre Antworten, doch hörte dabei jeder Einzelne sein eigenes Denken.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trauzeugin dachte: ‚Sie sind verliebt – und Liebe kann schließlich alles überwinden.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Freund des Brautpaares gab sich diese Antwort: ‚Sie passen einfach zueinander. Das ist der Schlüssel zum Glück ihrer Ehe.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der ehemalige Jugendpastor des Brautpaares, der die beiden und ihre Familien seit Jahren kannte, machte sich so seine Gedanken: ‚Es hängt alles an der Erziehung. Diese beiden jungen Leute werden den Weg schon miteinander schaffen, sie kommen beide aus guten Familien.‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Onkel Bob, der Wirtschaftsprüfer, rückte seine Krawatte zurecht und lächelte in sich hinein: ‚Du hast keine Ahnung, Mann, was ihre Aktien in einigen Jahren wert sein werden. Gute finanzielle Planung eliminiert den größten Stressfaktor für eine gesunde Ehe!‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und schließlich meinte noch ein anderer Hochzeitsgast zu sich selbst: ‚Die beiden haben so ziemlich jedes gute Buch über Ehe und Partnerschaft gelesen, das es gibt. Was sollten sie sonst noch wissen müssen, damit nichts schiefgeht?‘&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle unterbrach der Pfarrer die heimlichen Gedankengänge und begann mit der Rettung der Situation, indem er sagte: „Liebe Anwesende, wir haben uns heute hier versammelt, um diese Ehe Gott zu weihen. Er wird sie gelingen lassen. Wir wollen beten …“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gute Frage, klasse Antwort  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stell dir vor, diese Geschichte wäre tatsächlich geschehen. Was denkst du, wer hat Recht gehabt? Alle? Keiner von ihnen? Welche Antwort hättest du in diesem Moment parat gehabt?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtiger noch: Wie würdest du reagieren, wenn dieser alte Mann gerade jetzt auf dich zukäme und dir die Frage nach deiner Ehe stellte? Vielleicht ist deine Frage auch weniger: „Wird es klappen?“, sondern eher: „Ist meine Ehe wirklich das, was sie sein sollte?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du jetzt weiterliest, dann bedeutet dir deine Ehe offensichtlich etwas. Denn du bist nicht allein mit der Frage zufrieden, ob deine Ehe halten oder ob sie klappen wird. Nein, die Menschen in dieser wichtigsten aller Beziehungen sehnen sich nach einer Ehe, die selbst in schwierigen Zeiten gedeiht und wächst. Deshalb möchte ich eine Antwort vorschlagen, die vielleicht kaum jemandem eingefallen ist. Es handelt sich dabei um eine Antwort, die den Grundgedanken dieses ganzen Buches reflektiert.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lasst mich zunächst festhalten, dass alle stillen Antworten der erstaunten Gäste bei dieser erdachten Hochzeitsfeier eindeutig ihre Berechtigung haben: Liebe, zueinander passen, familiäre Herkunft, gutes Vorsorgen, gute Erziehung und ein gemeinsamer Glaube. Alles sind hilfreiche, wenn nicht gar wesentliche Bestandteile einer gedeihenden Ehe, und wahrscheinlich kannst du dir noch weitere vorstellen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt eine Antwort, die hinter allen anderen steht. Und diese eine Antwort fasst im Grunde genommen alle anderen zusammen. Sie ist so umfangreich, dass wir den Rest dieses Buches dafür aufwenden müssen, sie anzuschauen. Sie mag zunächst nicht so weltbewegend erscheinen, denn sie kommt schlicht aus der Bibel. Aber nach allem, was ich in den letzten einundzwanzig Jahren im pastoralen Dienst gelernt habe, kann ich dir versichern, dass diese Antwort deine Welt erschüttern wird.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier ist sie: ''Was wir über Gott glauben, bestimmt die Qualität unserer Ehe!''&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Jetzt bitte das Buch nicht zumachen  ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich möchte das kurz erläutern. Jeder betrachtet das Leben aus einer bestimmten Perspektive, was manche eine Weltanschauung nennen. Unsere Weltanschauung wird durch viele Dinge geprägt und bestimmt: unsere Kultur, unser Geschlecht, unsere Erziehung, unsere gegenwärtigen Lebensumstände usw. Das am tiefsten Gehende, das die Weltanschauung eines Menschen prägt, ist sein Verständnis von Gott. Was ein Mensch über Gott denkt, bestimmt seine Auffassung darüber, wo er herkommt, welchen Sinn das Leben hat oder was nach dem Sterben geschieht. Deshalb ist unsere Weltanschauung, unsere Lebensperspektive, im Wesentlichen von unserem Denken über Gott bestimmt. Wenn wir uns über Theologie unterhalten, tun wir nichts anderes, als darüber zu sprechen, was wir über Gott denken. Was wir im Innern über Gott glauben und wie wir meinen, vor Ihm leben zu sollen, das ist unsere Theologie! Mit anderen Worten: Theologen sind nicht nur irgendwelche kluge, alte Herren an Universitäten oder kluge, tote Menschen auf Friedhöfen … auch du bist ein Theologe! Hör dir dazu einen bekannten Theologen unserer Zeit an, R.C. Sproul:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Kein Christ kann Theologie vermeiden. Jeder Christ ist ein Theologe. Dies vielleicht nicht in einem technischen oder professionellen Sinne, aber dennoch ein Theologe. Die Frage, die sich für einen Christen stellt, ist nicht die, ob er ein Theologe ist oder nicht, sondern ob er ein guter Theologe ist – oder ein schlechter!“&amp;lt;ref&amp;gt;R.C. Sproul. Knowing Scripture. IVP: Downers Grove, IL, 1978. S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was für ein Theologe bist du? Das ist nicht schwer herauszufinden. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, unsere Vorstellungen über das Leben, über die Ehe, über Gefühle, Konflikte usw. offenbaren sich durch unsere Worte und durch unser Verhalten – und spiegeln damit unvermeidlich unsere Ansicht über Gott wider. Das, was wir mit unseren Lippen reden, ist schlicht unsere Theologie. Welche Theologie findest du zum Beispiel in folgender Unterhaltung?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Du frustrierst mich wirklich, wenn du das tust!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ja nun, ich bin halt so! Ich kann nichts dafür, wenn mein Verhalten bei dir immer eine bestimmte Reaktion auslöst!“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Meine Bedürfnisse sind dir wohl völlig egal, oder?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Deine Bedürfnisse? Wie steht’s denn mit meinen Bedürfnissen? Meine Gefühle scheinen in dieser Ehe wohl überhaupt keine Rolle zu spielen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typisches Wortgefecht eines verheirateten Paares? Vielleicht. Aber es ist weit mehr als das. Solch einfache Aussagen, die jeder Verheiratete vielleicht denkt (auch wenn er sie nicht immer ausspricht), kommen aus Herzen, die bestimmte Annahmen darüber getroffen haben, wer wir sind, was wir brauchen, was wichtig ist und wie Gott zu diesem unserem Denksystem passt. In einer Unterhaltung wie dieser wird quasi die Theologie aus der Garage geholt und auf eine Spritztour mitgenommen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Gedankengang ist für dich im Moment vielleicht nicht nachvollziehbar, aber ich gehe davon aus, dass er dir klarer werden wird, wenn du weiterliest. Ein guter, altbewährter Ehepartner-Theologe kann nämlich anhand dieser Unterhaltung sehr gut erkennen, wie hier Glaubensgrundsätze über Gott, uns selbst und unsere Probleme artikuliert werden. Wir finden sie zum Beispiel in Redewendungen wie „ich bin frustriert“, „ich kann nichts dafür“, „ich bin halt so“ oder „… und was ist mit meinen Bedürfnissen?“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irre dich also bitte nicht. Wie Eheleute Tag für Tag und Jahr für Jahr ihre Ehe aufbauen, wird wesentlich durch ihre Theologie entschieden! Sie bestimmt ihr Denken, Reden und Handeln. Es ist auch bei dir nichts anderes als deine Theologie, die dein gesamtes Leben bestimmt und die auch festlegt, wie du deine Ehe führst.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jeder Knopf ins richtige Knopfloch  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hast du schon mal ein Hemd oder eine Bluse falsch zugeknöpft? Du weißt schon, die Knöpfe in die verkehrten Knopflöcher, sodass man hinterher meint, ein Erstklässler hätte dich angezogen. Das ist mir erst kürzlich passiert; ich habe den ersten Knopf ins falsche Loch gesteckt und so weitergemacht, bis ich schlussendlich einen modischen Albtraum darstellte. Komisch war dabei, dass ich dachte, ich sehe großartig aus; vielleicht war da ja absichtlich ein Ersatzknopf unten angebracht, oder das Hemd war verkehrt genäht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Augenblicke wie diese bringen meine Frau Kimm in eine schwierige Lage. ‚Soll ich ihn wieder zurechtmachen‘, überlegt sie, ‚oder den Kollegen im Büro einfach ihren Spaß lassen?‘ Dieses Mal war sie gnädig und korrigierte meine Knöpfe, und ich hatte einen korrekt geknöpften Tag.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/Preface/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/Preface/de</title>
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				<updated>2009-06-11T16:16:28Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Einleitung}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es macht Sie vielleicht neugierig, einen Menschen kennenzulernen, der ein Buch mit dem Titel „Wenn Sünder sich das Ja-Wort geben“ schreibt. Nun, ich heiße Dave und bin … na ja, … bin ein Sünder. Meiner wunderschönen Frau vor fünfundzwanzig Jahren das Ja-Wort gegeben zu habe, hat dieses Problem nicht gelöst, sondern verzehnfacht. Vielleicht fragen sich manchmal zwei Verlobte, ob ihrem „Ja-Wort“ eine magische Kraft innewohnt, die sie irgendwie in selbstlose und instinktiv fürsorgliche Menschen verwandelt. Wie wir alle wissen, hat unser „Ja-Wort“ leider nicht eine solche Wunderkraft! Hätte ich „Ja“ gesagt, wenn ich gewusst hätte, wie kraftlos mein „Ja-Wort“ im Grunde genommen ist? Natürlich hätte ich das. Aber vielleicht wäre das Grinsen auf meinen Hochzeitsbildern weniger selbstsicher und, sagen wir, etwas mehr verzweifelt ausgefallen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was meine ich, wenn ich sage: „Ich bin ein Sünder!“? Meine ich einen Menschen in Sack und Asche, der der Länge nach auf dem Boden liegt und sich in Scham und Schande Asche auf sein Haupt streut?&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein! Male dir lieber folgendes Bild vor Augen: Ich hatte ein absolut ausgeklügeltes und echt sparsames System, mithilfe des Münzstaubsaugers mein Auto zu reinigen. Gib mir 50 Cent und vier Minuten Zeit, und du hast ein tipptopp sauberes Auto. Das gelang mir mit weit offenen Wagentüren, mit flinken Beinen und äußerst geschickten Handgriffen. Mit dem Einschalten des Staubsaugers arbeitete ich wie ein schwarzes Loch und saugte alles ein, was nicht irgendwie befestigt war. Gewiss, das hatte seinen Preis – ich saugte wichtige Papiere, Schecks und andere Sachen einfach weg, einmal sogar ein Haustierchen. Aber was soll’s, schließlich gibt es beim besten System auch Verluste.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bist du in deine Ideen eventuell auch so vernarrt, dass sie dich … blöd machen?&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Tages warf ich an der Waschanlage wieder meine zwei Münzen ein und schwang mich so schnell an die Arbeit, dass ich mein Knie so sehr an der offenen Wagentür stieß, dass mir vor Schmerzen beide Beine wegsackten. Als ich mich stöhnend am Boden wiederfand, durchdrang das ferne Brummen des Staubsaugers mein Bewusstsein und erinnerte mich daran, dass kostbare Sekunden dahinschwanden. Ich erkannte, dass Daves „Vier-Minuten-Auto-Reinigungs-System“ ins Wanken geraten könnte. Benommen vom Schmerz und mein zitterndes Knie reibend, raffte ich mich auf und warf mich ins Auto. An der Waschanlage reden sie heute noch von diesem Schauspiel. Um der Vollständigkeit willen sei gesagt, dass ich mein Auto auch diesmal in den besagten vier Minuten reinigte. Irgendein verrückter Perfektionismus muss mich getrieben haben.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht denkst du, ein Typ, der seit einundzwanzig Jahren Ehepaaren seelsorgerlich zur Seite steht, sollte über solch ein Benehmen erhaben sein. Lies weiter – es ist schlimmer, als du denkst!&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Kontrollallüren. Dazu kommt, dass ich gerne Recht habe. Dies bedeutet, ich neige dazu, die Ansichten anderer Menschen als weniger bedeutsam einzuordnen. Ich hasse es, nicht Recht zu haben. Auch bestimmt manchmal das Denken anderer Menschen über mich das, was ich tue. Ich mache mir auch Sorgen über Probleme, die ich nicht ändern kann. Und du wirst noch mehr über das Paket an Emotionen herausfinden, die ich mit mir herumtrage, wenn du dieses Buch weiterliest. Aber ich kann dir versprechen: Je mehr du über mich herausfindest, umso mehr wirst du meine Frau bewundern!&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe einen Abschnitt in der Bibel gefunden, der mein größtes Problem und meine größte Herausforderung in meiner Ehe beschreibt: ''„Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt“ (Galater 5,17)''.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mag an diesem Vers nicht nur die Tatsache, dass er mein Leben so gut beschreibt, sondern dass er von jemandem geschrieben wurde, von dem man annimmt, dass er die Probleme der Sünde in seinem Leben gelöst habe. Ist es nicht Paulus, der geschrieben hat: ''„Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt.“ (Philipper 4,13)''? Richtig! Aber das schreibt auch derselbe, der bekannt hat: ''„Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?“ (Römer 7,24)''.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Apostel Paulus war ein elender Mensch? Wie kann das sein? Meine Güte, der muss aber schlecht gewesen sein! Aber was erwiderst du, wenn ich dir sage, dass eine gute Ehe – eine Gott verherrlichende, inspirierende, bleibende Ehe – auf der Überzeugung beruht, dass wir Sünder sind, genau wie Paulus? Macht dich das neugierig genug, das nächste Kapitel zu lesen? Jedenfalls ist das die Richtung, in die wir gehen wollen. Neugierig geworden? Dann komm mit.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lass mich dir mit etwas helfen, das auch mir geholfen hat. Zu sagen, dass man „Sünder“ ist, bedeutet, mutig auf die grundlegende Wahrheit zu blicken, die viele Menschen überhaupt nicht mehr auch nur annähernd wahrnehmen möchten. Wenn wir aber diese schmerzliche Realität in unserem Leben anerkennen, werden einige großartige Dinge klar werden. Wir werden uns in guter Gesellschaft wiederfinden: mit den Helden des Glaubens, vom Alten Testament bis in unsere Zeit, die den Kampf mit der Sünde an den Frontlinien erfuhren. Wir anerkennen damit auch, was jeder um uns herum auch schon weiß – und insbesondre unsere Ehepartner. Der bei weitem größte Nutzen dieses Eingeständnisses unserer Sündhaftigkeit ist jedoch der, dass Christus und Sein Werk kostbar wird. Wie Jesus es sagte: ''„Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken; ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße“ (Lukas 5,31-32)''.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du verheiratet bist oder bald sein wirst, dann wirst du feststellen, dass deine Ehe nicht immer nur Romanze ist. Ehe ist die Einheit zweier Menschen, die mit dem Gepäck des Lebens zueinander kommen. Und dieses Gepäck enthält immer Sünde. Oftmals wird es schon direkt in den Flitterwochen ausgepackt, manchmal auch erst später. Aber diese Koffer bringen ein Leben lang immer neue Dinge zum Vorschein und verstreuen manchmal ganz und gar vergessenen Inhalt. Wir dürfen unsere Sünde nicht ignorieren, denn sie ist genau der Kontext, in dem das Evangelium am hellsten leuchtet!&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bringt mich zum Kernpunkt dieses Buches: Es spricht wohl das Faktum unserer menschlichen Sünde an, will aber nicht in Depression stürzen. Es will vielmehr zeigen, dass wir uns dem Thema Sünde intensiv widmen müssen, wenn wir zu einer glücklichen Ehe gelangen möchten. Ein bekannter Pastor sagte einmal: „Solange die Sünde für uns nicht bitter ist, wird Christus für uns nicht süß sein.“&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Watson. Die Lehre der Buße. 3L Verlag: Friedberg, 20024. S. 75 (Originaltitel: The Doctrine of Repentance. Banner of Truth Trust: Edinburgh, 1988, Erstauflage 1668).&amp;lt;/ref&amp;gt; Er zielte damit auf eine tiefe Wahrheit des Evangeliums ab. Bevor wir nicht das Problem erkennen, werden wir uns nicht über die Lösung freuen können. Gnade ist wahrhaft erstaunlich – wegen dem, woraus wir erlöst sind.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb gilt der Grundsatz: ''Wenn die Sünde bitter wird, wird die Ehe süß''. Wenn die Sünde, die wir mit in die Ehe einbringen, uns bewusst wird, dann wird uns das Evangelium lebenswichtig und die Ehe wird süß.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das klingt erschreckend? Natürlich, das tut es. Aber das Evangelium ist die gute Nachricht, die das Problem der schlechten Nachricht löst! Genau die Sünde, über die du erschrickst, ist der Grund dafür, warum Christus an deiner Stelle starb. Das Evangelium verwandelt unsere Furcht in Anbetung:&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Die Last meiner Sünde trug Jesus, das Lamm,&amp;lt;br&amp;gt;und warf sie weit weg in die Fern;&amp;lt;br&amp;gt;Er starb ja für mich auch am blutigen Stamm:&amp;lt;br&amp;gt;Meine Seele lobpreiset den Herrn!&amp;lt;ref&amp;gt;Horatio G. Spafford. „Wenn Friede mit Gott“, 3. Strophe, 1873. aus: Pfingstjubel. Missionsverlag Niedenstein, 199416. Nr. 300.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Für unser zukünftiges Leben ist also vorgesorgt. Weshalb sollten wir nicht auch den verheißenen Segen des gegenwärtigen Lebens genießen? Das heißt, deine Ehe kann auf einer soliden und beständigen Grundlage gebaut – oder neu gebaut – werden. Wir müssen aber dort beginnen, wo auch das Evangelium anfängt; nur dort liegt die Hoffnung für Sünder, die sich das „Ja-Wort“ geben!&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/Preface/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/Preface/de</title>
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				<updated>2009-06-11T16:15:32Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Einleitung}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es macht Sie vielleicht neugierig, einen Menschen kennenzulernen, der ein Buch mit dem Titel „Wenn Sünder sich das Ja-Wort geben“ schreibt. Nun, ich heiße Dave und bin … na ja, … bin ein Sünder. Meiner wunderschönen Frau vor fünfundzwanzig Jahren das Ja-Wort gegeben zu habe, hat dieses Problem nicht gelöst, sondern verzehnfacht. Vielleicht fragen sich manchmal zwei Verlobte, ob ihrem „Ja-Wort“ eine magische Kraft innewohnt, die sie irgendwie in selbstlose und instinktiv fürsorgliche Menschen verwandelt. Wie wir alle wissen, hat unser „Ja-Wort“ leider nicht eine solche Wunderkraft! Hätte ich „Ja“ gesagt, wenn ich gewusst hätte, wie kraftlos mein „Ja-Wort“ im Grunde genommen ist? Natürlich hätte ich das. Aber vielleicht wäre das Grinsen auf meinen Hochzeitsbildern weniger selbstsicher und, sagen wir, etwas mehr verzweifelt ausgefallen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was meine ich, wenn ich sage: „Ich bin ein Sünder!“? Meine ich einen Menschen in Sack und Asche, der der Länge nach auf dem Boden liegt und sich in Scham und Schande Asche auf sein Haupt streut?&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein! Male dir lieber folgendes Bild vor Augen: Ich hatte ein absolut ausgeklügeltes und echt sparsames System, mithilfe des Münzstaubsaugers mein Auto zu reinigen. Gib mir 50 Cent und vier Minuten Zeit, und du hast ein tipptopp sauberes Auto. Das gelang mir mit weit offenen Wagentüren, mit flinken Beinen und äußerst geschickten Handgriffen. Mit dem Einschalten des Staubsaugers arbeitete ich wie ein schwarzes Loch und saugte alles ein, was nicht irgendwie befestigt war. Gewiss, das hatte seinen Preis – ich saugte wichtige Papiere, Schecks und andere Sachen einfach weg, einmal sogar ein Haustierchen. Aber was soll’s, schließlich gibt es beim besten System auch Verluste.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bist du in deine Ideen eventuell auch so vernarrt, dass sie dich … blöd machen?&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Tages warf ich an der Waschanlage wieder meine zwei Münzen ein und schwang mich so schnell an die Arbeit, dass ich mein Knie so sehr an der offenen Wagentür stieß, dass mir vor Schmerzen beide Beine wegsackten. Als ich mich stöhnend am Boden wiederfand, durchdrang das ferne Brummen des Staubsaugers mein Bewusstsein und erinnerte mich daran, dass kostbare Sekunden dahinschwanden. Ich erkannte, dass Daves „Vier-Minuten-Auto-Reinigungs-System“ ins Wanken geraten könnte. Benommen vom Schmerz und mein zitterndes Knie reibend, raffte ich mich auf und warf mich ins Auto. An der Waschanlage reden sie heute noch von diesem Schauspiel. Um der Vollständigkeit willen sei gesagt, dass ich mein Auto auch diesmal in den besagten vier Minuten reinigte. Irgendein verrückter Perfektionismus muss mich getrieben haben.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht denkst du, ein Typ, der seit einundzwanzig Jahren Ehepaaren seelsorgerlich zur Seite steht, sollte über solch ein Benehmen erhaben sein. Lies weiter – es ist schlimmer, als du denkst!&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Kontrollallüren. Dazu kommt, dass ich gerne Recht habe. Dies bedeutet, ich neige dazu, die Ansichten anderer Menschen als weniger bedeutsam einzuordnen. Ich hasse es, nicht Recht zu haben. Auch bestimmt manchmal das Denken anderer Menschen über mich das, was ich tue. Ich mache mir auch Sorgen über Probleme, die ich nicht ändern kann. Und du wirst noch mehr über das Paket an Emotionen herausfinden, die ich mit mir herumtrage, wenn du dieses Buch weiterliest. Aber ich kann dir versprechen: Je mehr du über mich herausfindest, umso mehr wirst du meine Frau bewundern!&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe einen Abschnitt in der Bibel gefunden, der mein größtes Problem und meine größte Herausforderung in meiner Ehe beschreibt: ''„Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt“ (Galater 5,17)''.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mag an diesem Vers nicht nur die Tatsache, dass er mein Leben so gut beschreibt, sondern dass er von jemandem geschrieben wurde, von dem man annimmt, dass er die Probleme der Sünde in seinem Leben gelöst habe. Ist es nicht Paulus, der geschrieben hat: ''„Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt.“ (Philipper 4,13)''? Richtig! Aber das schreibt auch derselbe, der bekannt hat: ''„Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?“ (Römer 7,24)''.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Apostel Paulus war ein elender Mensch? Wie kann das sein? Meine Güte, der muss aber schlecht gewesen sein! Aber was erwiderst du, wenn ich dir sage, dass eine gute Ehe – eine Gott verherrlichende, inspirierende, bleibende Ehe – auf der Überzeugung beruht, dass wir Sünder sind, genau wie Paulus? Macht dich das neugierig genug, das nächste Kapitel zu lesen? Jedenfalls ist das die Richtung, in die wir gehen wollen. Neugierig geworden? Dann komm mit.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lass mich dir mit etwas helfen, das auch mir geholfen hat. Zu sagen, dass man „Sünder“ ist, bedeutet, mutig auf die grundlegende Wahrheit zu blicken, die viele Menschen überhaupt nicht mehr auch nur annähernd wahrnehmen möchten. Wenn wir aber diese schmerzliche Realität in unserem Leben anerkennen, werden einige großartige Dinge klar werden. Wir werden uns in guter Gesellschaft wiederfinden: mit den Helden des Glaubens, vom Alten Testament bis in unsere Zeit, die den Kampf mit der Sünde an den Frontlinien erfuhren. Wir anerkennen damit auch, was jeder um uns herum auch schon weiß – und insbesondre unsere Ehepartner. Der bei weitem größte Nutzen dieses Eingeständnisses unserer Sündhaftigkeit ist jedoch der, dass Christus und Sein Werk kostbar wird. Wie Jesus es sagte: ''„Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken; ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße“ (Lukas 5,31-32)''.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du verheiratet bist oder bald sein wirst, dann wirst du feststellen, dass deine Ehe nicht immer nur Romanze ist. Ehe ist die Einheit zweier Menschen, die mit dem Gepäck des Lebens zueinander kommen. Und dieses Gepäck enthält immer Sünde. Oftmals wird es schon direkt in den Flitterwochen ausgepackt, manchmal auch erst später. Aber diese Koffer bringen ein Leben lang immer neue Dinge zum Vorschein und verstreuen manchmal ganz und gar vergessenen Inhalt. Wir dürfen unsere Sünde nicht ignorieren, denn sie ist genau der Kontext, in dem das Evangelium am hellsten leuchtet!&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bringt mich zum Kernpunkt dieses Buches: Es spricht wohl das Faktum unserer menschlichen Sünde an, will aber nicht in Depression stürzen. Es will vielmehr zeigen, dass wir uns dem Thema Sünde intensiv widmen müssen, wenn wir zu einer glücklichen Ehe gelangen möchten. Ein bekannter Pastor sagte einmal: „Solange die Sünde für uns nicht bitter ist, wird Christus für uns nicht süß sein.“&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Watson. Die Lehre der Buße. 3L Verlag: Friedberg, 20024. S. 75 (Originaltitel: The Doctrine of Repentance. Banner of Truth Trust: Edinburgh, 1988, Erstauflage 1668).&amp;lt;/ref&amp;gt; Er zielte damit auf eine tiefe Wahrheit des Evangeliums ab. Bevor wir nicht das Problem erkennen, werden wir uns nicht über die Lösung freuen können. Gnade ist wahrhaft erstaunlich – wegen dem, woraus wir erlöst sind.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb gilt der Grundsatz: ''Wenn die Sünde bitter wird, wird die Ehe süß''. Wenn die Sünde, die wir mit in die Ehe einbringen, uns bewusst wird, dann wird uns das Evangelium lebenswichtig und die Ehe wird süß.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das klingt erschreckend? Natürlich, das tut es. Aber das Evangelium ist die gute Nachricht, die das Problem der schlechten Nachricht löst! Genau die Sünde, über die du erschrickst, ist der Grund dafür, warum Christus an deiner Stelle starb. Das Evangelium verwandelt unsere Furcht in Anbetung:&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Die Last meiner Sünde trug Jesus, das Lamm,&amp;lt;br&amp;gt;und warf sie weit weg in die Fern;&amp;lt;br&amp;gt;Er starb ja für mich auch am blutigen Stamm:&amp;lt;br&amp;gt;Meine Seele lobpreiset den Herrn!&amp;lt;ref&amp;gt;Horatio G. Spafford. „Wenn Friede mit Gott“, 3. Strophe, 1873. aus: Pfingstjubel. Missionsverlag Niedenstein, 199416. Nr. 300.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Für unser zukünftiges Leben ist also vorgesorgt. Weshalb sollten wir nicht auch den verheißenen Segen des gegenwärtigen Lebens genießen? Das heißt, deine Ehe kann auf einer soliden und beständigen Grundlage gebaut – oder neu gebaut – werden. Wir müssen aber dort beginnen, wo auch das Evangelium anfängt; nur dort liegt die Hoffnung für Sünder, die sich das „Ja-Wort“ geben!&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;reference /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
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		<title>When Sinners Say I Do/Preface/de</title>
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&lt;div&gt;{{info|Einleitung}} &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es macht Sie vielleicht neugierig, einen Menschen kennenzulernen, der ein Buch mit dem Titel „Wenn Sünder sich das Ja-Wort geben“ schreibt. Nun, ich heiße Dave und bin … na ja, … bin ein Sünder. Meiner wunderschönen Frau vor fünfundzwanzig Jahren das Ja-Wort gegeben zu habe, hat dieses Problem nicht gelöst, sondern verzehnfacht. Vielleicht fragen sich manchmal zwei Verlobte, ob ihrem „Ja-Wort“ eine magische Kraft innewohnt, die sie irgendwie in selbstlose und instinktiv fürsorgliche Menschen verwandelt. Wie wir alle wissen, hat unser „Ja-Wort“ leider nicht eine solche Wunderkraft! Hätte ich „Ja“ gesagt, wenn ich gewusst hätte, wie kraftlos mein „Ja-Wort“ im Grunde genommen ist? Natürlich hätte ich das. Aber vielleicht wäre das Grinsen auf meinen Hochzeitsbildern weniger selbstsicher und, sagen wir, etwas mehr verzweifelt ausgefallen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was meine ich, wenn ich sage: „Ich bin ein Sünder!“? Meine ich einen Menschen in Sack und Asche, der der Länge nach auf dem Boden liegt und sich in Scham und Schande Asche auf sein Haupt streut?&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nein! Male dir lieber folgendes Bild vor Augen: Ich hatte ein absolut ausgeklügeltes und echt sparsames System, mithilfe des Münzstaubsaugers mein Auto zu reinigen. Gib mir 50 Cent und vier Minuten Zeit, und du hast ein tipptopp sauberes Auto. Das gelang mir mit weit offenen Wagentüren, mit flinken Beinen und äußerst geschickten Handgriffen. Mit dem Einschalten des Staubsaugers arbeitete ich wie ein schwarzes Loch und saugte alles ein, was nicht irgendwie befestigt war. Gewiss, das hatte seinen Preis – ich saugte wichtige Papiere, Schecks und andere Sachen einfach weg, einmal sogar ein Haustierchen. Aber was soll’s, schließlich gibt es beim besten System auch Verluste.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bist du in deine Ideen eventuell auch so vernarrt, dass sie dich … blöd machen?&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Tages warf ich an der Waschanlage wieder meine zwei Münzen ein und schwang mich so schnell an die Arbeit, dass ich mein Knie so sehr an der offenen Wagentür stieß, dass mir vor Schmerzen beide Beine wegsackten. Als ich mich stöhnend am Boden wiederfand, durchdrang das ferne Brummen des Staubsaugers mein Bewusstsein und erinnerte mich daran, dass kostbare Sekunden dahinschwanden. Ich erkannte, dass Daves „Vier-Minuten-Auto-Reinigungs-System“ ins Wanken geraten könnte. Benommen vom Schmerz und mein zitterndes Knie reibend, raffte ich mich auf und warf mich ins Auto. An der Waschanlage reden sie heute noch von diesem Schauspiel. Um der Vollständigkeit willen sei gesagt, dass ich mein Auto auch diesmal in den besagten vier Minuten reinigte. Irgendein verrückter Perfektionismus muss mich getrieben haben.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht denkst du, ein Typ, der seit einundzwanzig Jahren Ehepaaren seelsorgerlich zur Seite steht, sollte über solch ein Benehmen erhaben sein. Lies weiter – es ist schlimmer, als du denkst!&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe Kontrollallüren. Dazu kommt, dass ich gerne Recht habe. Dies bedeutet, ich neige dazu, die Ansichten anderer Menschen als weniger bedeutsam einzuordnen. Ich hasse es, nicht Recht zu haben. Auch bestimmt manchmal das Denken anderer Menschen über mich das, was ich tue. Ich mache mir auch Sorgen über Probleme, die ich nicht ändern kann. Und du wirst noch mehr über das Paket an Emotionen herausfinden, die ich mit mir herumtrage, wenn du dieses Buch weiterliest. Aber ich kann dir versprechen: Je mehr du über mich herausfindest, umso mehr wirst du meine Frau bewundern!&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe einen Abschnitt in der Bibel gefunden, der mein größtes Problem und meine größte Herausforderung in meiner Ehe beschreibt: ''„Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt“ (Galater 5,17)''.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich mag an diesem Vers nicht nur die Tatsache, dass er mein Leben so gut beschreibt, sondern dass er von jemandem geschrieben wurde, von dem man annimmt, dass er die Probleme der Sünde in seinem Leben gelöst habe. Ist es nicht Paulus, der geschrieben hat: ''„Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt.“ (Philipper 4,13)''? Richtig! Aber das schreibt auch derselbe, der bekannt hat: ''„Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?“ (Römer 7,24)''.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Apostel Paulus war ein elender Mensch? Wie kann das sein? Meine Güte, der muss aber schlecht gewesen sein! Aber was erwiderst du, wenn ich dir sage, dass eine gute Ehe – eine Gott verherrlichende, inspirierende, bleibende Ehe – auf der Überzeugung beruht, dass wir Sünder sind, genau wie Paulus? Macht dich das neugierig genug, das nächste Kapitel zu lesen? Jedenfalls ist das die Richtung, in die wir gehen wollen. Neugierig geworden? Dann komm mit.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lass mich dir mit etwas helfen, das auch mir geholfen hat. Zu sagen, dass man „Sünder“ ist, bedeutet, mutig auf die grundlegende Wahrheit zu blicken, die viele Menschen überhaupt nicht mehr auch nur annähernd wahrnehmen möchten. Wenn wir aber diese schmerzliche Realität in unserem Leben anerkennen, werden einige großartige Dinge klar werden. Wir werden uns in guter Gesellschaft wiederfinden: mit den Helden des Glaubens, vom Alten Testament bis in unsere Zeit, die den Kampf mit der Sünde an den Frontlinien erfuhren. Wir anerkennen damit auch, was jeder um uns herum auch schon weiß – und insbesondre unsere Ehepartner. Der bei weitem größte Nutzen dieses Eingeständnisses unserer Sündhaftigkeit ist jedoch der, dass Christus und Sein Werk kostbar wird. Wie Jesus es sagte: ''„Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken; ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße“ (Lukas 5,31-32)''.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du verheiratet bist oder bald sein wirst, dann wirst du feststellen, dass deine Ehe nicht immer nur Romanze ist. Ehe ist die Einheit zweier Menschen, die mit dem Gepäck des Lebens zueinander kommen. Und dieses Gepäck enthält immer Sünde. Oftmals wird es schon direkt in den Flitterwochen ausgepackt, manchmal auch erst später. Aber diese Koffer bringen ein Leben lang immer neue Dinge zum Vorschein und verstreuen manchmal ganz und gar vergessenen Inhalt. Wir dürfen unsere Sünde nicht ignorieren, denn sie ist genau der Kontext, in dem das Evangelium am hellsten leuchtet!&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das bringt mich zum Kernpunkt dieses Buches: Es spricht wohl das Faktum unserer menschlichen Sünde an, will aber nicht in Depression stürzen. Es will vielmehr zeigen, dass wir uns dem Thema Sünde intensiv widmen müssen, wenn wir zu einer glücklichen Ehe gelangen möchten. Ein bekannter Pastor sagte einmal: „Solange die Sünde für uns nicht bitter ist, wird Christus für uns nicht süß sein.“2 Er zielte damit auf eine tiefe Wahrheit des Evangeliums ab. Bevor wir nicht das Problem erkennen, werden wir uns nicht über die Lösung freuen können. Gnade ist wahrhaft erstaunlich – wegen dem, woraus wir erlöst sind.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb gilt der Grundsatz: ''Wenn die Sünde bitter wird, wird die Ehe süß''. Wenn die Sünde, die wir mit in die Ehe einbringen, uns bewusst wird, dann wird uns das Evangelium lebenswichtig und die Ehe wird süß.&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das klingt erschreckend? Natürlich, das tut es. Aber das Evangelium ist die gute Nachricht, die das Problem der schlechten Nachricht löst! Genau die Sünde, über die du erschrickst, ist der Grund dafür, warum Christus an deiner Stelle starb. Das Evangelium verwandelt unsere Furcht in Anbetung:&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;Die Last meiner Sünde trug Jesus, das Lamm,&amp;lt;br&amp;gt;und warf sie weit weg in die Fern;&amp;lt;br&amp;gt;Er starb ja für mich auch am blutigen Stamm:&amp;lt;br&amp;gt;Meine Seele lobpreiset den Herrn!3&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Für unser zukünftiges Leben ist also vorgesorgt. Weshalb sollten wir nicht auch den verheißenen Segen des gegenwärtigen Lebens genießen? Das heißt, deine Ehe kann auf einer soliden und beständigen Grundlage gebaut – oder neu gebaut – werden. Wir müssen aber dort beginnen, wo auch das Evangelium anfängt; nur dort liegt die Hoffnung für Sünder, die sich das „Ja-Wort“ geben!&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2 Thomas Watson. Die Lehre der Buße. 3L Verlag: Friedberg, 20024. S. 75 (Originaltitel: The Doctrine of Repentance. Banner of Truth Trust: Edinburgh, 1988, Erstauflage 1668).&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3 Horatio G. Spafford. „Wenn Friede mit Gott“, 3. Strophe, 1873. aus: Pfingstjubel. Missionsverlag Niedenstein, 199416. Nr. 300.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

	<entry>
		<id>http://en.gospeltranslations.org/wiki/When_Sinners_Say_I_Do/Foreword/de</id>
		<title>When Sinners Say I Do/Foreword/de</title>
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				<updated>2009-05-30T19:22:47Z</updated>
		
		<summary type="html">&lt;p&gt;Eanest: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{info|Vorwort}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie waren zur Beratung gekommen, und nun saßen Jeff und Ellie mir gegenüber, jeweils an den Enden des Sofas. Spannung lag in der Luft. Sie waren seit fünfzehn Jahren verheiratet und hatten den Punkt erreicht, wo sie kaum mehr in der Lage waren, einander ein anständiges Wort zu sagen. Fast alles, was sie äußerten, waren Anklagen, und ihre Worte waren voll von Frust. Mein Herz war sehr betrübt. Ich wusste, da war eine Zeit, in der sie einander sprichwörtlich anbeteten. Ich wusste, sie hingen sich einst gegenseitig an den Lippen und genossen die gemeinsame Zeit. Obwohl sie ihrer Ehe mit großer Begeisterung und Hoffnung entgegengesehen hatten, war sie nun ein Ort der Feindseligkeit („Ich kann es nicht glauben, dass er/sie mir dies angetan hat!“) und der Enttäuschung („Ich wüschte, ich hätte ihn/sie nie geheiratet!“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dave Harvey weiß genau, was mit diesem Ehepaar nicht in Ordnung ist. Er weiß, was die beiden von anfänglicher Anbetung zu gegenseitiger Abscheu gebracht hat, und er weiß auch, wie sie dahin gelangen können, wozu Gott ihre Ehe bestimmt hat. Das ist genau das, was ich an dem Buch, das Sie gleich lesen werden, so praktisch und hilfreich empfinde. Es ist von jemandem geschrieben, der versteht. Der Grund dafür liegt nicht darin, dass er Pastor ist (obwohl das sicherlich hilft) oder ein guter Theologe (obwohl das Buch viel Theologie enthält) oder dass er ein Fachmann für eheliche Fragen wäre. Nein, er versteht, was an den Ehen der Jeffs und Ellies dieser Welt nicht stimmt, weil er bereit war, sich selbst im Spiegel des Wortes Gottes zu betrachten und sich einzugestehen, was er dort gesehen hat. Es hat einmal jemand gesagt, der beste Pastor sei derjenige, der bereit ist, seiner eigenen Lehre zuzuhören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Buch geht es um das Kernproblem jedes verheirateten Paares. Dieses Problem fragt nicht nach der Herkunft oder den Lebensumständen der Betroffenen. Nein, es geht um das Eine, was die Zerstörung und die Wiederherstellung menschlicher Beziehungen erklärt. Es ist das Thema, das auf jeder Seite dieses Buches in irgendeiner Form zu finden ist. Worum handelt es sich? Es ist das Drama von Sünde und Gnade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was tun wir alle in unseren Ehen in der einen oder anderen Form? Wir alle haben die Neigung, unsere Sünde zu leugnen (und dabei auf die Sünde des anderen zu verweisen). Indem wir unsere Sünde leugnen, entwerten wir die Gnade. Was an diesem Buch so wichtig ist, ist die Tatsache, dass es auf der Ebene des häuslichen und täglichen Lebens so ehrlich über die Sünde und so hoffnungsvoll über die erstaunlichen Ressourcen der Gnade Gottes in Jesus Christus spricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich wünschte mir, Jeff und Ellie hätten dieses Buch lesen können, und ich wünschte mir, ich selbst hätte es vor Jahren schon ebenso lesen können, denn immer und immer wieder fand ich mich selbst darin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Buch erinnerte mich wieder an einige sehr wichtige Dinge. Zum einen daran, dass ich selbst mein größtes Eheproblem bin (schwer zu akzeptieren, aber biblisch gesehen vollkommen richtig). Zum andern, dass Jesus die einzige Lösung darstellt, was auf praktische Weise gezeigt wird. Dann ermutigte es mich, daran festzuhalten, dass die Gnade Neuanfänge ermöglicht. Und es forderte mich heraus, in einer Art und Weise zu leben, die meinen Glauben, dass ich wirklich ein Werkzeug der Gnade Gottes in Luellas Leben bin, zur Geltung bringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es macht keinen Unterschied, ob Sie der Ehe entgegengehen oder seit vielen Jahren verheiratet sind. Es gibt eine Sache, die ich sicher weiß: Ihre Beziehung ist nicht vollkommen. Und weil dem so ist, müssen Sie als Paar erneut in den Spiegel des Wortes Gottes schauen. Dieses Buch wird Ihnen helfen, genau dies zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul David Tripp, 13. April 2007&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Eanest</name></author>	</entry>

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